Japan – Tokio, Kyoto, Nara & Yokohama – Mai 2026

  1. 29.04.2026 – Tokio: Ankunft und erste Highlights
  2. 30.04.2026 – Tokio: Tokaido Street, Oimachi Tracks & Kawasaki
  3. 01.05.2026 – Tokio: Sushimaker, Marsmission & Izakaya-Meeting
  4. 02.05.2026 – Chiba: Geschichte, Monorail und Aussichten
  5. 03.05.2026 – Narita: Omotesando’s, Tempel’s & Aal
  6. 04.05.2026 – Tokio: Open Air Museum, Soba-Tempel und Shinjuku
  7. 05.05.2026 – Tokio: Rainbow Brigde, Shibuya, Abend-City-Walk
  8. 06.05.2026: Kamakura: Tempel, Bergpfade und das Meer
  9. 07.05.2026 – Auf nach Kyoto
  10. 08.05.2026 – Kyoto: Washi Papier, Nishiki-Markt und Gion Viertel
  11. 09.05.2026 – Kyoto: Berge, Tempel, Schreine
  12. 10.05.2026 – Kyoto: Tengu, Japanische Gärten & Parkanlagen
  13. 11.05.2026 – Nara & Kyoto: Rehe, Aussichten & Gion
  14. 12.05.2026 – Kyoto: Steingärten, Schreine und die Burg des Shogun
  15. 13.05.2026 – Kyoto: Kaiserpalast, Tonkatsu, Nintendo-Museum
  16. 14.05.2026 – Kyoto: Pagoden, Drachen, Taiko
  17. 15.05.2026 – Kyoto: Rakan’s, Filmstars, Tempel
  18. 16.05.2026 – Auf nach Yokohama
  19. 17.05.2026 – Hakone: Schwefel, Fuji und das Triforce
  20. 18.05.2026 – Yokohama: Edo, Kolonialviertel & Chinatown
  21. 19.05.2026 – Yokohama: Aussichten, Sightseeing, Erkenntnisse
  22. 20.05.2026 – Bye Bye Japan

29.04.2026 – Tokio: Ankunft und erste Highlights

08:45 Uhr: Erneut glücklich gelandet. Diese Reise ist die 11. nach Japan. Hmm, Schnapszahl, oder sagt man hier Sakezahl? Jetzt aber erst einmal raus aus dem Flieger und dann zum Check-in. Das Wetter ist aktuell bewölkt, aber angenehme 17 Grad.

Das ist doch schon wieder geil. Hier wird man gleich vom netten Personal darauf hingewiesen, wo man hin muss. In der Zwischenzeit scheint man hier auch Terminals zu installieren, auf denen die Wartezeit bei der Einreise angezeigt werden soll.

Hmm, scheinbar sind die Displays bislang nicht im Betrieb. Ich muss nämlich jetzt ganz schön warten. Hier stehen viel mehr an als beim letzten Mal. Und Italienisch höre ich auch. Die sind hier scheinbar gleich mit der Großfamilie angerückt. 🤣

Ging doch alles schneller als gedacht. Ich bin schon durch. Na dann „Willkommen in Japan“. Jetzt erst einmal die nächste Aufgabe erledigen: Tickets kaufen für den Shinkansen. Super, hier steht niemand an, dann mal rein.

Eigentlich wollte ich ja heute mit dem Bus zum Hotel fahren. Aber ich erfahre gerade, dass dieser erst um 13 Uhr fährt. Ich hätte jetzt umsteigen müssen, und darauf habe ich nun gar keine Lust.

Zum Glück gibt es hier aber eine direkte Verbindung vom Flughafen zu meinem Zielbahnhof Shinagawa. Und ich sehe gerade, mit dem Narita Express bin ich bisher auch noch nie gefahren. Jetzt noch Tickets am Automaten holen. Fertig.

09:45 Uhr: Ich bin wirklich erstaunt. Vom Aussteigen aus dem Flieger bis jetzt ist gerade mal eine Stunde vergangen. Ich bin durch die Kontrolle durch, habe meine Shinkansen-Tickets gekauft, ein Getränk vom Automaten gezogen und bin auf dem Weg zu meinem Hotel. Echt verrückt, wie schnell das alles ging.

Jetzt werde ich erst einmal die Fahrt genießen und dann mal schauen, wie ich vom Bahnhof zum Hotel komme. Meine Pasmo-Karte muss ich auch noch aufladen, da ich mit dieser gerade die Tickets für den Narita Express in Höhe von 3.300 Yen bezahlt habe.

11:30 Uhr: Endlich in Shinagawa angekommen. Jetzt muss ich noch zum Hotel. Hier ist schon wieder viel los. Aber das ist ja normal.

Wow, die Hotelanlage ist wirklich riesig. Das scheinen hier gleich mehrere Hotels von derselben Hotelgruppe zu sein. Alleine hier befinden sich drei Towers mit drei verschiedenen Rezeptionen.

Mein Koffer habe ich jetzt abgegeben. Einchecken kann ich erst in 3 Stunden. Dann werde ich in der Zwischenzeit schon mal die Gegend etwas erkunden. Hier bei dem Hotel soll nämlich noch ein kleiner japanischer Garten sein.

Schon gefunden. Aber was mich wirklich überrascht: Hier stehen weitere drei bis vier Gebäude von diesem Hotelkomplex. Das ist alles so ineinander verschachtelt, da muss man sich erst einmal zurechtfinden.

Da ich wirklich noch Zeit habe, mache ich mich jetzt mal auf zu dem ersten Tempel, dem Koyasan Tokyo Betsuin. Dieser Tempel ist die offizielle Zweigstelle (Betsuin) des Kongobuji-Tempels in Wakayama, des Haupttempels des Shingon-Buddhismus. Aber das nur mal am Rand.

Interessant finde ich dagegen, dass der Tempel die erste Station der „88 Tempel von Gofunai“ist, der Tokyoter Version der berühmten Shikoku-Pilgerroute. Ich wusste gar nicht, dass es davon auch eine Tokio-Variante gibt.

Weiter geht es zum nächsten Tempel, dem Sengaku-ji. Bei diesem bin ich schon einmal 2015 gewesen. Was mich damals bereits sehr beeindruckt hatte, war die Geschichte der 47 Ronin, die ich hier erstmalig hörte.

Interessant bei dem Tempel ist, dass das Haupttor und der Friedhof mit den Gräbern der 47 Ronin noch original sind. Sie sind somit über 300 Jahre alt. Und dieses Mal bekomme ich sogar Räucherstäbchen für 300 Yen am Eingang, die ich auf die Gräber als Ehrbezeugung verteilen darf. Mit jedem Stäbchen, welches ich ablegte, machte ich quasi auch eine Verbeugung vor dem Grab. Clever.

Hier aber mal die Geschichte der 47 Ronin: Im März 1701 verletzte Fürst Asano Naganori den Zeremonienmeister Kira Yoshinaka im Shōgun-Palast, nachdem dieser ihn provoziert hatte. Da Waffengebrauch im Palast strengstens verboten war, wurde Asano zum Seppuku (ritueller Selbstmord) verurteilt. Seine Samurai wurden dadurch herrenlos und zu Rōnin.

Am 14. Dezember 1702, nach anderthalb Jahren sorgfältiger Planung, überfiel die Gruppe von 47 Rōnin unter Führung von Ōishi Kuranosuke Kiras Residenz, töteten ihn und brachten seinen Kopf zum Grab ihres Herrn hier im Sengaku-ji. Der Shōgun erkannte ihre Loyalität an und gewährte ihnen einen ehrenvollen Tod durch Seppuku statt einer Hinrichtung als Kriminelle.

Heute ist im Übrigen ein Feiertag in Japan, der Geburtstag des Kaisers Hirohito. Ich habe natürlich gleich mal nachgefragt, warum gerade dieser Kaiser einen Feiertag erhalten hat, und dabei das erfahren.

Kaiser Hirohito, posthum als Shōwa-tennō bezeichnet, regierte Japan von 1926 bis 1989 und war damit der am längsten regierende Monarch in der japanischen Geschichte mit einer Amtszeit von 62 Jahren. Er war der berühmte Kaiser, der die erste Ansprache bei der Kapitulation von Japan im Zweiten Weltkrieg an sein Volk hielt, wodurch diese erstmalig die Stimme eines Kaisers überhaupt zu hören bekamen.

13:30 Uhr: Auf geht es zum nächsten Spot für heute, dem MoN-Komplex, einem Gebäude beim Takanawa Gateway City mit einem großen Dachgarten. Das Teil wurde erst vor rund einem Monat eröffnet. Dann mal rein und hinauf. 

Wow, das Teil sieht schon wirklich sehr beeindruckend aus. Und von hier oben hat man einen schönen Blick auf die vorbeirauschenden Züge, inklusive des Shinkansen. Zudem gibt es hier ein Fußbad. Das probiere ich vielleicht die Tage noch mal aus. 

14:15 Uhr: Ich bekomme gerade mit, wie die Müdigkeit durchkommt. Auch das ist ein Punkt, der immer am Tag der Anreise auftritt. Die Zeitverschiebung ist doch schon heftig und der Körper muss erst einmal in der neuen Zeitzone ankommen.

Trotzdem kann ich nur sagen, dass dieser Gebäudekomplex des Takanawa Gateway City wirklich beeindruckend ist. Jetzt, da alle vier Gebäudeteile geöffnet haben, wirkt das Ganze noch mal auf einem ganz anderen Level. Aber zu 100% ist man immer noch nicht fertig, denn es wird an den Rändern noch gebaut.

16:00 Uhr: Endlich eingecheckt. Geduscht und ausgepackt habe ich auch schon. Wurde auch Zeit. Denn bei solchen Reisen habe ich schnell mal die Klamotten 24 Stunden an. Und da ich am Anfang immer etwas mehr im Rucksack mitnehme, ist der entsprechend schwerer, als wenn ich meine Tagestouren mache.

Die erste kleine Herausforderung hatte ich auch schon. Ich habe bei meiner Toilette die Spülung gesucht. Normalerweise befindet diese sich irgendwo an der Toilette, in Form eines Knopfes oder eines Hebels. KI hat mir weitergeholfen und gemeint, ich solle mal diesen metallenen Verschluss drücken. Ging zwar etwas schwer, aber es ist tatsächlich die Spülung gewesen. 😂

Ich mache jetzt auch los zur letzten kleinen Tour für heute. Ich will noch etwas laufen, die Gegend erkunden und bei meinem Lieblings-Curry-Restaurant „Coco Ichibanya“ etwas essen. Die nächst gut bewertete Filiale ist nur 25 Minuten zu Fuß entfernt.

In Japan ist es im Übrigen überhaupt nicht gerne gesehen, wenn man im Gehen ist. Man setzt sich dazu irgendwo hin. In Deutschland hätte man damit erst einmal ein Problem, da man eine Sitzmöglichkeit suchen müsste. Hier in Japan gibt es diese gefühlt an jeder Ecke, wie diese hier, die ich einfach mal vor einem Hochhaus entdeckt habe.

Ich bin bei meiner Lieblings-Curry-Ladenkette angekommen. Normalerweise hätte ich erwartet, dass dieser komplett überfüllt ist. Warum? Es ist goldene Woche (Golden Week) in Japan, und da in dieser Woche sehr viele Japaner frei haben sollten die Geschäfte auch überlaufen sein. Davon bekomme ich bisher aber nichts mit.

Jetzt aber erst einmal ein leckeres Curry bestellen. Alles klar, Bestellung läuft hier über QR-Code. Läuft doch alles wie geschmiert. Curry ist auch schon angekommen. Sehr lecker. Und was? Nur 7 Euro? Der aktuelle Wechselkurs spielt mir eindeutig in die Karten. Den Preis hatte ich gerade auf dem Kartenterminal gesehen. Auf diesem kann man nämlich auswählen, ob man in Yen oder Euro bezahlen möchte.

Jetzt geht’s zurück ins Hotel. Mein Körper spielt gerade wirklich verrückt. Einmal ist der Putz munter und in der nächsten Minute könnte er sofort schlafen. Ganz klar ein Zeichen von totaler Übermüdung. Kennt man ja von kleinen Kindern. 😂

Aber zuvor habe ich noch diese kleine Ecke hier entdeckt. Zahlreiche Stufen, also das perfekte Waden-Training. In meinem aktuellen Zustand muss ich das wirklich langsam angehen. Oha, super, hier gibt es eine Querverbindung zu meinem Hotel. Wow, schon da. Das ging schneller als hinzu.

30.04.2026 – Tokio: Tokaido Street, Oimachi Tracks & Kawasaki

08:00 Uhr: Good morning Tokio. Die erste Nacht nach der Landung ist immer am heftigsten. Gestern bin ich bereits um 20 Uhr ins Bett gegangen und war dann um Mitternacht noch mal drei Stunden putzmunter. Jetzt um 8 Uhr könnte ich zwar immer noch weiterschlafen, aber ich muss raus. Ansonsten wird es heute nichts mehr. 😂

Deswegen erst einmal wieder in die tägliche Routine hineinkommen. Also Aussicht genießen, Kaffee trinken, Frühsport machen, aber vor allem munter werden. Kurzer Check am Rechner und kurzer Wetter-Check. Dann geht’s los.

09:30 Uhr: Mein erstes Ziel für heute ist es, ein Stück der alten Tōkaidō-Straße abzulaufen. Das war früher eine der Routen durch Japan, die nach Edo, dem heutigen Tokio, führten. Entlang dieser wurden dann später auch die ersten Zuglinien gebaut.

Apropos Züge: Ich habe gerade diese Ecke in Tokio entdeckt. Wow, hier rauschen wirklich Züge überall vorbei. Die Arbeiter scheinen hier auch nur gefühlt im Minutentakt arbeiten zu können, da sie ihre Arbeiten immer wieder unterbrechen müssen, wenn ein Zug kommt.

Wenn man denkt, da geht nichts mehr, kommt irgendwo eine Toilette her. Ich befinde mich nämlich gerade an meinem Startpunkt der Tōkaidō-Straße. Und dachte mir so: „Eine Toilette wäre jetzt super.“ Und siehe da, direkt an den Bahngleisen befindet sich eine.

Das tat gut. Und jetzt geht es los zu meiner Erkundungstour. Die Strecke ist rund 5 km lang. Aber da ich links und rechts abzweigen möchte, wird es wahrscheinlich etwas länger als nur eine Stunde dauern.

Ich lasse mich gerade von Google hier auch mal durch die Gassen führen, die links und rechts von der Tōkaidō-Straße liegen. Was mir auf der Straße aber bereits aufgefallen ist: Die Strommasten scheinen hier neu installiert worden zu sein. Ich kann mich daran erinnern, dass 2015, bei meinem ersten Besuch, diese noch etwas sporadischer verlegt aussahen.

Oh, gerade ein kleines Highlight von diesem Viertel entdeckt. Diesen alten Brunnen soll es hier früher überall gegeben haben. Das war jetzt wirklich Glück, dass ich über einen gestolpert bin. Wenn man nicht weiß, wonach man Ausschau halten muss, sieht man diese eigentlich nicht mehr.

Auf geht es zum ersten Abzweig. Hier um die Ecke befindet sich der Shinagawa Shrein. Der Schrein ist einer der zehn Tokyo-Jissha-Schreine, die von Kaiser Meiji als Ring um den Kaiserpalast bestimmt wurden, und ein Symbol der neuen Ära waren.

Ich bin gerade begeistert von diesem Steintorii. Wow, die Drachenverzierungen sehen schon sehr beeindruckend aus. Das Tor wurde 1925 vom Steinmetz Takahashi Yasugorō erschaffen und die beiden Drachen sollen Yin und Yang symbolisieren.

Ich beobachte gerade eine Kindergartengruppe. Diese erkennt man immer an ihren bunten Mützen. Und sehr interessant, wie ihnen beigebracht wird, wie man sich in einem Schrein zu verhalten hat.

Sie stellen sich gerade in einer Zweierreihe vor dem Torii zum Schrein auf. Dann dürfen sich immer zwei davor verbeugen. Anschließend gehen sie durch und die nächsten sind dran. Die Erzieherinnen helfen dabei, das Ritual ordentlich durchzuführen.

In dem Schrein gibt es im Übrigen noch ein weiteres Highlight. Hier befindet sich die höchste Nachbildung des Mount Fuji. Der künstlich aufgeschüttete Hügel ist 15 m hoch. Er besteht aus Original-Lavagestein vom Mount Fuji.

Warum hatte man diesen Hügel hier angelegt? Man wollte damit Japanern in Tokio ermöglichen, auch symbolisch auf den Mount Fuji zu gelangen, in einer Zeit, als die Anreise zum Mount Fuji noch nicht für jeden möglich war. Deswegen sind hier auch die neun Stationen des Aufstieges zum Mount Fuji symbolisch markiert.

Ich habe gerade an einem Schrein eine Infotafel entdeckt. Auf der wurde mir erst mal bewusst, dass es hier auf der Route der Tōkaidō-Straße 100 Spots gibt, die man sich in Ruhe ansehen kann.

Die Straße ist somit für sich alleine schon eine eigene Sehenswürdigkeit. Und wenn man sich die Zeit nimmt und sich zu den einzelnen Spots mit KI etwas erzählen lässt, reist man hier wirklich in der Geschichte zurück.

Whoa, was ist das? Ein 24-Stunden-Wäscheservice? Muss ich gleich mal recherchieren. Interessant, dabei handelt es sich wirklich um eine kleine Kette hier in Shinagawa. Ihr Name ist New Perry, also neues Paris. Sie wurde 1966 gegründet.

Das Besondere an ihr soll sein: Sie reinigt in kleinen Chargen. Man kann seine Sachen in den Automatenschränken rund um die Uhr abgeben und, sobald sie gereinigt sind, auch wieder rund um die Uhr abholen.

Wow, ich bin wirklich gerade begeistert davon, wie viele kleine Mini-Parks mit Sitzgelegenheiten und öffentlichen Toiletten es hier gibt. Gefühlt aller 100 m hat man hier so etwas.

Ich hatte ja gestern erwähnt, dass es überall ausreichend Sitzmöglichkeiten gibt. Aber hier in dem Viertel scheint das wirklich extrem zu sein. Darauf muss ich die nächsten Tage mal genauer achten, ob das überall so ist oder gerade eine subjektive Wahrnehmung meinerseits.

11:00 Uhr: Ich bin gerade am ältesten Tempel hier in Shinagawa angekommen, dem Honsenji-Tempel. Er wurde um 800 gegründet, also vor über 1.200 Jahren. Das Tempelgelände ist überschaubar. Aber ein kleines historisches Highlight habe ich trotzdem entdeckt.

Der Tempel hat eine große Glocke (Bonshō), die eine verrückte Reise hatte. 1657  wurde sie in Kyoto gegossen, als Erinnerung an die ersten drei Tokugawa-Shogune. 1867 schickte man sie zur Pariser Weltausstellung, wo sie anschließend spurlos verschwand. Später tauchte sie im Park des Ariana-Museums in Genf wieder auf, wo sie 1919 von einem japanischen Studenten identifiziert wurde. Erst 1930 kam sie wieder zurück nach Japan.

Und gerade ein weiteres Highlight entdeckt und etwas Neues erfahren. Die Breite der Tōkaidō-Straße entspricht heute immer noch der Originalbreite, wie sie in der Edo-Zeit war.

An der Straße gab es 53 offiziell anerkannte Poststationen, an denen man früher übernachten und seine Vorräte auffüllen konnte. Die Zahl 53 basiert auf den 53 buddhistischen Heiligen, die der buddhistische Schüler Sudhana auf seiner Suche nach Erleuchtung besuchte. Heute findet man in Shinagawa 53 Steinsäulen, welche diese Poststationen symbolisieren.

Whoa, Geschichte pur. Ich habe gerade eine Statue von Sakamoto Ryōma entdeckt. In Deutschland ist dieser nahezu unbekannt und erstmalig bin ich auf ihn in Nagasaki gestoßen. Er ist in Japan jedoch eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, da er maßgeblich an der Gründung der modernen japanischen Nation beteiligt war.

Die Statue steht hier, weil 1853 ein Brief gefunden wurde, in dem beschrieben wird, dass Ryōma die Hamakawa-Batterie (Geschützstellung) hier an dieser Stelle in Shinagawa bewachte. 1853 war das Jahr, als Commodore Perry mit seinen „schwarzen Schiffen“ nach Japan kam und das Land zwang, sich zu öffnen.

12:15 Uhr: Ich bin endlich an meinem Ziel angekommen, der Suzugamori-Hinrichtungsstätte. Diese war eine der zwei Hinrichtungsstätten der Shogun-Zeit. Sie befand sich bewusst am Eingang von Edo, um alle darauf hinzuweisen, was passiert, wenn man die Regeln bricht.

Über 100.000 Menschen sollen hier getötet worden sein, der erste 1651 und der letzte 1871. Ursprünglich lag die Stelle direkt am Meer, aber aufgrund von Landgewinnung hat man jetzt das Gefühl, sie befindet sich mitten in der Stadt.

Ich starte jetzt zu meinem nächsten Ziel, dem „OIMACHI TRACKS“. Das ist ein neu eröffneter Gebäudekomplex, der sehr modern gestaltet ist und viel Grün besitzen soll.

Oh, ich sehe gerade, Google navigiert mich hier wirklich auf einer interessanten Route. Anstatt an den Hauptstraßen entlangzugehen, werde ich hier durch kleine Parkanlagen geführt. Sehr nice.

13:15 Uhr: Ich bekomme gerade mit, wie langsam der Hunger durchkommt. Und da ich bereits am Ziel angekommen bin, werde ich doch gleich eine weitere Kette auf meiner To-do-Liste abhaken. Yoshinoya heißt diese und sie ist für ihr Gyudon bekannt.

Das erste Restaurant wurde 1899 in Nihonbashi (Tokio) eröffnet. Und der Gründer soll auch der Erfinder von Gyudon sein. Das Motto der Kette ist im übrigen: „Lecker, günstig und schnell“. Und schnell ging das wirklich. Denn ich hatte noch gar nicht richtig bezahlt, da war das Essen schon da. Yummy, yummy.

So, jetzt bin ich aber erst einmal gestärkt und es kann weitergehen. Ich habe zwischendurch mal ein bisschen recherchiert, was es mit dem neuen Gebäudekomplex überhaupt auf sich hat. Und dabei erfahren, dass der Name Tracks eine Bedeutung hat. Das Ganze ist Teil eines Gesamtprojektes von JR East. Von hier aus hat man einen Ausblick auf das Yamanote-Line-Zugdepot und  dessen Gleisanlagen.

Zudem ist der Komplex im Gegensatz zu dem Takanawa Gateway City, in dem ich gestern war, urbaner angelegt. Das bekommt man hier auch sofort mit, da hier viel mehr Japaner unterwegs sind und es richtig viele interessante Cafés und Restaurants gibt. Das Ganze wirkt wirklich sehr gemütlich mit viel Grün.

Whoa, man bemüht sich hier wirklich, das Ganze in einem schicken Zustand zu halten. Ich beobachte gerade die Gärtner, wie sie hier die vertrockneten Blüten abpflücken. Bei dem ganzen Grün, was ich hier sehe, ist das ein 365-Tage-Job.

Ich schlendere gerade noch etwas umher. Aber ich kann jetzt schon sagen: Das Teil gehört auf meine Favoritenliste. Macht wirklich Spaß, hier auf den geschwungenen Pfaden entlangzulaufen und die verschiedenen Ebenen zu erkunden.

14:00 Uhr: Ich habe noch etwas Zeit und die Wetteraussichten sind doch besser als erwartet. Eigentlich sollte es jetzt schon regnen, aber das scheint sich aktuell um ein paar Stunden nach hinten verschoben zu haben. Hmm, was mache ich jetzt?

Google Maps und meinen Markierungen sei Dank. Hier um die Ecke ist ein weiterer Spot, den ich mir ansehen wollte. Dieser liegt in Kawasaki, gefühlt am Stadtrand von Tokio, aber eigentlich noch mitten in der City. Dann mal los.

Wow, ich bin hier gerade durch eine unterirdische Passage gelaufen, die mich an die erinnerte, welche ich letztes Jahr in Kobe entdeckt hatte. Hier ging es gefühlt mehrere Etagen in die Tiefe.

Aber ich bin auch schon an meinem ersten Spot angekommen, natürlich auf einer Aussichtsplattform. Diese befindet sich in dem lokalen Rathaus und ist natürlich kostenfrei. Geöffnet hat sie auch. Dann mal hinauf und die Aussicht genießen. Whoa, sehr schön.

Und weiter geht’s zum nächsten Ziel. Mal kurz schauen. Oh, rund 40 Minuten zu Fuß entfernt. Hmm, dann nehme ich wohl lieber den Bus. Ich bin schließlich seit letztem Jahr geübt darin, wie man hier mit dem Bus von A nach B kommt.

