02.05.2026 – Chiba: Geschichte, Monorail und Aussichten

09:30 Uhr: Los geht’s zu einer neuen Tour. Heute will ich mal die Außenbereiche von Tokio erkunden und fahre dazu in eine weitere größere Stadt. Diese heißt Chiba und gehört ebenfalls zum Großraum Tokio.

Da die Fahrtzeit bis dorthin rund 45 Minuten dauert, kann ich die Zeit in dem Zug gleich nutzen und weiter Japanisch lernen. Meine selbst erstellte App leistet ihr wirklich gute Dienste. Und mithilfe dieser kann ich schon schneller die Schriftzeichen lesen. Aber ich bin weiterhin erst am Anfang. Und das Ganze hat eher Hobbycharakter.

10:45 Uhr: Angekommen, und ich werde jetzt gemütlich alle Spots, die ich mir vorgenommen habe, zu Fuß ablaufen. Mal schauen, wie weit ich komme. Die Temperaturen sind gerade auf fast 30 Grad hochgeschossen. Deswegen heißt es auch: Langsam laufen und viel trinken. 

Die Monorail, die es hier gibt, sieht schon wirklich sehr beeindruckend aus. Aber aktuell weiß ich noch nicht, ob ich diese benötigen werde. Jetzt geht es erst einmal auf zu meinem ersten Ziel, dem Chiba Park.

Oh, das Teil ist wirklich überschaubar. Ein großer See in der Mitte, um den man einmal herumlaufen kann. Und es gibt hier einen zweiten Bereich mit einer abgetretenen Wiese, auf der die Japaner entspannen. 

Die Monorail fährt hier auch an dem Park vorbei. Das ist wahrscheinlich das Highlight, diese zu beobachten. Und natürlich kann man hier auch viele Einheimische beobachten, da es kaum Touristen gibt. Ich hoffe, ich störe nicht mit meiner Anwesenheit. 

Es findet hier auch gerade ein kleines Fest statt mit einem Foodbereich. Ich glaube, ich gönne mir erst einmal einen leckeren, eisgekühlten vietnamesischen Kaffee. Hier gibt es einen kleinen Foodtruck, der so etwas anbietet.

Oh, ich habe gerade noch diesen kleinen Schrein hier entdeckt. Oh man, der wirkt wirklich sehr alt. Da traut man sich gar nicht, in manche Bereiche hineinzugehen. Ich würde mal sagen, ein kleines verstecktes Juwel hier am Rande des Parkes.

Meine Navigation hat gerade richtig zu tun. Aber Google Maps leistet in der Zwischenzeit wirklich sehr gute Dienste. Ich muss mich aber immer mal orientieren, wo ich genau entlang muss. Irgendwo muss hier eine Treppe hinabgehen. Okay, gefunden.

Jetzt verstehe ich auch, warum das hier ein solches Wirrwarr ist. Hier gibt es nicht nur eine Monorail sondern zwei. Die kreuzen sich an dieser Stelle gerade. Sieht schon beeindruckend aus, was man hier hingezimmert hat.

Jetzt aber weiter zum nächsten Ziel und nicht ablenken lassen. Ich habe gerade den Eindruck, ich bin hier im Kabukichō, also dem Nachtviertel von Chiba, gelandet.

Ich sehe viele Nachtklubs, Bars und scheinbar auch Love-Hotels. Das Ganze wirkt jetzt wie ausgestorben, kann mir aber gut vorstellen, dass hier am Abend ordentlich der Bär steppt.

12:00 Uhr: Jetzt wäre ich doch fast an meinem nächsten Ziel, dem Chiba Shrine Myōken Hongū, vorbeigelaufen. Dies ist ein wichtiger Schrein hier in Chiba, der ursprünglich einmal eng mit der Chiba-Familie verbunden war. Das war eine Fürstenfamilie, die hier in der Gegend dabei half, das Kamakura-Shogunat entstehen zu lassen.

Hier mal ein paar Infos zum Chiba Shrine. Der Schrein ist der Gottheit des Nordsterns und des Großen Wagens gewidmet, die hier als Schutzbringer vor Unglück und als Lenker des persönlichen Schicksals verehrt wird. Die vielen Stern‑Motive sollen schon beim Ankommen darauf hindeuten, dass es hier um Orientierung, Richtung und „gutes Karma“ in allen Lebensbereichen geht.

