19.05.2026 – Yokohama: Aussichten, Sightseeing, Erkenntnisse

09:00 Uhr: Ich mache jetzt los zu meiner heutigen und letzten Tour in Japan auf dieser Reise. Ich werde es noch einmal entspannter angehen lassen und mich heute mal mit meinem KI-Reisebegleiter auf die kleinen und feinen Unterschiede konzentrieren und mir diese genauer erklären lassen.

Mein erstes Ziel ist ein 7-Eleven im gegenüberliegenden Gebäude, da ich gerade festgestellt habe, dass ich über 1800 Yen in Kleingeld mit mir herumschleppe. Das möchte ich dort loswerden. Und vielleicht bekomme ich sogar noch mein Nähset für zukünftige Reisen. Dann mal los.

Da kann ich gleich auf eine Besonderheit hinweisen, die mir gestern aufgefallen ist, als ich im Snoopy-Store war. Ich habe mir in diesem einen kleinen Handventilator geholt, der akkubetrieben ist und über USB aufgeladen wird.

Als ich diesen bezahlte, nahm die Verkäuferin die Bedienungsanleitung aus der Verpackung und trug in diese das Kaufdatum ein, signiert mit ihrem Stempel und ihrer Unterschrift. Ich habe erst überlegt, warum das gemacht wird, aber unter Berücksichtigung, dass es den Kunden einfach gemacht wird, ist das logisch. So braucht man den Kaufbeleg nicht zusätzlich aufzubewahren, sondern es reicht aus, wenn man im Reparaturfall mit der Bedienungsanleitung den Laden aufsucht. Sehr clever.

Meinen ersten Teil des Kleingelds bin ich losgeworden. Und ich habe sogar ein Nähset erhalten. Jetzt mache ich weiter zu einer Aussichtsplattform, die rund 30 Minuten von hier entfernt liegt. Also zu Fuß natürlich.

Worüber ich immer wieder hier in Yokohama erstaunt bin, ist, wie viele Hochwege man in der Zwischenzeit im Hafenbereich gebaut hat. Man kommt über diese in nahezu alle größeren Gebäudekomplexe. Alles sehr praktisch.

Wenn man mal eine breitere Straße hat, über die keine Brücke oder ein Fußgängerüberweg führt, halte ich im Übrigen immer Ausschau nach U‑Bahn‑Stationen. Die sind die perfekte unterirdische Abkürzung, um auf die andere Straßenseite zu gelangen.

Ich bin auf dem Weg zu meinem Aussichtspunkt und stelle gerade fest: Heute ist es wirklich heiß hier. So langsam rückt auch hier der Sommer im Japanstil an. Das bedeutet Hitze, hohe Luftfeuchte und eine Sonne, die brutal niederprasselt. Wer sich da zu schnell bewegt, hat verloren. Das durfte ich 2018 lernen. 😂

10:00 Uhr: Ich bin angekommen. Mit den kleinen Abstechern liege ich wirklich sehr gut in der Zeit. Und das, obwohl ich gerade überhaupt nicht hetze und mir Zeit lasse. Die Aussicht vom Nogeyama Park Observation Deck, ist im Übrigen kostenfrei.

Whoa. Was für ein toller Blick über Yokohama. Aber was mich schon wieder viel mehr begeistert, ist: Es gibt hier kostenfreie Toiletten, und natürlich mit Sitzvorrichtung für kleine Kinder auch im Männerklo. Zudem hat man hier einen Aufzug auf die Plattform. Also auch gleich noch an Barrierefreiheit mitgedacht.

Mir fällt seit Covid übrigens auf, dass die Anzahl der Hunde, die ich hier sehe, stark angestiegen ist. Ich habe gleich mal nachgefragt und es ist tatsächlich so. Es gab vor Covid bereits einen Trend, aber durch Covid wurde dieser noch mal verstärkt.

Es gibt aber kleine und feine Unterschiede. So besteht nahezu überall Leinenpflicht. Und ich habe gerade gesehen, dass, wenn der Hund irgendwohin pinkelt, die Besitzer anschließend Wasser über diese Stelle kippen. Dazu haben sie immer eine kleine Wasserflasche bei sich. Gelegentlich sieht man aber auch an manchen Stellen mehrere Wasserflaschen herumstehen. 

Ich laufe gerade Richtung Chinatown und bin in einem Viertel gelandet, welches wirklich etwas älter aussieht. Gleich mal schauen, wie das heißt. Alles klar, das ist Noge‑chō. Das Viertel entstand während der Restauration, also der Meiji-Zeit.

Sein heutiges Flair hat es aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten. Aus dieser Zeit stammen immer noch die meisten Fassaden. Es war damals bekannt für den Schwarzmarkt und später als Vergnügungsviertel. Und ich sehe gerade, auch heute noch gibt es hier die eine oder andere Girlsbar.