Das war genau die richtige Entscheidung. Ich möchte nämlich jetzt hier noch einen chinesischen Garten besuchen. Und der hat nur bis 16 Uhr geöffnet. Wenn ich gelaufen wäre, wäre ich zu spät da gewesen. Klein und überschaubar, sage ich dazu nur. Aber kostenfrei, und heute gibt es hier sogar ein Cosplay-Fotoshooting. 😂

15:15 Uhr: Irgendwie bin ich gerade happy, dass ich diesen kleinen Abstecher hierher gemacht habe. Ich bin hier gefühlt gerade der einzige Ausländer, der unterwegs ist. Aber ich bekomme auch mit, dass die Japaner nicht mehr so offen gegenüber Ausländern sind wie noch vor 10 Jahren. Da ändert sich gerade einiges.

Jetzt aber erst einmal weiter zum nächsten Tempel, dem Heiken-ji. Der Tempel soll einer der bekanntesten zum Schutz vor Unglück und zur Abwehr böser Geister sein. An den ersten drei Januar-Tagen sollen bis zu 3 Millionen Menschen hierher kommen.

Ich bin gerade über die kleine Omotesando geschlendert, die sich vor Tempeln befinden und traditionell zum Schrein führen. Die meisten dieser Straßen sind gesäumt mit Geschäften und bekannt für ihre kleinen Läden, in denen man Souvenirs, Glücksbringer oder Essen kaufen kann.

Da der Tempel aber scheinbar gerade schließt, ist hier auch nicht mehr viel los. Aber einer der Ladenbesitzer hat mich so gut mit seinen Snacks verkostigt, dass ich mich erbarmen ließ und eine Tüte Kekse bei ihm kaufte. Waren nur 600 Yen, also rund 3,50 €.

16:00 Uhr: Mir qualmen gerade die Füße. Und allmählich bekomme ich auch mit, dass ich etwas müde werde. Dann werde ich mal gemütlich ins Hotel zurückmachen und, wenn es mich heute Abend doch noch mal aufrafft, eine kleine Runde gehen.

Ursprünglich wollte ich die Aussichtsplattform hier in Kawasaki noch mal bei Dunkelheit besichtigen, aber das schiebe ich auf einen der nächsten Tage. Jetzt weiß ich ja, wie ich schnell hierherkomme und wo sie sich befindet. Das ist echt eine schnelle Verbindung von meiner Unterkunft bis hierhin.

01.05.2026 – Tokio: Sushimaker, Marsmission & Izakaya-Meeting

09:00 Uhr: Da habe ich doch genau den richtigen Tag herausgesucht. Es regnet in Strömen, aber ich mache mich jetzt auf zu meinem Event, welches drinnen stattfindet.

Das nenne ich schon wieder einen Service. Ich bin gerade an der Rezeption von meinem Hotel vorbeigekommen und habe gleich einen Regenschirm erhalten. Da kann ich meinen in der Tasche lassen.

Auch wenn ich jetzt 30 Minuten unterwegs bin, ist das Event gefühlt um die Ecke. Ich kann mir deswegen Zeit lassen, da dieses auch erst um 10 Uhr losgeht. Ich gehe aber davon aus, dass ich auch schon eher in die Räumlichkeiten komme.

Super, ich bin schon angekommen und erfahre auch gerade, dass ich heute der einzige Teilnehmer bin. Na dann wird das doch heute ein gemütlicher Austausch werden. Ich freue mich darauf.

Von diesem Event habe ich im Übrigen über mein Businessnetzwerk erfahren. Und natürlich war ich erfreut darüber, dass es so etwas wieder in Tokio gibt. Bei meinem zweiten Besuch 2015 nahm ich an einem ähnlichen Event teil. Doch heute lerne ich mal wirklich, wie man Sushi und Ramen zubereitet.

Wow, alles ist schon vorbereitet und wir können gleich starten. Zuerst erhalte ich eine Übersicht dazu, was wir heute eigentlich machen. Aber am meisten freue ich mich natürlich darüber, dass ich dieses Event auch alleine durchführen konnte. So etwas ist nicht immer üblich. Die meisten Events dieser Art haben eine Mindestteilnehmeranzahl.

Risa-san und Junka-san sind heute meine beiden Chefköchinnen, die mich anleiten werden. Das Event wird insgesamt drei Stunden dauern. Aber zuerst einmal müssen wir den Sud für das Ramen ansetzen. Ich darf gleich an den Kochtopf und alle Zutaten einwerfen, die natürlich schon perfekt vorbereitet sind. Whoa, ich hätte nicht gedacht, dass dies nur so wenig sind.

Weiter geht’s mit Sushi. Oder, Moment mal, jetzt gibt es erst einmal einen Quiz. Da kommt mir doch die Sushi-Folge gelegen, die ich vor Kurzem in meinem Lieblingsgeschichtspodcast gehört habe. Ich arbeite mich wirklich gut durch die Fragen durch. Whoa, nur bei zweien von 11 lag ich daneben. Gute Quote.

Jetzt erfahre ich aber endlich, wie man Sushi zubereitet. Interessant, hier sind wirklich ein paar neue Infos dabei, die ich noch nicht gewusst habe. Und jetzt wird mir auch klar, was die Sushi-Meister hinter der Theke so anstellen. Also die grundlegenden Bewegungen kenne ich jetzt, um Nigiri zu machen. Upgrade Nummer 1.

Worüber ich aber wirklich überrascht bin, ist, dass man das Ganze mit einem Plastik-Sushi übt, welches man im 100-Yen-Shop erhält. Bei diesen kann man den Fisch vom Reis entfernen und so trainieren, wo was hinkommt. Hmmm, vielleicht sollte ich so etwas mitbringen, damit wir auch daheim üben können?

Okay, mein erstes Sushi habe ich zubereitet und probiert. Da ist noch Luft nach oben, und zwar jede Menge. Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Jetzt werden wir aber erst einmal das Schweinefleisch in der Soße vakuumieren. Da erfahre ich doch gleich einen nächsten Koch-Hack, wie man dies auch ohne Vakuumierer hinbekommt. Wieder was gelernt. Upgrade Nummer 2.

Das Schweinefleisch lassen wir jetzt erst einmal schön im Saft ziehen. Ich darf mich jetzt an meine nächsten Nigiris heranmachen. Wie war das noch mal? Ich muss kurz überlegen, was die einzelnen Schritte waren. Alles klar, ich habe sie wieder beisammen. Kann losgehen.

Macht Spaß, sich mit den beiden zu unterhalten und nebenbei Nigiris zu formen. Ich muss immer nur daran denken, mir auch die Hände zwischendurch nasszumachen, da ansonsten der Reis an diesen kleben bleibt. Et voilà, geschafft, mein Sushi ist fertig. Jetzt geht’s ans Essen.

Eigentlich bin ich schon gut gesättigt, aber das Ramen steht noch auf dem Programm. Wir bereiten jetzt fix noch die Soße vor und ergänzen die mit dem Sud. Fleisch muss auch noch geschnitten werden. Und während Junka-san alles am Tisch vorbereitet, darf ich mit Risa-san die Nudeln vorbereiten.

Jetzt noch fix anrichten. Der Kreation wird mir dabei freier Lauf gelassen. Und ich frage gleich mal nach, wie man die Eier mit dieser leicht bräunlichen Schicht hinbekommt. Okay, Soja ist die Antwort. Clever. Upgrade Nummer 3.

Wow, das war wirklich ein schönes Event. Jede Menge gelernt, aber vor allem weiß ich jetzt, dass Ramen selbst zuzubereiten richtig einfach ist. Auch Nigiris sollten jetzt schnell machbar sein.

Richtig nett, alle bringen mich noch bis hinunter und wollen mir sogar dabei helfen, zurück zur U-Bahn-Station zu finden. Das bin ich von Japanern in der Zwischenzeit gewohnt. Sie scheinen wirklich besorgt zu sein, dass man auch wirklich zurückfindet 😂.

13:15 Uhr: Da ich mich erst später am Abend noch mal mit dem Betreiber von dem Koch-Event treffen werde, habe ich noch etwas Zeit, die ich bis dahin herumbringen darf. Hmm, was machen? Ich bin etwas unentschlossen.

Okay, ich habe mich entschieden. Die Wolken sollen in einer Stunde aufreißen. Deswegen werde ich die Aussichtsplattform im Fuji-Television-Headquarters “HACHITAMA” besuchen. Da war ich 2015 schon einmal und möchte mir diese noch einmal ansehen. Dann mal los, sind nur ein paar Stationen entfernt.

13:45 Uhr: Bin schon angekommen. Und die Freiheitsstatue winkt mir auch schon zu. Wenn man gerade überlegt, was das Land, in dem das Original steht, gerade für Herausforderungen hat, dann haben diese das Teil wirklich nötiger denn je.

Hmm, ich bin gerade etwas verwirrt. Normalerweise sollte sich hier irgendwo der Ticketcounter für die Aussichtsplattform befinden. Aber ich lese etwas von einer Mars-Experience. Da muss ich mal nachfragen.

Alles klar, das ist ein Event, das auf der Aussichtsplattform stattfindet. Wenn man somit auf die Plattform hinauf möchte, muss man sich ein Ticket für das Event organisieren. Was solls, sieht interessant aus, und nehme ich einfach mal mit.

Wow, hier gibt es viele Regeln zu beachten. Das scheint etwas Größeres zu sein. Ich verstehe auch langsam, dass dies eine VR-Experience ist. Jetzt bin ich aber wirklich gespannt, was mich hier erwartet.

Okay, man bekommt hier wirklich eine VR-Brille aufgesetzt. Aber erst einmal darf ich mich für die Marsmission mit einem Zugangscode registrieren und mein Gesicht scannen, sprich fotografieren.

Jetzt teilt man gerade die VR-Brillen aus und gibt uns noch eine kurze Instruktion. Da kommt es mir doch zugute, dass das nicht das erste Mal ist, dass ich ein solches Teil aufhabe.

Wow, jetzt hat man mich aber wirklich beeindruckt. Das hat hier eine ganz andere Qualität, als ich dies bisher gewohnt war. Ich habe wirklich einen virtuellen Astronautenanzug an. Aber vor allem sehe ich auch die anderen Mitreisenden.

So langsam begreife ich, warum es die ganzen Sicherheitshinweise gab. Wir fliegen hier gerade ins Weltall und es gibt keine wirklichen Haltegriffe. Für Menschen mit Höhenangst würde ich das nicht empfehlen. Ich finde es aber geil.

Okay, ich bin auf dem Mars angekommen. Jetzt kann ich hier gemütlich in einem kleinen Areal herumlaufen und sehe dabei auch die anderen Anwesenden in Umrissen und die, die sich auf meiner Ebene befinden, in ihren Anzügen.

Weiter geht es mit einem Rover über die Marsoberfläche. Ich mache unterdessen Schnappschüsse. Die kann ich mir dann wahrscheinlich später über den Code, den ich eingegeben habe, herunterladen.

Whoa, ich lasse mich hier gerade in die Höhe schießen. Das Ganze ohne Geländer, aber zum Glück auch ohne Vibrationen. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich wirklich geschwankt. Richtig krasses Erlebnis. So muss VR sein, in dem man sich in einem festgelegten Areal frei bewegen kann und dabei nicht den anderen Anwesenden reinrammelt.

Haha, ich habe gerade die Selfiefunktion entdeckt. Selbst daran hat man gedacht. Ich glaube, so viele Fotos in so kurzer Zeit habe ich schon lange nicht mehr geschossen. Zudem habe ich hier drin gerade jegliches Zeitgefühl verloren. Ich mache mich mal langsam wieder zurück zur Erde.

Wow, einfach nur wow. Das war wirklich mal ein Paradebeispiel, wie man eine gute VR-Experience gestaltet. Und ich hatte recht: Ich kann mir jetzt alle von mir gemachten Fotos einfach per QR-Code herunterladen.

Da ich ebenfalls gerade auf der Aussichtsplattform bin, kann ich mir das Areal noch mal von außen ansehen. Das ist wirklich überschaubar. Aber für diese kleine Fläche war das Erlebnis in der virtuellen Welt richtig gigantisch.

Jetzt schaue ich mir aber wirklich noch mal die Aussicht von hier oben an. Sieht schon toll aus. Aber vor allem scheint das Wetter jetzt richtig schön zu werden. So langsam habe ich auch einen guten Blick auf die Rainbow Bridge.

Durch die Mars-Experience ist die Aussicht aktuell aber etwas teurer. Aber wie bereits erwähnt hat sich das Teil gelohnt, wenn man darauf steht und keine Höhenangst hat.

15:15 Uhr: Ich fahre jetzt erst einmal zurück ins Hotel. Ich will mich noch etwas ausruhen, bevor ich dann später zu meinem Abendevent fahre. Sind nochmal 45 Minuten bis zurück ins Hotel. Und das natürlich nur, wenn alles reibungslos läuft.

An der ersten Station angekommen. Und jetzt werde ich doch lieber zurücklaufen, anstatt die eine Station zu fahren. Aktuell habe ich einfach zu wenig Schritte auf dem Zähler. Außerdem sind es nur rund 20 Minuten von hier zum Hotel. Dann mal los.

17:00 Uhr: Los geht es jetzt zu meinem Abendtreffen. Die kleine Pause hat wirklich gutgetan und ich konnte zudem etwas Flüssigkeit auftanken. Aber das wirklich Tolle ist gerade, dass die Temperaturen hier auf 20° hochgeschossen sind. Endlich Sommer.

Ups, ich bin wahrscheinlich richtig in die Rushhour geraten. Und eigentlich ist doch „Golden Week“ und es sollte gar nicht so viel los sein. Aber irgendwie spüre ich von dieser überhaupt nichts. Es ist sogar eher so, dass ich das Gefühl habe, es wäre weniger los. Mal schauen, wie das die nächsten Tage wird.

18:00 Uhr: Jetzt geht’s aber erst einmal in die Izakaya-Bar. Hier werde ich gleich einen gemütlichen Abend mit anderen BNI‑Mitgliedern verbringen. Ich bin mal gespannt, was wir zum Essen aufgetischt bekommen. Das ist in diesen Bars immer ein Highlight.

Okay, so wie ich es jetzt richtig verstanden habe, ist ein Mitglied aus der Mongolei, zwei aus Tokyo und der Barbesitzer ist ebenfalls BNI‑Mitglied und war früher in einer Rockband in Kyoto. Schon verrückt, wen man auf solchen Reisen immer kennenlernt.

21:30 Uhr: Wow, was für ein Abend. Und ich bin gerade happy darüber, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich fühle mich ungemein fit. Das wäre mit Alkohol wohl hier etwas ausgeartet. Aber lustig war es auf jeden Fall.

Jetzt werde ich das BNI‑Mitglied aus der Mongolei in Richtung seiner Unterkunft begleiten, sodass er auch dort ankommt. Ich bin gefühlt hier schon bei den anderen BNI-Mitgliedern als Local Guide bekannt. Danach geht’s dann aber auch für mich ins Bett. Reicht für heute.

02.05.2026 – Chiba: Geschichte, Monorail und Aussichten

09:30 Uhr: Los geht’s zu einer neuen Tour. Heute will ich mal die Außenbereiche von Tokio erkunden und fahre dazu in eine weitere größere Stadt. Diese heißt Chiba und gehört ebenfalls zum Großraum Tokio.

Da die Fahrtzeit bis dorthin rund 45 Minuten dauert, kann ich die Zeit in dem Zug gleich nutzen und weiter Japanisch lernen. Meine selbst erstellte App leistet ihr wirklich gute Dienste. Und mithilfe dieser kann ich schon schneller die Schriftzeichen lesen. Aber ich bin weiterhin erst am Anfang. Und das Ganze hat eher Hobbycharakter.

10:45 Uhr: Angekommen, und ich werde jetzt gemütlich alle Spots, die ich mir vorgenommen habe, zu Fuß ablaufen. Mal schauen, wie weit ich komme. Die Temperaturen sind gerade auf fast 30 Grad hochgeschossen. Deswegen heißt es auch: Langsam laufen und viel trinken. 

Die Monorail, die es hier gibt, sieht schon wirklich sehr beeindruckend aus. Aber aktuell weiß ich noch nicht, ob ich diese benötigen werde. Jetzt geht es erst einmal auf zu meinem ersten Ziel, dem Chiba Park.

Oh, das Teil ist wirklich überschaubar. Ein großer See in der Mitte, um den man einmal herumlaufen kann. Und es gibt hier einen zweiten Bereich mit einer abgetretenen Wiese, auf der die Japaner entspannen. 

Die Monorail fährt hier auch an dem Park vorbei. Das ist wahrscheinlich das Highlight, diese zu beobachten. Und natürlich kann man hier auch viele Einheimische beobachten, da es kaum Touristen gibt. Ich hoffe, ich störe nicht mit meiner Anwesenheit. 

Es findet hier auch gerade ein kleines Fest statt mit einem Foodbereich. Ich glaube, ich gönne mir erst einmal einen leckeren, eisgekühlten vietnamesischen Kaffee. Hier gibt es einen kleinen Foodtruck, der so etwas anbietet.

Oh, ich habe gerade noch diesen kleinen Schrein hier entdeckt. Oh man, der wirkt wirklich sehr alt. Da traut man sich gar nicht, in manche Bereiche hineinzugehen. Ich würde mal sagen, ein kleines verstecktes Juwel hier am Rande des Parkes.

Meine Navigation hat gerade richtig zu tun. Aber Google Maps leistet in der Zwischenzeit wirklich sehr gute Dienste. Ich muss mich aber immer mal orientieren, wo ich genau entlang muss. Irgendwo muss hier eine Treppe hinabgehen. Okay, gefunden.

Jetzt verstehe ich auch, warum das hier ein solches Wirrwarr ist. Hier gibt es nicht nur eine Monorail sondern zwei. Die kreuzen sich an dieser Stelle gerade. Sieht schon beeindruckend aus, was man hier hingezimmert hat.

Jetzt aber weiter zum nächsten Ziel und nicht ablenken lassen. Ich habe gerade den Eindruck, ich bin hier im Kabukichō, also dem Nachtviertel von Chiba, gelandet.

Ich sehe viele Nachtklubs, Bars und scheinbar auch Love-Hotels. Das Ganze wirkt jetzt wie ausgestorben, kann mir aber gut vorstellen, dass hier am Abend ordentlich der Bär steppt.

12:00 Uhr: Jetzt wäre ich doch fast an meinem nächsten Ziel, dem Chiba Shrine Myōken Hongū, vorbeigelaufen. Dies ist ein wichtiger Schrein hier in Chiba, der ursprünglich einmal eng mit der Chiba-Familie verbunden war. Das war eine Fürstenfamilie, die hier in der Gegend dabei half, das Kamakura-Shogunat entstehen zu lassen.

Hier mal ein paar Infos zum Chiba Shrine. Der Schrein ist der Gottheit des Nordsterns und des Großen Wagens gewidmet, die hier als Schutzbringer vor Unglück und als Lenker des persönlichen Schicksals verehrt wird. Die vielen Stern‑Motive sollen schon beim Ankommen darauf hindeuten, dass es hier um Orientierung, Richtung und „gutes Karma“ in allen Lebensbereichen geht.

Die Wurzeln des Tempels reichen über 1.000 Jahre zurück: Ursprünglich wurde der Ort als buddhistischer Tempel Myōken‑ji bzw. Kongōju‑ji gegründet, um Myōken als Schutzgottheit der lokalen Kriegerfamilie Chiba zu verehren. Im Mittelalter war der Schrein damit eng an die Machtbasis des Chiba‑Clans gekoppelt, der von hier aus große Teile der Bōsō‑Halbinsel kontrollierte.

Erst in der Meiji‑Zeit wurde der Tempel im Zuge der Trennung von Shintō und Buddhismus offiziell in einen Shintō‑Schrein umgewandelt und die Gottheit als Ame‑no‑Minakanushi in der Gestalt des Nordstern‑Myōken neu benannt.

Weiter geht es zum nächsten historischen Spot, dem ehemaligen Sitz des Chiba-Clans. Und da sehe ich schon die Burg. Diese ist aber ein Nachbau, der 1967 erst wieder errichtet wurde.

Sieht von außen trotzdem schick aus. Und auch der Park, der die Burg umgibt, scheint etwas größer zu sein. Oh, ich sehe gerade, man kann hier kostenfrei rein. Na dann mal los.

Ich finde es ja super, wenn man sich die Gegend von oben ansehen kann. Bei Burgen bekommt man zudem ein Gefühl dafür, dass diese früher nicht nur dazu dienten, sich gegen Feinde zu verteidigen, sondern auch dazu, den Überblick über das eigene Herrschaftsgebiet zu behalten.

Strategisch ist die Burg wirklich clever gewählt gewesen. Man kann von hier aus sehr weit in die Ferne schauen. Und wenn man sich überlegt, dass früher alles viel enger zusammenlag, hatte man einen guten Eindruck davon, was diese Lage bedeutete.

In der Burg befindet sich im Übrigen auch ein Museum zur Stadtgeschichte von Chiba. Ist zwar alles nur auf Japanisch, aber mit Übersetzungs-Tools theoretisch kein Problem, sich hier durchzuarbeiten. Für dieses Mal habe ich mir dies jedoch nicht vorgenommen.

Mein Ziel für heute ist es, erst einmal einen grundlegenden Eindruck von Chiba zu bekommen. Und bisher kann ich nur sagen: sehr lokal. Oh, ich sehe gerade eine Schautafel, auf der gezeigt wird, wie viel Land man hier dazugewonnen hat. Die Burg schien somit früher viel näher am Meer gelegen zu haben.

13:15 Uhr: Super, ich sehe gerade, jetzt kann ich doch noch mit der Monorail fahren. Zu meinem nächsten Ziel wäre dies einfach zu weit, zu laufen. Und so wie es aussieht, fahre ich hier von einer Endstation zur anderen Endstation.

Ich bekomme gerade mit, ich bin hier nicht der einzige, der von der Monorail begeistert ist. Ich sehe an den Haltestellen immer wieder Japaner, die ebenfalls die Monorail fotografieren, wenn diese einfährt. Und hinter dem Fahrerhäuschen ist auch ein Gedrängel von denjenigen, die nach vorn hinaussehen möchten.

14:00 Uhr: Ich bin am nächsten Ziel angekommen, dem Chiba Port Tower. Auf dem Weg hierhin ist mir aber an manchen Stellen ganz schön viel Müll aufgefallen. Das kenne ich so in der Form von Japan gar nicht. Scheint aber ein Problem von Hafengebieten weltweit zu sein.

Ist das genial, hier steht wirklich niemand an. Ich komme somit gleich hinauf. Der Eintritt ist auch günstig mit 420 Yen. Und ich sehe gerade eine Übersichtstafel, wo man eine Tower-Challenge absolvieren kann. Muss ich später mal schauen, welche ich davon schon abgehakt habe.

Und los geht es hinauf auf 113 Meter. Der Tower wirkt im Übrigen von außen wirklich sehr schmal. Und ich sehe auch, dass die Plattform im Verhältnis zu anderen sehr klein ist. Aber man hat einen schönen Überblick über das gesamte Hafengelände.

Ich hatte ja vorhin im Museum gesehen, wie viel Land man hier hinzugewonnen hat. Und so wie es aussieht, macht man damit weiter. Vor mir breitet sich ein riesiges Areal aus, welches wie ein Bergbaugebiet aussieht, aber natürlich eine Fläche ist, auf der ein neues Gebiet entsteht. Sehr beeindruckend.

15:00 Uhr: Ich bin bereits an meinem nächsten Ziel angekommen, einem japanischen Garten. Der befindet sich im Gebiet Makuhari in Chiba. Ich habe gleich mal recherchiert, warum dieser sich hier befindet, und dabei ein paar interessante Infos herausgefunden.

Das gesamte Viertel ist nicht einmal 40 Jahre alt. Ich befinde mich hier auf einer komplett neu aufgeschütteten Landmasse. Das Gebiet wurde entwickelt, um neue Bürokomplexe und Messehallen zu bauen. Zudem höre ich hier gerade Fanchöre aus einem Stadion.

Der japanische Garten wurde erst 1992 angelegt. Er gehört in der Zwischenzeit zu den Anlagen, die immer wieder in der Topliste von japanischen Gärten erwähnt werden. Und ich kann nur sagen: Das Teil ist wirklich schick, aber vor allem extrem ruhig und vermittelt einen sehr harmonischen Eindruck.

Macht Spaß, hier durchzulaufen, zumal ich auch hier der einzige Ausländer bin. Im Übrigen war der Eintrittspreis mit 100 Yen extrem günstig. Und wenn ich hier so den Gärtner beobachte, wie er die Anlage pflegt, denke ich mir auch: So was für ein geiler Job.

