08:15 Uhr: Los geht es zu meiner heutigen Tour, bloß etwas zeitiger, da ich dann später noch ein Treffen habe und zuvor noch drei Spots mitnehmen möchte.
Ich weiß nicht, wie ich das schon wieder geschafft habe. Aber das läuft hier so reibungslos, das ist schon erschreckend. Ich bin nämlich gerade an meiner Umstiegsstation ausgestiegen und da stand bereits der Bus da und wartete.

09:00 Uhr: Angekommen an meinem ersten Ziel, dem Shinshō Gokurakuji (Shinnyodō) Temple. Whoa, was für eine Ruhe hier. Es sind aktuell nur sehr wenige Japaner auf dem Gelände. Und eigentlich soll der Tempel um 9 Uhr öffnen, ich habe aber den Eindruck, er ist dauerhaft geöffnet, da ich nicht wirklich Tore sehe, die man verschließen könnte.
Ich muss sagen, das Teil ist wirklich ein Secret Spot. Echt idyllisch hier und viel Grün. Gerade zur Herbstlaubfärbung wird das ein richtiger Geheimtipp sein. Den muss ich mir auf jeden Fall merken. Es macht einfach nur Spaß, hier durch die Anlage spazierenzugehen und die Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel. Das liegt nur 15 Minuten zu Fuß entfernt. Im Übrigen habe ich auch herausgefunden, warum es extrem sinnvoll ist, seinen Rucksack vorne zu tragen, wenn man in der U-Bahn ist.
Das Teil kann man dann gleich wunderbar als Ablage nutzen, um mit seinem Smartphone besser zu agieren. Sehr praktisch, wenn man das einmal verstanden hat. 😁

Ich bin beim Eikandō-Tempel angekommen. Jetzt noch die 1.000 Yen Eintritt bezahlt und dann rein. Ich sehe aber auch hier schon, es ist sehr wenig los. Ich habe zuvor aber bereits gelesen, dass dieser besonders beliebt ist für rote Ahornblätter (Momiji). Kurz gesagt: Im Herbst wird dieser Tempel gerammelt voll sein.
Was mich im Übrigen gleich beim Eingang beeindruckt hat, war die Pagode, die hier gefühlt mitten in den Berg platziert wurde. Soweit ich das sehe, kommt man dort auch hinauf. Aber erst einmal in das Tempelgebäude rein.

Who, was ist das hier? Man läuft hier nicht nur an einem Gebäude entlang und kann den Garten betrachten, sondern verschiedene Gebäude sind über Holzgänge miteinander verbunden. Das ist ein eigener Walkingbereich, bei dem man über Treppen den Hang hinauf und hinabsteigt.
Die Anlage beeindruckt mich wirklich sehr. Das sieht echt toll aus, und wenn man bedenkt, dass hier sehr wenig Touristen unterwegs sind, ist dies eine absolute Empfehlung, vorausgesetzt, man ist nicht gerade zur Kirschblüte oder zur Herbstlaubfärbung hier.

Ich höre gerade nebenan ziemlich lustige Musik und Kinder lauthals singen. Ah, alles klar, das scheint ein Kindergarten oder Kinderareal zu sein. Hier wird gerade unterhaltsam Sport getrieben. Die Kinder scheinen ihren Spaß dabei zu haben.
Aber was man durch diese Aktivitäten sofort mitbekommt, ist, wie das Gruppengefühl in Japan von klein auf trainiert wird. Hier unternimmt man gemeinsam etwas und schafft schöne Erinnerungsmomente an solche Gruppenaktivitäten. Die witzige Musik lädt aber auch wirklich dazu ein, gleich mitzumachen.