Ich bin gerade an der Homebase des Baseball‑Teams Yokohama DeNA BayStars. Die haben hier einen ordentlichen Tower hingebaut. Und es scheint hier eine Sky-Plattform zu geben. Mal schauen, wie ich da hinaufkomme.

Okay, ich war wahrscheinlich nicht der Erste, der das versucht hat. Hier am Eingang ist ein Schild, dass dies keine öffentliche Plattform ist und nur Mitarbeiter des Bürogebäudes auf diese kommen. Dann gönne ich mir jetzt erst einmal ein „Egg Drop Sandwich“. Den Trend muss ich schließlich auch mal mitmachen. 😂

Ich bin gerade sehr überrascht darüber, wie alt das Stadion wirkt. Das ist untypisch, wenn es ein neueres Datum wäre. Gleich mal nachfragen, was es damit auf sich hat. Interessant, das Stadion wurde in dieser Form 1978 als „erstes kreisförmiges Mehrzweckstadion Japans“ neu gebaut.

2018 hat man, statt es abzureißen, umfangreich renoviert und erweitert (u. a. neue Tribünen, mehr Kapazität, neues Soundsystem), damit es als Baseball‑Venue für die Olympischen Spiele 2020 genutzt werden konnte. Es ist somit von außen ein „Showa‑Retro“‑Stadion, und von innen Hightech auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts.

Jetzt mache ich noch mal durch Chinatown zu meinem nächsten Ziel, dem Marine Tower Yokohama. Der war ja gestern geschlossen und hat heute hoffentlich auf. Aber mir fällt gerade auf, dass die Tore von Chinatown nicht direkt an dem zentralen Bereich von Chinatown stehen. War das früher vielleicht mal größer?

Interessant, die Tore sind gar nicht so alt, sondern wurden erst in den vergangenen 50 Jahren errichtet. Das Viertel wurde damit touristisch aufgewertet, um es als Eventviertel weiter zu etablieren. Seitdem unternimmt man sehr viel, um den Ruf des Viertels als Touristenattraktion zu steigern. Mit dem ursprünglichen Viertel hat das hier somit nichts mehr zu tun.

Ich bin jetzt beim Marine Tower Yokohama. Er hat geöffnet. Dann noch schnell die 1.000 Yen Eintritt am Ticketautomaten bezahlt. Am Wochenende und an Feiertagen kostet es im Übrigen 200 Yen mehr, sehe ich gerade. Und dann hinauf.

Hier oben findet gerade eine Inszenierung mit Detektiv Conan statt. Ich muss jetzt wirklich mal schauen, warum dieser Charakter so populär ist. Interessant, den gibt es seit über 30 Jahren. Besonders beliebt sind die Rätsel, die er löst. Und in jeder Folge gibt es einen kleinen kulturellen Hintergrund. Muss ich mir wirklich mal anschauen.

Ich habe mal wieder das perfekte Wetter abgepasst. Auf der einen Seite sehe ich den Mount Fuji. Und auf der anderen Seite den Skytree. Beide sind jetzt nicht hundertprozentig klar zu sehen, aber trotzdem gut zu erkennen, wenn man weiß, wohin man schauen muss.

Ich habe gerade das Gefühl, es wackelt hier oben etwas. Ist das ein Erdbeben? Mal checken. Nein, es gibt keine Warnung. Dann wird es wahrscheinlich einfach nur der Wind sein, der die Konstruktion leicht schwanken lässt. Das ist schon super, dass man das alles so schnell in der Zwischenzeit einordnen kann.

Im Übrigen sieht man solche Stahltürme immer wieder in Japan. Der bekannteste ist wahrscheinlich der Tokyo Tower und der Tower in Osaka, Tsūtenkaku. Diese Gebäude stammen alle aus den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie sind vom Aufbau sehr ähnlich.

Der Yokohama Marine Tower wurde am 15. Januar 1961 eingeweiht, anlässlich des 100. Jahrestags der Öffnung des Hafens von Yokohama (1859). Er diente gleichzeitig als Leuchtturm für die Bucht von Yokohama und wurde oft als „höchster Leuchtturm der Welt“ oder zumindest als höchster Leuchtturm Japans / höchster Stahl‑Fachwerk‑Leuchtturm bezeichnet. Das Leuchtfeuer war im Übrigen bis zum 25. Dezember 2006 in Betrieb.

13:15 Uhr: Ich werde jetzt zurück zum Hotel laufen. Unterwegs nehme ich noch die Yokohama World Porters mit. Da habe ich gestern gesehen, dass es da oben einen Rooftop-Garden geben soll. Den will ich mir auf jeden Fall ansehen. Aber erst einmal wieder durch die Rosenschau, die es hier gibt. Ich habe das Gefühl, heute sind sogar noch mehr Japaner hier unterwegs als gestern.