OMG, der Park neben dem japanischen Garten ist aber auch richtig schick. Hier sind gerade viele Familien und verbringen Zeit mit ihren Kindern. Ein Pavillon erinnerte mich sofort an den Strohhut von Luffy aus One Piece. Na gut, ein paar kleine Abweichungen gibt es.

Aber was ich richtig interessant finde, ist die riesige Flower-Clock. Und so wie ich es sehe, geht diese auch wirklich. Die Kinder scheinen auf dieser ihren Spaß zu haben. Mehrere rennen den Hügel hinauf, und schauen von der Oberseite der Uhr hinab.

16:15 Uhr: Ich bin gerade an meinem letzten Punkt auf meiner Tour durch Chiba angekommen. Hier gibt es eine weitere kostenfreie Aussichtsplattform, das I-Link Town Observation Deck, die ich mir jetzt ansehen möchte. Na mal schauen, wo der Eingang von dieser ist.

Jetzt war ich aber wirklich gerade „Lost“. Ich glaube, ich habe soeben jeden Eingang getestet, ob ich über diesen irgendwie auf die Plattform hinaufkomme. Das ist aber auch ein verwinkeltes Areal hier, wenn man nicht weiß, wo man hin muss. Auch die Übersichtspläne haben mir nur rudimentär geholfen.

Aber alles kein Thema, ich habe mich durchgekämpft. Jetzt bin ich oben angekommen und kann den Blick zum Skytree genießen. Sieht wirklich schick aus, aber vor allem hier oben ist nichts los. Ich lese auch gerade, dass von dieser Plattform die bekannten Fotos von Tokyo geschossen werden, bei denen man den Skytree vor dem Mount Fuji sieht. Sehr interessant.

Leider ist das Wetter aber heute diesig, sodass ich den Mount Fuji nicht zu Gesicht bekomme. Kenne ich ja schon genügend, und ist auch keine Seltenheit. Der sonstige Ausblick war die Suche nach der Plattform aber auf jeden Fall wert.

17:15 Uhr: So langsam bekomme ich wirklich Hunger. Bis auf eine Kleinigkeit zwischendurch gab es bisher noch keinen Grund, etwas zu essen. Aber jetzt meldet sich mein Magen. Aber was soll ich bloß essen?

Hmm, mal überlegen. Curry hatte ich schon, Gyodon auch schon, dann wäre doch Tonkatsu heute die beste Entscheidung. Wunderbar, hier um die Ecke gibt es gleich ein Restaurant. Dann mal rein und bestellen. Whoa, was für eine Auswahl. Aber ich werde das hier nehmen. Yummy, yummy.

Ich mache jetzt wieder zurück in Richtung Hotel, will aber noch einen Abstecher am Takanawa Gateway City einlegen. Dort werde ich noch ein paar Aufnahmen im Dunkeln machen.

Ich bin angekommen und hier ist wirklich nicht allzu viel los. Aber die Kulisse sieht richtig schön aus. Dann werde ich mal den Nachtmodus von meiner Handykamera ausprobieren. Was, ich kann damit zehnfach Zoom machen? Oh man, ich glaube, ich habe gerade ein neues Spielzeug gefunden. Ich bin begeistert.

03.05.2026 – Narita: Omotesando’s, Tempel’s & Aal

08:30 Uhr: Seit 4:30 Uhr bin ich putzmunter, nachdem ich wirklich fünf Stunden lang geschlafen habe. Aber es wird um die Zeit auch schon hell in Japan.

Jetzt starte ich deswegen schon zu meiner heutigen Tour. Die Anfahrt wird etwas länger sein als gestern, aber die Richtung ist dieselbe. Hmm, ich realisiere gerade, dass man hier in Shinagawa scheinbar den kompletten Bahnhof umgestaltet. Und alles, während der Betrieb normal weiter läuft.

Ich habe mich jetzt spontan dazu entschieden, noch ein Update zu holen, in Form eines Ticket+ für die Greenclass. Dadurch, dass man die Automaten auf Englisch umstellen kann, ist das in der Zwischenzeit wirklich einfach.

Jetzt noch in der richtigen Reihe anstellen, ich stand nämlich gerade an der falschen Stelle, und dann ab in den Zug. Wow, der sieht gut gefüllt aus.

10:30 Uhr: Ich bin angekommen und heute habe ich wirklich das erste Mal das Gefühl, dass hier Feiertage sind. Es sind richtig viele Menschen unterwegs, aber bei weitem nicht so viele, wie man dies in Asakusa gewohnt ist.

Erst einmal muss ich aber ein stilles Örtchen aufsuchen, und ich habe auch schon eine Idee, wo ich eins finden werde, welches nicht überrannt ist wie hier in der Narita-Station. Habe ich es doch richtig vermutet. Neben der Station gibt es eine Art kleines Shoppingcenter mit Büros. Und hier sind natürlich jede Menge gut ausgestattete Toiletten drin.

Jetzt werde ich auf der Zugangsstraße zum Tempel der Omotesando in Richtung des Naritasan Shinshoji Tempels laufen. Allmählich begreife ich, wie solche Straßen aufgebaut sind.

Auch hier gibt es viele Geschäfte, in denen man Kleinigkeiten holen kann. Aber ich sehe schon, das lokale Highlight ist definitiv Aal. Oh, ich sehe, es gibt hier sogar ein Aal-Onigiri. Das muss ich mir später noch holen.

Wow, die Straße wird hier immer enger. Links und rechts auf dem ersten Teil befinden sich im Übrigen viele Steinfiguren, welche die 12 Tierkreiszeichen darstellen. Ich lese gerade, dass man sich auf diese auch draufsetzen und sich mit seinem Tierkreiszeichen fotografieren lassen kann.

An der Narita-Station dachte ich zuerst, dass hier sehr viele Touristen unterwegs sind, aber jetzt, hier im hinteren Teil, stelle ich fest: Der überwiegende Teil sind wirklich Japaner, die den heutigen Feiertag genießen.

Ich bin am Naritasan Shinshoji Tempel angekommen. Wow, hier gibt es wirklich ein paar sehr alte Gebäude. Das sieht schon wieder richtig schick aus.

Whoa, was ist das? Hier stapeln sich gerade in einem kleinen Teich die Schildkröten auf einem Felsen übereinander. Das ist wirklich lustig anzusehen. Gleich mal eine Nahaufnahme schießen.

Weiter geht’s die steile Treppe hinauf. So wie es aussieht, sind nur die kleineren Gebäude des Tempels noch im Original erhalten. Der Tempel soll im Übrigen schon über 1.000 Jahre alt sein. 940 wurde dieser gegründet.

Ich habe gerade mal recherchiert: Das älteste Gebäude stammt von 1701. Beeindruckend ist auch die Pagode, die auf das Jahr 1712 datiert ist. Man sieht das alt aus.

Wow, das Ganze wird immer beeindruckender. Ich laufe gerade einen weiteren Berg hinauf und hier oben gibt es weitere Gebäude, die scheinbar ebenfalls so alt sind wie die anderen.

Ich schieße hier gerade ein Foto nach dem anderen, weil ich mich nicht entscheiden kann. Soll ich zuerst die alten Gebäude fotografieren oder mich doch lieber auf die vielen kleinen Statuen fokussieren, die hier verteilt sind? Egal, ich nehme alles mit.

Ich habe jetzt noch einmal ein wenig recherchiert, was es mit diesem Tempel auf sich hat. Und tatsächlich gehört der zu einem der bedeutendsten und beliebtesten Tempel in Japan. Jährlich sollen 10 Millionen Besucher hierherkommen.

Zudem sollen hier an den ersten Neujahrstagen ebenfalls drei Millionen Besucher herkommen, genauso wie bei dem Heiken-ji, den ich mir vor drei Tagen angesehen habe. Der Narita-Tempel ist somit die Nummer 2 nach dem Meiji-Schrein und vor dem Heiken-ji für Neujahrsbesuche in der Kanton-Ärea.

Wow, hier direkt hinter dem Tempel gibt es noch eine größere Parkanlage. Die sieht aber auch sehr schick aus. Man kann hier auf mehreren Wegen um die zwei kleinen Seen herumlaufen, die sich hier befinden.

Oh, hier gibt es auch ganz viele Gräber und Statuen. Der Park scheint somit früher einmal direkt zum Tempel dazugehört zu haben. Sehr interessant und wirklich sehr, sehr schön gemacht.

12:15 Uhr: Ich bin durch und laufe jetzt wieder zurück zur Station, um zu meinem nächsten Ziel zu fahren. Mir fallen jetzt auch die Häuser auf, welche schwarz gestrichen sind. Ich recherchiere mal fix, warum das so war. Oh, das ist wirklich interessant. Hier mal ein paar Infos dazu:

Die schwarze Farbe ist das Ergebnis einer traditionellen japanischen Technik namens Yakisugi (auch als „Shou Sugi Ban“ bekannt). Bei dieser Methode wird die Oberfläche von Zedernholz (speziell japanische Sugi-Zeder) kontrolliert verkohlt, wodurch eine schwarze, karbonisierte Schicht entsteht.

Die Verkohlung war keine ästhetische Entscheidung, sondern hatte mehrere praktische Vorteile:

  • Schutz vor Feuer: Die karbonisierte Oberfläche macht das Holz widerstandsfähiger gegen Flammen.
  • Wasserabweisend: Die verkohlte Schicht schützt das Holz vor Feuchtigkeit und verlängert seine Lebensdauer erheblich
  • Insekten- und Schimmelschutz: Die schwarze Kohleschicht wirkt als natürliche Barriere gegen Schädlinge und Pilzbefall

Sehr interessant. Jetzt gönne ich mir aber noch ein Aal-Onigiri, also quasi ein Unagiri. 😂

13:45 Uhr: Ich bin in meinem nächsten Ziel angekommen. Normalerweise sollte ich noch eine Station mit einer anderen Linie fahren, aber da das Ziel nur 15 Minuten zu Fuß entfernt ist, werde ich die Strecke einfach laufen. So kann ich mich noch etwas inspirieren lassen und vielleicht entdecke ich auch noch etwas Cooles.

Aktuell wirkt hier alles wie ausgestorben. Scheint eine verschlafene Ecke zu sein, vielleicht auch wegen des Feiertags. Apropos schlafen: Auf dem Weg hierher habe ich es wie die Japaner gemacht und mir ein kleines Schläfchen in der Bahn gegönnt. Ich war dabei nicht der einzige. Und wenn man einmal den Dreh raus hat, dann geht das auch sehr gut, ohne dass man auf den Nachbarn kippt. 😂

Ich bin endlich am eigentlichen Ziel angekommen. Aber unterwegs gab es nicht wirklich etwas Interessantes zu sehen. Dafür sieht das hier sehr interessant aus.

Ich lese gerade, dass dieser Bereich im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde. Das bedeutet, die Omotesandō, die hier zum Tempel führt, ist noch im Originalzustand erhalten geblieben.

Hier vor dem Bahnhof stehen zwei Figuren, mit denen sich alle fotografieren lassen. Ich muss gleich mal schauen, warum das so interessant ist. Ah, ich verstehe. Dies sind die beiden Hauptdarsteller von einer der erfolgreichsten Filmreihen in Japan. Sämtliche Filme sollen hier im Viertel begonnen und geendet haben.

Die Reihe hieß im Übrigen „Otoko wa Tsurai yo“ (男はつらいよ, „Es ist schwer, ein Mann zu sein“) Die Hauptfigur Torajirō Kuruma, genannt „Tora-san“, ist dabei ein umherziehender kleiner Gauner und Straßenhändler, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Er versucht sich allen Verpflichtungen zu entziehen und ist ein ewiger Verlierer, der weder finanziellen Erfolg noch privates Glück findet.

Tora-san war besonders berühmt für sein chronisches Pech in der Liebe. Der Running-Gag der Filme war: In jedem Film verliebte er sich in eine schöne lokale Frau, findet aber auch immer einen Weg, es zu vermasseln.

Deswegen gibt es hier auch jede Menge Essen mit dem Konterfei des Charakters sowie alte Filmplakate und Fotos, die Filmszenen zeigen, die hier gedreht wurden. Ich muss direkt mal schauen, ob man sich einen der Filme irgendwo in Deutschland auf einer Plattform anschauen kann.

Jetzt geht’s aber endlich in den Kyoeizan-Daikyoji-Tempel. Wow, das Eingangstor sieht schon wirklich sehr imposant aus. Dies wurde im Übrigen 1896 von Meister Sakata erbaut, dem letzten Meister der Edo-Architektur. Wieder ein Stückchen Geschichte.

Whoa, der Tempel sieht richtig schick aus. Ich bin gerade absolut begeistert. Und ich sehe gerade, man scheint hier hinten auch noch in einen japanischen Garten zu gelangen. Dafür muss man aber in den Tempel hinein. Deswegen stehen die Menschen hier alle an.

Ich stelle gerade fest, ich hätte mich gar nicht anstellen müssen, wenn ich nicht in den Tempel zum Beten möchte. Aber egal, so habe ich wenigstens nicht für Unruhe gesorgt und die Harmonie bewahrt. Schuhe muss ich jetzt auch noch ausziehen. Aber zum Glück habe ich einen Beutel dabei und mein Rucksack ist groß genug, um diese einzupacken.

So, jetzt gleich in den hinteren Teil. 400 Yen Eintritt bezahlt. Und dann… Bhoa, es geht erst einmal um den Sockel von dem Tempel herum. Hier gibt es richtig viele schöne Holzschnitzereien. Man, das sieht beeindruckend aus. Die Holzschnitze zeigen im Übrigen Szenen aus dem Leben und den Lehren Buddhas.

Jetzt aber ab in den japanischen Garten. Ich laufe hier gerade auf Holzwegen, einmal um die Anlage herum. Man hat echt schöne Einblicke von allen Seiten. Aber besonders angenehm ist es, mal aus den Schuhen herauszukommen. Fühlt sich gut an.

Im Übrigen ernannte das Umweltministerium 1996 den Tempel und seine Fähre zu einer der 100 Klanglandschaften Japans. Das aber nur mal am Rande, um ein Gefühl dafür zu erhalten, dass das hier wirklich bedeutsam ist.

16:00 Uhr: Allmählich bekomme ich auch Hunger. Und da ich heute so viel Aal gesehen und bereits einen kleinen Aral-Snack gegessen habe, will ich heute unbedingt Unagi testen. Gleich mal recherchieren, ob es davon auch bekannte Ketten in Japan gibt.

Mein Gefühl lag richtig. Es gibt welche. Zwei sind ziemlich bekannt. Dann mal schauen, wo es eine Filiale der Kette „Unatetsu“ gibt. Alles klar, in Asakusa, wo ich gleich auf meinem Rückweg vorbeikomme, gibt es eine. Dann mal fix aussteigen und die Filiale finden. Man sind hier viele Touristen.

So, ich habe die Filiale gefunden. Die ist wirklich unscheinbar. Und wenn ich die Aalgerichte nicht auf einem Bild gesehen hätte, wäre ich vorbeigelaufen. Dann mal Schiebetür auf … oh die geht schwer … und rein.

Ich wurde gerade von der Inhaberin darauf hingewiesen, dass es hier Aal gibt. Hat mich so gewundert, dass ich sie gleich mal gefragt habe, ob viele Touristen nicht verstehen, was es hier zu essen gibt. Sie nickte nur. Scheint wirklich ein Problem zu sein. Jetzt bestellen über eine Webseite. Dann warten … Super, das Essen ist da. Sieht lecker aus. Hmmm, schmeckt auch lecker.

17:30 Uhr: Ich wollte eigentlich gerade noch eine kleine Runde machen, habe aber dann in der U-Bahn festgestellt, wie fertig ich bin. Deswegen mache ich Feierabend für heute. Die nächste Abendtour muss warten.

Etwas Amüsantes habe ich aber trotzdem noch gesehen. Hier in Asakusa ist gerade eine große Menge an Touristen mit ihren Koffern ausgestiegen. Teilweise sind die Koffer so groß, dass jetzt alle den Fahrstuhl nutzen möchten. Der Stationsverantwortliche versucht deswegen, diese jetzt alle in einer Reihe zu platzieren. Problem ist nur: Die Schlange ist so lang, dass dazwischen eine Bank ist, auf der Fahrgäste sitzen, die auf ihre U-Bahn warten. Er hat echt zu tun.

04.05.2026 – Tokio: Open Air Museum, Soba-Tempel und Shinjuku

08:45 Uhr: Heute ist Kindertag in Japan. Ich bin schon mal gespannt, ob ich irgendwelche Veranstaltungen zu dem heutigen Jubiläumstag entdecke.

Aber erst einmal möchte ich Geld wechseln. Hier in dem 7-Eleven gibt es einen Geldwechselautomaten. Den werde ich jetzt ausprobieren. Sehr cool, man kann ihn auf Deutsch umschalten. Alles ist mit Bildern erklärt, also selbsterklärend. Dann mal Geldscheine rein und … Geldscheine raus.

Mir fallen seit Tagen immer wieder junge Japaner auf, die tätowiert sind. Ich habe gerade den Eindruck, hier ändert sich etwas im japanischen Mindset, was das Thema Tattoos betrifft. Gleich mal recherchieren.

Interessant, seit Covid gibt es einen Boom bezüglich mehr persönlicher Individualität. Tattoos sind dafür nur eine Ausdrucksweise, die anderen sind Kleidung, Piercings und Haarfarben. Es soll Tattoostudios geben, die sich aktuell vor Aufträgen nicht retten können. Das Ganze kollidiert aber auch gerade mit der japanischen Lebensweise, im Besonderen dem Tattoo-Verbot in japanischen Onsen.

10:00 Uhr: Ich bin an meinem ersten Zielbahnhof für heute angekommen und befinde mich gerade im Viertel Koganai. Hier werde ich mir gleich das Edo-Tokio Freilicht-Architekturmuseum anschauen. Ich könnte jetzt mit dem Bus fahren, werde aber laufen.

Whoa, hier gibt es gerade eine riesige Ansammlung von Krähen, die hier Party feiern. Die machen ganz schön viel Lärm. Ich muss mal nachschauen, was das genau für Krähen sind. Alles klar, das sind Dickschnabel‑Krähen. Hätte ich mir auch denken können bei dem dicken Schnabel.

Ich bin jetzt an dem Open-Air-Museum angekommen. Hier ist heute scheinbar mehr los als sonst. Aber ich lese gerade, ihr findet auch ein Kinderevent in dem Museum statt. Dann mal fix anstellen und eine Eintrittskarte organisieren. Kostet nur 400 Yen.

Mann, was für eine Hitze. Ich muss jetzt erstmalig meine Jacke ausziehen, weil es wirklich zu warm ist. Das ist aber witzig, denn ich sehe gerade, dass man sich hier im Museum Allwetterschirme, also heute als Sonnenschutz, ausleihen kann. Toller kostenfreier Service.

In dem Museum kann man sich im Übrigen Häuser aus der Edo- und jüngeren Tokio-Zeit ansehen, die hier wieder aufgebaut wurden, nachdem sie dem modernen Stadtbild in Tokio weichen mussten.

Die Regierung in Tokio hat zeitig erkannt, dass durch die Modernisierung der Stadt, aber auch durch Katastrophen immer mehr Geschichte verschwindet. Deswegen entschied man sich dazu, wichtige Häuser einfach umzuplatzieren. Das Ganze ist somit kein Neubau, sondern wirklich umgesetzter Altbestand.

Ich bin gerade sehr froh darüber, dass ich Slipper an habe. Ich darf mich gerade im Schuheausziehen und Schuheanziehen üben. In die meisten Häuser kommt man nämlich wirklich nur rein, wenn man seine Schuhe auszieht.

Das fällt mir auch erst im Nachhinein jetzt ein, dass am Eingang auch Plastikbeutel verteilt wurden. Jetzt weiß ich natürlich, warum. Die sind für die Schuhe. Aber zum Glück habe ich ja immer einen einstecken.

Ich nehme im Übrigen immer zwei Plastikbeutel mit, einen für Müll und einen, wenn ich meine Schuhe irgendwo ausziehen muss. Hier gibt es zwar an manchen Häusern auch Schuhregale, wo man diese hineinstellen könnte. Aber darauf habe ich keine Lust.

Die Anlage ist im Übrigen sehr weitläufig. Und da das Wetter heute wirklich top ist, macht es richtig Spaß, hier gerade durchzulaufen. Oh, ich sehe gerade, hier gibt es auch eine kleine Polizeistation. So etwas wollte ich mir schon immer mal von innen ansehen. Was, die haben hier drin sogar geschlafen?

Sehr spannend, man hat hier sogar eine komplette alte kleine Einkaufsstraße wieder hingesetzt. Hier kann man sich die alten Geschäfte ansehen.

Oh, das ist auf jeden Fall mein Highlight in diesem Museum. Ich bin gerade in einem alten Badehaus gelandet. Sieht wirklich sehr schön hier drin aus. Und man hat sogar einen Blick auf den Mount Fuji. Ich habe den Eindruck, dass dies ein beliebtes Motiv für Badehäuser ist.

12:15 Uhr: Ich bin durch mit dem Museum. Es ist wirklich sehenswert, wenn man sich für die Geschichte interessiert. Aber vor allem wurde für Kinder heute wirklich etwas geboten.

Es gibt hier einen Streichelzoo, Bereiche, in denen Kinder etwas malen können, sowie die Möglichkeit, dass sie sich sportlich betätigen dürfen. Dadurch, dass die Anlage auch sehr groß ist, können sie sich in dieser zudem ordentlich bewegen.

13:15 Uhr: Ich habe mich spontan dazu entschieden, noch einen Tempel mitzunehmen, der sich hier gefühlt um die Ecke befindet. Aber erst einmal muss ich mit dem Bus fahren. Es sind noch ein paar Minuten bis dorthin.

Es ist gerade ziemlich windig hier. Und ich bin schon wieder am Überlegen, meine Jacke anzuziehen, obwohl wir gerade 28 Grad haben. So, Bus ist da. Da kann ich mir das mit der Jacke sparen.

Ich bin jetzt am Jindaiji-Tempel angekommen. Das soll der zweitälteste Tempel von Tokio sein. Auf jeden Fall liegt er wirklich schön im Grünen.

Whoa, hier sind gerade wirklich viele Menschen unterwegs. Aber ich wollte ja wissen, was in der „Golden Week“ in Japan los ist. Deswegen habe ich jetzt auch nicht geplant, in eines der Soba-Restaurants zu gehen. Der Tempel ist nämlich auch für diese bekannt.

Ich lasse mir gerade mal ein paar interessante Infos zu dem Tempel geben. Hier mal eine kurze Übersicht, was ich erhalten habe:

Im Tempel befindet sich die sogenannte Hakuho‑Buddha‑Statue (Shaka Nyorai), die als älteste Buddha‑Statue Ostjapans und nationales Kulturgut gilt; sie stammt aus dem 7. Jahrhundert.

Jindaiji ist in ganz Japan für seine Daruma‑Tradition bekannt: Am 3. und 4. März findet der Yakuyoke Ganzan Daishi Daruma‑Markt statt, einer der drei großen Daruma‑Märkte Japans.

Das Gebiet rund um den Tempel hat vulkanische, nährstoffreiche Böden und sehr gutes Quellwasser, ideal für Buchweizen: Deshalb entwickelte sich schon in der Edo‑Zeit eine lokale Soba‑Kultur.

So langsam geht mir mein Wasser aus. Ich werde mir erst einmal am Getränkeautomaten etwas zu trinken holen. Die gibt es zum Glück hier reichlich. Und seit gestern habe ich auch einen KI-Helfer, der mir dabei hilft, zuckerfreie Getränke hier in Japan zu ermitteln.

Ich frage ihn gleich mal, welches Getränk ich nehmen kann. Chat geöffnet, Foto gemacht und Frage abgeschickt. Super, er hat mir die Getränke aufgezeigt, die ich nehmen kann. Was, die sind alle ausverkauft? Dann auf zum nächsten Automaten. Was, hier auch? So etwas ist mir auch noch nicht passiert. Aber zeigt, die Japaner achten auf zuckerfreie Getränke. Deswegen sind sie wahrscheinlich auch so schlank.

Wenn ich nichts zum Trinken finde, werde ich mir erst einmal was zu essen holen. So langsam bekomme ich Hunger. Wie bereits erwähnt, Soba werde ich nicht essen, auch wenn sich dies bestimmt lohnen würde. Aber an den Restaurants stehen mir einfach viel zu viele Menschen an.

Ich habe was gefunden, wo niemand ansteht. Okay, mal schauen, was er ist. Alles klar, es handelt sich um Manjū mit Anko‑Füllung, also einer roten Bohnenpaste. Ich mag diese Paste ja. In Deutschland kennt das niemand. Und ich habe gerade auch einen Automaten gefunden, an dem es noch ungesüßte Getränke gibt. Perfekt, ich bin gestärkt.

