05.05.2026 – Tokio: Rainbow Brigde, Shibuya, Abend-City-Walk

09:30 Uhr: Auf geht’s zu meiner heutigen Tour. Irgendwie habe ich heute aber länger geschlafen als eigentlich geplant. Aber ich hatte mir auch keinen Wecker gestellt und dies bewusst in Kauf genommen.

Heute ist Feiertag in Japan, der letzte in der „Golden Week“. Und das Wetter ist noch einmal richtig schön geworden. Oh, was sehe ich da hinten am Horizont? Aber irgendwie auch fies, wenn man genau ein Gebäude vor den Mount Fuji hinstellt, sodass der Blick versperrt ist.

Ich bin gerade in Shimbashi bei meiner Umsteigestation zu meinem heutigen Ziel angekommen. Hier sehe ich gerade jede Menge gleich gekleidete Gruppen. Die erinnern mich an die Events, in denen Reliquien durch die Straße getragen werden. Gleich mal meinen KI-Reiseführer befragen.

Okay, laut ihm handelt es sich um Matsuri-Gruppen. Die Leute tragen einheitliche, lockere Jacken (Happi) mit großen Aufdrucken am Rücken. Genauso sehen typischerweise Nachbarschafts‑ und Schreingruppen bei Umzügen mit Mikoshi (tragbaren Schreinen) aus.

10:30 Uhr: Ich bin in Daiba auf Odaiba angekommen. Von hier aus werde ich jetzt über die Rainbow Bridge laufen. Ich habe jetzt noch rund zweieinhalb Stunden bis zu meinem Treffen Zeit.

Ah, verdammt, ich hatte eigentlich gehofft, dass ich den Mount Fuji von der Freiheitsstatue aus sehe. Aber leider ist er auch hier teilweise hinter Häusern versteckt. Wird es mir heute noch gelingen, ihn komplett zu sehen?

Hier findet gerade ein Beachsport-Event statt. Ich sehe hier verschiedene Areale, in denen unterschiedliche Sportarten ausgeübt werden. Das Ganze hat einen Turniercharakter, da bei einigen sehr viele Zuschauer dabei sind.

Mir war zudem gar nicht bewusst, dass hier ein so großer Strandabschnitt existiert. Ich sehe auch viele Familien, die hier einfach am Strand Zeit mit ihren Kindern verbringen. Also ganz klar eine Empfehlung, wenn man mal einen Strand in Tokio besuchen möchte.

Ich bin schon am Zugang zu der Fußgängerpromenade über die Rainbow Bridge angekommen. Es gibt hier im Übrigen eine Süd- und eine Nordroute. Ich werde jetzt erst einmal die Südroute nehmen. Und je nachdem, wie schnell ich bin, entscheide ich dann am Ende, was ich mache.

Oh man, die Blicke von hier aus sind schon wieder richtig cool. Gefühlt war dies wieder einmal die richtige Entscheidung, das so durchzuziehen. Und es macht richtig Spaß, mit der Handykamera zu fotografieren. Der Zoom ist wirklich beeindruckend.

Ich bin am Ende der Südroute angekommen. Und siehe einmal da, dort ist sogar der Mount Fuji zu sehen. Auf dem gesamten Weg lugte der immer nur mal stückweise hinter den Häusern hervor.

Also die Empfehlung, die man überall liest, dass man von der Südroute den Mount Fuji zu Gesicht bekommt, stimmt in der Form nicht mehr. Die Sicht ist in der Zwischenzeit überall sehr gut verbaut.

11:15 Uhr: Da das Wetter einfach nur schick ist, mache ich jetzt noch auf der Nordroute zurück nach Odaiba. Dann mal mit dem Fahrstuhl nach unten … Und auf der anderen Seite wieder hinauf. Los geht’s.

Super, das war doch die richtige Entscheidung. Ich bin schon wieder begeistert von den Blicken, die man von dieser Route aus zum Skytree und dem Tokyo Tower hat. Macht einfach nur Spaß, hier Fotos zu schießen.

12:00 Uhr: Ich bin wieder in Odaiba angekommen. Jetzt geht’s zurück auf die andere Seite. Dazu nehme ich die Hochbahn. Oh, ich sehe gerade ein Plakat, das scheinbar an Japaner gerichtet ist und korrektes Verhalten gegenüber dem Personal erklärt. Gleich mal schauen, was es damit auf sich hat.

