09.05.2026 – Kyoto: Berge, Tempel, Schreine

08:45 Uhr: Los geht’s zu meiner heutigen Tour. Ich treffe mich gleich mit zwei Japanern, die mit mir heute eine Wanderung unternehmen möchten. Ich bin schon gespannt, ob das wirklich eine Wanderung wird. Aber erst einmal muss ich mit der U-Bahn zu unserem Treffpunkt.

Ich schaue mich ja gerade immer mal wieder nach cleveren Automatenlösungen um. Soeben entdeckte ich einen Automaten, an dem es Backwaren gibt. Aber was mich wirklich gerade begeistert, ist diese Wickelkabine hier. Ich kann mich nicht daran erinnern, so etwas schon einmal in Deutschland gesehen zu haben. Sehr clever und unabhängig von irgendwelchen Toiletten.

09:30 Uhr: Los geht’s! Wir müssen aber zuvor noch den zweiten Gastgeber für heute abholen. Er wohnt hier gleich um die Ecke. Und ich sehe gleich, das ist ein Gebiet, in dem nicht allzu viele Touristen unterwegs sind.

Wir sind bei ihm am Wohnhaus angekommen. Jetzt verstehe ich: Wir werden heute die Tour mit seinem Auto unternehmen. Ich habe mich schon gewundert, wie wir auf den Berg hinaufkommen, den wir heute besuchen wollen.

Auf geht’s in die Berge. Interessant finde ich gerade, dass mir mein zweiter Gastgeber erzählt, dass aktuell sehr viele Touristen bei ihm in der Gegend unterwegs sind. Das führt zu denselben Problemen, die wir auch in Europa haben, nämlich dass viele Einwohner wegziehen, weil die Apartments für Vermietungen auf Plattformen wie AirBnB freigeräumt werden.

Wir haben gerade eine Passstation passiert und sind an unserem ersten Aussichtspunkt für heute angekommen. Ich wundere mich, warum hier aktuell so viele Stative dastehen. Wir fragen mal schnell nach, warum das so ist. Alles klar, heute Abend soll es ein Feuerwerk geben. Das ist somit die japanische Variante von den Handtüchern der Deutschen, um den Platz vorab schonmal zu reservieren. 😂

Wow, ich bin einfach nur begeistert. Die Aussichten von hier sind wirklich richtig schön. Zudem haben wir heute sehr gutes Wetter erwischt. Und jetzt sind wir gerade an einem Punkt angekommen, an dem wir vom Gipfel auf beide Seiten hinabsehen können.

Die Sicht ist wirklich gut. Wir können sogar am Horizont die Skyline von Osaka sehen. Dort wollen wir heute auch noch mal hin und uns am Abend mit anderen Mitgliedern treffen.

Wir sind am Gebiet des Enryaku-ji-Tempels angekommen. Man sagt mir, dass wir jetzt hier rund zwei bis drei Stunden verbringen werden. Whoa, ich sehe gerade auf einer Karte, wie riesig das Gelände ist. Das hätte ich definitiv nicht an einem Tag mit den anderen Tempeln, die ich mir vorgenommen hatte, geschafft.

Jetzt darf ich aber erst einmal die Glocke hier läuten. Okay, ich bekomme noch eine kurze Instruktion vorab: beten, läuten und nochmals beten. Wir haben gerade so heftig geläutet, dass ringsherum die Japaner erschraken. Das war wahrscheinlich etwas zu heftig. Zum Glück ist die Glocke noch ganz. 😂

Das Gelände ist wirklich riesig. Aber wir gehen jetzt mal zum Haupttempel. Den kann man sich aktuell zwar nicht ansehen, da dieser komplett restauriert wird. Er ist eingepackt unter einer Halle. In diese gehen wir jetzt.

Wow, man kann sich hier live ansehen, wie der Tempel gerade restauriert wird. Das Gebäude ist aber auch so schon beeindruckend. Das erinnert mich sehr stark an meine Heimatstadt Dresden, in der ebenfalls immer viel restauriert wird. Das ist wirklich eine Handwerkskunst für sich, solche Gebäude wieder originalgetreu zu erhalten.