Die Wurzeln des Tempels reichen über 1.000 Jahre zurück: Ursprünglich wurde der Ort als buddhistischer Tempel Myōken‑ji bzw. Kongōju‑ji gegründet, um Myōken als Schutzgottheit der lokalen Kriegerfamilie Chiba zu verehren. Im Mittelalter war der Schrein damit eng an die Machtbasis des Chiba‑Clans gekoppelt, der von hier aus große Teile der Bōsō‑Halbinsel kontrollierte.

Erst in der Meiji‑Zeit wurde der Tempel im Zuge der Trennung von Shintō und Buddhismus offiziell in einen Shintō‑Schrein umgewandelt und die Gottheit als Ame‑no‑Minakanushi in der Gestalt des Nordstern‑Myōken neu benannt.

Weiter geht es zum nächsten historischen Spot, dem ehemaligen Sitz des Chiba-Clans. Und da sehe ich schon die Burg. Diese ist aber ein Nachbau, der 1967 erst wieder errichtet wurde.

Sieht von außen trotzdem schick aus. Und auch der Park, der die Burg umgibt, scheint etwas größer zu sein. Oh, ich sehe gerade, man kann hier kostenfrei rein. Na dann mal los.

Ich finde es ja super, wenn man sich die Gegend von oben ansehen kann. Bei Burgen bekommt man zudem ein Gefühl dafür, dass diese früher nicht nur dazu dienten, sich gegen Feinde zu verteidigen, sondern auch dazu, den Überblick über das eigene Herrschaftsgebiet zu behalten.

Strategisch ist die Burg wirklich clever gewählt gewesen. Man kann von hier aus sehr weit in die Ferne schauen. Und wenn man sich überlegt, dass früher alles viel enger zusammenlag, hatte man einen guten Eindruck davon, was diese Lage bedeutete.

In der Burg befindet sich im Übrigen auch ein Museum zur Stadtgeschichte von Chiba. Ist zwar alles nur auf Japanisch, aber mit Übersetzungs-Tools theoretisch kein Problem, sich hier durchzuarbeiten. Für dieses Mal habe ich mir dies jedoch nicht vorgenommen.

Mein Ziel für heute ist es, erst einmal einen grundlegenden Eindruck von Chiba zu bekommen. Und bisher kann ich nur sagen: sehr lokal. Oh, ich sehe gerade eine Schautafel, auf der gezeigt wird, wie viel Land man hier dazugewonnen hat. Die Burg schien somit früher viel näher am Meer gelegen zu haben.

13:15 Uhr: Super, ich sehe gerade, jetzt kann ich doch noch mit der Monorail fahren. Zu meinem nächsten Ziel wäre dies einfach zu weit, zu laufen. Und so wie es aussieht, fahre ich hier von einer Endstation zur anderen Endstation.

Ich bekomme gerade mit, ich bin hier nicht der einzige, der von der Monorail begeistert ist. Ich sehe an den Haltestellen immer wieder Japaner, die ebenfalls die Monorail fotografieren, wenn diese einfährt. Und hinter dem Fahrerhäuschen ist auch ein Gedrängel von denjenigen, die nach vorn hinaussehen möchten.

14:00 Uhr: Ich bin am nächsten Ziel angekommen, dem Chiba Port Tower. Auf dem Weg hierhin ist mir aber an manchen Stellen ganz schön viel Müll aufgefallen. Das kenne ich so in der Form von Japan gar nicht. Scheint aber ein Problem von Hafengebieten weltweit zu sein.

Ist das genial, hier steht wirklich niemand an. Ich komme somit gleich hinauf. Der Eintritt ist auch günstig mit 420 Yen. Und ich sehe gerade eine Übersichtstafel, wo man eine Tower-Challenge absolvieren kann. Muss ich später mal schauen, welche ich davon schon abgehakt habe.

Und los geht es hinauf auf 113 Meter. Der Tower wirkt im Übrigen von außen wirklich sehr schmal. Und ich sehe auch, dass die Plattform im Verhältnis zu anderen sehr klein ist. Aber man hat einen schönen Überblick über das gesamte Hafengelände.

Ich hatte ja vorhin im Museum gesehen, wie viel Land man hier hinzugewonnen hat. Und so wie es aussieht, macht man damit weiter. Vor mir breitet sich ein riesiges Areal aus, welches wie ein Bergbaugebiet aussieht, aber natürlich eine Fläche ist, auf der ein neues Gebiet entsteht. Sehr beeindruckend.

