10:00 Uhr: Heute fahre ich nach Yokohama. Mein Zug startet in rund zwei Stunden. Ich habe somit noch etwas Zeit. Aktuell spielt mein Magen aber etwas verrückt. Liegt vielleicht gerade am Stress. Alles alleine zu organisieren, ist schon herausfordernd. Aber ich bekomme es gemeistert.
Ich mache jetzt schon mal gemütlich los, um noch etwas dem Treiben auf dem Bahnhof zuzuschauen. Checkout ging schnell. Gleich noch mal den Koffer wiegen. Whoa, 16 Kilo. Wo kommen die 4 Kilo zusätzlich her? So viel habe ich noch gar nicht gekauft. Egal, los geht’s.

OMG, hier auf dem Bahnhof ist wirklich gerade sehr viel los. Keine Ahnung, was heute hier passiert ist. Aber ich habe den Eindruck, die haben hier gerade die Menschenmassen ausgeschüttet. Das fühlt sich aktuell sehr stressig an.
Ich hole mir jetzt fix noch eine kleine Bentobox und was zu trinken. Ich bin im Übrigen seit ein paar Tagen auf zuckerfreie Getränke umgestiegen. Das tut sehr gut und ich fühle mich seitdem auch nicht mehr so voll.

Ich bin ja immer wieder beeindruckt davon, in welchen kurzen Taktzeiten die Züge hier auf der Strecke zwischen Tokio und Osaka fahren. Gefühlt kommt hier alle 5 Minuten ein Zug an. Dabei werden natürlich auch die anderen drei Millionenstädte, also Kyoto, Nagoya und Yokohama, mitgenommen.
Für Deutschland müsste man sich das so vorstellen, als ob es eine Kreisverbindung zwischen Berlin, München, Köln und Hamburg geben würde. Und diese Verbindung wird im 5-Minuten-Takt bedient. Das Thema Inlandsflüge wäre dann damit komplett obsolet, wenn die Züge die Geschwindigkeiten und Pünktlichkeit wie hier in Japan gewährleisten könnten.

12:15 Uhr: Bin im Zug und habe jetzt gleich noch mal den Bestelldienst ausprobiert. Dieses Mal habe ich es sogar geschafft. Im letzten Jahr bin ich damit gescheitert. Ich weiß jetzt aber auch, warum.
Dieser funktioniert nämlich nur, wenn man mit dem WLAN von JR verbunden ist. Anschließend muss man den Zug, seinen Sitzplatz und das Ziel auswählen. Danach kann man bestellen, aber erst, wenn die Seite mit allen Bildern komplett geladen ist. Bezahlung erfolgt anschließend bei Lieferung. Und was noch wichtig ist: Den Service gibt es nur in der Greencar.

14:00 Uhr: Ich bin in Yokohama angekommen. Ursprünglich hatte ich geplant, hier von der Station Shin-Yokohama, also dort, wo der Shinkansen hält, mit einem Taxi zum Hotel zu fahren. Aber ich sehe gerade, dass die Verbindung mit der JR Line sehr gut ist.
Jetzt heißt es nur noch, die passenden Rolltreppen zu finden, sodass ich meinen Koffer nicht die Treppen hoch oder runter schleppen muss. Dafür muss man sich etwas Zeit nehmen, aber bei den größeren Bahnhöfen gibt es immer eine Rolltreppe, die nach oben, und eine Rolltreppe, die nach unten führt. Habe sie gefunden.

Ich sehe gerade auf Google Maps, dass ich vom Ausstiegsbahnhof über Hochwege scheinbar direkt bis zum Hotel laufen kann. Google Maps will mich anschließend zwar außenherum führen, aber ich weiß, dass ich auch durch die Shoppingpassagen zum Hotel kommen müsste. Das teste ich jetzt mal aus.
Na, das klappt doch wie am Schnürchen. Überall sind Rolltreppen oder Rampen, sodass ich meinen Koffer nicht tragen muss. Wenn das mal nicht eine perfekte Navigation war. Es ist schon hilfreich, wenn man bereits einmal in der Gegend war.

