09:00 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour. Heute wird es wahrscheinlich etwas ruhiger zugehen, da ich zwei feste Termine habe. Mein erster ist um 10 Uhr und genau dorthin werde ich jetzt hinlaufen. Es sind nur 40 Minuten zu Fuß.
Ich laufe gerade durch die Untergrundpassage von der Kyoto-Station. Die zieht sich wirklich ganz schön in die Länge. Ich hätte nicht gedacht, dass man von einer Seite auf die andere Seite eine solche Strecke zurücklegen kann. Gerade an heißen Tagen ist das eine schöne Alternative, wenn man etwas Abkühlung benötigt.

Da ich noch etwas Zeit habe, schaue ich mir gleich noch mal den Nishiki-Markt an. Aktuell ist hier noch viel weniger los als bei meinem ersten Besuch. Der Großteil der Geschäfte hat auch noch nicht geöffnet.
Um die Zeit kann man somit sehr schöne Fotos hier machen. Zumal die ersten Essensstände gerade öffnen oder bereits ihre Produkte präsentieren. Für Fotografen ist diese Zeit somit perfekt. Und es sieht schon wieder überall sehr lecker aus.

10:00 Uhr: Ich treffe mich jetzt mit meinem Businesskontakt hier in Kyoto und einer Künstlerin, die traditionelle japanische Tänze aufführt und gerne ihre Produkte im Ausland verkaufen möchte. Sie soll irgendetwas mit Kimonos machen.
Das war sehr aufschlussreich. Ich habe mich schon gefragt, wie sie Kimonos nach Deutschland verkaufen will, aber sie nutzt den Kimonostoff für andere Produkte wie Kissenbezüge und Taschen. Die Produkte sehen wirklich schön aus. Und mal schauen, wie wir sie beim Verkauf dieser Produkte unterstützen können.

11:00 Uhr: Weiter geht es zu meinem ersten Ziel für heute, dem Kaiserpalast in Kyoto. Gehzeit: rund 45 Minuten. Er soll heute geöffnet sein. Mal schauen, ob das stimmt und ob ich Glück habe.
Im Übrigen höre ich immer wieder, dass man angeblich keine Toiletten hier in Japan findet. Dabei gibt es die wirklich nahezu überall, wie z.b hier in der Shoppingpassage. Diese war zwar etwas versteckt, aber wieder einmal richtig sauber. Habe ich doch gleich mal benutzt.

12:00 Uhr: Bin angekommen. Und es hat doch etwas länger gedauert als gedacht. Ich war wahrscheinlich zu sehr von den Eindrücken links und rechts abgelenkt. Aber jetzt bin ich da und yippie, er hat offen. Ich komme auch sofort rein, da hier niemand ansteht. Meine Tasche wird kurz kontrolliert und ich bekomme ein Schild mit einer Visitor-Nummer.
Wow, die Anlage ist wirklich sehr groß. Aber das bekommt man schon mit, wenn man durch den Park zum Eingang läuft. Die Distanzen sind hier wirklich riesig. Aber da hinten am Horizont rumpelt es gerade mächtig. Da scheint ein Gewitter vorbeizuziehen. Erste Blitzer habe ich auch schon gesehen.

12:45 Uhr: Ich bin durch. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich die Anlage anzusehen. Man läuft hier durch die Außenbereiche, also faktisch einmal um die Anlage herum. Sich zuvor auf der Webseite zu informieren, ob der Palast geöffnet hat, ist zudem ein Tipp, den ich nur jedem geben kann.
Im hinteren Bereich gibt es zudem einen schönen japanischen Garten. Höhepunkt war dort der Reiher, der relaxed durch sein Gebiet stolzierte. Durch die Größe der Anlage verläuft sich das hier auch sehr schön. Man hat trotz der vielen Touristen nicht den Eindruck, dass dies hier ein Massenantrag wäre. Sehr angenehm.

Ich bin jetzt gleich weitergelaufen zum Shōkoku-ji-Temple. Dieser befindet sich nördlich des Kaiserpalastes. Er ist einer der „Kyoto Gozan“, der fünf großen Zen‑Tempel in Kyoto.
Auch diese Anlage ist groß. Aber vor allem bin ich hier wirklich der einzige Ausländer. Ich schaue mal schnell im Museum vorbei. 1.000 Yen Eintritt kostet dieser. Hmmm, interessant, aber wirft mich nicht wirklich um. Alles ist auf Japanisch ausgeschildert. Vielleicht einer der Gründe, warum keine Ausländer hier sind.

13:30 Uhr: Es hat gerade angefangen, zu regnen. Das Gewitter ist doch nicht vorbeigezogen. Nun ja, dann fahre ich jetzt mal zurück zur Kyoto-Station. Ich möchte dort noch etwas essen, bevor es weitergeht. Und die Auswahl an Restaurants hat mich gestern wirklich begeistert. Dann mal los.
Ich habe ganz kurz geschwächelt, als ich hier an der U‑Bahn-Station einen Coco Ichibanya gesehen habe. Aber nein, heute ist erst einmal was anderes dran. Curry wird die nächsten Tage folgen. Ich schwanke aktuell aber noch zwischen Tonkatsu und Ramen.