Interessant, das ist ein Kasu‑Hara‑Plakat. Das Plakat soll Fahrgäste daran erinnern, das Personal respektvoll zu behandeln, und klarstellen, dass aggressive oder belästigende Beschwerden nicht toleriert werden. Das scheint in den vergangenen Jahren ein Problem geworden zu sein, weswegen 2022 die Regierung ein offizielles „Customer‑Harassment‑Manual“ für Unternehmen veröffentlichte. Ab Oktober 2026 müssen Unternehmen sogar konkrete Maßnahmen gegen Kasu‑Hara ergreifen.

Jetzt werde ich mir noch einmal den Takeshiba Pier in Ruhe ansehen, bevor ich zu meinem Treffen gehe. Die terrassenförmige Gartenanlage an dem einen Gebäude hat mir im letzten Jahr so gut gefallen, dass ich sie mir noch mal anschauen möchte. Bei meinem letzten Besuch war es nämlich zu windig.

Aber zuerst geht es auf die Promenade des Piers. Whoa, was für schöne Aussichten. Von hier aus sieht man sehr gut die Rainbow Bridge und den Skytree. Und ich meine da hinten, das war mein Hotel im letzten Jahr. Einfach nur schön.

OMG, ich bin schon wieder von der Gartenanlage hier begeistert. Zumal hier heute am Feiertag wirklich nichts los ist. Wenn ich jetzt mehr Zeit hätte, würde ich glatt eine Runde chillen.

Am meisten begeistert mich aber wieder der Spiegelsee im obersten Bereich. Mit den verglasten Gebäudefronten ergeben sich hier tolle Fotomotive. Absoluter Insidertipp.

Jetzt muss ich aber wirklich starten, damit ich pünktlich zu meinem Treffen ankomme. Oh nein, schon wieder eine Ablenkung. Ich sehe gerade den Tokyo Tower zwischen den Wolkenkratzern. Moment mal, der linke Tower stand letztes Jahr noch nicht hier. Da war das Gebäude gerade erst abgerissen.

Ich bin angekommen und mein Gastgeber wartet schon auf mich. Oh, ich höre „Deutsch“. Hier rückt gerade eine Gruppe Touristen ein. Da bin ich aber happy, dass meine Maßnahmen der letzten Jahre greifen. 2022 habe ich bewusst über das Lokal berichtet und promote dieses immer mal wieder, wenn jemand eine Ramen-Empfehlung für Tokio benötigt.

Mein Gastgeber, der im Übrigen auch der Inhaber dieser kleinen Kette hier in Tokio ist, weist mich gerade auf ein saisonales Angebot hin: ein Sakura-Ramen. Dieses ist mit einer Tomatencremesoße und Shrimps, die Sakura Shrimps heißen. Das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.

Wow, das ist einfach nur lecker. Ich bin immer wieder überrascht, welche Ramenkreationen man hier in Japan findet, wenn man danach Ausschau hält. Aber das Spezielle hier ist zudem, dass ich mir jetzt noch eine Portion Reis bestellen kann und die restliche Rahmensauce mit Currypulver vermische, sodass ich anschließend noch eine Curryreis-Portion habe. Yummy, yummy 😋.

14:30 Uhr: Wir haben unser Treffen jetzt beendet, da er noch etwas Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. Schließlich ist heute Feiertag und er ist vorgestern erst von einem Ramen-Event wieder zurück nach Hause gekommen. Ich bin aber echt happy darüber, dass er sich etwas Zeit genommen hat. So konnten wir ein paar Business-Ideen miteinander austauschen.

Jetzt fahre ich weiter nach Shibuya. Ich will mal schauen, was sich in dem Viertel seit meinem letzten Besuch verändert hat. Zudem gespannt, wie weit die Bauarbeiten an der Shibuya-Station vorangeschritten sind. Das ist ja ein Projekt, was sich noch über mehrere Jahre hinziehen wird.

Einiges los hier, aber trotzdem habe ich den Eindruck, nicht ganz so viel wie an üblichen Tagen. Scheinbar sind viele Japaner an dem heutigen Tag außerhalb der City unterwegs. Trotzdem drängeln sich die Touristen hier an der Shibuya-Kreuzung.

