04.05.2026 – Tokio: Open Air Museum, Soba-Tempel und Shinjuku

08:45 Uhr: Heute ist Kindertag in Japan. Ich bin schon mal gespannt, ob ich irgendwelche Veranstaltungen zu dem heutigen Jubiläumstag entdecke.

Aber erst einmal möchte ich Geld wechseln. Hier in dem 7-Eleven gibt es einen Geldwechselautomaten. Den werde ich jetzt ausprobieren. Sehr cool, man kann ihn auf Deutsch umschalten. Alles ist mit Bildern erklärt, also selbsterklärend. Dann mal Geldscheine rein und … Geldscheine raus.

Mir fallen seit Tagen immer wieder junge Japaner auf, die tätowiert sind. Ich habe gerade den Eindruck, hier ändert sich etwas im japanischen Mindset, was das Thema Tattoos betrifft. Gleich mal recherchieren.

Interessant, seit Covid gibt es einen Boom bezüglich mehr persönlicher Individualität. Tattoos sind dafür nur eine Ausdrucksweise, die anderen sind Kleidung, Piercings und Haarfarben. Es soll Tattoostudios geben, die sich aktuell vor Aufträgen nicht retten können. Das Ganze kollidiert aber auch gerade mit der japanischen Lebensweise, im Besonderen dem Tattoo-Verbot in japanischen Onsen.

10:00 Uhr: Ich bin an meinem ersten Zielbahnhof für heute angekommen und befinde mich gerade im Viertel Koganai. Hier werde ich mir gleich das Edo-Tokio Freilicht-Architekturmuseum anschauen. Ich könnte jetzt mit dem Bus fahren, werde aber laufen.

Whoa, hier gibt es gerade eine riesige Ansammlung von Krähen, die hier Party feiern. Die machen ganz schön viel Lärm. Ich muss mal nachschauen, was das genau für Krähen sind. Alles klar, das sind Dickschnabel‑Krähen. Hätte ich mir auch denken können bei dem dicken Schnabel.

Ich bin jetzt an dem Open-Air-Museum angekommen. Hier ist heute scheinbar mehr los als sonst. Aber ich lese gerade, ihr findet auch ein Kinderevent in dem Museum statt. Dann mal fix anstellen und eine Eintrittskarte organisieren. Kostet nur 400 Yen.

Mann, was für eine Hitze. Ich muss jetzt erstmalig meine Jacke ausziehen, weil es wirklich zu warm ist. Das ist aber witzig, denn ich sehe gerade, dass man sich hier im Museum Allwetterschirme, also heute als Sonnenschutz, ausleihen kann. Toller kostenfreier Service.

In dem Museum kann man sich im Übrigen Häuser aus der Edo- und jüngeren Tokio-Zeit ansehen, die hier wieder aufgebaut wurden, nachdem sie dem modernen Stadtbild in Tokio weichen mussten.

Die Regierung in Tokio hat zeitig erkannt, dass durch die Modernisierung der Stadt, aber auch durch Katastrophen immer mehr Geschichte verschwindet. Deswegen entschied man sich dazu, wichtige Häuser einfach umzuplatzieren. Das Ganze ist somit kein Neubau, sondern wirklich umgesetzter Altbestand.

Ich bin gerade sehr froh darüber, dass ich Slipper an habe. Ich darf mich gerade im Schuheausziehen und Schuheanziehen üben. In die meisten Häuser kommt man nämlich wirklich nur rein, wenn man seine Schuhe auszieht.

Das fällt mir auch erst im Nachhinein jetzt ein, dass am Eingang auch Plastikbeutel verteilt wurden. Jetzt weiß ich natürlich, warum. Die sind für die Schuhe. Aber zum Glück habe ich ja immer einen einstecken.

Ich nehme im Übrigen immer zwei Plastikbeutel mit, einen für Müll und einen, wenn ich meine Schuhe irgendwo ausziehen muss. Hier gibt es zwar an manchen Häusern auch Schuhregale, wo man diese hineinstellen könnte. Aber darauf habe ich keine Lust.

Die Anlage ist im Übrigen sehr weitläufig. Und da das Wetter heute wirklich top ist, macht es richtig Spaß, hier gerade durchzulaufen. Oh, ich sehe gerade, hier gibt es auch eine kleine Polizeistation. So etwas wollte ich mir schon immer mal von innen ansehen. Was, die haben hier drin sogar geschlafen?

Sehr spannend, man hat hier sogar eine komplette alte kleine Einkaufsstraße wieder hingesetzt. Hier kann man sich die alten Geschäfte ansehen.