Whoa, ich scheine gerade richtig Glück zu haben. Ich kann mir gerade die Statue des Mönchs Binzuru und die Hakuho‑Buddha‑Statue ansehen. Die letztere ist nur an wenigen Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit sichtbar. Ich sehe auch, dass diese in einem Raum steht, dessen Scheiben verschlossen werden können. Glück gehabt.

Und nachdem ich die Info mit den Darumas erhalten habe, sehe ich die Teile auch überall verteilt. So richtig bewusst, was diese bedeuten, wurde mir ja erst im letzten Jahr auf meiner Japanreise. Seitdem mag ich sie irgendwie.

15:30 Uhr: Ich mache mich jetzt wieder auf den Weg zurück nach Shinjuku. Ich will dort noch fotografieren und ein paar Street‑Aufnahmen machen.

Doch erst einmal den richtigen Bus finden. Oh, das ist toll, ich kann hier mit allen fahren. Na dann, rein. Jetzt weiter mit dem Zug. Und schon angekommen. Willkommen in Shinjuku. Wie immer viel los hier.

Na, das hat sich auf jeden Fall gelohnt, noch mal hierherzukommen. Ich sehe gerade, die haben hier wirklich das Hauptgebäude des Bahnhofes komplett abgerissen. Interessant zu sehen, wie sich dieses Viertel in den nächsten Jahren entwickeln wird. Noch fix ein Foto gemacht. Und jetzt etwas essen gehen.

Ich habe mich heute wieder für Curry bei Coco ichibanja entschieden. Schon fünf Tage her, als ich das letzte Mal japanisches Curry gegessen habe. Und solange es das nicht in Deutschland gibt, muss ich halt hier zuschlagen. 🤣

17:00 Uhr: Ich bin gut gesättigt und starte jetzt zu meiner Tour hier durch Shinjuku. Wie bereits erwähnt, ist das alles ohne ein großartiges Ziel, sondern als reine Fototour geplant. Ich werde jetzt hier einfach die Gegend erkunden und mal schauen, was mir so vor die Kamera läuft.

Ich bin gerade an einem meiner Lieblingsspots hier in dem Viertel. Von einer Fußgängerbrücke hat man einen schönen Blick hinein nach Kabukichō. Ich versuche eigentlich immer, wenn ich hier bin, ein Foto von dieser Ansicht zu machen, um zu sehen, wie sich dies verändert. Aber dieses Mal mit dem neu entdeckten Fokus, echt schick.

Ich bin gerade noch mal zum Shinjuku Metropolitan gelaufen. Ich hatte die Idee, doch noch mal hinaufzugehen und den Fokus der Kamera von der Aussichtsplattform aus zu testen. Aber jetzt sehe ich gerade die Schlange, die davorsteht. Da habe ich keine Lust, mich anzustellen. Dann mal weiter.

Ich werde jetzt gemütlich nach Kabukicho laufen. Es sollten auch langsam die Lichter hier im Viertel angehen. Da das Viertel das größte Nachtviertel in Japan ist, gibt es davon hier auch reichlich.

Whoa, was ist hier los? Ich befinde mich gerade auf einer abgesperrten Hauptstraße. Die wird heute scheinbar als Fußgängerallee genutzt. Das kenne ich eigentlich nur von Akihabara. Aber dass das jetzt auch hier gemacht wird, finde ich richtig toll.

Oh, ich sehe gerade, man fängt an, die Straße zu räumen. Kurzer Blick auf die Uhr. Alles klar, es ist 18 Uhr. Also dasselbe wie es auch in Akihabara war. Dort wurde die Hauptstraße ab 18 Uhr auch wieder für den Autoverkehr freigegeben. Ein paar gute Schnappschüsse habe ich aber bereits gemacht.

18:00 Uhr: Weiter geht’s nach Kabukichon, Fotos machen. Mit dem Fokus der Kamera bekommt man auch eine gewisse Tiefe hin. Ich freue mich später schon darauf, mir die Aufnahmen noch mal anzusehen.

Ich wurde gerade angequatscht, ob ich Sex haben möchte. Natürlich nicht auf diesem Weg, zumal käuflicher Sex in Japan ein Straftatbestand ist. Wer sich als Tourist auf so etwas einlässt, braucht sich nicht wundern, wenn er ausgenommen wird oder am Ende nie wieder nach Japan hereinkommt.

Ich bin durch für heute. Ich mache mich jetzt wieder auf den Heimweg. Ordentlich Schritte habe ich heute auch gemacht. Noch ein kleiner Schlenker zurück auf einer der bekanntesten Zugangsstraßen hier zu diesem Viertel.

Und da ist der schon wieder, Godzilla. Er thront immer noch hier über dem Viertel. So, das war’s für mich. Die Lust, weitere Fotos zu machen, ist auch gerade geschwunden. Sind heute nur rund 160 geworden. 🤣

05.05.2026 – Tokio: Rainbow Brigde, Shibuya, Abend-City-Walk

09:30 Uhr: Auf geht’s zu meiner heutigen Tour. Irgendwie habe ich heute aber länger geschlafen als eigentlich geplant. Aber ich hatte mir auch keinen Wecker gestellt und dies bewusst in Kauf genommen.

Heute ist Feiertag in Japan, der letzte in der „Golden Week“. Und das Wetter ist noch einmal richtig schön geworden. Oh, was sehe ich da hinten am Horizont? Aber irgendwie auch fies, wenn man genau ein Gebäude vor den Mount Fuji hinstellt, sodass der Blick versperrt ist.

Ich bin gerade in Shimbashi bei meiner Umsteigestation zu meinem heutigen Ziel angekommen. Hier sehe ich gerade jede Menge gleich gekleidete Gruppen. Die erinnern mich an die Events, in denen Reliquien durch die Straße getragen werden. Gleich mal meinen KI-Reiseführer befragen.

Okay, laut ihm handelt es sich um Matsuri-Gruppen. Die Leute tragen einheitliche, lockere Jacken (Happi) mit großen Aufdrucken am Rücken. Genauso sehen typischerweise Nachbarschafts‑ und Schreingruppen bei Umzügen mit Mikoshi (tragbaren Schreinen) aus.

10:30 Uhr: Ich bin in Daiba auf Odaiba angekommen. Von hier aus werde ich jetzt über die Rainbow Bridge laufen. Ich habe jetzt noch rund zweieinhalb Stunden bis zu meinem Treffen Zeit.

Ah, verdammt, ich hatte eigentlich gehofft, dass ich den Mount Fuji von der Freiheitsstatue aus sehe. Aber leider ist er auch hier teilweise hinter Häusern versteckt. Wird es mir heute noch gelingen, ihn komplett zu sehen?

Hier findet gerade ein Beachsport-Event statt. Ich sehe hier verschiedene Areale, in denen unterschiedliche Sportarten ausgeübt werden. Das Ganze hat einen Turniercharakter, da bei einigen sehr viele Zuschauer dabei sind.

Mir war zudem gar nicht bewusst, dass hier ein so großer Strandabschnitt existiert. Ich sehe auch viele Familien, die hier einfach am Strand Zeit mit ihren Kindern verbringen. Also ganz klar eine Empfehlung, wenn man mal einen Strand in Tokio besuchen möchte.

Ich bin schon am Zugang zu der Fußgängerpromenade über die Rainbow Bridge angekommen. Es gibt hier im Übrigen eine Süd- und eine Nordroute. Ich werde jetzt erst einmal die Südroute nehmen. Und je nachdem, wie schnell ich bin, entscheide ich dann am Ende, was ich mache.

Oh man, die Blicke von hier aus sind schon wieder richtig cool. Gefühlt war dies wieder einmal die richtige Entscheidung, das so durchzuziehen. Und es macht richtig Spaß, mit der Handykamera zu fotografieren. Der Zoom ist wirklich beeindruckend.

Ich bin am Ende der Südroute angekommen. Und siehe einmal da, dort ist sogar der Mount Fuji zu sehen. Auf dem gesamten Weg lugte der immer nur mal stückweise hinter den Häusern hervor.

Also die Empfehlung, die man überall liest, dass man von der Südroute den Mount Fuji zu Gesicht bekommt, stimmt in der Form nicht mehr. Die Sicht ist in der Zwischenzeit überall sehr gut verbaut.

11:15 Uhr: Da das Wetter einfach nur schick ist, mache ich jetzt noch auf der Nordroute zurück nach Odaiba. Dann mal mit dem Fahrstuhl nach unten … Und auf der anderen Seite wieder hinauf. Los geht’s.

Super, das war doch die richtige Entscheidung. Ich bin schon wieder begeistert von den Blicken, die man von dieser Route aus zum Skytree und dem Tokyo Tower hat. Macht einfach nur Spaß, hier Fotos zu schießen.

12:00 Uhr: Ich bin wieder in Odaiba angekommen. Jetzt geht’s zurück auf die andere Seite. Dazu nehme ich die Hochbahn. Oh, ich sehe gerade ein Plakat, das scheinbar an Japaner gerichtet ist und korrektes Verhalten gegenüber dem Personal erklärt. Gleich mal schauen, was es damit auf sich hat.

Interessant, das ist ein Kasu‑Hara‑Plakat. Das Plakat soll Fahrgäste daran erinnern, das Personal respektvoll zu behandeln, und klarstellen, dass aggressive oder belästigende Beschwerden nicht toleriert werden. Das scheint in den vergangenen Jahren ein Problem geworden zu sein, weswegen 2022 die Regierung ein offizielles „Customer‑Harassment‑Manual“ für Unternehmen veröffentlichte. Ab Oktober 2026 müssen Unternehmen sogar konkrete Maßnahmen gegen Kasu‑Hara ergreifen.

Jetzt werde ich mir noch einmal den Takeshiba Pier in Ruhe ansehen, bevor ich zu meinem Treffen gehe. Die terrassenförmige Gartenanlage an dem einen Gebäude hat mir im letzten Jahr so gut gefallen, dass ich sie mir noch mal anschauen möchte. Bei meinem letzten Besuch war es nämlich zu windig.

Aber zuerst geht es auf die Promenade des Piers. Whoa, was für schöne Aussichten. Von hier aus sieht man sehr gut die Rainbow Bridge und den Skytree. Und ich meine da hinten, das war mein Hotel im letzten Jahr. Einfach nur schön.

OMG, ich bin schon wieder von der Gartenanlage hier begeistert. Zumal hier heute am Feiertag wirklich nichts los ist. Wenn ich jetzt mehr Zeit hätte, würde ich glatt eine Runde chillen.

Am meisten begeistert mich aber wieder der Spiegelsee im obersten Bereich. Mit den verglasten Gebäudefronten ergeben sich hier tolle Fotomotive. Absoluter Insidertipp.

Jetzt muss ich aber wirklich starten, damit ich pünktlich zu meinem Treffen ankomme. Oh nein, schon wieder eine Ablenkung. Ich sehe gerade den Tokyo Tower zwischen den Wolkenkratzern. Moment mal, der linke Tower stand letztes Jahr noch nicht hier. Da war das Gebäude gerade erst abgerissen.

Ich bin angekommen und mein Gastgeber wartet schon auf mich. Oh, ich höre „Deutsch“. Hier rückt gerade eine Gruppe Touristen ein. Da bin ich aber happy, dass meine Maßnahmen der letzten Jahre greifen. 2022 habe ich bewusst über das Lokal berichtet und promote dieses immer mal wieder, wenn jemand eine Ramen-Empfehlung für Tokio benötigt.

Mein Gastgeber, der im Übrigen auch der Inhaber dieser kleinen Kette hier in Tokio ist, weist mich gerade auf ein saisonales Angebot hin: ein Sakura-Ramen. Dieses ist mit einer Tomatencremesoße und Shrimps, die Sakura Shrimps heißen. Das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.

Wow, das ist einfach nur lecker. Ich bin immer wieder überrascht, welche Ramenkreationen man hier in Japan findet, wenn man danach Ausschau hält. Aber das Spezielle hier ist zudem, dass ich mir jetzt noch eine Portion Reis bestellen kann und die restliche Rahmensauce mit Currypulver vermische, sodass ich anschließend noch eine Curryreis-Portion habe. Yummy, yummy 😋.

14:30 Uhr: Wir haben unser Treffen jetzt beendet, da er noch etwas Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. Schließlich ist heute Feiertag und er ist vorgestern erst von einem Ramen-Event wieder zurück nach Hause gekommen. Ich bin aber echt happy darüber, dass er sich etwas Zeit genommen hat. So konnten wir ein paar Business-Ideen miteinander austauschen.

Jetzt fahre ich weiter nach Shibuya. Ich will mal schauen, was sich in dem Viertel seit meinem letzten Besuch verändert hat. Zudem gespannt, wie weit die Bauarbeiten an der Shibuya-Station vorangeschritten sind. Das ist ja ein Projekt, was sich noch über mehrere Jahre hinziehen wird.

Einiges los hier, aber trotzdem habe ich den Eindruck, nicht ganz so viel wie an üblichen Tagen. Scheinbar sind viele Japaner an dem heutigen Tag außerhalb der City unterwegs. Trotzdem drängeln sich die Touristen hier an der Shibuya-Kreuzung.

Bei meiner ersten Reise vor 12 Jahren wurde ich noch von Japanern belächelt, als ich hier mit meiner Kamera über die Kreuzung ging und jede Menge Fotos schoss. Ich weiß noch, wie ich damals von einem Japaner deswegen angesprochen wurde. Heute interessiert das niemanden mehr. Man fällt eher auf, wenn man das nicht macht.

Aktuell habe ich den Eindruck, dass Shibuya immer internationaler wird. Das Ganze wirkt überhaupt nicht mehr wie eine japanische Großstadt, sondern wie ein internationaler Schmelztiegel. Allein schon die Auswahl an Restaurants ist hier internationaler als in anderen Ecken von Tokyo.

Ich bin der Ansicht, Shibuya entwickelt deswegen gerade einen eigenen Charme. Aber man sollte sich als Tourist deswegen auch bewusst sein, dass dies hier nicht mehr das eigentliche Japan ist. 

Ich mache jetzt noch einen Abstecher zum Shibuya Parco. Dort möchte ich noch mal auf den Dachgarten hinauf und anschließend einen Abstecher in den Nintendo-Store machen.

Oh, scheinbar ist der Dachgarten gesperrt? Alles klar, ich habe gerade erfahren, dass ich mit der Rolltreppe im Gebäude hinauf muss. Es scheint nur die Außentreppe gesperrt zu sein. Na dann, los geht’s. Angekommen. Wow, fliegen die Flugzeuge hier tief über den Stadtteil hinweg.

Seitdem der Nintendo-Store hier in dem Gebäude öffnete, ist diese Etage immer stark frequentiert. In den vergangenen Jahren sind weitere bekannte Marken hinzugekommen, die ebenfalls Stores hier eröffnet haben. Dementsprechend bunt, schrill und eng geht es hier zu.

Aber ich mache jedes Jahr aufs Neue einen kleinen Abstecher hierher, um zu schauen, ob es Produkte gibt, mit denen wir unsere Wohnung upgraden können. Und ich sehe gerade, es gibt eine Kochschürze von Yoshi. Na, die kommt auf alle Fälle mit.

17:00 Uhr: Der Abend ist noch jung, aber ich habe keine Lust mehr, heute noch irgendwo hinzufahren. Hmm, ich glaube, ich werde jetzt zurück zum Hotel laufen. Kalkulierte Zeit laut Google Maps: 90 Minuten. Na, das ist auf jeden Fall machbar. Let’s go.

Ich liebe es ja, eine Stadt zu Fuß zu erkunden, gerade dann, wenn es in dieser, so wie hier in Tokio, so viel zu entdecken gibt. Außerdem ist Japan extrem sicher, sodass man auch keine Angst haben muss, in ein Ghetto zu geraten. Ich wüsste gar nicht, ob es so etwas hier wirklich gibt.

Die goldene Stunde ist auch gerade angebrochen. Wow, was für tolle Farben. Jetzt kommt der Fokus der Kamera noch mal richtig zur Geltung. Ich bleibe immer wieder stehen, um eine Streetaufnahme zu machen. Das macht wirklich immer mehr Spaß mit der Kamera mit Fokus zu fotografieren.

Ich komme im Übrigen sehr gut voran. Die Zeiten von Google Maps sind bei meinem Tempo großzügig berechnet. Ich befinde mich aktuell genau in der angegebenen Zeit, und das, obwohl ich immer wieder kurz stehenbleibe, um ein Foto zu schießen. Bei dem Tempo bin ich zur geplanten Zeit wieder zurück im Hotel.

18:30 Uhr: Ich bin angekommen und kann nur sagen: Das hat richtig Spaß gemacht. Die Tour tat gut und ich war genau in meinem Element. Was waren die kleinen Highlights? Ein Mikrohaus, welches mir aufgefallen ist. Ein Platinum Don-Quijote-Store. Ein Automat, an dem es Pasta zu kaufen gab.

Zudem ist mir ein Typ mehrfach auf einem Roller begegnet, der scheinbar in dem Viertel seine Runden drehte. Ich habe auch einen Gebäudekomplex gesehen, der von Wachleuten zusätzlich bewacht wurde, neben den ganzen Überwachungskameras. Und ein paar verwinkelte Gassen, bei denen man das Gefühl hatte, man wäre in einem Vorort, und das mitten in der City. Also alles zusammen genommen, viele Impressionen.

06.05.2026: Kamakura: Tempel, Bergpfade und das Meer

07:00 Uhr: Heute geht es etwas zeitiger los, denn ich treffe mich gleich mit Tessa von Wanderweib in Kamakura. Ich bin aber gefühlt auch schon seit 3:30 Uhr munter.

Dann mal los, noch fix das Ticket für die Greencar aufladen und dann rein in den Zug, sind nur 45 Minuten bis dorthin. Scheinbar hätte ich mir das Ticket sparen können. Der Zug, er ist nahezu leer. Ich bin hier auch der Einzige in der Greencar. Egal, hat nur 750 Yen gekostet.

8:00 Uhr: Ich bin angekommen. Tessa ist auch schon da. Jetzt wollen wir den Engaku-ji besuchen. Oh, der macht erst um 8:30 Uhr auf. Dann haben wir noch etwas Zeit. Dann erst einmal eine Toilette aufsuchen. Und jetzt heißt es warten.

Wir wollten soeben die Treppen zum Tempel hinaufgehen, aber das ging noch nicht, da die Treppe gerade gesäubert wird. In den Tempel war ich im Übrigen schon einmal, 2017. Damals kam gerade das neue Zelda‑Spiel heraus und der Tempel hat mich immerzu an dieses Spiel erinnert.

08:30 Uhr: Super, jetzt öffnet der Tempel. Ich darf mich heute im Übrigen als Kameramann hier nützlich machen. Tessa benötigt Aufnahmen für ihren YouTube-Kanal.

Und da ich jetzt zwei Reiseführer zur Verfügung habe, einmal Tessa und einmal natürlich meinen KI‑Reiseführer, lasse ich mir gleich noch ein paar interessante Infos zu dem Tempel geben.

Der Regent Hōjō Tokimune ließ Engaku-ji nach der abgewehrten zweiten Mongoleninvasion errichten, um die gefallenen Krieger zu ehren und den Zen-Buddhismus zu fördern, der besonders die Samurai ansprach.

Der Name „Engaku“ („vollkommene Erleuchtung“) geht auf eine buddhistische Schriftrolle (Sutra of Perfect Enlightenment) zurück, die bei den Bauarbeiten in einer Truhe gefunden wurde.

Ich muss gerade lächeln, da sich hier zwei Eichhörnchen durch die Bäume jagen. Die machen richtig Lärm und Rambule. Aber witzig anzusehen.

Jetzt geht’s hinauf zur größten Glocke von Kamakura. Das sollen viele Stufen sein. Aber wenn ich das so sehe, ist das gefühlt eher ein Spaziergang. Whoa, tolle Aussicht. Und die Glocke ist wirklich riesig. Hier oben gibt es auch ein Teehaus, wo man Matcha-Tee genießen kann.

09:30 Uhr: Weiter geht’s zum nächsten Tempel, dem Jōchi-ji. Der befindet sich hier gleich um die Ecke. Das ist wirklich nur ein kurzer Fußmarsch bis dahin.

Was ich hier in Kamakura im Übrigen auch immer wieder mag, sind die Straßen, an denen man sehr schöne Streetfotos machen kann. Und die Busse, die hier fahren, finde ich auch immer wieder putzig.

Wir sind beim Tempel angekommen und ich kann nur sagen: Hier ist gar nichts los. Der scheint von Touristen wirklich links liegen gelassen zu werden. Gut für uns, dann haben wir Zeit und Ruhe, diesen zu erkunden.

Dieser Tempel gilt im Übrigen als Nummer vier der „Fünf großen Zen-Tempel von Kamakura“. Ich muss gleich mal schauen, was die anderen sind. Der Engaku-ji war die Nummer 2. Eventuell laufe ich die anderen drei bei meiner nächsten Tour ab.

Der Jōchi-ji wurde als großer Zen-Tempel konzipiert und war im 14. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum: Es gab elf Nebentempel, und zeitweise lebten rund 500 Menschen hier, ohne die Mönche mitzuzählen.

Wir sind gerade bei der Hotei-Statue, einem lachenden Buddha, angekommen. Wenn man den Bauch von dem Buddha reibt, soll das Glück bringen. Das mache ich doch gleich mal.

Ich muss im Übrigen gerade schmunzeln, da ich hier einen Absperrkegel sehe, in den ein Buddha integriert ist. Selbst die Sicherheitskegel sind ihr religiös.

Was dagegen nicht so witzig ist und womit man hier zu kämpfen hat, ist der Müll von Touristen. Auf einem der Körbe, die hier stehen, prangt ein Schild, das besagt, dass dies kein Mülleimer ist. In diesem Korb befinden sich Holzlatten mit Sprüchen, die den Verstorbenen gereicht werden.

Wir laufen jetzt weiter zum Genjiyama-Park. Mir war gar nicht bewusst, dass es hier über die Berge kleine Wanderwege gibt. Aber so wie diese aussehen, würde das als gut ausgebauter Wanderweg bei uns in Deutschland durchgehen.

Und ich muss gerade schmunzeln, da hier überall an den Bäumen Hinweisschilder dran sind, wahrscheinlich wenn die Gefahr besteht, dass diese umstürzen können.

Und schon haben wir das nächste Ziel erreicht. Hier um den Park herum gibt es mehrere kleine Schreine. Aber historisch interessant sind vor allem ein bekanntes Grab von  Hino Toshimoto und eine Statue von Minamoto no Yoritomo, die sich hier befinden.

Minamoto no Yoritomo (1147–1199) war der Gründer und erste Shōgun des Kamakura‑Shōgunats und regierte formal von 1192 bis 1199. Hino Toshimoto dagegen, unterstützte den Kaiser dabei, das Kamakura‑Shōgunat zu stürzen und die direkte Kaiserherrschaft wiederherzustellen. Er wurde 1332 hier hingerichtet.

11:00 Uhr: Super, wir sind schon bei unserem nächsten Schrein, dem Zeniarai-Benzaiten-Ugafuku-Schrein, angekommen. Das ist der offizielle Schrein, wo man Geldwäsche betreiben darf, aber hier im wörtlichen Sinne.

Wow, das sieht wirklich schön aus. Um zum Schrein zu gelangen, sind wir durch einen Tunnel gegangen. Das Teil liegt hier wirklich sehr schön eingebettet zwischen Felsen.

Was hat es aber mit dem Brauch auf sich, das Geld zu waschen? Gleich mal nachschauen. Aha, der Brauch geht mindestens auf Hōjō Tokiyori im 13. Jahrhundert zurück. Die Legende besagt: Wenn du dein Geld (Scheine und Münzen) im Quellwasser wäschst, vermehrt es sich symbolisch. Das gewaschene Geld soll „sauber“ und gesegnet zurück in den Umlauf gehen und dann vermehrt zu dir zurückkommen.

Das ist wirklich interessant, dass es hier um den Geldkreislauf geht. Man hat also früher schon verstanden, dass es nicht wichtig ist, wie viel Geld in einem System vorhanden ist, sondern dass das Entscheidende die Rotationsgeschwindigkeit des Geldes ist.

Wir werden jetzt weiterlaufen zum Kōtoku-in. Das ist der Tempel mit dem großen Buddha, bei dem ich 2017 und 2024 schon einmal gewesen bin. Aber erst einmal geht es hier über die Berge auf die andere Seite.

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es hier einen so schönen Wanderweg gibt. Das macht wirklich Spaß, über die Bergkette zu laufen. Viel Grün und wenig Touristen sind hier unterwegs. Das war eine tolle Idee von Tessa.

