11.05.2026 – Nara & Kyoto: Rehe, Aussichten & Gion

08:30 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour nach Nara. Dazu möchte ich einen neuen Zuganbieter austesten: die Kintetsu-Line. Mit der Expressline soll man nur 30 Minuten bis Nara benötigen. Dann mal los.

Whoa, den Eingang zu der Linie zu finden, war schon ziemlich umständlich. Dafür ging der Kauf des Spezialtickets am Automaten in der Zwischenzeit sehr schnell. Übung macht eben doch den Meister. 😂

09:30 Uhr: Ich bin in Nara angekommen. Das ging wirklich schnell und die Fahrt war richtig angenehm. Ich habe diese gleich genutzt, um noch etwas zu lernen und jemandem eine KI‑Instruktion zu geben.

Jetzt werde ich mir erst einmal für heute noch eine kleine Wegeration organisieren. Dann mal schnell in den Lawson hier rein und etwas geholt. Erledigt, und los geht es zu meinem ersten Ziel für heute.

Ich muss schon wieder herzlich lachen, wenn ich sehe, wie die Touristen vor den Rehen fliehen. Dabei signalisiert man ihnen sehr einfach, dass man nichts zu essen dabei hat. Einfach beide Hände zeigen, dass man kein Futter dabei hat, und schon lassen Sie einen in Ruhe und ziehen weiter.

Aber die Attacken der Rehe hier, wenn sie Futter wittern, durften wir auch 2023 in Nara miterleben. Da hat jemand von unserer Gruppe ganz schön die Flucht ergreifen müssen. Das mussten wir damals auch erst lernen, wie man das entspannt löst. 

Mein erstes Ziel für heute ist im Übrigen der Mount Wakakusa. Dafür muss ich natürlich einen Berg hinauf, der sich am Rand des Nara-Parks befindet. Für diesen wird im Übrigen eine kleine Eintrittsgebühr von 150 Yen verlangt. Die bezahle ich mal fix. Und los geht es den Berg hinauf. 

Ich habe mich gerade gewundert, warum der Berg so kahl ist. Aber laut den Fotos auf Google Maps muss es hier 2022 einen größeren Waldbrand gegeben haben. Gleich mal gegenchecken. Ah, ich lese gerade, das ist gar kein Waldbrand gewesen. Das ist ein offizielles Fest, bei dem der Hang abgefackelt wird. Das Event heißt Wakakusa Yamayaki.

10:45 Uhr: Ich bin oben angekommen und habe nebenbei gleich erfahren, dass „Wakakusa“, der Name des Berges,  „junges Gras“ bedeutet. Deswegen wird der Hügel auch so grün gehalten. Zudem sehe ich gerade, wie Japaner hier junge Triebe entfernen.

Aber was wirklich beeindruckend aussieht, ist der Blick über Nara. Das sieht echt toll aus und ist auf jeden Fall zu empfehlen. Im Übrigen befindet sich kurz vor dem Gipfel eine zweite Kasse. Hier würde man Eintritt bezahlen, wenn man von der anderen Seite kommt. Aber mit seinem Ticket kann man raus und auch wieder rein. Sehr smart.

Ich laufe jetzt weiter zum Kasuga-Taisha-Schrein. Auch in diesem war ich 2023 schon mal und kann nur sagen: Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Diesmal fokussiere ich mich aber auf die Umgebung, die ebenfalls faszinierend ist. Tausende Steinlaternen stehen hier, aber die genaue Anzahl kennt man nicht. Und natürlich gibt es auch hier wieder zahlreiche Rehe.

12:45 Uhr: Ich bin gerade weiter nach Naramachi gelaufen. Das ist die historische Altstadt und das ehemalige Kaufmannsviertel von Nara. Hier soll es viele schöne schmale Gassen geben und Häuser, die sehr alt aussehen.

Bisher finde ich es schon sehr schick hier. Aber vor allem ist hier gefühlt viel weniger los als im Nara-Park. Kann aber auch im Allgemeinen daran liegen, dass ich gerade das Gefühl habe, dass hier weniger Touristen sind als bei unserem letzten Besuch.

Weiter geht’s zu einem Garten, der bei mir auf der To-do-Liste für heute noch steht. Ich laufe ein wenig im Zickzack durch die Gassen, um mich noch etwas inspirieren zu lassen. Oh, ich komme gerade an einem Tempelkomplex vorbei. Den hatten wir, glaube ich, beim letzten Mal nicht mit besucht.

Okay, das ist der Kōfuku-ji Tempel. Wenn ich in diesen wollte, müsste ich jetzt 1.200 Yen Eintritt bezahlen. Aber Tempel und Schreine werde ich morgen wieder genügend haben. Deswegen lasse ich diesen heute mal links liegen.

13:30 Uhr: Ich bin jetzt am Isuien Garden angekommen. Gleich mal schauen, was das ist. Alles klar, das ist ein traditioneller Spaziergarten (kaiyūshiki-teien) mit Wegen um Teiche, kleinen Hügeln, Brücken und Teehäusern. Er soll der einzige Garten dieser Art in Nara sein.