15:00 Uhr: Bin eingecheckt, aber ich habe gerade ein kleines Problem. Meine Badetür ist verschlossen. Irgendjemand hat die von ihnen verriegelt. Weiß nicht, wie man so etwas schaffen kann. Ich frage mal nach. Alles klar, die haben das gegengecheckt und schicken mir jemanden, der die Badezimmertür aufschließt. Hoffentlich liegt keine Leiche drin. 😂
Während ich hier auf den Hausservice warte, habe ich mich gerade mal im Zimmer umgesehen. Und was ich richtig gut finde, ist, dass sie anstatt Plastikwasserflaschen einen Wasserspender auf dem Gang zur Verfügung stellen. Ich habe im Zimmer dafür eine Karaffe und kann mit dieser jederzeit Wasser holen. Tolle Idee.

Meine Badezimmertür ist endlich offen und es ist alles in Ordnung. Das Bad sieht wirklich sehr schick aus. Ich werde jetzt mal schauen, ob es eventuell von dem Hotel einen Airportbus gibt, mit dem ich direkt zum Flughafen an meinem Abreisetag komme.
Na, das hatte ich doch richtig im Gefühl. An diesem Hotel hält auch der Flughafenbus. Jetzt noch das Ticket kaufen. OMG, ich muss mich registrieren. Das stresst mich gerade richtig. Die richtige Linie herauszufinden, ist gar nicht so einfach. Oh man, das dauert. Aber jetzt habe ich es endlich geschafft. Ticket ist gebucht. Mein Aufenthalt in Yokohama kann starten.

16:30 Uhr: Ich laufe jetzt noch mal los, um die Gegend zu erkunden. Mich interessiert vor allem, wie ich morgen früh am schnellsten zur Yokohama Station kommen würde. Ich weiß, dass es hier mehrere Hochwege gibt, über welche man abkürzen könnte. Dann mal los.
Whoa, ich bin gerade wirklich überrascht. Das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Aber das Gebäude, in dem ich mich befinde, geht einfach mal vier bis fünf Stockwerke in die Tiefe. Hier unten befindet sich eine U-Bahn-Station, die man von den oberen Etagen aus einsehen kann. Sieht sehr futuristisch aus.

Ich laufe jetzt hier einfach mal die unterirdische Passage weiter. Das zieht sich schön in die Länge. Echt beeindruckend, was man hier unten hingezimmert hat. Ich sehe, da vorn geht es raus. Das scheint auch das Ende dieser unterirdischen Passage zu sein.
Jetzt mal schnell schauen. Hier oben auf der Nullebene müsste irgendwo der Hochweg beginnen. Ah, ich sehe schon, da vorn geht das Teil los. Dann mal hinauf. Wow, auch das ist wirklich interessant. Man kommt hier direkt durch das Hauptquartier von Nissan und hat immer einen Blick in deren Showroom. Toller Reklamebereich, den sie sich hier hingebaut haben.

Ich versuche mich mal an den Schildern zu orientieren. Die Yokohama Station ist bereits ausgeschildert. Manchmal weisen sie nach unten, aber andere Schilder bleiben auf der Hochebene, auf der ich mich gerade befinde. Ich folge einfach mal diesen.
Okay, das ist wirklich etwas ganz anderes hier. Ich staune nur noch und schaue mir links und rechts die Wolkenkratzer an. Hier schießt ein Gebäude nach dem anderen in die Höhe. Alles wirkt sehr futuristisch. Ich habe Yokohama bisher immer nur zur kälteren Jahreszeit erlebt. Aber heute bei den angenehmen Temperaturen macht das Erkunden ihr richtig Spaß.