12:30 Uhr: Wir sind angekommen und ich bin wirklich überrascht, dass hier viel weniger los ist als gedacht. Was mir sofort auffällt, ist aber das Hinweisschild, das hier am Eingang steht. Scheinbar gab es in der Vergangenheit viele Probleme mit Gästen, die Essen mitgebracht hatten.

Jetzt noch fix den Eintritt gezahlt und dann rein. Ich wäre dieses Mal ja nicht hineingegangen, aber für Videoaufnahmen mache ich das Ganze gerne mit. Dann noch fix ein Foto von dem großen Buddha und seinen Sandalen gemacht. Und wie sagt man so schön: „Abgehakt“ und weiter geht’s.

13:00 Uhr: Weiter geht’s zum Hase-dera. Das ist ein Tempel, den ich wirklich mag. Hier gibt es viel zu entdecken und ein paar schöne Fotomotive. Aber auch hier war ich bereits zweimal.

Ich überlege gerade, was ich hier noch fotografieren kann, lass mir aber erst einmal eine kurze Übersicht darüber geben, ob es hier die besonderen Highlights gibt.

Hmmm, die elfköpfige Kannon-Statue (Kannon-dō) kenne ich bereits. Die lasse ich dieses Mal aus. Auch den unteren Garten mit Teich, Brücken und Wegen, bei denen sich der  Hase-dera als Blumentempel profiliert hat, werde ich heute nur streifen.

Was ich mir dagegen jetzt genauer anschaue, ist die Benten-kutsu-Höhle. Whoa, ich erinnere mich gar nicht mehr daran, dass die Lichteffekte in dieser so schick sind. Die kleine Felsgrotte ist im Übrigen der Benzaiten (Benten) gewidmet, der Göttin für alles „Fließende“, worunter Wasser, Musik, Worte und auch Geld zählen. Und da haben wir es wieder: Geld muss fließen.

Weiter geht’s zum Jizō-dō. Hier stehen hunderte kleine Jizō-Statuen, die für verstorbene oder ungeborene Kinder aufgestellt wurden. Wow, einfach nur wow. Immer wieder ein toller Fotospot, wahrscheinlich auch einer der bekanntesten hier im Tempel.

Jetzt werde ich mir noch die Aussichten anschauen, mit denen man von hier aus einen schönen Blick über die Küstenlinie bei Kamakura hat. Oh, ich sehe gerade: In ein paar Wochen werden hier die Hortensien blühen. Dann kann man diese hier im Tempel bewundern.

14:15 Uhr: So langsam bekommen wir Hunger. Hmmm, aber was und wo sollen wir essen? Das Ganze ist hier in der Gegend sehr stark touristisch geprägt. Oha, hier scheint es ein eher lokaltypisches Restaurant zu geben. Und es gibt Okonomiyaki, genau das, was ich heute noch essen wollte. Dann mal rein.

Oh, das sieht wirklich urig aus. Zum Glück kann Tessa sehr gut Japanisch und klärt gleich alles mit dem Personal ab. Diese sind wirklich glücklich darüber, dass sie mit einem Ausländer Japanisch reden können und nicht auf Englisch kommunizieren müssen. Wir bekommen einen Tisch am Boden und lassen uns jetzt unser selbst zubereitetes Okonomiyaki schmecken.

15:00 Uhr: Das tat gut und wir haben uns jetzt dazu entschieden, doch noch den Fußweg nach Enoshima zu laufen. Wir wollen dazu an der Küste entlang gehen und so noch ein paar Aufnahmen von der Insel aus der Ferne machen.

Ah, da vorn ist schon das Meer. Aber das Wetter spielt gerade gar nicht mehr mit. Es setzt gerade ein ganz dezenter Nieselregen ein. Dann mal Basecap auf und hoffen, dass es nicht heftiger wird.

Whoa, wir haben endlich den Küstenabschnitt mit dem Blick auf Enoshima erreicht. Bei schönem Wetter würde man jetzt da hinten sogar den Mount Fuji sehen. Ich mache mal fix ein Foto und lass dies mit KI in den Schönwettermodus umwandeln. Alles klar, so sollte das also aussehen.

Im Übrigen fliegen hier sehr viele Falken herum. Ich weiß noch, dass es auf Enoshima Hinweisschilder gab, die wir heute auch in Kamakura gesehen haben, die vor Falken warnen, welche begierig auf das Futter sind. Die Falken fliegen aber hier auch wirklich tief. Sehr ungewohnt, aber schöne Vögel.

17:00 Uhr: Apropos Futter, wir haben gerade noch mal einen Stopp in einem Café eingelegt und uns leckere Soufflé-Pancakes gegönnt. Das sind die luftigen japanischen Pfannkuchen mit Sirup und Buttergeschmack. Die hatte ich davor auch noch nie gegessen. War lecker.

Jetzt laufen wir weiter zu unserem Zielbahnhof, von dem es nach Hause geht. Oh, wir sind gerade an der berühmten Stelle angekommen, die sich wegen der Anime‑/Enoden‑Szenerie zu einem der meistbesuchten „Hidden Viewpoints“ in Kamakura entwickelt hat: dem Slam-Dunk-Bahnübergang. Aber was mir sofort auffällt: Hier liegt auch viel Müll.

17:30 Uhr: Es wird Zeit, Abschied zu nehmen. Tessa benötigt jetzt noch rund 90 Minuten und ich rund eine Stunde zurück zu meiner Unterkunft. Für heute reicht es. Es war ein ereignisreicher Tag. Ich habe viele neue Dinge gesehen und bin von den Wanderwegen in Kamakura begeistert.

Noch ein letztes Foto von der „Enoden Line“, die auch heute von Touristen hoffnungslos überfüllt ist. Und ich sehe gerade, wir haben sogar noch mal Glück und die „One Piece Edition“ davon erwischt. Wenn das mal kein geiler Abschluss des Tages ist. Yippi.

07.05.2026 – Auf nach Kyoto

10:45 Uhr: Ich starte heute erst etwas später, da ich heute nach Kyoto fahre. Deswegen habe ich die Zeit zuvor gleich noch genutzt und ein paar Dinge erledigt.

Jetzt geht es aber mal los, auf nach Kyoto. Ich habe etwas Zeit, die ich nutzen werde, um noch ein paar Fotos zu machen. Bye, bye Tokyo.

Ich mache gerade eine intensivere Fototour, um alle möglichen Fotos zu erhalten, die ich eventuell zukünftig in meinen YouTube-Videos verwenden könnte. Eine der häufigsten Fragen ist schließlich immer wieder bei Reisenden, die das erste Mal nach Japan kommen, wie dies hier mit dem Nahverkehr und den Zügen funktioniert.

Ich glaube, jetzt habe ich genügend im Kasten und eine Bentobox für die anstehende Reise habe ich mir auch bereits gekauft. Die Auswahl an Geschäften war hier aber eher überschaubar. Jetzt mal schauen, von welchem Bahnsteig ich starte.

Oh, ich sehe gerade, ich habe echt Probleme mit meinem Mobilfunkanbieter für das Internet. Ich bekomme gerade gar keine Verbindung rein. Damit werde ich mich jetzt auseinandersetzen dürfen. Na super.

Zum Glück habe ich aber hier auf dem Bahnhof WLAN, sodass ich mich mit KI erst einmal an eine Lösung herantasten kann. Verdammt, funktioniert alles nicht. Dann doch den Support anschreiben.

12:05 Uhr: Mein Shinkansen trifft gerade ein. Das mit dem Internet konnte ich aber bisher immer noch nicht lösen. Mal schauen, ob ich im Zug Internet habe, um mit dem Support weiter zu kommunizieren.

Oha, heute sitzen aber viele Touristen in der Green Class. Das scheint sich herumgesprochen zu haben, dass diese Klasse angenehmer zum Reisen ist. Und ich dachte, ich hätte noch ein paar Jahre meine Ruhe. Aber dafür funktioniert das Internet und ich kann mit dem Support weiterschreiben. 

12:40 Uhr: Es geht gerade ein großes „Oh my God“ durch den Zug. Wir fahren nämlich gerade an dem Mount Fuji vorbei und einige Touristen können sich nicht zurückhalten, ihrer Freude lauthals Ausdruck zu verleihen.

Er ist heute aber wirklich hervorragend zu sehen. Da kann man richtig tolle Aufnahmen machen. Er zeigt sich eben in seiner Frühjahrspacht mit seiner typisch weißen Haube. Macht er super.

Ich habe es übrigens auch mit dem Support gemeinsam nicht hinbekommen, in der Zwischenzeit wieder mobile Daten zu bekommen. Deswegen bin ich jetzt auf „Plan B“ umgeswitcht.

Ich habe mir die App von einem weiteren Anbieter für Reise‑eSIM’s heruntergeladen und mir dort ein Datenpaket mit einem begrenzten Datenvolumen gekauft. Die Installation war einfach und jetzt habe ich wieder mobile Daten. Yippie.

14:15 Uhr: Ich bin in Kyoto angekommen und es wäre Quatsch, zu erwähnen, dass der Zug pünktlich war. Stattdessen werde ich dazu übergehen, es nur dann zu erwähnen, wenn die Züge unpünktlich sind. 😂

Jetzt aber erst einmal zum Hotel und einchecken. Zum Glück kann ich dies bereits seit 14 Uhr machen. Also sollte ich schnell mein Gepäck loswerden, sodass ich dann noch eine Runde durch Kyoto laufen kann. Ich freue mich darauf.

15:15 Uhr: Ich bin ready und starte jetzt zu meiner heutigen Tour. Der erste Tempel, der schon seit Längerem auf meiner To-Do-Liste steht, liegt nur 15 Minuten zu Fuß entfernt. Dann mal los.

Ich verstehe die Welt gerade nicht mehr. Wieso habe ich schon wieder kein Internet? Was ist denn jetzt schon wieder los? Nochmal alles fix prüfen. Alles klar, irgendwie hat es die eSIM herausgeworfen. Wieder aktivieren. Ach, und siehe da: Internet läuft.

Ich bin am Kyōō Gokoku-ji angekommen. Das ist der Tempel mit der fünfstöckigen Pagode, die man sofort sieht, wenn man mit dem Shinkansen nach Kyoto fährt.

1200 Yen Eintritt wollen sie haben. Aber das ist mir bereits bewusst, dass ich hier in Kyoto einiges an Eintrittsgeldern lassen werde. Die wurden im Übrigen in den vergangenen Jahren ordentlich angezogen. Bei meinem ersten Besuch lagen sie bei 100 bis 300 Yen. Unter 500 Yen geht heute hier nichts mehr.

Oh, ich sehe gerade, die Anlage wird am Abend ab 18 Uhr illuminiert. Dann werde ich wohl heute zweimal Eintritt bezahlen müssen. Aber das möchte ich mir anschauen.

Der Tempel wurde im Übrigen 796 gegründet, kurz nachdem Kyoto zur Hauptstadt geworden war. Da ich jetzt bereits in der Anlage bin, werde ich mir die Pagode noch mal genauer anschauen. Wow, das Teil ist wirklich imposant.

Ich lese gerade, dass die fünfstöckige Pagode (Gojū‑no‑tō) mit rund 57 Metern das höchste Holzgebäude Japans ist. Wobei die heutige Version  1643/1644 unter Tokugawa Iemitsu neu gebaut wurde, nachdem die alten Pagoden durch Brände zerstört worden waren.

Das Alter der Pagode sieht man ihr im Übrigen wirklich an. Ich bin gerade sehr beeindruckt von den Holzbildern, die sich in der Pagode befinden. Fotografieren ist hier aus gutem Grund verboten. Kamerablitze würden schnell die Farben verbleichen lassen.

Ich musste mich gerade zusammenreißen und das riesige Gelände verlassen. Man kann hier viel Zeit verbringen. Aber ich will noch einen weiteren Tempel besichtigen, der sich gleich um die Ecke befindet. Also damit meine ich 25 Minuten zu Fuß entfernt. Ich muss mich beeilen, denn leider schließen die Tempel nahezu alle zwischen 16:00 und 17:00 Uhr.

So, das markante Tor habe ich bereits gefunden. Aber wo geht es jetzt rein? Ah, da wahrscheinlich lang. Und ich muss mich gerade korrigieren. Hier verlangt man nämlich gar keinen Eintritt. Super, dann rein.

Wow, was für eine riesige Anlage. Gleich mal schauen, wie das Teil heißt. Aha, das ist der Nishi Hongan‑ji. Das soll eine der bedeutendsten Tempelanlagen des Jōdo‑Shinshū-Buddhismus sein. Und mir fällt gerade noch ein Begriff auf, „Sekte“. Was hat das jetzt damit auf sich?

Das ist wirklich interessant. 1602 spaltete Tokugawa Ieyasu (erster Shogun des Tokugawa-Shogunats) aus machtpolitischen Gründen die Bewegung in West- (Nishi) und Ost- (Higashi) Hongan‑ji auf, um ihren Einfluss zu begrenzen.

Die Bewegung gehört zu einer der größten buddhistischen Richtungen Japans mit Millionen von Gläubigen. Im Mittelpunkt steht Amida Buddha und der „Reine Land“-Glaube. Durch das Vertrauen in Amidas Gelübde und das Nembutsu‑Rezitationsgebet kann jeder, auch einfache Leute, Erlösung erlangen.

Zur Gründung des Tokugawa-Shogunats hatte diese Sekte nicht nur religiösen, sondern auch politischen und militärischen Einfluss. Deswegen musste Ieyasu diese Bewegung spalten, um die Reichseinigung, die gerade vollzogen war, nicht zu gefährden. Zumal damals bestimmte Bereiche im Land von Teilen der Sekte selbst verwaltet wurden.

17:00 Uhr: Ich mache mich wieder auf den Weg in Richtung Hotel, da ich vorher noch etwas essen möchte, bevor ich mir den illuminierten Tempel ansehe. Genau gegenüber von meinem Hotel habe ich einen Coco Ichibanya gesehen. Wenn das mal kein Zeichen ist. 😂

Ich laufe gerade an der Kyoto-Station vorbei und stimmt ja, hier gab es einen Dragon-Quest-Lawson. Dann mal fix rein und schauen, wie sie den gestaltet haben. Sehr witzig gemacht und für alle, die sich jetzt fragen, was das ist: Dragon Quest ist eine der bekanntesten Videospiel-Serien in Japan.

19:00 Uhr: Ich mache jetzt los zu dem illuminierten Tempel, den ich mir noch ansehen möchte. In Japan geht jetzt erst die Sonne unter oder nach deutschen Verhältnissen jetzt schon.

Whoa, ich sehe schon, das wird nicht die einzige Abendtour bleiben, die ich unternehmen darf. Da muss ich mir echt etwas einfallen lassen, zumal die Tempel zeitig öffnen und zeitig schließen und ich aber unbedingt auch Abendtouren mitnehmen möchte.

Ich bin am Tempel angekommen. Und ich kann jetzt schon sagen, das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich bin schon von den ersten Blicken begeistert. Das wird richtig gut werden.

Wow, ich bin sprachlos. Das Wetter ist perfekt, die Illumination ist perfekt und ich sehe sogar, dass ich in die beiden Hauptgebäude noch mal hineinkomme, die heute Nachmittag bereits geschlossen waren.

Wenn ich bedenke, dass ich jetzt für diesen Tempel 2200 an Eintritt bezahlt habe, also umgerechnet rund 14 €, dann ist das für europäische Verhältnisse echt geschenkt gewesen.

Ich bin gerade so happy, dass ich dies entdeckt habe, zumal die Illumination nur noch bis zum 10. Mai geht. Aber auch das ist etwas, was mir immer wieder passiert. Man muss halt mit offenen Augen eine Stadt erkunden, um lokale Events zu entdecken. Deswegen lohnt es sich auch, immer etwas länger in einem Gebiet zu bleiben.

Noch etwas fällt mir gerade auf. Es sind sehr viele Japaner unterwegs. Ich sehe nur sehr wenige Touristen. Das Ganze scheint eher ein Ereignis zu sein, das bei den Locals bekannt ist. Ich freue mich für sie, gerade bei den Touristenmassen, die hier täglich durch Kyoto pilgern. (verdammt, mich eingeschlossen).

Ich wundere mich aktuell, warum sich um den Teich eine Traube von Japanern bildet. Aber ich sehe gerade, dass in dem Teich der Haus- und Hofreiher gerade herumstolziert. Der lässt sich von den Anwesenden nicht beirren und macht sein Ding. Cooler Typ. Und für mich wird es Zeit, mich auf den Rückweg zu machen. Morgen geht’s weiter.

08.05.2026 – Kyoto: Washi Papier, Nishiki-Markt und Gion Viertel

09:00 Uhr: Auf geht’s zu meiner heutigen Tour hier in Kyoto. Heute treffe ich mich mit jemandem, die mir ein kleines Unternehmen zeigen wird. Alles soll sehr traditionell sein. Ich bin gespannt.

Aber erst einmal muss ich dorthin kommen und mich durch die Kyoto-Station navigieren. Von der Südseite bin ich schließlich noch nie in diese eingestiegen. Mal schauen, wo es hier langgeht. Aber ich sehe auch hier: Wenn man nicht hetzt, findet man sich easy zurecht.

10:00 Uhr: Ich bin an meinem Ziel, in Yagi, angekommen. Jetzt noch mal fix für kleine Jungs. Und ich glaube, ich muss nicht mehr erwähnen, dass auch hier die Toiletten extrem sauber sind. Ähh, und natürlich kostenfrei. 😂

Ich laufe jetzt noch etwas durch die Gegend, da ich noch ein paar Minuten Zeit habe. Wow, diese kleine Gemeinde liegt wirklich komplett eingebettet in den Bergen. Wenn ich das ganze Grün hier so sehe, kann ich mir sehr gut vorstellen, wie das hier aussieht zur Herbstlaubfärbung.

Mein Kontakt ist da und wir werden jetzt eine Washi-Factory besuchen. Washi ist das spezielle Papier, das hier in Japan hergestellt wird und eine einzigartige Qualität mit sich bringt. Dazu aber gleich mehr. Wir sind nämlich gerade angekommen.

Whoa, ich bin wirklich gerade erstaunt darüber, dass sich in diesem kleinen Areal eine Fabrik befinden soll. Ich hätte das als Wohnhaus ausgemacht. Oh, das ist eine Kombination von einer Fabrik und einem Wohnhaus. Wir werden gerade in das Wohnhaus hineingelassen.

Ich beobachte gerade, was jetzt hier alles passiert. Zuerst werden Visitenkarten getauscht. Dann bekommt der Inhaber der Fabrik von meiner heutigen Begleitung ein Geschenk überreicht.

Jetzt erzählt der Inhaber etwas über die verschiedenen Motive, die sie hier auf das Papier bringen. Sowie darüber, dass sie früher so etwas für Kimonos gemacht haben, aber der Markt für gefärbte Kimonostoffe stark rückläufig war. Deswegen sind sie auf Washi-Papier umgestiegen.

Alles klar, jetzt sind die grundlegenden Dinge ausgetauscht und wir werden uns noch die Fabrik anschauen. Diese befindet sich hier in einem Nachbargebäude. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht in die Farbe treten.

Okay, jetzt verstehe ich, wie das Ganze funktioniert und warum das Papier so teuer ist. Für jede Farbe gibt es eine eigene Schablone. Und die Farben werden nacheinander aufgetragen. Ich erfahre zudem, dass es für die verschiedenen Muster hier insgesamt über 3.000 Schablonen gibt.

Was macht das Papier aber so besonders? Durch die langen Bastfasern ist Washi sehr reißfest, flexibel und langlebig, obwohl es dünn und leicht bleibt. Ich habe den Inhaber mal gefragt, wie lange die Farben halten. Er meinte, sie hätten dies mal bei direkter Sonneneinstrahlung getestet und bestimmte Farben hätten auch nach 5 Jahren nichts an ihrer Intensität verloren.

Zudem lässt sich das Papier falten, nähen, laminieren, mit Lack überziehen oder mit anderen Materialien kombinieren, ohne dass es sofort bricht. Jedes Muster, das hier aufgebracht wird, ist von Künstlern gestaltet worden. Die farbenfrohen Muster stammen aus der Kansai-Region. Muster in Schwarz und Grautönen aus der Region aus Tokio.

12:30 Uhr: Das war wirklich interessant. Jetzt will meine Gastgeberin mit mir noch in ein spezielles Restaurant fahren. Das scheint etwas weiter wegzuliegen. Und so wie ich es sehe, geht es hier wirklich in die Berge hinein.

Wir sind nach einer Stunde Fahrzeit angekommen und ich kann nur sagen: Das Teil liegt wirklich im Nirgendwo. Ich hätte dies definitiv nicht das Restaurant ausgemacht. Aber das Gebäude alleine ist schon sehenswert. Dieses ist noch im Stil der typisch alten japanischen Häuser.

Okay, wir scheinen die einzigen Gäste zu sein. Meine Gastgeberin meinte nur, zur „Golden Week“ hätte man hier reservieren müssen, da der Laden komplett ausgebucht gewesen wäre. Ich bin mal gespannt, was die Spezialität ist.

Wir bestellen ein regionales Soba‑Teishoku, bei dem mehrere „Komfortgerichte“ zusammen in einem Set serviert werden: heißer Hühner‑Eintopf, kalte Soba mit Tororo und Reis mit Beilagen. Ich muss mir aber erst mal erklären lassen, was Tororo ist. Alles klar, Tororo wird aus roher Berg-Yam  gemacht, einer länglichen weißen Wurzelknolle.

14:30 Uhr: Wir sind fertig und ich kann nur sagen: Das war richtig lecker. Ich fühle mich weder zu voll noch übersättigt. Noch fix ein Foto von den Reisfeldern gemacht, die sich hier genau gegenüber befinden. Jetzt fahren wir zurück nach Kyoto.

So langsam verstehe ich, warum es viele gibt, die sich ein Auto ausleihen und hier aufs Land hinausfahren wollen. Das ist wirklich wunderschön hier in den grünen Bergen. Und ohne Auto würde man nicht herkommen. Keine Chance.

16:00 Uhr: Wir sind wieder in Kyoto angekommen, das heißt irgendwo am Rand von Kyoto. Ich werde jetzt zu meinem Ziel auf die andere Seite von Kyoto laufen. Das sind nur etwas über eine Stunde zu Fuß. Und ich benötige heute noch unbedingt Schritte. Dann mal los.

Ich bin im Zielgebiet angekommen. Aber es hat länger gedauert. Ich habe zwischendurch noch eine kurze Pause bei Tullys eingelegt. Und am Ende waren so viele Touristen auf der Straße, dass ich nur langsam vorangekommen bin. Jetzt bin ich wirklich im Touristen-Hotspot von Kyoto.

17:15 Uhr: Das Erste, was ich mir jetzt ansehen werde, ist der Nishiki-Markt. Ich glaube, es war eine gute Idee, erst jetzt hierherzukommen. Er ist immer noch ziemlich voll, aber bei weitem nicht mehr so voll, wie wir es beim letzten Mal erlebt haben.

2023 war ich schon einmal hier. Damals war das rund zwei Stunden eher und der Markt war komplett überlaufen. Ich bekomme aktuell aber bereits mit, dass der Großteil der Touristen scheinbar um 17 Uhr verschwunden ist.

Jetzt aber erst einmal Fokus auf die Geschäfte. Es gibt vor allem Foodbereiche, in denen man gemütlich einkehren kann. Und auch hier sehe ich: Ich würde überall einen Platz bekommen. Das sieht aber auch alles verdammt lecker aus.

Problem ist aktuell nur, ich habe keinen großen Hunger mehr. Ich bin schon hin- und hergerissen, was für eine Kleinigkeit ich noch essen werde. Aber was ich aktuell hier sehe, ist mir einfach zu viel. Trotzdem ganz klarer Tipp von meiner Seite: Wenn man nicht weiß, wo man essen gehen soll, dann ab 17 Uhr hier im Nishiki-Markt. Da findet man auf jeden Fall etwas.

Im Übrigen gibt es diesen Markt schon seit über 400 Jahren. 1615, als er schon länger existierte, wurde er offiziell als Fischmarkt anerkannt. Das erklärt eventuell auch, warum es hier so viele Fischrestaurants gibt. Erst 1927 wandelte sich dieser Markt zu der heutigen Shoppingstraße.

So, jetzt weiß ich auch, was ich essen werde. Ich bin gerade an einer Gyodon-Kette. Dieses Mal ist dies die Kette „Matsuya“. Es gibt hier am Eingang sogar eine Anleitung für Touristen, wie man in diesem Restaurant bestellt. Aber auch hier kann man am Automaten auf Englisch umschalten. Dann mal rein und was Kleines holen.