Bei meiner ersten Reise vor 12 Jahren wurde ich noch von Japanern belächelt, als ich hier mit meiner Kamera über die Kreuzung ging und jede Menge Fotos schoss. Ich weiß noch, wie ich damals von einem Japaner deswegen angesprochen wurde. Heute interessiert das niemanden mehr. Man fällt eher auf, wenn man das nicht macht.

Aktuell habe ich den Eindruck, dass Shibuya immer internationaler wird. Das Ganze wirkt überhaupt nicht mehr wie eine japanische Großstadt, sondern wie ein internationaler Schmelztiegel. Allein schon die Auswahl an Restaurants ist hier internationaler als in anderen Ecken von Tokyo.

Ich bin der Ansicht, Shibuya entwickelt deswegen gerade einen eigenen Charme. Aber man sollte sich als Tourist deswegen auch bewusst sein, dass dies hier nicht mehr das eigentliche Japan ist. 

Ich mache jetzt noch einen Abstecher zum Shibuya Parco. Dort möchte ich noch mal auf den Dachgarten hinauf und anschließend einen Abstecher in den Nintendo-Store machen.

Oh, scheinbar ist der Dachgarten gesperrt? Alles klar, ich habe gerade erfahren, dass ich mit der Rolltreppe im Gebäude hinauf muss. Es scheint nur die Außentreppe gesperrt zu sein. Na dann, los geht’s. Angekommen. Wow, fliegen die Flugzeuge hier tief über den Stadtteil hinweg.

Seitdem der Nintendo-Store hier in dem Gebäude öffnete, ist diese Etage immer stark frequentiert. In den vergangenen Jahren sind weitere bekannte Marken hinzugekommen, die ebenfalls Stores hier eröffnet haben. Dementsprechend bunt, schrill und eng geht es hier zu.

Aber ich mache jedes Jahr aufs Neue einen kleinen Abstecher hierher, um zu schauen, ob es Produkte gibt, mit denen wir unsere Wohnung upgraden können. Und ich sehe gerade, es gibt eine Kochschürze von Yoshi. Na, die kommt auf alle Fälle mit.

17:00 Uhr: Der Abend ist noch jung, aber ich habe keine Lust mehr, heute noch irgendwo hinzufahren. Hmm, ich glaube, ich werde jetzt zurück zum Hotel laufen. Kalkulierte Zeit laut Google Maps: 90 Minuten. Na, das ist auf jeden Fall machbar. Let’s go.

Ich liebe es ja, eine Stadt zu Fuß zu erkunden, gerade dann, wenn es in dieser, so wie hier in Tokio, so viel zu entdecken gibt. Außerdem ist Japan extrem sicher, sodass man auch keine Angst haben muss, in ein Ghetto zu geraten. Ich wüsste gar nicht, ob es so etwas hier wirklich gibt.

Die goldene Stunde ist auch gerade angebrochen. Wow, was für tolle Farben. Jetzt kommt der Fokus der Kamera noch mal richtig zur Geltung. Ich bleibe immer wieder stehen, um eine Streetaufnahme zu machen. Das macht wirklich immer mehr Spaß mit der Kamera mit Fokus zu fotografieren.

Ich komme im Übrigen sehr gut voran. Die Zeiten von Google Maps sind bei meinem Tempo großzügig berechnet. Ich befinde mich aktuell genau in der angegebenen Zeit, und das, obwohl ich immer wieder kurz stehenbleibe, um ein Foto zu schießen. Bei dem Tempo bin ich zur geplanten Zeit wieder zurück im Hotel.

18:30 Uhr: Ich bin angekommen und kann nur sagen: Das hat richtig Spaß gemacht. Die Tour tat gut und ich war genau in meinem Element. Was waren die kleinen Highlights? Ein Mikrohaus, welches mir aufgefallen ist. Ein Platinum Don-Quijote-Store. Ein Automat, an dem es Pasta zu kaufen gab.

Zudem ist mir ein Typ mehrfach auf einem Roller begegnet, der scheinbar in dem Viertel seine Runden drehte. Ich habe auch einen Gebäudekomplex gesehen, der von Wachleuten zusätzlich bewacht wurde, neben den ganzen Überwachungskameras. Und ein paar verwinkelte Gassen, bei denen man das Gefühl hatte, man wäre in einem Vorort, und das mitten in der City. Also alles zusammen genommen, viele Impressionen.


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