Ich war gerade bei der Pagode oben. Was für ein toller Ausblick. Aber es gab da oben auch sehr viele Mücken. Deswegen bin ich wieder nach unten gelaufen, um mir noch mal die Teichanlage anzusehen. Auch die ist wunderschön. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu fotografieren.
Rings um den Teich gibt es sogar noch ein paar Ahornbäume mit roter Färbung. Muss gleich mal schauen, warum das so ist. Das ist interessant, denn man pflanzt bewusst eine Mischung aus grünen und rotlaubigen Ahornen, weil die unterschiedlichen Farbstufen über das ganze Jahr interessante Kontraste erzeugen.

10:45 Uhr: Ich bin bereits an meinem nächsten Spot für heute angekommen, dem Nanzen-ji. Ich bin echt überrascht darüber, wie schnell ich hier von einem Tempel zum nächsten komme. Mal schauen, was mich hier erwartet.
Wow, das Tor ist aber wirklich gigantisch. Wie heißt das? Aha, das ist das Sanmon Gate. Und was ist das hier auf der anderen Seite? Ein Aquädukt? Tatsächlich, das ist wirklich eins und es stammt aus der Meiji-Zeit. Und so wie es aussieht, wird es tatsächlich noch genutzt.

Oha, hier hinten geht es den Berg hinauf. Da scheint es noch einen kleinen Schrein zu geben. Da ich noch etwas Zeit habe, schaue ich mir den gleich mal an. Das ist doch ein Stückchen. Aber es macht Spaß, hier in den Wald hineinzulaufen.
Oh, hier gibt es eine Stelle, an der man „Taki gyō“, eine Form der asketischen Wasserfall-Meditation, praktizieren kann. Der dazu benötigte Wasserfall ist gut abgesperrt. Scheinbar wurde der in der Vergangenheit öfter mal missbraucht. Das ist aber wirklich eine schöne Gegend hier.

Ich laufe mal wieder zurück und schaue mal, ob ich noch mehr entdecke. Okay, der kleine Garten hier hat geschlossen. Wird gerade renoviert. Hier in das Gebäude scheint es dagegen hineinzugehen. Nur 600 Yen Eintritt? Das ist fast geschenkt. Dann mal Schuhe aus und rein.
OMG, was ist denn das schon wieder? Hier gibt es einen schönen Steingarten neben dem anderen. Und auch hier läuft man auf Holzwegen durch die Anlage, wenn auch dieses Mal ebenerdig. Dafür sind die Steingärten echt ein Highlight. Wahnsinn.

Na, das war doch wirklich ein Highlight. Mal schauen, was es hier noch so gibt. Oh, ich sehe gerade, dass man bei dem Sanmon-Gate hinauf kann. Dann mal schnell die 600 Yen Eintritt bezahlt. Man, die Treppen sind schön steil. Für einige so sehr, dass sie rückwärts herunterlaufen.
Wow, was für ein toller Ausblick. Man kann hier einmal komplett herumgehen und somit in alle Richtungen schauen. Ich bin von den Aussichten schon wieder begeistert. Und durch die Höhe hat man auch wirklich einen sehr guten Ausblick von hier aus.

12:00 Uhr: So langsam wird die Zeit knapp. Ich muss jetzt los, damit ich es pünktlich zu meinem Treffen schaffe. Es sind noch rund 40 Minuten zu Fuß bis zu dem Treffpunkt. Dann mal los.
Hmm, ich glaube, hier war ich schon einmal. Natürlich, hier war das Treffen mit den anderen Japanern aus Kyoto. Die schmale Brücke, die hier über den Fluss führt, kenne ich doch irgendwoher. Fix noch ein Foto gemacht. Und weiter geht’s.

14:30 Uhr: Das war ein echt tolles Treffen. Und das Ganze in einem kleinen japanischen Restaurant mitten in der Stadt. Das hätte ich in der Form niemals besucht. Da hätte ich mich gar nicht reingetraut.
Aber nicht nur die Gespräche waren toll, sondern auch das Essen war extrem lecker. Schön minimalistisch, wie man das bei den Japanern gewohnt ist. Zudem gab es vor der Toilette einen kleinen japanischen Garten. Auch so etwas findet man immer mal wieder in Restaurants in Japan.