Das war genau richtig. Nicht zu wenig und nicht zu viel. Hat auch nur 780 Yen gekostet. Jetzt mache ich in das Gion-Viertel. Das ist das Geisha- und Maiko-Viertel hier in Kyoto.

Wow, das ist doch weitläufiger als gedacht. Ich werde mich deswegen heute nur auf den nördlichen Teil fokussieren. Lieber möchte ich mir Zeit nehmen und die einzelnen Gassen bewusst erkunden.

Das sieht schon wieder toll aus. Ich achte hier aber sehr genau darauf, dass ich nicht in eine Straße gerate, die für Touristen gesperrt ist. Bisher sehe ich aber noch kein Schild, das darauf hinweist.

Warum gibt es hier gesperrte Straßen? Das ist leider den unrühmlichen Taten von einigen Touristen zu verdanken. Diese verfolgten die Meikos und Geishas hier in dem Viertel, um ein Foto von ihnen zu machen. Daraufhin entschied man, bestimmte Straßen für Touristen zu sperren, um ihnen wieder etwas Privatsphäre zu verschaffen.

Aber wie bereits erwähnt sehe ich hier im nördlichen Bereich des Gion-Viertels bisher keine abgesperrten Bereiche. Stattdessen fallen mir immer wieder kleine Bars auf, die bewusst mit Geisha-Vorführungen werben.

Oh man, ich bin gerade an einer Ecke gelandet, an der mehrere Touristengruppen stehen. Das scheinen die berühmten Touren zu sein, bei denen Touristengruppen durch dieses Viertel geleitet werden. Das sind ganz schön viele pro Gruppe.

Und jetzt habe ich auch eine Seitenstraße entdeckt, mit einem Restaurant, an dem ebenfalls Touristen anstehen. Auch das ist eine solche Entwicklung, welche wir den sozialen Medien zu verdanken haben.

Durch Influencer werden bestimmte Restaurants empfohlen. Anschließend kann sich das Restaurant vor Gästen nicht mehr retten. Dabei existieren rings um das Restaurant viele weitere, die ebenfalls sehr gute Angebote haben. Nur dass in diesen dann niemand mehr drinnen sitzt.

Ich mache mich jetzt gemütlich auf den Heimweg. Wurde im Übrigen gerade von einem Auto angehupt, weil ich es verpeilt habe und mitten in einer Gasse stand, um ein Foto zu schießen. Ich habe mich natürlich entschuldigt.

Ich bekomme nämlich gerade mit, dass ich schon ganz schön fertig bin. Das waren heute doch viele neue Eindrücke. Aber ich habe auch langsam das Gefühl, für Kyoto reicht eine Woche auch nicht aus. Mal schauen, wie es die nächsten Tage wird.

09.05.2026 – Kyoto: Berge, Tempel, Schreine

08:45 Uhr: Los geht’s zu meiner heutigen Tour. Ich treffe mich gleich mit zwei Japanern, die mit mir heute eine Wanderung unternehmen möchten. Ich bin schon gespannt, ob das wirklich eine Wanderung wird. Aber erst einmal muss ich mit der U-Bahn zu unserem Treffpunkt.

Ich schaue mich ja gerade immer mal wieder nach cleveren Automatenlösungen um. Soeben entdeckte ich einen Automaten, an dem es Backwaren gibt. Aber was mich wirklich gerade begeistert, ist diese Wickelkabine hier. Ich kann mich nicht daran erinnern, so etwas schon einmal in Deutschland gesehen zu haben. Sehr clever und unabhängig von irgendwelchen Toiletten.

09:30 Uhr: Los geht’s! Wir müssen aber zuvor noch den zweiten Gastgeber für heute abholen. Er wohnt hier gleich um die Ecke. Und ich sehe gleich, das ist ein Gebiet, in dem nicht allzu viele Touristen unterwegs sind.

Wir sind bei ihm am Wohnhaus angekommen. Jetzt verstehe ich: Wir werden heute die Tour mit seinem Auto unternehmen. Ich habe mich schon gewundert, wie wir auf den Berg hinaufkommen, den wir heute besuchen wollen.

Auf geht’s in die Berge. Interessant finde ich gerade, dass mir mein zweiter Gastgeber erzählt, dass aktuell sehr viele Touristen bei ihm in der Gegend unterwegs sind. Das führt zu denselben Problemen, die wir auch in Europa haben, nämlich dass viele Einwohner wegziehen, weil die Apartments für Vermietungen auf Plattformen wie AirBnB freigeräumt werden.

Wir haben gerade eine Passstation passiert und sind an unserem ersten Aussichtspunkt für heute angekommen. Ich wundere mich, warum hier aktuell so viele Stative dastehen. Wir fragen mal schnell nach, warum das so ist. Alles klar, heute Abend soll es ein Feuerwerk geben. Das ist somit die japanische Variante von den Handtüchern der Deutschen, um den Platz vorab schonmal zu reservieren. 😂

Wow, ich bin einfach nur begeistert. Die Aussichten von hier sind wirklich richtig schön. Zudem haben wir heute sehr gutes Wetter erwischt. Und jetzt sind wir gerade an einem Punkt angekommen, an dem wir vom Gipfel auf beide Seiten hinabsehen können.

Die Sicht ist wirklich gut. Wir können sogar am Horizont die Skyline von Osaka sehen. Dort wollen wir heute auch noch mal hin und uns am Abend mit anderen Mitgliedern treffen.

Wir sind am Gebiet des Enryaku-ji-Tempels angekommen. Man sagt mir, dass wir jetzt hier rund zwei bis drei Stunden verbringen werden. Whoa, ich sehe gerade auf einer Karte, wie riesig das Gelände ist. Das hätte ich definitiv nicht an einem Tag mit den anderen Tempeln, die ich mir vorgenommen hatte, geschafft.

Jetzt darf ich aber erst einmal die Glocke hier läuten. Okay, ich bekomme noch eine kurze Instruktion vorab: beten, läuten und nochmals beten. Wir haben gerade so heftig geläutet, dass ringsherum die Japaner erschraken. Das war wahrscheinlich etwas zu heftig. Zum Glück ist die Glocke noch ganz. 😂

Das Gelände ist wirklich riesig. Aber wir gehen jetzt mal zum Haupttempel. Den kann man sich aktuell zwar nicht ansehen, da dieser komplett restauriert wird. Er ist eingepackt unter einer Halle. In diese gehen wir jetzt.

Wow, man kann sich hier live ansehen, wie der Tempel gerade restauriert wird. Das Gebäude ist aber auch so schon beeindruckend. Das erinnert mich sehr stark an meine Heimatstadt Dresden, in der ebenfalls immer viel restauriert wird. Das ist wirklich eine Handwerkskunst für sich, solche Gebäude wieder originalgetreu zu erhalten.

Wir gehen jetzt erst einmal eine Kleinigkeit essen und einen Kaffee trinken. Hier soll es ein Café geben, das von einem Mitglied aus meinem Businessnetzwerk gestaltet und eingerichtet wurde.

Wow, was für eine tolle Aussicht. Ich bestelle mir ein Matcha-Tiramisu. Okay, das muss ich mir genauer erklären lassen. Alles klar, ich verstehe. Auf das Tiramisu wird das chinesische Schriftzeichen von dem Tier meines Jahrgangs aufgebracht. Sehr coole Idee. Und jetzt lasse ich es mir schmecken.

12:30 Uhr: Wir fahren jetzt weiter zu einem weiteren Tempel, der sich hier befindet. Das ist der Saito, Shaka-do. Angekommen und ich sehe schon: Das Teil ist richtig alt. Wow, was für eine tolle Anlage. Der Tempel liegt mitten im Wald und man hat das Gefühl, dass er so alt ist, dass überall über ihn Moos gewachsen ist.

Ich übe gleich noch einmal die Waschzeremonie:

  1. Waschstab mit Schale in die rechte Hand und damit linke Hand waschen,
  2. dann Wechsel des Stabs in die linke Hand und die rechte Hand waschen,
  3. dann wieder zurück in die rechte Hand und mit der linken Hand den Mund waschen und zum Schluss
  4. den Stab über der Schale reinigen.

Das muss ich noch üben.

13:15 Uhr: Weiter geht es zum nächsten Tempel, der sich ebenfalls hier in den Bergen befindet. Das Teil scheint ebenfalls ein größeres Gebiet zu sein und heißt Eshindo. Ich kann immer wieder nur sagen: Ich liebe es, wie diese Tempel und Schreine hier in den Bergen integriert sind. Das ist einfach nur wunderschön.

Ich sehe, ich kann hier sogar noch einmal die Glocke läuten. Das könnte zur Gewohnheit werden. Und natürlich darf ich auch gleich noch mal die Waschzeremonie probieren. Okay, darauf muss ich achten, dass das Wasser nicht zurück in das Becken gelangt. Der Waschvorgang sollte immer außerhalb stattfinden, damit das Wasser im Becken nicht verunreinigt wird.

14:00 Uhr: Wir fahren jetzt zurück nach Kyoto und möchten dort das Auto abstellen, da es dann weitergeht nach Osaka. Dorthin wollen wir mit den Öffentlichen fahren, da ansonsten der Verkehr zu heftig wäre. Dann mal los.

Wir hatten gerade noch einen kurzen Zwischenstopp in einem 7-Eleven eingelegt. Immer wieder schön, dort fix was einzukaufen, wenn man was zu essen braucht. Jetzt sind wir angekommen, haben das Auto schon abgestellt und laufen jetzt gemütlich zur Station.

16:00 Uhr: Wir sind in Osaka angekommen. Das hat wieder mal alles sehr gut geklappt. Und ich habe erfahren, dass es eine direkte Verbindung von Osaka in das Zentrum von Kyoto gibt. Das ist gut für die nächste Tour zu wissen. So muss ich beim nächsten Mal nicht über die Kyoto-Station nach Kyoto fahren.

Jetzt geht’s auf zu dem Restaurant, in dem wir uns später noch mit anderen Japanern treffen werden. Ich bin schon gespannt, was mich dort erwarten wird.

22:00 Uhr: Wow, das ist mal wieder spät geworden. Der Austausch war gut und das Essen war richtig lecker. Aber ich habe auch mitbekommen, dass dies hier definitiv gehobene Gastronomie war.

Jetzt muss ich noch nach Kyoto zurückfahren und dann heißt es: ab ins Bett. Ich bin wirklich müde. Morgen mache ich mal eine entspannte Tour für mich, ohne irgendwelche Termine. So langsam artet das Ganze nämlich hier in Arbeit aus. 😂

10.05.2026 – Kyoto: Tengu, Japanische Gärten & Parkanlagen

08:00 Uhr: Los geht’s zu meiner heutigen Tour. Die nächsten drei Tage habe ich mal keine Termine und Verpflichtungen. Also genügend Zeit, um die Gegend in meinem Tempo zu erkunden.

Aber zuerst muss ich zum nördlichen Rand von Kyoto fahren. Etwas über eine Stunde Fahrzeit, sagt mir Google Maps. Dann mal ab in die U-Bahn und die Zeit gleich nutzen, um etwas zu lernen.

Ich bin am Umstiegsbahnhof angekommen. Das Gebiet ist wirklich ziemlich außerhalb und man sieht: Hier sind die Systeme rudimentär eingerichtet. Zum Glück hat mir Tessa verraten, dass ich bei solchen kleinen Bahnhöfen darauf achten muss, was die Ein- und Ausstiegsterminals sind, an denen man sich ein- und ausloggen darf. Guter Tipp.

Jetzt wurde ich gerade ordentlich verwirrt. Bei dem kleinen Bummelzug, mit dem ich jetzt hier fahre, konnte ich nur in den vorderen Waggon einsteigen. Zudem war ein Vater mit seinem Kind auf dem Bahnsteig, der nicht einstieg. Also gleich mal eine doppelte Verwirrung. Ich verstehe bisher nicht, warum der hintere Waggon nicht zum Ein- und Aussteigen ist.

Alles klar, jetzt habe ich das System verstanden. Einsteigen kann man im hinteren Teil, aber aussteigen tut man an den Stationen vorn, um sich auch auszuchecken. Ich bin jetzt aber schon angekommen und jetzt geht es zu meinem ersten Ziel für heute, dem Kurama-dera-Tempel.

Aber erst einmal muss ich von diesem hier ein Foto machen und schauen, was das ist. Alles klar, das ist ein Tengu, genauer gesagt der Kurama‑Tengu, ein Berggeist. Der Berg Kurama gilt als einer der klassischen Wohnorte der Tengu; speziell der „König der Tengu“ Sōjōbō soll hier leben.

Ich habe gerade den Eintritt zum Kurama-dera-Tempel bezahlt, waren nur 500 Yen, und jetzt werde ich mit der wahrscheinlich kürzesten Standseilbahn der Welt hier den Berg hinauffahren. Eine Fahrt kostet noch mal 200 Yen.

Ich hatte gerade echt Glück, dass ich zeitig da war, da hinter mir zwei größere Gruppen eingerückt kamen. Die haben nicht mehr alle in die Bahn gepasst. Und wenn man bedenkt, dass diese nur alle 20 Minuten fährt, dann hätte ich ganz schön lange warten müssen.

Jetzt geht es auch für mich zu Fuß den Berg hinauf. Schnell noch die Tempelreinigung durchführen, habe ich ja gestern fleißig geübt. Und jetzt die Stufen hinauf. Mein Ziel ist der Gipfel. Anschließend möchte ich wieder zurücklaufen.

Wow, ich bin schon wieder begeistert. Ich kann immer nur sagen: „Das ist einfach nur wunderschön, wie diese Tempelanlagen in den Bergen eingelassen sind. Und wenn ich den ganzen Ahorn hier sehe, kann ich mir gut vorstellen, wie das hier im Herbst aussieht. Absoluter Tipp.

10:15 Uhr: Ich bin oben angekommen. Hier oben gab es mal einen alten Zedernwald. Vereinzelt stehen noch ein paar Bäume da. Aber ich sehe auf der Übersichtskarte und auch hier vor Ort, dass es einen größeren Waldbrand gab.

Trotzdem wirkt das hier alles sehr idyllisch und beruhigend. Ein wirklich schöner Ort zum Entspannen, zumal ich aktuell noch der Einzige hier oben bin. War vielleicht eine sehr gute Idee, zeitig los zu machen.

Ich bin aktuell auf dem Rückweg und habe gerade eine kleine Pause eingelegt, als sich neben mir am Boden etwas bewegte. Als ich genauer hinsah, war dies eine Schlange. Deswegen gleich mal den Zoom ausgetestet und einen Schnappschuss von ihr gemacht. Sie war aber ganz schön schnell und wollte sich scheinbar nicht fotografieren lassen. 😂

Der Weg hinab ist im Übrigen auch wunderschön. Hier gibt es noch viele kleine Schreine links und rechts vom Weg, die man sich anschauen kann. Und soeben bin ich durch ein wirklich altes Tor gelaufen. Das war alles so mit Moos zugewachsen, einfach nur wunderschön.

Hier mal noch ein paar Informationen zu dem Tempel, die ich erhalten habe. Kurama gilt seit der Heian-Zeit als Schutzort für den Norden Kyotos und ist eng mit Berg- und Naturverehrung verbunden; viele Besucher kommen gezielt wegen der „Power Spot“-Atmosphäre und zum Meditieren.

Auffällig ist, dass vor dem Eingang zum Tempel und der Haupthalle keine Komainu (Löwenhunde), sondern ein Paar „A-un-Tiger“ die Anlage symbolisch bewachen. Das unterstreicht den Bezug zu Bishamonten, dessen Glückstag der Tiger-Tag ist. Kurama wird zudem als einer der Ursprungsorte der Reiki-Heilkunst betrachtet. Jetzt mache ich aber weiter, zum nächsten Tempel. Also wieder ein Stückchen zurück.

12:15 Uhr: Ich bin gerade am Renge-ji-Tempel angekommen. Das ist ein kleiner, versteckter Tendai-Tempel im Norden Kyotos, der vor allem für seinen wunderschönen Gartenteich und die Ruhe bekannt ist.

Im Übrigen hat der Zugführer, als ich aus dem Zug ausgestiegen bin, genau aufgepasst, dass ich mich auch am Automaten auschecke. Ich war auch der Einzige, der an der Station ausstieg. Damit ist auch dieses Rätsel endgültig gelöst, wie das Ganze funktioniert. Die passen hier auf. 😂

Jetzt aber zurück zum Renge-ji-Tempel. Das Highlight ist, wie bereits erwähnt, der Garten. Das ist ein Teichgarten, dessen Wasser vom Takano-Fluss gespeist wird und der voll mit Ahornbäumen und Moos ist. Den Eintritt von 500 Yen habe ich direkt in dem Gebäude bei einem Mönch entrichtet.

Da hier aber gerade alle Plätze mit Blick auf den Garten besetzt sind, laufe ich mal rüber zu dem kleinen Tempelgebäude. Oha, hier drinnen gibt es ein rundes Bild an der Decke von einem Drachen, einem sogenannten „Unryū-zu“ (Drachen in den Wolken). Dieser wirkt hier als Schutzsymbol über dem Altarraum.

Sehr groß war die Anlage nicht. Deswegen laufe ich gleich weiter zum nächsten Tempel. Fahren lohnt sich nicht, da die Fahrzeit ungefähr genauso lange dauern würde wie der Fußmarsch bis dorthin. Das sind rund 40 Minuten.

Das war eine gute Idee, den Weg zu Fuß zurückzulegen. So kann ich mir gleich noch etwas die Umgebung genauer anschauen. Das wirkt hier alles eher ländlich. Aber vor allem herrscht hier gerade eine extreme Ruhe.

13:00 Uhr: Ich bin beim nächsten Ziel, dem Enkōji-Tempel, angekommen. Jetzt noch fix die 800 Yen Eintritt bezahlt und dann rein. Wow, das Teil beeindruckt mich richtig. Gleich hier am Eingang gibt es einen größeren Steingarten. Der sieht echt schick aus.

Ich schaue mal schnell nach, worum es sich bei dieser Anlage handelt. Interessant, gegründet wurde Enkōji 1601 von Tokugawa Ieyasu (erster Shogun des Tokugawa Shogunats), ursprünglich nicht als Tempel, sondern als Schule zur Förderung von Bildung. Später wurde es dann ein wichtiges Zentrum für Gelehrte, Samurai und Mönche.

Super, ich habe eines der Highlights hier entdeckt, das Suikinkutsu. Das ist ein im Boden verborgenes Klanggefäß, in das Wasser tropft. Und man hat hier zwei Bambusrohre aufrecht hingestellt, über welche man den Klang hören kann. Echt schick.

Hier gibt es auch einen kleinen Bambushain. Der sieht auch schick aus. Und ich habe gerade mal nachgelesen, was es mit diesem wunderschönen Steingarten auf sich hat. Dieser Teil heißt „Honryū-tei“ (Garten des stürmischen, rasenden Drachen) und stellt mit seinen Steinformationen einen Drachen dar, der durch ein Meer aus Kies und im Herbst, Herbstblättern fliegt. Interessant. Jetzt mache ich weiter zum nächsten Tempel.

14:30 Uhr: Ich bin bei meinem nächsten Ziel, dem Ginkaku-ji-Tempel, angekommen. Ich habe mir soeben auch noch etwas richtig Leckeres gegönnt, nämlich ein Eis mit Honig. Diese Kombination hatte ich bisher noch gar nicht gegessen. Und ich kann nur sagen: wirklich sehr gut.

Whoa, wieso stehen hier so viele Leute an? Da muss ich gleich mal nachschauen, was das für einen Grund hat. Alles klar, nämlich weil er einer der berühmtesten Zen-Tempel Kyotos ist, UNESCO-Welterbe, und als Geburtsort eines großen Teils der „klassischen“ japanischen Kultur gilt. Interessant, und ich bin gespannt.

Wow, wirklich sehr schön, und hier um den großen Sandhügel bilden sich gerade Fotogruppen. Was hat es damit auf sich? Alles klar, der große Sandkegel heißt Kōgetsudai („Mondschauplattform“). Er wird oft als abstrahierte Form des Fuji interpretiert und soll in klaren Nächten als symbolischer Platz dienen, um den Mond über dem „Silbermeer“ zu betrachten.

Im Übrigen ist dieser ganze feingehackte Sand, der hier Wellenmuster bildet, eine Abbildung des Ozeans, also des Meeres. Das wurde mir erstmals richtig bewusst durch die Neuverfilmung von „Shogun“. Vorher hatte ich keine Ahnung, warum man den Sand so gestaltet.

Hier vorn geht ein Weg nach oben, von dem aus man wahrscheinlich einen schönen Blick auf die gesamte Anlage hat. Zum Glück lösen sich hier auch die Menschenmassen etwas auf. Oder ich bin einfach schon so spät hier, dass der Großteil bereits durch ist.

Der Pavillon, der hier in der Mitte steht, heißt im Übrigen „silberner Pavillon“. Das Ganze ist zwar etwas irreführend, da der Pavillon nicht wirklich silber ist, aber man vermutet, dass ursprünglich einmal geplant war, ein Gegenstück zu dem „Goldenen Pavillon“ hier zu erschaffen und diesen wirklich mit Silberfolie zu überziehen.

15:00 Uhr: Wirklich lange habe ich es aber nicht gebraucht. Durch die vorgegebene Route und die Menschenmassen läuft man hier in gemächlichem Schritt den anderen hinterher. In den anderen Anlagen konnte ich mich dagegen viel freier bewegen.

Jetzt mache ich weiter zu meinem nächsten Ziel für heute. Die Strecke werde ich ebenfalls zu Fuß ablaufen, da sie an einem schönen Bach entlang führen soll. Ich lasse mich überraschen, was ich zu sehen bekomme. Aber mit Tempeln ist heute wahrscheinlich erst einmal Schluss. 😂

16:00 Uhr: Ich bin bei meinem nächsten Ziel für heute angekommen, dem Murin-an-Garten. Zu dem Garten gehört eine Villa, welche von einem der mächtigsten Politiker in der Meiji-Zeit zwischen 1894 und 1896 gebaut wurde.

Der Meiji‑Politiker Yamagata Aritomo errichtete diese Villa als Privatvilla. 1941 ging die Anlage von der Familie Yamagata an die Stadt Kyoto über. Dann mal die 1.000 Yen Eintritt bezahlt und rein geht‘ in die Anlage.

Aber was ist an diesem Ort so besonders? Der Garten wurde von Ogawa Jihei VII. (Ueji) gestaltet, dem Star‑Gartenmeister der Meiji-Zeit. Sein Stil wurde später zum Standard moderner japanischer Gärten.

Zudem fand hier am 21. April 1903 die sogenannte „Murin‑an-Konferenz“ statt, bei der Yamagata Aritomo, Itō Hirobumi, Katsura Tarō und Komura Jutarō Japans Kurs gegenüber Russland besprachen. Das war faktisch eine Weichenstellung vor dem Russisch‑Japanischen Krieg, bei dem später das erste Mal eine asiatische Macht eine westliche Macht besiegte.

Das mit dem Gartenmeister Ueji interessiert mich jetzt genauer. Mal schauen, was der noch so für bekannte Gärten gestaltet hat. Und vielleicht kenne ich einen dieser bereits.

Ich sehe, zwei der Gärten befinden sich hier in unmittelbarer Nähe. Der eine schließt um 18 Uhr und der andere hat rund um die Uhr geöffnet. Na dann weiß ich doch, was ich mir jetzt noch anschauen werde. Zumal sich im zweiten Garten eines meiner Ziele befindet. Auf geht’s.

16:45 Uhr: Hmm, ich bilde mir ein, hier war ich schon einmal. Denn den Heian-jingū-Schrein habe ich definitiv 2018 schon einmal besucht. Soweit ich mich noch erinnern kann, bin ich auch in der dahinterliegenden Gartenanlage gewesen. Aber es kann durchaus sein, dass ich damals nicht mehr viel Zeit hatte. 

Aber spielt doch alles keine Rolle. Schnell die 600 Yen bezahlen und danach rein in die Anlage. Wow, hat sich schon gelohnt. Einfach nur schön. Und da ich heute Zeit habe, werde ich gemütlich durch die Anlage laufen.

Ich habe mir gerade mal ein paar Infos geben lassen. Der Garten Heian-jingū Shin’en ist so etwas wie Ogawa Jiheis „Showroom“: ein riesiger Rundweg-Garten, der einem in vier Bereichen zeigt, was ein moderner Meiji-Garten kann.

An einer Stelle bin ich über Steine in einem Teich gelaufen und habe später erfahren, dass dies der Rücken eines Drachens sein soll. Und bei der überdachten Brücke Taihei‑kaku sehe ich gerade, dass man sich hier Futter kaufen und damit Karpfen, Schildkröten und Enten im Teich füttern kann. Sehr witzig. Und jetzt? Weiter zum nächsten Ziel.

