10:45 Uhr: Ich starte heute erst etwas später, da ich heute nach Kyoto fahre. Deswegen habe ich die Zeit zuvor gleich noch genutzt und ein paar Dinge erledigt.

Jetzt geht es aber mal los, auf nach Kyoto. Ich habe etwas Zeit, die ich nutzen werde, um noch ein paar Fotos zu machen. Bye, bye Tokyo.

Ich mache gerade eine intensivere Fototour, um alle möglichen Fotos zu erhalten, die ich eventuell zukünftig in meinen YouTube-Videos verwenden könnte. Eine der häufigsten Fragen ist schließlich immer wieder bei Reisenden, die das erste Mal nach Japan kommen, wie dies hier mit dem Nahverkehr und den Zügen funktioniert.

Ich glaube, jetzt habe ich genügend im Kasten und eine Bentobox für die anstehende Reise habe ich mir auch bereits gekauft. Die Auswahl an Geschäften war hier aber eher überschaubar. Jetzt mal schauen, von welchem Bahnsteig ich starte.

Oh, ich sehe gerade, ich habe echt Probleme mit meinem Mobilfunkanbieter für das Internet. Ich bekomme gerade gar keine Verbindung rein. Damit werde ich mich jetzt auseinandersetzen dürfen. Na super.

Zum Glück habe ich aber hier auf dem Bahnhof WLAN, sodass ich mich mit KI erst einmal an eine Lösung herantasten kann. Verdammt, funktioniert alles nicht. Dann doch den Support anschreiben.

12:05 Uhr: Mein Shinkansen trifft gerade ein. Das mit dem Internet konnte ich aber bisher immer noch nicht lösen. Mal schauen, ob ich im Zug Internet habe, um mit dem Support weiter zu kommunizieren.

Oha, heute sitzen aber viele Touristen in der Green Class. Das scheint sich herumgesprochen zu haben, dass diese Klasse angenehmer zum Reisen ist. Und ich dachte, ich hätte noch ein paar Jahre meine Ruhe. Aber dafür funktioniert das Internet und ich kann mit dem Support weiterschreiben. 

12:40 Uhr: Es geht gerade ein großes „Oh my God“ durch den Zug. Wir fahren nämlich gerade an dem Mount Fuji vorbei und einige Touristen können sich nicht zurückhalten, ihrer Freude lauthals Ausdruck zu verleihen.

Er ist heute aber wirklich hervorragend zu sehen. Da kann man richtig tolle Aufnahmen machen. Er zeigt sich eben in seiner Frühjahrspacht mit seiner typisch weißen Haube. Macht er super.

Ich habe es übrigens auch mit dem Support gemeinsam nicht hinbekommen, in der Zwischenzeit wieder mobile Daten zu bekommen. Deswegen bin ich jetzt auf „Plan B“ umgeswitcht.

Ich habe mir die App von einem weiteren Anbieter für Reise‑eSIM’s heruntergeladen und mir dort ein Datenpaket mit einem begrenzten Datenvolumen gekauft. Die Installation war einfach und jetzt habe ich wieder mobile Daten. Yippie.

14:15 Uhr: Ich bin in Kyoto angekommen und es wäre Quatsch, zu erwähnen, dass der Zug pünktlich war. Stattdessen werde ich dazu übergehen, es nur dann zu erwähnen, wenn die Züge unpünktlich sind. 😂

Jetzt aber erst einmal zum Hotel und einchecken. Zum Glück kann ich dies bereits seit 14 Uhr machen. Also sollte ich schnell mein Gepäck loswerden, sodass ich dann noch eine Runde durch Kyoto laufen kann. Ich freue mich darauf.

15:15 Uhr: Ich bin ready und starte jetzt zu meiner heutigen Tour. Der erste Tempel, der schon seit Längerem auf meiner To-Do-Liste steht, liegt nur 15 Minuten zu Fuß entfernt. Dann mal los.

Ich verstehe die Welt gerade nicht mehr. Wieso habe ich schon wieder kein Internet? Was ist denn jetzt schon wieder los? Nochmal alles fix prüfen. Alles klar, irgendwie hat es die eSIM herausgeworfen. Wieder aktivieren. Ach, und siehe da: Internet läuft.

Ich bin am Kyōō Gokoku-ji angekommen. Das ist der Tempel mit der fünfstöckigen Pagode, die man sofort sieht, wenn man mit dem Shinkansen nach Kyoto fährt.

1200 Yen Eintritt wollen sie haben. Aber das ist mir bereits bewusst, dass ich hier in Kyoto einiges an Eintrittsgeldern lassen werde. Die wurden im Übrigen in den vergangenen Jahren ordentlich angezogen. Bei meinem ersten Besuch lagen sie bei 100 bis 300 Yen. Unter 500 Yen geht heute hier nichts mehr.

Oh, ich sehe gerade, die Anlage wird am Abend ab 18 Uhr illuminiert. Dann werde ich wohl heute zweimal Eintritt bezahlen müssen. Aber das möchte ich mir anschauen.

Der Tempel wurde im Übrigen 796 gegründet, kurz nachdem Kyoto zur Hauptstadt geworden war. Da ich jetzt bereits in der Anlage bin, werde ich mir die Pagode noch mal genauer anschauen. Wow, das Teil ist wirklich imposant.

Ich lese gerade, dass die fünfstöckige Pagode (Gojū‑no‑tō) mit rund 57 Metern das höchste Holzgebäude Japans ist. Wobei die heutige Version  1643/1644 unter Tokugawa Iemitsu neu gebaut wurde, nachdem die alten Pagoden durch Brände zerstört worden waren.