So, die Yokohama Station habe ich erreicht. Von meinem Hotel bis hierher werde ich ungefähr 25 bis 30 Minuten benötigen. Jetzt versuche ich mich in dieser noch etwas zu orientieren. Hier herrscht nämlich immer Chaos. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich mal Yokohama besuche. Erst im vergangenen Jahr war ich hier komplett verloren.
Ich sehe gerade, auf der anderen Seite der Yokohama Station scheint es eine weitere unterirdische Passage zu geben. Da ich gerade Zeit habe, will ich jetzt herausfinden, wie weit diese noch unterirdisch weitergeht.

Wow, auch das zieht sich ganz schön in die Länge. Hier zweigen zudem auf der einen Seite weitere Gänge ab. Das Ganze ist ein riesiger Shoppingkomplex. Und ich sehe, auch hier gibt es noch zusätzliche Etagen unter und überhalb.
Oh, da hinten geht es raus. Ich scheine das Ende erreicht zu haben. Dann mal hoch und grob orientieren, wo ich hier gelandet bin. Aha, das ist komplett auf der anderen Seite der Yokohama Station. Hier war ich bisher noch nicht. Mal gegenchecken bei Google Maps, wie lange der Fußweg jetzt gewesen ist. 40 Minuten, durch unterirdische Passagen und Hochwege. Ich glaube, das ist ein neuer Rekord.

Ich werde die Strecke jetzt gemütlich zurücklaufen und mir unterwegs noch was zu essen organisieren. Auf dem Weg habe ich schließlich genügend coole Restaurants gesehen. Oha, da vorn ist ein Curry-Restaurant. Und dieses Mal keine bekannte Kette. Das werde ich austesten.
Ich muss hier Automatentickets ziehen. Wie ging das gleich noch mal? Wenn ich die Tasten hier drücke, passiert nichts. Alles klar, ich werde gerade darauf hingewiesen, dass ich erst einmal das Geld hineinschieben muss. Ist auch logisch. Das erleichtert die Auswahl, wenn der Automat weiß, was man bereit ist zu bezahlen.

Ich habe alles ausgewählt und mir wirklich eine schöne Kombination zusammengestellt. War, nachdem ich das Geld hereingeschoben hatte, wirklich alles selbsterklärend. Jetzt heißt es, auf das Curry warten. Wunderbar, wie gewohnt ging das sehr schnell. Und es sieht verdammt lecker aus. Yummy, yummy.
Ich muss gerade etwas schmunzeln und stelle dabei fest, dass hier in Yokohama die Erfahrung im Umgang mit Ausländern wahrscheinlich noch nicht üblich ist. Hier versucht gerade ein Ausländer, eine Bestellung per Karte mit einer Bediensteten abzuklären. Er versteht nicht, wie man den Automaten bedient. Ich sage dazu nur: „Lost in Translation“. Und wenn ich sehe, wie lange die Bedienstete versucht, alles abzuklären … in der Zeit hätten 20 Leute ihr Essen am Automaten bestellen können.

18:00 Uhr: Ich mache jetzt wieder zurück ins Hotel. Ich stelle nämlich heute schon den ganzen Tag fest, dass ich ziemlich fertig bin. Die letzten Tage oder in der Zwischenzeit zwei Wochen haben ganz schön geschlaucht.
Morgen möchte ich zudem zeitiger raus. Ich plane eine längere Tour mit einer längeren Anfahrt. Ich freue mich schon darauf, aber auch diese wird wieder meine höchste Aufmerksamkeit erfordern. Und dafür möchte ich natürlich fit sein.

19:00 Uhr: Bin wieder im Hotel angekommen. Ich wäre wahrscheinlich auch schon eher da gewesen, wenn da nicht der Snoopy Store bei mir im Tower noch gewesen wäre. Da musste ich mal rein und mal schauen, was davon noch in den Koffer muss.
Ich habe mich aber heute erst einmal bewusst inspirieren lassen, ohne gleich sinnlos was zu kaufen. Erst einmal überlegen, was ich wirklich benötige, ansonsten werden das wieder Ad-hoc-Käufe, die man später bereut. Jetzt werde ich noch die Aussicht von meinem Hotelzimmer genießen.