18:00 Uhr: Angekommen an meinem letzten Ziel von heute, dem Maruyama-Park. Dieser Park wurde ebenfalls von dem Gartenmeister Ueji gestaltet. Das Gute hier ist, er ist kostenfrei und rund um die Uhr geöffnet. Und es gibt aktuell noch einige Leute, die hier herumspazieren.

Aber ich bin auch wegen etwas anderem hierher gekommen. Und zwar wegen der Statuen von Sakamoto Ryoma & Nakaoka Shintaro. Damit habe ich alle drei wichtigen Statuen von Sakamoto Ryōma gesehen: die in Nagasaki, letzte Woche die in Tokyo und jetzt hier in Kyoto.

Ich werde jetzt zurück ins Hotel machen und unterwegs vielleicht noch eine Kleinigkeit essen. Das ist heute etwas zu kurz gekommen, aber war kein Problem.

Was ich jedoch schon wieder sagen kann, ist: Der Tag war der Hammer. Ich habe auf dieser Tour schon wieder so viele neue Tempel und Schreine entdeckt, die ich mir ebenfalls noch ansehen möchte. Alleine dafür bräuchte ich einen weiteren Tag.

Jetzt durfte ich gerade noch einmal miterleben, wie hier manche Buslinien komplett von Touristen überfüllt sind. Ich gehe davon aus, dass die Linien, die zur Kyoto Station zurückfahren, immer ziemlich voll sind. Als ich einstieg, war der Bus nach Leer. Zwei Stationen später war er gerammelt voll. Echt crazy.

Ich habe mir jetzt in der Kyoto-Station noch etwas zu essen organisiert. Ursprünglich wollte ich Ramen oder Gyōdon essen, habe mich dann aber für Mapu-Tofu entschieden. War lecker, doch was ich bisher auch noch nicht erlebt hatte, war, dass ich ein Getränk mitbestellen musste. Wenn ich damit fertig bin, geht es dann aber wirklich zurück ins Hotel.

11.05.2026 – Nara & Kyoto: Rehe, Aussichten & Gion

08:30 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour nach Nara. Dazu möchte ich einen neuen Zuganbieter austesten: die Kintetsu-Line. Mit der Expressline soll man nur 30 Minuten bis Nara benötigen. Dann mal los.

Whoa, den Eingang zu der Linie zu finden, war schon ziemlich umständlich. Dafür ging der Kauf des Spezialtickets am Automaten in der Zwischenzeit sehr schnell. Übung macht eben doch den Meister. 😂

09:30 Uhr: Ich bin in Nara angekommen. Das ging wirklich schnell und die Fahrt war richtig angenehm. Ich habe diese gleich genutzt, um noch etwas zu lernen und jemandem eine KI‑Instruktion zu geben.

Jetzt werde ich mir erst einmal für heute noch eine kleine Wegeration organisieren. Dann mal schnell in den Lawson hier rein und etwas geholt. Erledigt, und los geht es zu meinem ersten Ziel für heute.

Ich muss schon wieder herzlich lachen, wenn ich sehe, wie die Touristen vor den Rehen fliehen. Dabei signalisiert man ihnen sehr einfach, dass man nichts zu essen dabei hat. Einfach beide Hände zeigen, dass man kein Futter dabei hat, und schon lassen Sie einen in Ruhe und ziehen weiter.

Aber die Attacken der Rehe hier, wenn sie Futter wittern, durften wir auch 2023 in Nara miterleben. Da hat jemand von unserer Gruppe ganz schön die Flucht ergreifen müssen. Das mussten wir damals auch erst lernen, wie man das entspannt löst. 

Mein erstes Ziel für heute ist im Übrigen der Mount Wakakusa. Dafür muss ich natürlich einen Berg hinauf, der sich am Rand des Nara-Parks befindet. Für diesen wird im Übrigen eine kleine Eintrittsgebühr von 150 Yen verlangt. Die bezahle ich mal fix. Und los geht es den Berg hinauf. 

Ich habe mich gerade gewundert, warum der Berg so kahl ist. Aber laut den Fotos auf Google Maps muss es hier 2022 einen größeren Waldbrand gegeben haben. Gleich mal gegenchecken. Ah, ich lese gerade, das ist gar kein Waldbrand gewesen. Das ist ein offizielles Fest, bei dem der Hang abgefackelt wird. Das Event heißt Wakakusa Yamayaki.

10:45 Uhr: Ich bin oben angekommen und habe nebenbei gleich erfahren, dass „Wakakusa“, der Name des Berges,  „junges Gras“ bedeutet. Deswegen wird der Hügel auch so grün gehalten. Zudem sehe ich gerade, wie Japaner hier junge Triebe entfernen.

Aber was wirklich beeindruckend aussieht, ist der Blick über Nara. Das sieht echt toll aus und ist auf jeden Fall zu empfehlen. Im Übrigen befindet sich kurz vor dem Gipfel eine zweite Kasse. Hier würde man Eintritt bezahlen, wenn man von der anderen Seite kommt. Aber mit seinem Ticket kann man raus und auch wieder rein. Sehr smart.

Ich laufe jetzt weiter zum Kasuga-Taisha-Schrein. Auch in diesem war ich 2023 schon mal und kann nur sagen: Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Diesmal fokussiere ich mich aber auf die Umgebung, die ebenfalls faszinierend ist. Tausende Steinlaternen stehen hier, aber die genaue Anzahl kennt man nicht. Und natürlich gibt es auch hier wieder zahlreiche Rehe.

12:45 Uhr: Ich bin gerade weiter nach Naramachi gelaufen. Das ist die historische Altstadt und das ehemalige Kaufmannsviertel von Nara. Hier soll es viele schöne schmale Gassen geben und Häuser, die sehr alt aussehen.

Bisher finde ich es schon sehr schick hier. Aber vor allem ist hier gefühlt viel weniger los als im Nara-Park. Kann aber auch im Allgemeinen daran liegen, dass ich gerade das Gefühl habe, dass hier weniger Touristen sind als bei unserem letzten Besuch.

Weiter geht’s zu einem Garten, der bei mir auf der To-do-Liste für heute noch steht. Ich laufe ein wenig im Zickzack durch die Gassen, um mich noch etwas inspirieren zu lassen. Oh, ich komme gerade an einem Tempelkomplex vorbei. Den hatten wir, glaube ich, beim letzten Mal nicht mit besucht.

Okay, das ist der Kōfuku-ji Tempel. Wenn ich in diesen wollte, müsste ich jetzt 1.200 Yen Eintritt bezahlen. Aber Tempel und Schreine werde ich morgen wieder genügend haben. Deswegen lasse ich diesen heute mal links liegen.

13:30 Uhr: Ich bin jetzt am Isuien Garden angekommen. Gleich mal schauen, was das ist. Alles klar, das ist ein traditioneller Spaziergarten (kaiyūshiki-teien) mit Wegen um Teiche, kleinen Hügeln, Brücken und Teehäusern. Er soll der einzige Garten dieser Art in Nara sein.

Dann mal fix die hier 1.200 Yen Eintritt bezahlt und rein. Oh, das sieht wirklich sehr schön aus. Allerdings sind ein paar Gebäude aktuell eingerüstet, weswegen die Atmosphäre etwas verloren geht. Die muss ich beim Fotografieren irgendwie ausblenden. 😂

Ich sehe gerade, hier nebenan gibt es gleich einen zweiten Garten, den Yoshikien Garden. Der Eingang ist etwas versteckt. Aber dafür ist er kostenfrei. Na, mal schauen, was mich hier drin erwartet.

Whoa, der sieht aber auch sehr schick aus. Und der zieht sich hinten ganz schön weit um die Ecke. Das wirkte von außen alles viel kleiner. Was mich jedoch richtig wundert, ist: Hier ist fast niemand. Der Garten wirkt gefühlt nahezu ausgestorben. Absoluter insidertipp.

14:30 Uhr: ich mache jetzt wieder zurück nach Kyoto. Ich möchte heute Abend noch eine Tour durch das Gion-Viertel machen. Dann mal zurück zur Station.

Eins muss ich aber wirklich sagen: Nara ist einen Ausflug wert. Alleine schon wegen der Rehe lohnt es sich, hierherzukommen. Die sind hier in der Umgebung des Nara-Parks wirklich überall. Echt witzig.

16:30 Uhr: Ich habe mich kurz in meiner Unterkunft frisch gemacht, da es heute doch etwas wärmer ist als die letzten Tage. Jetzt mache ich noch mal los und mein erstes Ziel ist ein gutes Curry. Hatte ich jetzt schon seit drei Tagen nicht mehr. 😂

Ich hätte wirklich gerne mal eine andere Curry-Kette ausgetestet, aber leider gibt es im Zentrum keine Alternative. Dann eben doch wieder Coco Ichibanya. Oh, ich sehe, hier gibt es noch die Maskottchen, welche ich versucht hatte, letztes Jahr zu bekommen. Dann nehme ich doch gleich einen mit.

Jetzt werde ich im Zickzack zu meinem Ziel, dem Gion-Viertel, laufen. 20 Minuten meint Google Maps, aber ich werde mir mehr Zeit lassen. Die goldene Stunde bricht nämlich gleich an und das heißt: super Licht für Fotos.

Wow, was für schöne Straßenzüge es hier schon wieder gibt. Aber ich verstehe nicht, warum hier so wenig los ist. Ich hätte viel mehr Andrang hier erwartet. Aber wer weiß, vielleicht bin ich noch nicht am Ziel.

Ich quere gerade den Kamo-Fluss. Hatte ich schon erwähnt, dass die Lichtverhältnisse aktuell sehr gut sind? Und wenn ich mir hier so die Uferpromenade ansehe … Hmmm, eventuell muss ich die auch noch mal ablaufen. Mal schauen, wann ich das mache.

Auf der anderen Straßenseite ist im Übrigen gerade sehr viel los. Da werden scheinbar aktuell mehrere Schulklassen in Busse eingeladen. Dementsprechend viel Gedrängel ist hier auch gerade, da hier zudem sehr viele Touristen unterwegs sind.

Ich bin im Übrigen gerade im südlichen Teil des Gion-Viertels angekommen. Aber auch hier fühlt sich noch alles sehr ruhig an. Na dann suche ich mal weiter.

Oha, ich habe soeben die erste Gasse gefunden, die für Touristen gesperrt wurde. Und jetzt weiß ich endlich auch, wie die Verbotsschilder aussehen. Komisch ist nur, dass ich da hinten Touristen laufen sehe. Haben die das Schild übersehen?

OMG, was ist hier los? Ich bin gerade auf der Hanamikoji-dori. Und das scheint die berüchtigte Straße zu sein. Hier stapeln sich die Touristen übereinander. Und hier gibt es auch jede Menge Verbotsschilder, die darauf hinweisen, dass man nicht in den privaten Gassen fotografieren darf.

Ich verstehe immer besser, warum man diese Regeln eingeführt hat. Gerade sah ich ein Taxi vorbeifahren, in dem eine Geisha drinsaß. Einige Touristen haben sich hier benommen wie Paparazzi. Einfach das Handy draufgehalten und fotografiert, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich werde jetzt noch etwas kreuz und quer laufen und mir die einzelnen Gassen ansehen. Geishas habe ich im Übrigen bis auf die eine im Taxi und ich glaube, das andere war eine Maiko hier in dem Gebiet nicht gesehen.

Was der Unterschied zwischen Geishas und Maikos ist, habe ich im Übrigen auch durch eine Netflix-Serie erfahren. Die Serie heißt „Maiko“ und ist richtig gut gemacht. Viele der Szenen wurden hier in Kyoto gedreht. Ein wirklich schönes japanisches Drama (muss ich mir nochmal ansehen).

Whoa, was ist das hier für ein Tempel? Gleich mal schauen. Oha, das ist der Kennin-ji-Tempel. Das Gelände ist wirklich riesig. Aber natürlich ist der offiziell schon geschlossen. Trotzdem kann man sich hier bewegen wie in einem Park. Kommt bei mir auf die To-do-Liste.

Ich bin auf jeden Fall für heute durch und mache mich zurück ins Hotel. Waren heute wieder rund 30.000 Schritte. Und ich sehe gerade auch über 250 Fotos und Videos. Gute Ausbeute. 😂

12.05.2026 – Kyoto: Steingärten, Schreine und die Burg des Shogun

08:30 Uhr: Auf geht’s zu meiner heutigen Tour. Heute wird es wieder viele Tempel und Schreine geben. Und ich werde es heute auch wieder so machen wie beim letzten Mal. Zuerst fahre ich zu dem äußeren Tempel und werde von dort aus dann gemütlich mich rückwärts bewegen.

Aber erst einmal muss ich von der U-Bahn in eine Buslinie umsteigen. Und so wie ich das sehe, ist das das erste Mal, dass ich in einem Bus-Terminal umsteigen darf. Die sehen aber wirklich professionell aus und sind mit nichts zu vergleichen, was ich aus Europa kenne. Das Ganze wirkt wie eine vollverglaste U‑Bahn-Station. Sehr beeindruckend.

09:30 Uhr: Ich bin am Shōden-ji-Tempel angekommen. Was für eine Ruhe hier. Das Teil liegt wirklich sehr abgeschieden. Und es gibt hier auch einen kleinen Bambushain. Den schaue ich mir mal fix an.

Okay, sehr groß war dieser nicht. Jetzt geht es weiter zu dem kleinen Tempel. 500 Yen Eintritt noch bezahlen und dann rein. Oh, was für ein schöner kleiner Steingarten. Alles überschaubar und ich bin hier wirklich der Einzige. Zen-Ruhe pur.

Mir werden gerade drei Tafeln mit Zeitungsausschnitten und dem Hinweis auf David Bowie gezeigt. Gleich mal schauen, was es damit auf sich hat. Alles klar, die Ausschnitte erzählen die Geschichte, dass David Bowie Anfang der 1980er hier in Shōden‑ji war, um einen TV‑Werbespot zu drehen. Der Garten hat ihn so bewegt, dass er Tränen vergoss.

1980 drehte David Bowie in Japan die Werbung für den Shochu „Jun“ von Takara; dabei wurde unter anderem im Garten von Shōden‑ji gefilmt, mit dem Instrumentalstück „Crystal Japan“, das er eigens für den Spot komponierte. Was ich auch interessant finde, ist, dass Bowie den Tempel persönlich auswählte, da er Kyoto gut gekannt haben soll.

10:00 Uhr: Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten Spot für heute. Ich schaue mal fix, wie weit dieser entfernt ist. Alles klar, sind nur rund 30 Minuten zu Fuß. Mit dem Bus würde es genauso lange dauern. Dann laufe ich mal los.

Heute ist im Übrigen scheinbar hier gerade Müllabfuhr. Ich sehe überall am Straßenrand Müllsäcke, die zum größten Teil mit Netzen geschützt werden. Der Grund dafür ist, dass man verhindern möchte, dass Tiere sich über den Müll hermachen, im Besonderen Krähen.

10:30 Uhr: Ich bin jetzt am Imamiya-Schrein angekommen. Dieser Schrein diente ursprünglich zur Abwehr von Seuchen. Heute wird hier für Gesundheit und den Schutz vor Unglück gebetet. Ich lese auch gerade, dass dieser berühmt für sein Süßgebäck Aburi‑Mochi sein soll. Das muss ich dann gleich mal probieren.

Wow, der Schrein ist wirklich schick und sehr ruhig. Kaum Touristen sind hier unterwegs. Ich bewege mich nahezu alleine über das Gelände. Ich sehe hier sehr viele alte Gebäude. Das Ganze wirkt sehr idyllisch. Jetzt schaue ich mal, wo ich die Abori-Mochis herbekomme.

Alles klar, hier am Ausgang befinden sich die beiden Läden. Die scheinen hier miteinander zu konkurrieren. Okay, wie läuft das hier ab? Wie bekomme ich meine Mochis? Erst einmal beobachten. Scheinbar muss ich mich nur hinsetzen und dann wird mir alles an den Platz gebracht. Und es gibt, so wie es aussieht, auch Tee. Dann mal hinsetzen und abwarten.

Okay, genauso funktioniert das. Ich werde noch darauf hingewiesen, dass man hier nur bar bezahlen kann. Dann erhalte ich sofort einen Tee. Und jetzt, etwas später, habe ich auch meine Mochis bekommen. Na dann lasse ich mir das mal schmecken. Was ich später bezahlen soll, wird mir im Übrigen mit einer gelben Plastikmarke markiert. Schlaues und einfaches System.

Das war lecker. Jetzt geht’s weiter zum nächsten Tempel, der sich hier gleich um die Ecke befindet: der Daitoku‑ji. Oh Mann, das ist ja eine riesige Anlage. Aber besonders schön finde ich, dass sich diese gefühlt in einen Kiefernwald eingebettet befindet.

Hmm, viele der Bereiche sind geschlossen. Hier komme ich gar nicht rein. Und durch die hohen Mauern sieht man auch nicht, was sich dahinter verbirgt. Mal fix recherchieren. Alles klar, das ist typisch für diesen Tempel. Die einzelnen Bereiche sind immer nur temporär geöffnet.

Oh, ich habe gerade einen offenen Bereich entdeckt. Mal schauen, was das ist und wo ich hier bin. Alles klar, ich befinde mich gerade am Kohrin-in. Und ich werde darauf hingewiesen, dass es ein Kombiticket gibt. Kurzer Blick aufs Bild: Japp, gekauft, auch der Zweite wird sich lohnen. Jetzt aber rein.

Wow, was für eine schöne, ruhige Anlage. Der Steingarten sieht wirklich sehr schick aus. Aber auch die Gartenanlage um das Hauptgebäude ist wirklich beeindruckend. Hat sich gelohnt, dieser kleine Abstecher. Weiter geht’s zum zweiten Spot.

Schon angekommen und schnell das Ticket gezeigt und dann rein in den Oubai-in. Was ist das hier? Das flasht mich jetzt komplett. Ich laufe hier durch eine grüne Mooslandschaft. Und ich sehe schon, hier scheint es einen weiteren schönen Steingarten zu geben.

OMG, das ist kein Steingarten, das ist ein Steingarten-Areal. Die Steinflächen ziehen sich hier wie ein Flussbett durch die gesamte Anlage und münden in Abschnitte, die das Meer darstellen sollen. Ich bin sprachlos. Aber auf jeden Fall wird das Teil hier einer meiner absoluten Favoriten in Kyoto.

Ich bin gleich weitergelaufen zum Myōren‑ji-Tempel. Das waren auch nur 15 Minuten zu Fuß. Meine Routenplanung für heute fühlt sich wirklich gut an. Jetzt aber erst einmal kurz hinsetzen und schauen, was der Tempel zu bieten hat.

Ich mache es aktuell immer so, dass ich bei jedem Spot eine kurze Pause einlege und mir dann mit KI die Highlights der Anlage geben lasse. Und bei diesem Tempel hat er mir zwei interessante Spots verraten. Einerseits gibt es hier einen weiteren schönen Steingarten. Und es soll ein Grab existieren, in dem die Haare der 46 Ronins begraben worden sind, von denen ich mir die Gräber vor zwei Wochen in Shinagawa angesehen habe. Dann mal schauen, wo sich was befindet.

Whoa, das ist echt ärgerlich. Ich wurde gerade ganz höflich darauf hingewiesen, dass heute geschlossen ist. So wie es aussieht, findet heute eine private Veranstaltung statt. Ich lese auch gerade auf einem Schild, dass jeweils am 12. eines Monats es eine Meditationsrunde gibt. Das ist wahrscheinlich genau diese Runde, weswegen ich nicht hineinkomme.

Aber kein Problem, dann mache ich eben weiter zu meinem nächsten Ziel für heute. Auf jeden Fall war ich jetzt schon an diesem geschichtsträchtigen Ort und vielleicht klappt es die Tage oder beim nächsten Mal doch noch. Los geht’s, das nächste Ziel ist 20 Minuten zu Fuß entfernt.

13:15 Uhr: Und schon bin ich beim nächsten Ziel, dem Kitano Tenman-gū‑Schrein, angekommen. Mal schauen, wofür dieser Schrein bekannt ist. Aha, das ist der Hauptschrein für den Gelehrten‑Gott Sugawara no Michizane mit Fokus auf Lernen, Kalligrafie, Pflaumenblüten und dem Flohmarkt „Tenjin‑san“.

Gegründet wurde dieser 947 nach Michizanes Tod, um seinen zornigen Geist zu besänftigen, nachdem er zu Unrecht verbannt worden war. Michizane wurde später als Tenjin, Gott des Lernens, Dichtens und der Kultur, vergöttlicht. Der Schrein Kitano ist somit der Hauptschrein für ca. 12.000 Tenman‑/Tenjin‑Schreine in Japan.

Das Gelände ist aber auch wirklich groß. Und es scheint hier noch mehrere abzweigende Bereiche zu geben. Ich lese auch gerade etwas von einem Festival, welches hier bis zum 26. Mai stattfindet. Und so wie es aussieht, gibt es hier einen illuminierten Bereich. Hmm, scheint so, als müsste ich am Abend noch mal wiederkommen.

Ich war gerade etwas geschockt, als ich die Toilette hier bei dem Tempel gesehen habe. Das Teil ist eine größere Anlage, aber eines der Klos war so verschmutzt, da bin ich wieder hinausgegangen. Da hat wahrscheinlich jemand versucht, sich auf die Toilettenbrille zu hocken und diese nach östlicher Art zu benutzen. Einfach widerwärtig und so etwas sieht man hier wirklich nur sehr selten.

Ich laufe jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel, dem Ryoan-ji mit dem wahrscheinlich bekanntesten Steingarten in Kyoto. Zeit bis dorthin: rund 25 Minuten zu Fuß. Whoa, ich sehe gerade, hier gibt es leckeres Eis. Da werde ich wohl mal eine kleine Pause einlegen. Habe ich mir verdient. 😂

Ich habe gerade auf dem Weg zum Tempel diese niedliche kleine Bahn entdeckt. Ich kann immer nur jedem empfehlen, Städte in Japan zu Fuß zu erkunden. Hier gibt es einfach immer wieder so viel zu entdecken.

14:30 Uhr: Ich bin angekommen und habe wirklich Glück. Hier steht niemand an, obwohl vor mir gerade eine riesige Reisegruppe eingerückt ist. Dann mal das Ticket für 600 Yen gelöst, ziemlich günstig, wenn man bedenkt, dass dies einer der bekanntesten Spots in Kyoto ist.

Ich bin gerade wirklich überrascht, wie groß die Anlage ist. Ich dachte, hier gibt es nur einen kleinen Bereich mit dem Steingarten und das war’s. Aber das ist hier ein kleiner Komplex am Berg. Mein erster Eindruck: sehr schön.

Ich habe mir gerade den Steingarten angesehen und ja, er ist wirklich schön. Aber die Ruhe, die man hier eigentlich genießen soll, kann man nicht genießen aufgrund der vielen Touristen. Da waren die anderen Anlagen, die ich heute gesehen habe, um einiges besser und spiritueller.

Zudem verstehe ich nicht, warum dieser Steingarten so im Fokus steht. Wenn ich mir die restliche Anlage ansehe, ist jeder Bereich für sich ein kleines Highlight. So wie ich dies aktuell aber beobachte, rammeln alle zu dem Steingarten, machen dort ihre Fotos und dann geht’s gleich zurück zum Ausgang. Sehr schade eigentlich.

15:15 Uhr: Weiter geht es zu meinem nächsten Ziel. Da dies zu Fuß über eine Stunde entfernt wäre und um 17 Uhr schließt, werde ich jetzt den Bus nehmen. Dann mal auf zur Haltestelle.

Oh, ich sehe gerade, der Bus wird hier erst eingesetzt. Prima, ich habe sogar einen Sitzplatz erwischt. Omg, der wird von Station zu Station immer voller. Na, mal schauen, ob ich da wieder herauskomme. Ich habe das Gefühl, die wollen alle zur Kyoto-Station. Ich muss aber eher raus. Sumimasen, sumimasen… Puh, geschafft, ich bin draußen.

16:00 Uhr: Ich bin jetzt bei der Burg Nijō angekommen. Ich habe jetzt noch eine Stunde Zeit, um mir diese anzusehen. Aber erst einmal das Ticket lösen. Okay, es gibt hier zwei Arten von Tickets: Mit einem kann man sich nur die Außenanlagen ansehen und mit dem Kombiticket kommt man in die Burg. Dann auf jeden Fall das Kombiticket.

Ich werde gerade darauf hingewiesen, dass ich direkt zur Burg gehen soll. Und ich sehe hier Schilder, dass 16 Uhr der letzte Einlass für die Burg wäre. Aber Glück gehabt, ich komme noch rein. Okay, fotografieren ist hier verboten. Dann mal schauen, was mich hier erwartet.

