Meine Gedanken zum Buch „Inside Facebook“

Die letzten paar Tage habe ich das Buch „Inside Facebook“ durchgelesen. Nachdem ich damit fertig war, war ich sofort der Meinung, der Konzern muss aufgespalten werden. Allerdings würde ich dies nicht nur auf Facebook beziehen, sondern auch auf YouTube, da die Methoden ähnlich sind. Was hat mich zu der Ansicht gebracht?

Es gab in dem Buch 2 Stellen, die mich besonders überrascht haben.

Die 1. Stelle war, mit welchem geringen Werbebudget 2016 die Wahl in den USA durch Russland beeinflusst wurde. Mit nur 100.000 Dollar Werbe-Budget erreichte man über Facebook 127 Millionen Amerikaner. Zusätzlich setzte Russland eine Troll-Armee ein, welche 120 Facebook Seiten betrieben, auf denen sie 80.000 Beiträge publizierten.

Überrascht war ich darüber, dass Facebook es ermöglichte, mit so einem geringen Budget und solchen überschaubaren Einsatz von menschlichen Ressourcen eine entscheidende Wahl zu beeinflussen. Wenn digitale Dienste dafür die Möglichkeiten bieten, dann stelle ich mir die Frage, wieso wir noch in konventionelle Waffen investieren? Digitale Kriegsführung scheint um ein vielfaches effektiver zu sein.

Die 2. Stelle war ein Test, der bei Facebook durchgeführt wurde. Hierzu veränderte man den News-Stream der Nutzer und zeigte einem kleinen Teil vor allem „gute Nachrichten“. Zuvor unterteilte man die News in „Good-News“ und „Bad-News“. Das Ergebnis war, dass die Nutzer weniger Zeit auf der Plattform verbrachten und die Interaktion abnahm.

Der Test wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob „Bad News“ (worunter Hass-Botschaften, aber auch Fake-News zählen) zu mehr Interaktionen führen. Das Ergebnis war eindeutig und Facebook entschied, das alte System wieder herzustellen. „Good News“ widersprachen dem Firmenziel, die Nutzer auf der Plattform zu halten.

Das Beispiel Facebook in dem Buch zeigt, was die aktuelle Firmenpolitik der großen IT Firmen für globale Probleme verursachen können. Hier sehe ich vor allem folgende gravierende Probleme:

  1. Alles ist auf Nutzerzeit ausgerichtet. Desto höher diese ausfällt, desto besser, egal wie man diese erreicht.
  2. Die Dienste sind werbefinanziert. Das Ziel ist somit möglichst viele Nutzerdaten zu erhalten, um ein gezieltes Targeting für Werbung anzubieten.
  3. Die Verantwortung für lokale oder globale Disruptionen im gesellschaftlichen Kontext werden abgelehnt. Stattdessen versteift man sich darauf zu behaupten, man biete nur einen Dienst an.

Was wären die möglichen Änderungen? Da würden mir spontan 2 einfallen

  1. Die Nutzerzeit pro Nutzer könnte begrenzt werden. Ähnliche Modelle gibt es bereits in einigen Ländern bei Onlinespielen.
  2. Sollte nachweislich einer der Dienste zu persönlichen Schäden führen (im Besonderen für Leib und Leben), dann sollten die Anbieter auch dafür haften. Und dies lokal, wo die Dienste verwendet werden.

Zum Schluss hätte ich aber noch einen letzten Vorschlag. Meiner Meinung nach wäre es extrem sinnvoll die Dienste anhand ihrer aktuellen Nutzerzahlen zu bewerten. Sobald ein Dienst eine bestimmte Anzahl an Nutzern und den damit verbundenen Daten überschritten hat, sollte dieser separiert werden.

Er müsste dann als Einzelunternehmen weiter existieren und dem plattformübergreifende Datenaustausch würde man einen Riegel vorschieben. Zudem würden einige Unternehmen wahrscheinlich darüber nachdenken, welche Anzahl an Nutzern und Daten man überhaupt langfristig speichern sollte. Das Recht auf „vergessen“ würde somit mehr in den Fokus rücken.

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