Wir gehen jetzt erst einmal eine Kleinigkeit essen und einen Kaffee trinken. Hier soll es ein Café geben, das von einem Mitglied aus meinem Businessnetzwerk gestaltet und eingerichtet wurde.

Wow, was für eine tolle Aussicht. Ich bestelle mir ein Matcha-Tiramisu. Okay, das muss ich mir genauer erklären lassen. Alles klar, ich verstehe. Auf das Tiramisu wird das chinesische Schriftzeichen von dem Tier meines Jahrgangs aufgebracht. Sehr coole Idee. Und jetzt lasse ich es mir schmecken.

12:30 Uhr: Wir fahren jetzt weiter zu einem weiteren Tempel, der sich hier befindet. Das ist der Saito, Shaka-do. Angekommen und ich sehe schon: Das Teil ist richtig alt. Wow, was für eine tolle Anlage. Der Tempel liegt mitten im Wald und man hat das Gefühl, dass er so alt ist, dass überall über ihn Moos gewachsen ist.

Ich übe gleich noch einmal die Waschzeremonie:

  1. Waschstab mit Schale in die rechte Hand und damit linke Hand waschen,
  2. dann Wechsel des Stabs in die linke Hand und die rechte Hand waschen,
  3. dann wieder zurück in die rechte Hand und mit der linken Hand den Mund waschen und zum Schluss
  4. den Stab über der Schale reinigen.

Das muss ich noch üben.

    13:15 Uhr: Weiter geht es zum nächsten Tempel, der sich ebenfalls hier in den Bergen befindet. Das Teil scheint ebenfalls ein größeres Gebiet zu sein und heißt Eshindo. Ich kann immer wieder nur sagen: Ich liebe es, wie diese Tempel und Schreine hier in den Bergen integriert sind. Das ist einfach nur wunderschön.

    Ich sehe, ich kann hier sogar noch einmal die Glocke läuten. Das könnte zur Gewohnheit werden. Und natürlich darf ich auch gleich noch mal die Waschzeremonie probieren. Okay, darauf muss ich achten, dass das Wasser nicht zurück in das Becken gelangt. Der Waschvorgang sollte immer außerhalb stattfinden, damit das Wasser im Becken nicht verunreinigt wird.

    14:00 Uhr: Wir fahren jetzt zurück nach Kyoto und möchten dort das Auto abstellen, da es dann weitergeht nach Osaka. Dorthin wollen wir mit den Öffentlichen fahren, da ansonsten der Verkehr zu heftig wäre. Dann mal los.

    Wir hatten gerade noch einen kurzen Zwischenstopp in einem 7-Eleven eingelegt. Immer wieder schön, dort fix was einzukaufen, wenn man was zu essen braucht. Jetzt sind wir angekommen, haben das Auto schon abgestellt und laufen jetzt gemütlich zur Station.

    16:00 Uhr: Wir sind in Osaka angekommen. Das hat wieder mal alles sehr gut geklappt. Und ich habe erfahren, dass es eine direkte Verbindung von Osaka in das Zentrum von Kyoto gibt. Das ist gut für die nächste Tour zu wissen. So muss ich beim nächsten Mal nicht über die Kyoto-Station nach Kyoto fahren.

    Jetzt geht’s auf zu dem Restaurant, in dem wir uns später noch mit anderen Japanern treffen werden. Ich bin schon gespannt, was mich dort erwarten wird.

    22:00 Uhr: Wow, das ist mal wieder spät geworden. Der Austausch war gut und das Essen war richtig lecker. Aber ich habe auch mitbekommen, dass dies hier definitiv gehobene Gastronomie war.

    Jetzt muss ich noch nach Kyoto zurückfahren und dann heißt es: ab ins Bett. Ich bin wirklich müde. Morgen mache ich mal eine entspannte Tour für mich, ohne irgendwelche Termine. So langsam artet das Ganze nämlich hier in Arbeit aus. 😂


    Hinterlasse einen Kommentar