Wir wollen uns jetzt noch einen Tempel ansehen, der sich hier im Gion-Viertel befindet. Ich bin gespannt. Ah, super, das Teil hatte ich vor drei Tagen bereits entdeckt. Da war ich allerdings zu spät und die einzelnen Tempelgebäude waren bereits geschlossen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal hierherkomme.
Wir gehen jetzt in eines der Nebengebäude. In diesen soll es ein Deckengemälde von einem Drachen geben. Auch das wäre etwas gewesen, was ich in der Form wahrscheinlich überhaupt nicht wahrgenommen hätte. Guter Tipp.

Einfach nur wow. Die Anlage begeistert mich schon wieder. Und am Eingang habe ich seit Langem auch mal wieder ein Souvenir gekauft. Da gab es Buddha-Figuren, welche die drei Gesten der drei Affen abbildeten. Nicht hören, nicht sehen, nicht reden. Die kommen bei mir auf das Sideboard.
Das Deckengemälde sieht wirklich sehr schick aus. Aber dieser kleine Tempel hat auch mehrere schöne Gärten. Hier kann man wirklich wunderbar entspannen und relaxen. Und ich höre sogar jemanden schnarchend auf den Tatamis liegen. Sei ihm gegönnt, der Tempel lädt einfach dazu ein.

17:00 Uhr: Wir hatten uns gerade noch einen Kaffee gegönnt. Jetzt heißt es Abschied nehmen. Ich werde jetzt wie bereits vor ein paar Tagen geplant an der Uferpromenade zurück ins Hotel laufen. Laufzeit: rund eine Stunde.
Ich habe dann später am Abend noch ein Event gebucht, welches bei mir beim Hotel um die Ecke stattfindet. Davor möchte ich mich aber noch etwas frischmachen und ausruhen. Das war doch bisher schon wieder ein ordentliches Programm. Dann mal los.

Hat wirklich Spaß gemacht, an der Uferpromenade einfach entlangzulaufen. Und ich habe gesehen, diese zieht sich nach Norden ein ganz schönes Stück. Wenn man Lust hat, kann man hier bestimmt ordentlich Kilometer schrubben.
Ich bin jetzt bereit an der Kyoto Station. Laufe aber gerade über eine Brücke über die Gleisanlagen. Von hier hat man auch einen schönen Blick auf die Station. Fix noch ein Foto schießen und dann ab ins Hotel. Füße qualmen.

22:00 Uhr: Ich bin gerade auf dem Rückweg von der Taiko-Performance der „DRUM TAO“ Gruppe. Diese haben hier seit rund einem Monat eine neue feste Location, direkt an der Kyoto-Station. Ich wollte schon seit Langem mal eine Taiko-Gruppe sehen. Und wenn ich schon mal in Japan bin, dachte ich mir „Why Not“. Das Ticket habe ich über GetYourGuide geholt. Und mit diesem gab es Probleme. Es war nicht wirklich im System registriert. Aber die japanische Freundlichkeit und Servicebereitschaft konnten das Problem lösen.
Jetzt zu meinem Fazit: Die Künstler haben eine gute Performance hingelegt. Man spürt, dass sie intensiv dafür trainieren und Spaß an dem haben, was sie machen. Die Show war aber als Lightshow angekündigt. Leider hätte man daraus mehr machen können. Oder mein Anspruch ist bereits zu hoch. Zudem hatte ich den Eindruck, dass die Akustik nicht wirklich gepasst hat. Bereue ich es, die Show besucht zu haben? Nein, definitiv nicht. Würde ich diese Show noch einmal hier in Kyoto besuchen? Nein, leider auch nicht, außer man legt bei der Lightshow noch einmal nach. Was aber richtig gut war, war das abschließende Marketing nach der Show. Umfrage + Geschenk + Feedback durch die Künstler bei den Gästen eingeholt. Echt TOP.