Oh, das ist auf jeden Fall mein Highlight in diesem Museum. Ich bin gerade in einem alten Badehaus gelandet. Sieht wirklich sehr schön hier drin aus. Und man hat sogar einen Blick auf den Mount Fuji. Ich habe den Eindruck, dass dies ein beliebtes Motiv für Badehäuser ist.

12:15 Uhr: Ich bin durch mit dem Museum. Es ist wirklich sehenswert, wenn man sich für die Geschichte interessiert. Aber vor allem wurde für Kinder heute wirklich etwas geboten.

Es gibt hier einen Streichelzoo, Bereiche, in denen Kinder etwas malen können, sowie die Möglichkeit, dass sie sich sportlich betätigen dürfen. Dadurch, dass die Anlage auch sehr groß ist, können sie sich in dieser zudem ordentlich bewegen.

13:15 Uhr: Ich habe mich spontan dazu entschieden, noch einen Tempel mitzunehmen, der sich hier gefühlt um die Ecke befindet. Aber erst einmal muss ich mit dem Bus fahren. Es sind noch ein paar Minuten bis dorthin.

Es ist gerade ziemlich windig hier. Und ich bin schon wieder am Überlegen, meine Jacke anzuziehen, obwohl wir gerade 28 Grad haben. So, Bus ist da. Da kann ich mir das mit der Jacke sparen.

Ich bin jetzt am Jindaiji-Tempel angekommen. Das soll der zweitälteste Tempel von Tokio sein. Auf jeden Fall liegt er wirklich schön im Grünen.

Whoa, hier sind gerade wirklich viele Menschen unterwegs. Aber ich wollte ja wissen, was in der „Golden Week“ in Japan los ist. Deswegen habe ich jetzt auch nicht geplant, in eines der Soba-Restaurants zu gehen. Der Tempel ist nämlich auch für diese bekannt.

Ich lasse mir gerade mal ein paar interessante Infos zu dem Tempel geben. Hier mal eine kurze Übersicht, was ich erhalten habe:

Im Tempel befindet sich die sogenannte Hakuho‑Buddha‑Statue (Shaka Nyorai), die als älteste Buddha‑Statue Ostjapans und nationales Kulturgut gilt; sie stammt aus dem 7. Jahrhundert.

Jindaiji ist in ganz Japan für seine Daruma‑Tradition bekannt: Am 3. und 4. März findet der Yakuyoke Ganzan Daishi Daruma‑Markt statt, einer der drei großen Daruma‑Märkte Japans.

Das Gebiet rund um den Tempel hat vulkanische, nährstoffreiche Böden und sehr gutes Quellwasser, ideal für Buchweizen: Deshalb entwickelte sich schon in der Edo‑Zeit eine lokale Soba‑Kultur.

So langsam geht mir mein Wasser aus. Ich werde mir erst einmal am Getränkeautomaten etwas zu trinken holen. Die gibt es zum Glück hier reichlich. Und seit gestern habe ich auch einen KI-Helfer, der mir dabei hilft, zuckerfreie Getränke hier in Japan zu ermitteln.

Ich frage ihn gleich mal, welches Getränk ich nehmen kann. Chat geöffnet, Foto gemacht und Frage abgeschickt. Super, er hat mir die Getränke aufgezeigt, die ich nehmen kann. Was, die sind alle ausverkauft? Dann auf zum nächsten Automaten. Was, hier auch? So etwas ist mir auch noch nicht passiert. Aber zeigt, die Japaner achten auf zuckerfreie Getränke. Deswegen sind sie wahrscheinlich auch so schlank.

Wenn ich nichts zum Trinken finde, werde ich mir erst einmal was zu essen holen. So langsam bekomme ich Hunger. Wie bereits erwähnt, Soba werde ich nicht essen, auch wenn sich dies bestimmt lohnen würde. Aber an den Restaurants stehen mir einfach viel zu viele Menschen an.

Ich habe was gefunden, wo niemand ansteht. Okay, mal schauen, was er ist. Alles klar, es handelt sich um Manjū mit Anko‑Füllung, also einer roten Bohnenpaste. Ich mag diese Paste ja. In Deutschland kennt das niemand. Und ich habe gerade auch einen Automaten gefunden, an dem es noch ungesüßte Getränke gibt. Perfekt, ich bin gestärkt.

Whoa, ich scheine gerade richtig Glück zu haben. Ich kann mir gerade die Statue des Mönchs Binzuru und die Hakuho‑Buddha‑Statue ansehen. Die letztere ist nur an wenigen Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit sichtbar. Ich sehe auch, dass diese in einem Raum steht, dessen Scheiben verschlossen werden können. Glück gehabt.