Ich habe mich entschieden. Ich werde heute einen Tonkatsu essen, aktuell meine Nummer 3 hier in Japan. Das Restaurant habe ich gestern bereits gefunden. Dann mal rauf in die 11. Etage in den Foodbereich.
Okay, ich muss hier ein Ticket ziehen. Prima, der Automat lässt sich auf Deutsch umstellen. Eine Person auswählen, kein Kind, Sitzplatz egal und Ticket ist gezogen. Mal schauen, wie lange ich warten muss. Oh, geht schon rein, das ging schnell.

In den gängigen Tonkatsu-Restaurants ist die Auswahl wirklich riesig. Ich persönlich finde ja immer die Menüs sehr gut. Und wenn ich überlege, dass ich für mein aktuelles Essen nur 2.400 Yen bezahle, beim aktuellen Wechselkurs extrem günstig (ca. 13€).
Essen ist da und jetzt lasse ich es mir schmecken. Wow, das Fleisch ist extrem zart. Und die Muschelsuppe auch wieder mal sehr lecker. Kann ich nur jedem empfehlen, wenn er in Japan ist, mal Tonkatsu zu probieren.

15:00 Uhr: Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel für heute, dem Nintendo-Museum. Das liegt etwas außerhalb von Kyoto, ist aber gut mit dem Zug zu erreichen. Dann mal los.
Whoa, ich wäre fast im Zug eingeschlafen. Bin wahrscheinlich doch etwas müder als gedacht. Aber dafür ist hier bereits an der Station das Museum sehr gut ausgeschildert. Und ich sehe es schon da drüben auf der anderen Straßenseite. Also einfach zu finden.

Okay, ich habe zwar noch eine Stunde Zeit, aber trotzdem kann ich mich schon hier anstellen. Was ich mir aber jetzt noch wünschen würde, wäre ein Wartebereich oder ein kleines Café, in dem man warten könnte. Da kann Nintendo noch nachlegen, gerade für diejenigen, die etwas eher kommen. (oder vielleicht eine Geschäftsidee für umliegende Geschäfte?)
Jetzt geht es aber los. Ich habe ja bereits gelesen, dass hier die Sicherheitskontrollen fast wie an einem Flughafen sind. Zuerst gibt es eine Passkontrolle. Dann ein weiterer Wartebereich. Jetzt ein Check-in-Bereich mit Schranken. Und danach noch eine Taschen- und Scannerkontrolle. Aber es läuft alles zügig.

18:00 Uhr: Ich bin durch, hätte aber bestimmt noch eine Stunde länger gebraucht, wenn ich die Spiele und den Workshop genutzt hätte, den es hier gab. Hier mal ein Feedback zu dem Museum.
Erst einmal kann ich nur sagen: Für Nintendo-Fans lohnt sich das Museum auf jeden Fall. Der Standort ist zudem nicht willkürlich gewählt, sondern hier befand sich früher wirklich einmal die Fabrik von Nintendo.

Es gibt zwei Fotostellen, bei denen die Mitarbeiter Fotos von einem machen mit dem eigenen Handy. Diese Fotos sind im Preis inkludiert. Zudem bekommt man zehn Spiele-Coins, mit denen man auf der ersten Ebene Spiele spielen kann.
Im Museum auf der zweiten Etage besteht ein komplettes Fotoverbot. Das ist aber eigentlich kein Thema, da man in der ersten Etage fotografieren kann und viele der Ausstellungsstücke dort in komprimierter Variante noch mal zu sehen sind.

Die Ausstellung ist sehr umfangreich und für alle verständlich. Sie ist eigentlich selbsterklärend, ohne dass man sich irgendwelche Infotafeln durchlesen müsste. Es werden Exponate gezeigt und auf Bildschirmen oberhalb werden Videos abgespielt.
Zwei Bereiche haben mir besonders gut gefallen. Einerseits die Video-Galerie, bei der man die Evolution der Charaktere gezeigt bekommt. Diese lief parallel auf sieben Bildschirmen für jede Konsolengeneration. Und dann gibt es einen Bereich mit Artworks, die ebenfalls sehr beeindruckend aussahen.

Wenn man sich dies alles in Ruhe ansehen, seine zehn Coins verspielen und den Workshop noch mitmachen möchte, sollte man rund drei Stunden einplanen. Der Grund ist, dass die Wartezeiten bei den populären Spielen lang sind. Und man sich für den Workshop anmelden muss.
Deswegen würde ich beim nächsten Mal auch wieder ein Ticket holen, bei dem man in das Museum kommt, ungefähr drei Stunden bevor das Museum schließt. Danach sollte sich das Museum langsam leeren, da es zwei Stunden nach dem letzten Einlass noch geöffnet hat.

In dem Nintendo-Museumsshop gibt es im Übrigen sehr viele Produkte, die es ausschließlich hier zu kaufen gibt. Ich denke, das wichtigste Präsent, das man sich hier mitnehmen sollte, ist das offizielle Buch. In diesen wird noch einmal alles aufgelistet, was man im Museum zu sehen bekam und wie das Museum funktioniert.
Zum Schluss noch ein Feedback zu dem Essensangebot in dem Café „Hatena Burger“. Das hat mich in der Form überhaupt nicht abgeholt. Da gehe ich dann doch lieber aus dem Museum und über die Straße. Dort gibt es ein Coco Ichibanya. Für mich geht’s jetzt zurück ins Hotel. Für heute mache ich mal zeitiger Schluss. 😂