Dann mal fix die hier 1.200 Yen Eintritt bezahlt und rein. Oh, das sieht wirklich sehr schön aus. Allerdings sind ein paar Gebäude aktuell eingerüstet, weswegen die Atmosphäre etwas verloren geht. Die muss ich beim Fotografieren irgendwie ausblenden. 😂

Ich sehe gerade, hier nebenan gibt es gleich einen zweiten Garten, den Yoshikien Garden. Der Eingang ist etwas versteckt. Aber dafür ist er kostenfrei. Na, mal schauen, was mich hier drin erwartet.

Whoa, der sieht aber auch sehr schick aus. Und der zieht sich hinten ganz schön weit um die Ecke. Das wirkte von außen alles viel kleiner. Was mich jedoch richtig wundert, ist: Hier ist fast niemand. Der Garten wirkt gefühlt nahezu ausgestorben. Absoluter insidertipp.

14:30 Uhr: ich mache jetzt wieder zurück nach Kyoto. Ich möchte heute Abend noch eine Tour durch das Gion-Viertel machen. Dann mal zurück zur Station.

Eins muss ich aber wirklich sagen: Nara ist einen Ausflug wert. Alleine schon wegen der Rehe lohnt es sich, hierherzukommen. Die sind hier in der Umgebung des Nara-Parks wirklich überall. Echt witzig.

16:30 Uhr: Ich habe mich kurz in meiner Unterkunft frisch gemacht, da es heute doch etwas wärmer ist als die letzten Tage. Jetzt mache ich noch mal los und mein erstes Ziel ist ein gutes Curry. Hatte ich jetzt schon seit drei Tagen nicht mehr. 😂

Ich hätte wirklich gerne mal eine andere Curry-Kette ausgetestet, aber leider gibt es im Zentrum keine Alternative. Dann eben doch wieder Coco Ichibanya. Oh, ich sehe, hier gibt es noch die Maskottchen, welche ich versucht hatte, letztes Jahr zu bekommen. Dann nehme ich doch gleich einen mit.

Jetzt werde ich im Zickzack zu meinem Ziel, dem Gion-Viertel, laufen. 20 Minuten meint Google Maps, aber ich werde mir mehr Zeit lassen. Die goldene Stunde bricht nämlich gleich an und das heißt: super Licht für Fotos.

Wow, was für schöne Straßenzüge es hier schon wieder gibt. Aber ich verstehe nicht, warum hier so wenig los ist. Ich hätte viel mehr Andrang hier erwartet. Aber wer weiß, vielleicht bin ich noch nicht am Ziel.

Ich quere gerade den Kamo-Fluss. Hatte ich schon erwähnt, dass die Lichtverhältnisse aktuell sehr gut sind? Und wenn ich mir hier so die Uferpromenade ansehe … Hmmm, eventuell muss ich die auch noch mal ablaufen. Mal schauen, wann ich das mache.

Auf der anderen Straßenseite ist im Übrigen gerade sehr viel los. Da werden scheinbar aktuell mehrere Schulklassen in Busse eingeladen. Dementsprechend viel Gedrängel ist hier auch gerade, da hier zudem sehr viele Touristen unterwegs sind.

Ich bin im Übrigen gerade im südlichen Teil des Gion-Viertels angekommen. Aber auch hier fühlt sich noch alles sehr ruhig an. Na dann suche ich mal weiter.

Oha, ich habe soeben die erste Gasse gefunden, die für Touristen gesperrt wurde. Und jetzt weiß ich endlich auch, wie die Verbotsschilder aussehen. Komisch ist nur, dass ich da hinten Touristen laufen sehe. Haben die das Schild übersehen?

OMG, was ist hier los? Ich bin gerade auf der Hanamikoji-dori. Und das scheint die berüchtigte Straße zu sein. Hier stapeln sich die Touristen übereinander. Und hier gibt es auch jede Menge Verbotsschilder, die darauf hinweisen, dass man nicht in den privaten Gassen fotografieren darf.

Ich verstehe immer besser, warum man diese Regeln eingeführt hat. Gerade sah ich ein Taxi vorbeifahren, in dem eine Geisha drinsaß. Einige Touristen haben sich hier benommen wie Paparazzi. Einfach das Handy draufgehalten und fotografiert, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich werde jetzt noch etwas kreuz und quer laufen und mir die einzelnen Gassen ansehen. Geishas habe ich im Übrigen bis auf die eine im Taxi und ich glaube, das andere war eine Maiko hier in dem Gebiet nicht gesehen.

Was der Unterschied zwischen Geishas und Maikos ist, habe ich im Übrigen auch durch eine Netflix-Serie erfahren. Die Serie heißt „Maiko“ und ist richtig gut gemacht. Viele der Szenen wurden hier in Kyoto gedreht. Ein wirklich schönes japanisches Drama (muss ich mir nochmal ansehen).

Whoa, was ist das hier für ein Tempel? Gleich mal schauen. Oha, das ist der Kennin-ji-Tempel. Das Gelände ist wirklich riesig. Aber natürlich ist der offiziell schon geschlossen. Trotzdem kann man sich hier bewegen wie in einem Park. Kommt bei mir auf die To-do-Liste.

Ich bin auf jeden Fall für heute durch und mache mich zurück ins Hotel. Waren heute wieder rund 30.000 Schritte. Und ich sehe gerade auch über 250 Fotos und Videos. Gute Ausbeute. 😂


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