Und nachdem ich die Info mit den Darumas erhalten habe, sehe ich die Teile auch überall verteilt. So richtig bewusst, was diese bedeuten, wurde mir ja erst im letzten Jahr auf meiner Japanreise. Seitdem mag ich sie irgendwie.

15:30 Uhr: Ich mache mich jetzt wieder auf den Weg zurück nach Shinjuku. Ich will dort noch fotografieren und ein paar Street‑Aufnahmen machen.

Doch erst einmal den richtigen Bus finden. Oh, das ist toll, ich kann hier mit allen fahren. Na dann, rein. Jetzt weiter mit dem Zug. Und schon angekommen. Willkommen in Shinjuku. Wie immer viel los hier.

Na, das hat sich auf jeden Fall gelohnt, noch mal hierherzukommen. Ich sehe gerade, die haben hier wirklich das Hauptgebäude des Bahnhofes komplett abgerissen. Interessant zu sehen, wie sich dieses Viertel in den nächsten Jahren entwickeln wird. Noch fix ein Foto gemacht. Und jetzt etwas essen gehen.

Ich habe mich heute wieder für Curry bei Coco ichibanja entschieden. Schon fünf Tage her, als ich das letzte Mal japanisches Curry gegessen habe. Und solange es das nicht in Deutschland gibt, muss ich halt hier zuschlagen. 🤣

17:00 Uhr: Ich bin gut gesättigt und starte jetzt zu meiner Tour hier durch Shinjuku. Wie bereits erwähnt, ist das alles ohne ein großartiges Ziel, sondern als reine Fototour geplant. Ich werde jetzt hier einfach die Gegend erkunden und mal schauen, was mir so vor die Kamera läuft.

Ich bin gerade an einem meiner Lieblingsspots hier in dem Viertel. Von einer Fußgängerbrücke hat man einen schönen Blick hinein nach Kabukichō. Ich versuche eigentlich immer, wenn ich hier bin, ein Foto von dieser Ansicht zu machen, um zu sehen, wie sich dies verändert. Aber dieses Mal mit dem neu entdeckten Fokus, echt schick.

Ich bin gerade noch mal zum Shinjuku Metropolitan gelaufen. Ich hatte die Idee, doch noch mal hinaufzugehen und den Fokus der Kamera von der Aussichtsplattform aus zu testen. Aber jetzt sehe ich gerade die Schlange, die davorsteht. Da habe ich keine Lust, mich anzustellen. Dann mal weiter.

Ich werde jetzt gemütlich nach Kabukicho laufen. Es sollten auch langsam die Lichter hier im Viertel angehen. Da das Viertel das größte Nachtviertel in Japan ist, gibt es davon hier auch reichlich.

Whoa, was ist hier los? Ich befinde mich gerade auf einer abgesperrten Hauptstraße. Die wird heute scheinbar als Fußgängerallee genutzt. Das kenne ich eigentlich nur von Akihabara. Aber dass das jetzt auch hier gemacht wird, finde ich richtig toll.

Oh, ich sehe gerade, man fängt an, die Straße zu räumen. Kurzer Blick auf die Uhr. Alles klar, es ist 18 Uhr. Also dasselbe wie es auch in Akihabara war. Dort wurde die Hauptstraße ab 18 Uhr auch wieder für den Autoverkehr freigegeben. Ein paar gute Schnappschüsse habe ich aber bereits gemacht.

18:00 Uhr: Weiter geht’s nach Kabukichon, Fotos machen. Mit dem Fokus der Kamera bekommt man auch eine gewisse Tiefe hin. Ich freue mich später schon darauf, mir die Aufnahmen noch mal anzusehen.

Ich wurde gerade angequatscht, ob ich Sex haben möchte. Natürlich nicht auf diesem Weg, zumal käuflicher Sex in Japan ein Straftatbestand ist. Wer sich als Tourist auf so etwas einlässt, braucht sich nicht wundern, wenn er ausgenommen wird oder am Ende nie wieder nach Japan hereinkommt.

Ich bin durch für heute. Ich mache mich jetzt wieder auf den Heimweg. Ordentlich Schritte habe ich heute auch gemacht. Noch ein kleiner Schlenker zurück auf einer der bekanntesten Zugangsstraßen hier zu diesem Viertel.

Und da ist der schon wieder, Godzilla. Er thront immer noch hier über dem Viertel. So, das war’s für mich. Die Lust, weitere Fotos zu machen, ist auch gerade geschwunden. Sind heute nur rund 160 geworden. 🤣


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