Ich habe mir im Übrigen gerade die Frage gestellt, ob hier in Yokohama nicht mal ein Kreuzfahrtschiff beim Beginn der Covid-Pandemie festgesetzt wurde. Und ja, das war tatsächlich so. Die „Diamond Princess“ lag hier fest und hatte in der Spitze 700 infizierte Passagiere. Das war kurzfristig der größte Covid-Hotspot außerhalb von China.

Ich bin beim Yokohama World Porters angekommen. Jetzt muss ich den Weg noch hinauf finden. Alles klar, ist gut ausgeschildert. Es gibt bestimmte Fahrstühle, mit denen man nach oben kommt. Okay, das sieht hier oben ganz nett aus, aber eben nur „nett“. So richtig haut mich das jetzt nicht von den Socken. Dafür ist wenig los. Also, wenn man mal einen schicken Ausblick auf die Red Brick Warehouse sucht, dann ist der Spot hier genau richtig.

Auf der anderen Seite sehe ich im Übrigen gerade eine Grillstation. Das ist etwas, was ich in der Form auch nur in Japan bisher gesehen habe. Hier gibt es größere Gebiete, an denen man grillen kann. Hier kann man sich sogar den Grill samt Sitzplätzen gleich mieten. Also perfekt für diejenigen, die keine eigenen Möglichkeiten dafür haben. Hmmm, würde so etwas auch in Deutschland funktionieren? Jetzt aber zurück zum Hotel. Später mache ich noch einmal los.

16:00 Uhr: Ich starte noch mal zu einer kleinen Runde. Mal schauen, ob ich den Ghibli-Store im anderen Gebäude finde. Hmmm, irgendwie scheint der hier nicht mehr zu sein. Dafür habe ich einen Harry-Potter-Shop hier entdeckt. Für Harry-Potter-Fans bestimmt ein idealer Ort, um sein Equipment aufzurüsten. Oder gibt es so etwas auch in London?

Weiter geht’s. Mein nächstes Ziel ist, etwas zu essen, und da heute der letzte Tag ist, natürlich bei Coco Ichibanya. Einmal leckeres japanisches Curry muss auf dieser Reise noch sein. Auf der anderen Seite des Bahnhofs soll es einen geben. Oh, ich sehe gerade, hier gibt es einen Fanstore für den Pinguin von JR. Ist mir jetzt auch nicht bewusst, dass ich so etwas schon mal irgendwo anders gesehen habe.

Ich bin bei Coco Ichibanya angekommen. Jetzt noch etwas bestellen. Ich bin ja in der Zwischenzeit sehr geübt. Und außerdem weiß ich heute schon sehr genau, was ich nehme. Ups, so viel habe ich bisher noch nie für eine Mahlzeit ausgegeben. Über 2.600 Yen. Aber es sieht lecker aus.

Oh man, das war nicht nur lecker, das war eindeutig zu viel. Ich kann mich kaum bewegen. Dann fällt der kleine abendliche Snack heute eben aus. Ich werde es verkraften. Und da ich ohnehin jetzt noch ein paar Schritte laufen möchte, hoffe ich, dass sich dieses Völlegefühl noch legen wird.

Ich laufe jetzt noch einmal nach Chinatown. Man, hier hinten gibt es weitere Hochwege, über denen man die Straßen und Flüsse queren kann. Mein Navi spielt gerade wieder einmal verrückt, da es nicht weiß, auf welcher Ebene ich mich aktuell befinde.

Jetzt hat es sich wieder kalibriert. Und so wie es aussieht, geht es ab jetzt einfach nur geradeaus. Oh, da ist das Stadion. Hier war ich heute schon einmal. So einfach kommt man hierher? Ich glaube, da bin ich heute tagsüber einen großen Bogen gelaufen.

Willkommen in Chinatown, die Dritte. Dieses Mal sind die Leuchtreklamen aber schon an. Mich wundert nur gerade, dass hier nicht wirklich mehr los ist als tagsüber. Ich habe zwar gerade gesehen, dass ein Reisebus eine Gruppe Touristen ausgeladen hat, aber die verlaufen sich hier sehr schnell.

Ich laufe jetzt kreuz und quer durch das Viertel, um zu schauen, ob ich noch ein paar schöne Fotos machen kann. Die Stimmung ist jetzt nicht wirklich anders als tagsüber, aber natürlich sind durch die beleuchteten Schilder andere Aufnahmen möglich.

18:15 Uhr: Ich bin durch für heute. So langsam bekomme ich auch die Schwere in den Beinen mit. Schon wieder über 25.000 Schritte. Und das Völlegefühl hat auch nicht wirklich nachgelassen. Ich mache zurück ins Hotel.

Eins muss ich aber wirklich sagen: Mit dem Wetter habe ich richtig Glück gehabt. Bis auf einen halben Tag in Tokio und einen kurzen Schauer in Kyoto war das Wetter immer sehr gut. Es war zudem nicht zu heiß, sodass ich viel draußen machen konnte. Also Mai ist eine ganz klare Reisezeit-Empfehlung für Japan.


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