15:00 Uhr: Ich bin bereits an meinem nächsten Ziel angekommen, einem japanischen Garten. Der befindet sich im Gebiet Makuhari in Chiba. Ich habe gleich mal recherchiert, warum dieser sich hier befindet, und dabei ein paar interessante Infos herausgefunden.

Das gesamte Viertel ist nicht einmal 40 Jahre alt. Ich befinde mich hier auf einer komplett neu aufgeschütteten Landmasse. Das Gebiet wurde entwickelt, um neue Bürokomplexe und Messehallen zu bauen. Zudem höre ich hier gerade Fanchöre aus einem Stadion.

Der japanische Garten wurde erst 1992 angelegt. Er gehört in der Zwischenzeit zu den Anlagen, die immer wieder in der Topliste von japanischen Gärten erwähnt werden. Und ich kann nur sagen: Das Teil ist wirklich schick, aber vor allem extrem ruhig und vermittelt einen sehr harmonischen Eindruck.

Macht Spaß, hier durchzulaufen, zumal ich auch hier der einzige Ausländer bin. Im Übrigen war der Eintrittspreis mit 100 Yen extrem günstig. Und wenn ich hier so den Gärtner beobachte, wie er die Anlage pflegt, denke ich mir auch: So was für ein geiler Job.

OMG, der Park neben dem japanischen Garten ist aber auch richtig schick. Hier sind gerade viele Familien und verbringen Zeit mit ihren Kindern. Ein Pavillon erinnerte mich sofort an den Strohhut von Luffy aus One Piece. Na gut, ein paar kleine Abweichungen gibt es.

Aber was ich richtig interessant finde, ist die riesige Flower-Clock. Und so wie ich es sehe, geht diese auch wirklich. Die Kinder scheinen auf dieser ihren Spaß zu haben. Mehrere rennen den Hügel hinauf, und schauen von der Oberseite der Uhr hinab.

16:15 Uhr: Ich bin gerade an meinem letzten Punkt auf meiner Tour durch Chiba angekommen. Hier gibt es eine weitere kostenfreie Aussichtsplattform, das I-Link Town Observation Deck, die ich mir jetzt ansehen möchte. Na mal schauen, wo der Eingang von dieser ist.

Jetzt war ich aber wirklich gerade „Lost“. Ich glaube, ich habe soeben jeden Eingang getestet, ob ich über diesen irgendwie auf die Plattform hinaufkomme. Das ist aber auch ein verwinkeltes Areal hier, wenn man nicht weiß, wo man hin muss. Auch die Übersichtspläne haben mir nur rudimentär geholfen.

Aber alles kein Thema, ich habe mich durchgekämpft. Jetzt bin ich oben angekommen und kann den Blick zum Skytree genießen. Sieht wirklich schick aus, aber vor allem hier oben ist nichts los. Ich lese auch gerade, dass von dieser Plattform die bekannten Fotos von Tokyo geschossen werden, bei denen man den Skytree vor dem Mount Fuji sieht. Sehr interessant.

Leider ist das Wetter aber heute diesig, sodass ich den Mount Fuji nicht zu Gesicht bekomme. Kenne ich ja schon genügend, und ist auch keine Seltenheit. Der sonstige Ausblick war die Suche nach der Plattform aber auf jeden Fall wert.

17:15 Uhr: So langsam bekomme ich wirklich Hunger. Bis auf eine Kleinigkeit zwischendurch gab es bisher noch keinen Grund, etwas zu essen. Aber jetzt meldet sich mein Magen. Aber was soll ich bloß essen?

Hmm, mal überlegen. Curry hatte ich schon, Gyodon auch schon, dann wäre doch Tonkatsu heute die beste Entscheidung. Wunderbar, hier um die Ecke gibt es gleich ein Restaurant. Dann mal rein und bestellen. Whoa, was für eine Auswahl. Aber ich werde das hier nehmen. Yummy, yummy.

Ich mache jetzt wieder zurück in Richtung Hotel, will aber noch einen Abstecher am Takanawa Gateway City einlegen. Dort werde ich noch ein paar Aufnahmen im Dunkeln machen.

Ich bin angekommen und hier ist wirklich nicht allzu viel los. Aber die Kulisse sieht richtig schön aus. Dann werde ich mal den Nachtmodus von meiner Handykamera ausprobieren. Was, ich kann damit zehnfach Zoom machen? Oh man, ich glaube, ich habe gerade ein neues Spielzeug gefunden. Ich bin begeistert.


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