Das Alter der Pagode sieht man ihr im Übrigen wirklich an. Ich bin gerade sehr beeindruckt von den Holzbildern, die sich in der Pagode befinden. Fotografieren ist hier aus gutem Grund verboten. Kamerablitze würden schnell die Farben verbleichen lassen.

Ich musste mich gerade zusammenreißen und das riesige Gelände verlassen. Man kann hier viel Zeit verbringen. Aber ich will noch einen weiteren Tempel besichtigen, der sich gleich um die Ecke befindet. Also damit meine ich 25 Minuten zu Fuß entfernt. Ich muss mich beeilen, denn leider schließen die Tempel nahezu alle zwischen 16:00 und 17:00 Uhr.

So, das markante Tor habe ich bereits gefunden. Aber wo geht es jetzt rein? Ah, da wahrscheinlich lang. Und ich muss mich gerade korrigieren. Hier verlangt man nämlich gar keinen Eintritt. Super, dann rein.

Wow, was für eine riesige Anlage. Gleich mal schauen, wie das Teil heißt. Aha, das ist der Nishi Hongan‑ji. Das soll eine der bedeutendsten Tempelanlagen des Jōdo‑Shinshū-Buddhismus sein. Und mir fällt gerade noch ein Begriff auf, „Sekte“. Was hat das jetzt damit auf sich?

Das ist wirklich interessant. 1602 spaltete Tokugawa Ieyasu (erster Shogun des Tokugawa-Shogunats) aus machtpolitischen Gründen die Bewegung in West- (Nishi) und Ost- (Higashi) Hongan‑ji auf, um ihren Einfluss zu begrenzen.

Die Bewegung gehört zu einer der größten buddhistischen Richtungen Japans mit Millionen von Gläubigen. Im Mittelpunkt steht Amida Buddha und der „Reine Land“-Glaube. Durch das Vertrauen in Amidas Gelübde und das Nembutsu‑Rezitationsgebet kann jeder, auch einfache Leute, Erlösung erlangen.

Zur Gründung des Tokugawa-Shogunats hatte diese Sekte nicht nur religiösen, sondern auch politischen und militärischen Einfluss. Deswegen musste Ieyasu diese Bewegung spalten, um die Reichseinigung, die gerade vollzogen war, nicht zu gefährden. Zumal damals bestimmte Bereiche im Land von Teilen der Sekte selbst verwaltet wurden.

17:00 Uhr: Ich mache mich wieder auf den Weg in Richtung Hotel, da ich vorher noch etwas essen möchte, bevor ich mir den illuminierten Tempel ansehe. Genau gegenüber von meinem Hotel habe ich einen Coco Ichibanya gesehen. Wenn das mal kein Zeichen ist. 😂

Ich laufe gerade an der Kyoto-Station vorbei und stimmt ja, hier gab es einen Dragon-Quest-Lawson. Dann mal fix rein und schauen, wie sie den gestaltet haben. Sehr witzig gemacht und für alle, die sich jetzt fragen, was das ist: Dragon Quest ist eine der bekanntesten Videospiel-Serien in Japan.

19:00 Uhr: Ich mache jetzt los zu dem illuminierten Tempel, den ich mir noch ansehen möchte. In Japan geht jetzt erst die Sonne unter oder nach deutschen Verhältnissen jetzt schon.

Whoa, ich sehe schon, das wird nicht die einzige Abendtour bleiben, die ich unternehmen darf. Da muss ich mir echt etwas einfallen lassen, zumal die Tempel zeitig öffnen und zeitig schließen und ich aber unbedingt auch Abendtouren mitnehmen möchte.

Ich bin am Tempel angekommen. Und ich kann jetzt schon sagen, das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich bin schon von den ersten Blicken begeistert. Das wird richtig gut werden.

Wow, ich bin sprachlos. Das Wetter ist perfekt, die Illumination ist perfekt und ich sehe sogar, dass ich in die beiden Hauptgebäude noch mal hineinkomme, die heute Nachmittag bereits geschlossen waren.

Wenn ich bedenke, dass ich jetzt für diesen Tempel 2200 an Eintritt bezahlt habe, also umgerechnet rund 14 €, dann ist das für europäische Verhältnisse echt geschenkt gewesen.

Ich bin gerade so happy, dass ich dies entdeckt habe, zumal die Illumination nur noch bis zum 10. Mai geht. Aber auch das ist etwas, was mir immer wieder passiert. Man muss halt mit offenen Augen eine Stadt erkunden, um lokale Events zu entdecken. Deswegen lohnt es sich auch, immer etwas länger in einem Gebiet zu bleiben.

Noch etwas fällt mir gerade auf. Es sind sehr viele Japaner unterwegs. Ich sehe nur sehr wenige Touristen. Das Ganze scheint eher ein Ereignis zu sein, das bei den Locals bekannt ist. Ich freue mich für sie, gerade bei den Touristenmassen, die hier täglich durch Kyoto pilgern. (verdammt, mich eingeschlossen).

Ich wundere mich aktuell, warum sich um den Teich eine Traube von Japanern bildet. Aber ich sehe gerade, dass in dem Teich der Haus- und Hofreiher gerade herumstolziert. Der lässt sich von den Anwesenden nicht beirren und macht sein Ding. Cooler Typ. Und für mich wird es Zeit, mich auf den Rückweg zu machen. Morgen geht’s weiter.


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