Sehr witzig, die Böden geben hier Zwitschergeräusche ab, wenn man über diese läuft. Ich dachte zuerst, das liegt am Alter, aber nein, das ist bewusst so konstruiert worden. So wollte man es Angreifern schwerer machen, zum Shogun vorzudringen. Dies war faktisch ein analoges Warnsystem. Sehr schlau und funktioniert auch ohne Strom.

Im Übrigen ist die Burg eher eine Residenz. Sie wurde vom Shogun errichtet, um seine Macht gegenüber dem Kaiser zu festigen. Das Ganze war aber eher ein repräsentativer Bau, als dass er wirklich genutzt wurde. Die Größe der Residenz ist trotzdem beeindruckend. Und sie soll eines der am besten erhaltenen Shogun- Gebäude sein.

Ich bin jetzt etwas durchgehechtet, da ich mir noch die Außenanlagen ansehen möchte. Aber mein erster Eindruck ist, man könnte hier rund eine Stunde verbringen, wenn man sich auch mit den Bildmotiven beschäftigen wollte, die es hier in den Räumen gibt.

Jetzt werde ich mir noch den Außenbereich ansehen. Das Teil wirkt aber auch gigantisch. Aber der erste Gartenbereich, den ich hier sehe, ist schon sehr schön gestaltet. Ich frage mich gerade, ob man diesen in allen Bereichen durchqueren könnte, wenn es nicht bereits so spät wäre.

OMG, hier hinten geht es ja noch weiter. Das zieht sich jetzt doch noch ein Stückchen. Ich bin gerade sehr froh, zügiger durch die Residenz gelaufen zu sein. Wenn ich jetzt mehr Zeit hätte, würde ich bestimmt mindestens eine Stunde in den Außenanlagen verbringen.

Ich sehe auch gerade, hier gibt es weitere Bereiche, die jetzt bereits abgesperrt sind. In diese würde man also auch noch gelangen, wenn man eher zu der Burg kommen würde. Deswegen ganz klarer Tipp: nicht erst um 16 Uhr hier eintreffen, sondern spätestens um 15 Uhr, um alles auch wirklich genießen zu können.

17:00 Uhr: Ich bekomme jetzt langsam wirklich richtigen Hunger. Aber was soll ich essen? Ich bin hin- und hergerissen. Heute vielleicht doch Sushi? Na, ich fahre erstmal in eine Richtung, wo es eine Sushi-Kette geben soll.

Angekommen und bereits nach wenigen Metern war mir klar: Es wird heute wieder Gyodon werden. Das ist neben Curry aktuell mein absolutes Lieblingsgericht in Japan. Dann mal rein in den Laden und am Terminal bestellen. Was, ich kann mich direkt hinsetzen? Und ich sehe, hier am Tisch gibt es auch ein Bestell-Tablet. Auf Englisch umschalten geht auch. Dann bestellen. Absenden. Oh, das ging schnell! Essen ist schon da. Yummy, Yummy.

Ich bekomme aktuell mit, dass ich wirklich müde bin. Der Tag hat doch schon ganz schön geschlaucht. Deswegen werde ich mich jetzt auf den Rückweg machen. Ich laufe mal ein Stückchen, mal schauen, wie weit ich komme. Der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, ist, dass diese Gegend hier wie eine modernere Großstadt wirkt und nicht wie das Kyoto, das ich bisher kennengelernt habe. Hier pulsiert das Stadtleben. Es gibt viele Geschäfte, viele Restaurants und hier und da etwas Schönes zu sehen. Dann mal los.

Ich war gerade in einem Shoppingcenter, weil es in der siebten und achten Etage einen Food-Court gab. Den wollte ich mir mal genauer ansehen. Es war interessant und es gab auch ein paar gute Essensangebote, aber das Teil hat mich jetzt nicht wirklich vom Hocker gehauen. Es wirkte auch etwas ausgestorben und die Bediensteten schienen sich zu langweilen. Jetzt mache ich mit dem Bus zurück zur Kyoto-Station. Dort möchte ich mir noch die Ebene mit der Ramen-Street ansehen.

Dass es hier in der Kyoto Station eine Ramen Street geben soll, hat mir im Übrigen die KI vor zwei Tagen verraten. Diese Location soll sich in der 10. Etage der Kyoto-Station befinden. Mir war gar nicht bewusst, dass diese überhaupt mehr als 10 Etagen hat. Deswegen schaue ich jetzt mal, ob das stimmt oder die KI mir Quatsch erzählt hat. Also ein Faktencheck.

Ich sehe gerade ein Plakat mit mehreren Ramen und hier steht tatsächlich, dass diese in der 10. Etage der Kyoto-Station zu finden sind. Mal auf den Übersichtsplan schauen, wie ich da hinaufkomme. Interessant, hier soll es sogar einen Skywalk geben. Dann mal hinauf. Oha, die Treppenillumination ist auch wieder aktiv. Sehr schickes Teil.

Whoa, ich sehe gerade, hier oben gibt es einen Dachgarten. Ich bilde mir ein, auf dieser Ebene bin ich noch gar nicht gewesen. Man kann hier wirklich von allen Seiten über Kyoto sehen. Sehr schöner Ausblick, aber vor allem bei den heutigen Temperaturen eine echte Erfrischung.

Ich habe auch gerade die Ramen-Street und eine weitere Restaurant-Ebene entdeckt. Die schaue ich mir jetzt mal an. Boah, unglaublich, wie viele geile Restaurants es hier gibt. Und wenn ich mir die Preise ansehe, kostet das jetzt nicht viel mehr als in anderen Restaurants, die ich bisher gesehen habe. Also auf jeden Fall eine ganz klare Empfehlung, wenn man mal eine größere Auswahl an japanischen Gerichten sucht.

Jetzt schaue ich mir noch den Skywalk an, der hier oben einmal die Kyoto-Station queren soll. Wow, unglaublich, schick das Teil. Man hat von hier aus auch schöne Ausblicke in Richtung Kyoto Tower und der Umgebung dahinter. Mir war wirklich nicht bewusst, dass es so etwas hier in der Kyoto-Station gibt. Und das, obwohl ich schon ein paar Mal hier gewesen bin und nach solchen Aussichtspunkten Ausschau halte.

Ich bin tief beeindruckt. Das war jetzt doch noch einmal ein grandioser Abschluss des Tages. So viele neue Entdeckungen und Impressionen wie heute… Nun ja, eigentlich hätte ich das wissen müssen. Das ist schließlich Kyoto. Die Stadt haut mich jeden Tag aufs Neue aus den Socken.

13.05.2026 – Kyoto: Kaiserpalast, Tonkatsu, Nintendo-Museum

09:00 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour. Heute wird es wahrscheinlich etwas ruhiger zugehen, da ich zwei feste Termine habe. Mein erster ist um 10 Uhr und genau dorthin werde ich jetzt hinlaufen. Es sind nur 40 Minuten zu Fuß.

Ich laufe gerade durch die Untergrundpassage von der Kyoto-Station. Die zieht sich wirklich ganz schön in die Länge. Ich hätte nicht gedacht, dass man von einer Seite auf die andere Seite eine solche Strecke zurücklegen kann. Gerade an heißen Tagen ist das eine schöne Alternative, wenn man etwas Abkühlung benötigt.

Da ich noch etwas Zeit habe, schaue ich mir gleich noch mal den Nishiki-Markt an. Aktuell ist hier noch viel weniger los als bei meinem ersten Besuch. Der Großteil der Geschäfte hat auch noch nicht geöffnet.

Um die Zeit kann man somit sehr schöne Fotos hier machen. Zumal die ersten Essensstände gerade öffnen oder bereits ihre Produkte präsentieren. Für Fotografen ist diese Zeit somit perfekt. Und es sieht schon wieder überall sehr lecker aus.

10:00 Uhr: Ich treffe mich jetzt mit meinem Businesskontakt hier in Kyoto und einer Künstlerin, die traditionelle japanische Tänze aufführt und gerne ihre Produkte im Ausland verkaufen möchte. Sie soll irgendetwas mit Kimonos machen.

Das war sehr aufschlussreich. Ich habe mich schon gefragt, wie sie Kimonos nach Deutschland verkaufen will, aber sie nutzt den Kimonostoff für andere Produkte wie Kissenbezüge und Taschen. Die Produkte sehen wirklich schön aus. Und mal schauen, wie wir sie beim Verkauf dieser Produkte unterstützen können.

11:00 Uhr: Weiter geht es zu meinem ersten Ziel für heute, dem Kaiserpalast in Kyoto. Gehzeit: rund 45 Minuten. Er soll heute geöffnet sein. Mal schauen, ob das stimmt und ob ich Glück habe.

Im Übrigen höre ich immer wieder, dass man angeblich keine Toiletten hier in Japan findet. Dabei gibt es die wirklich nahezu überall, wie z.b hier in der Shoppingpassage. Diese war zwar etwas versteckt, aber wieder einmal richtig sauber. Habe ich doch gleich mal benutzt.

12:00 Uhr: Bin angekommen. Und es hat doch etwas länger gedauert als gedacht. Ich war wahrscheinlich zu sehr von den Eindrücken links und rechts abgelenkt. Aber jetzt bin ich da und yippie, er hat offen. Ich komme auch sofort rein, da hier niemand ansteht. Meine Tasche wird kurz kontrolliert und ich bekomme ein Schild mit einer Visitor-Nummer.

Wow, die Anlage ist wirklich sehr groß. Aber das bekommt man schon mit, wenn man durch den Park zum Eingang läuft. Die Distanzen sind hier wirklich riesig. Aber da hinten am Horizont rumpelt es gerade mächtig. Da scheint ein Gewitter vorbeizuziehen. Erste Blitzer habe ich auch schon gesehen.

12:45 Uhr: Ich bin durch. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich die Anlage anzusehen. Man läuft hier durch die Außenbereiche, also faktisch einmal um die Anlage herum. Sich zuvor auf der Webseite zu informieren, ob der Palast geöffnet hat, ist zudem ein Tipp, den ich nur jedem geben kann.

Im hinteren Bereich gibt es zudem einen schönen japanischen Garten. Höhepunkt war dort der Reiher, der relaxed durch sein Gebiet stolzierte. Durch die Größe der Anlage verläuft sich das hier auch sehr schön. Man hat trotz der vielen Touristen nicht den Eindruck, dass dies hier ein Massenantrag wäre. Sehr angenehm.

Ich bin jetzt gleich weitergelaufen zum Shōkoku-ji-Temple. Dieser befindet sich nördlich des Kaiserpalastes. Er ist einer der „Kyoto Gozan“, der fünf großen Zen‑Tempel in Kyoto.

Auch diese Anlage ist groß. Aber vor allem bin ich hier wirklich der einzige Ausländer. Ich schaue mal schnell im Museum vorbei. 1.000 Yen Eintritt kostet dieser. Hmmm, interessant, aber wirft mich nicht wirklich um. Alles ist auf Japanisch ausgeschildert. Vielleicht einer der Gründe, warum keine Ausländer hier sind.

13:30 Uhr: Es hat gerade angefangen, zu regnen. Das Gewitter ist doch nicht vorbeigezogen. Nun ja, dann fahre ich jetzt mal zurück zur Kyoto-Station. Ich möchte dort noch etwas essen, bevor es weitergeht. Und die Auswahl an Restaurants hat mich gestern wirklich begeistert. Dann mal los.

Ich habe ganz kurz geschwächelt, als ich hier an der U‑Bahn-Station einen Coco Ichibanya gesehen habe. Aber nein, heute ist erst einmal was anderes dran. Curry wird die nächsten Tage folgen. Ich schwanke aktuell aber noch zwischen Tonkatsu und Ramen.

Ich habe mich entschieden. Ich werde heute einen Tonkatsu essen, aktuell meine Nummer 3 hier in Japan. Das Restaurant habe ich gestern bereits gefunden. Dann mal rauf in die 11. Etage in den Foodbereich.

Okay, ich muss hier ein Ticket ziehen. Prima, der Automat lässt sich auf Deutsch umstellen. Eine Person auswählen, kein Kind, Sitzplatz egal und Ticket ist gezogen. Mal schauen, wie lange ich warten muss. Oh, geht schon rein, das ging schnell.

In den gängigen Tonkatsu-Restaurants ist die Auswahl wirklich riesig. Ich persönlich finde ja immer die Menüs sehr gut. Und wenn ich überlege, dass ich für mein aktuelles Essen nur 2.400 Yen bezahle, beim aktuellen Wechselkurs extrem günstig (ca. 13€).

Essen ist da und jetzt lasse ich es mir schmecken. Wow, das Fleisch ist extrem zart. Und die Muschelsuppe auch wieder mal sehr lecker. Kann ich nur jedem empfehlen, wenn er in Japan ist, mal Tonkatsu zu probieren.

15:00 Uhr: Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel für heute, dem Nintendo-Museum. Das liegt etwas außerhalb von Kyoto, ist aber gut mit dem Zug zu erreichen. Dann mal los.

Whoa, ich wäre fast im Zug eingeschlafen. Bin wahrscheinlich doch etwas müder als gedacht. Aber dafür ist hier bereits an der Station das Museum sehr gut ausgeschildert. Und ich sehe es schon da drüben auf der anderen Straßenseite. Also einfach zu finden.

Okay, ich habe zwar noch eine Stunde Zeit, aber trotzdem kann ich mich schon hier anstellen. Was ich mir aber jetzt noch wünschen würde, wäre ein Wartebereich oder ein kleines Café, in dem man warten könnte. Da kann Nintendo noch nachlegen, gerade für diejenigen, die etwas eher kommen. (oder vielleicht eine Geschäftsidee für umliegende Geschäfte?)

Jetzt geht es aber los. Ich habe ja bereits gelesen, dass hier die Sicherheitskontrollen fast wie an einem Flughafen sind. Zuerst gibt es eine Passkontrolle. Dann ein weiterer Wartebereich. Jetzt ein Check-in-Bereich mit Schranken. Und danach noch eine Taschen- und Scannerkontrolle. Aber es läuft alles zügig.

18:00 Uhr: Ich bin durch, hätte aber bestimmt noch eine Stunde länger gebraucht, wenn ich die Spiele und den Workshop genutzt hätte, den es hier gab. Hier mal ein Feedback zu dem Museum.

Erst einmal kann ich nur sagen: Für Nintendo-Fans lohnt sich das Museum auf jeden Fall. Der Standort ist zudem nicht willkürlich gewählt, sondern hier befand sich früher wirklich einmal die Fabrik von Nintendo.

Es gibt zwei Fotostellen, bei denen die Mitarbeiter Fotos von einem machen mit dem eigenen Handy. Diese Fotos sind im Preis inkludiert. Zudem bekommt man zehn Spiele-Coins, mit denen man auf der ersten Ebene Spiele spielen kann.

Im Museum auf der zweiten Etage besteht ein komplettes Fotoverbot. Das ist aber eigentlich kein Thema, da man in der ersten Etage fotografieren kann und viele der Ausstellungsstücke dort in komprimierter Variante noch mal zu sehen sind.

Die Ausstellung ist sehr umfangreich und für alle verständlich. Sie ist eigentlich selbsterklärend, ohne dass man sich irgendwelche Infotafeln durchlesen müsste. Es werden Exponate gezeigt und auf Bildschirmen oberhalb werden Videos abgespielt.

Zwei Bereiche haben mir besonders gut gefallen. Einerseits die Video-Galerie, bei der man die Evolution der Charaktere gezeigt bekommt. Diese lief parallel auf sieben Bildschirmen für jede Konsolengeneration. Und dann gibt es einen Bereich mit Artworks, die ebenfalls sehr beeindruckend aussahen.

Wenn man sich dies alles in Ruhe ansehen, seine zehn Coins verspielen und den Workshop noch mitmachen möchte, sollte man rund drei Stunden einplanen. Der Grund ist, dass die Wartezeiten bei den populären Spielen lang sind. Und man sich für den Workshop anmelden muss.

Deswegen würde ich beim nächsten Mal auch wieder ein Ticket holen, bei dem man in das Museum kommt, ungefähr drei Stunden bevor das Museum schließt. Danach sollte sich das Museum langsam leeren, da es zwei Stunden nach dem letzten Einlass noch geöffnet hat.

In dem Nintendo-Museumsshop gibt es im Übrigen sehr viele Produkte, die es ausschließlich hier zu kaufen gibt. Ich denke, das wichtigste Präsent, das man sich hier mitnehmen sollte, ist das offizielle Buch. In diesen wird noch einmal alles aufgelistet, was man im Museum zu sehen bekam und wie das Museum funktioniert.

Zum Schluss noch ein Feedback zu dem Essensangebot in dem Café „Hatena Burger“. Das hat mich in der Form überhaupt nicht abgeholt. Da gehe ich dann doch lieber aus dem Museum und über die Straße. Dort gibt es ein Coco Ichibanya. Für mich geht’s jetzt zurück ins Hotel. Für heute mache ich mal zeitiger Schluss. 😂

14.05.2026 – Kyoto: Pagoden, Drachen, Taiko

08:15 Uhr: Los geht es zu meiner heutigen Tour, bloß etwas zeitiger, da ich dann später noch ein Treffen habe und zuvor noch drei Spots mitnehmen möchte.

Ich weiß nicht, wie ich das schon wieder geschafft habe. Aber das läuft hier so reibungslos, das ist schon erschreckend. Ich bin nämlich gerade an meiner Umstiegsstation ausgestiegen und da stand bereits der Bus da und wartete.

09:00 Uhr: Angekommen an meinem ersten Ziel, dem Shinshō Gokurakuji (Shinnyodō) Temple. Whoa, was für eine Ruhe hier. Es sind aktuell nur sehr wenige Japaner auf dem Gelände. Und eigentlich soll der Tempel um 9 Uhr öffnen, ich habe aber den Eindruck, er ist dauerhaft geöffnet, da ich nicht wirklich Tore sehe, die man verschließen könnte.

Ich muss sagen, das Teil ist wirklich ein Secret Spot. Echt idyllisch hier und viel Grün. Gerade zur Herbstlaubfärbung wird das ein richtiger Geheimtipp sein. Den muss ich mir auf jeden Fall merken. Es macht einfach nur Spaß, hier durch die Anlage spazierenzugehen und die Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel. Das liegt nur 15 Minuten zu Fuß entfernt. Im Übrigen habe ich auch herausgefunden, warum es extrem sinnvoll ist, seinen Rucksack vorne zu tragen, wenn man in der U-Bahn ist.

Das Teil kann man dann gleich wunderbar als Ablage nutzen, um mit seinem Smartphone besser zu agieren. Sehr praktisch, wenn man das einmal verstanden hat. 😁

Ich bin beim Eikandō-Tempel angekommen. Jetzt noch die 1.000 Yen Eintritt bezahlt und dann rein. Ich sehe aber auch hier schon, es ist sehr wenig los. Ich habe zuvor aber bereits gelesen, dass dieser besonders beliebt ist für rote Ahornblätter (Momiji). Kurz gesagt: Im Herbst wird dieser Tempel gerammelt voll sein.

Was mich im Übrigen gleich beim Eingang beeindruckt hat, war die Pagode, die hier gefühlt mitten in den Berg platziert wurde. Soweit ich das sehe, kommt man dort auch hinauf. Aber erst einmal in das Tempelgebäude rein.

Who, was ist das hier? Man läuft hier nicht nur an einem Gebäude entlang und kann den Garten betrachten, sondern verschiedene Gebäude sind über Holzgänge miteinander verbunden. Das ist ein eigener Walkingbereich, bei dem man über Treppen den Hang hinauf und hinabsteigt.

Die Anlage beeindruckt mich wirklich sehr. Das sieht echt toll aus, und wenn man bedenkt, dass hier sehr wenig Touristen unterwegs sind, ist dies eine absolute Empfehlung, vorausgesetzt, man ist nicht gerade zur Kirschblüte oder zur Herbstlaubfärbung hier.

Ich höre gerade nebenan ziemlich lustige Musik und Kinder lauthals singen. Ah, alles klar, das scheint ein Kindergarten oder Kinderareal zu sein. Hier wird gerade unterhaltsam Sport getrieben. Die Kinder scheinen ihren Spaß dabei zu haben.

Aber was man durch diese Aktivitäten sofort mitbekommt, ist, wie das Gruppengefühl in Japan von klein auf trainiert wird. Hier unternimmt man gemeinsam etwas und schafft schöne Erinnerungsmomente an solche Gruppenaktivitäten. Die witzige Musik lädt aber auch wirklich dazu ein, gleich mitzumachen.

Ich war gerade bei der Pagode oben. Was für ein toller Ausblick. Aber es gab da oben auch sehr viele Mücken. Deswegen bin ich wieder nach unten gelaufen, um mir noch mal die Teichanlage anzusehen. Auch die ist wunderschön. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu fotografieren.

Rings um den Teich gibt es sogar noch ein paar Ahornbäume mit roter Färbung. Muss gleich mal schauen, warum das so ist. Das ist interessant, denn man pflanzt bewusst eine Mischung aus grünen und rotlaubigen Ahornen, weil die unterschiedlichen Farbstufen über das ganze Jahr interessante Kontraste erzeugen.

10:45 Uhr: Ich bin bereits an meinem nächsten Spot für heute angekommen, dem Nanzen-ji. Ich bin echt überrascht darüber, wie schnell ich hier von einem Tempel zum nächsten komme. Mal schauen, was mich hier erwartet.

Wow, das Tor ist aber wirklich gigantisch. Wie heißt das? Aha, das ist das Sanmon Gate. Und was ist das hier auf der anderen Seite? Ein Aquädukt? Tatsächlich, das ist wirklich eins und es stammt aus der Meiji-Zeit. Und so wie es aussieht, wird es tatsächlich noch genutzt.

Oha, hier hinten geht es den Berg hinauf. Da scheint es noch einen kleinen Schrein zu geben. Da ich noch etwas Zeit habe, schaue ich mir den gleich mal an. Das ist doch ein Stückchen. Aber es macht Spaß, hier in den Wald hineinzulaufen.

Oh, hier gibt es eine Stelle, an der man „Taki gyō“, eine Form der asketischen Wasserfall-Meditation, praktizieren kann. Der dazu benötigte Wasserfall ist gut abgesperrt. Scheinbar wurde der in der Vergangenheit öfter mal missbraucht. Das ist aber wirklich eine schöne Gegend hier.

Ich laufe mal wieder zurück und schaue mal, ob ich noch mehr entdecke. Okay, der kleine Garten hier hat geschlossen. Wird gerade renoviert. Hier in das Gebäude scheint es dagegen hineinzugehen. Nur 600 Yen Eintritt? Das ist fast geschenkt. Dann mal Schuhe aus und rein.

OMG, was ist denn das schon wieder? Hier gibt es einen schönen Steingarten neben dem anderen. Und auch hier läuft man auf Holzwegen durch die Anlage, wenn auch dieses Mal ebenerdig. Dafür sind die Steingärten echt ein Highlight. Wahnsinn.

Na, das war doch wirklich ein Highlight. Mal schauen, was es hier noch so gibt. Oh, ich sehe gerade, dass man bei dem Sanmon-Gate hinauf kann. Dann mal schnell die 600 Yen Eintritt bezahlt. Man, die Treppen sind schön steil. Für einige so sehr, dass sie rückwärts herunterlaufen.

Wow, was für ein toller Ausblick. Man kann hier einmal komplett herumgehen und somit in alle Richtungen schauen. Ich bin von den Aussichten schon wieder begeistert. Und durch die Höhe hat man auch wirklich einen sehr guten Ausblick von hier aus.

12:00 Uhr: So langsam wird die Zeit knapp. Ich muss jetzt los, damit ich es pünktlich zu meinem Treffen schaffe. Es sind noch rund 40 Minuten zu Fuß bis zu dem Treffpunkt. Dann mal los.

Hmm, ich glaube, hier war ich schon einmal. Natürlich, hier war das Treffen mit den anderen Japanern aus Kyoto. Die schmale Brücke, die hier über den Fluss führt, kenne ich doch irgendwoher. Fix noch ein Foto gemacht. Und weiter geht’s.

14:30 Uhr: Das war ein echt tolles Treffen. Und das Ganze in einem kleinen japanischen Restaurant mitten in der Stadt. Das hätte ich in der Form niemals besucht. Da hätte ich mich gar nicht reingetraut.

Aber nicht nur die Gespräche waren toll, sondern auch das Essen war extrem lecker. Schön minimalistisch, wie man das bei den Japanern gewohnt ist. Zudem gab es vor der Toilette einen kleinen japanischen Garten. Auch so etwas findet man immer mal wieder in Restaurants in Japan.

Wir wollen uns jetzt noch einen Tempel ansehen, der sich hier im Gion-Viertel befindet. Ich bin gespannt. Ah, super, das Teil hatte ich vor drei Tagen bereits entdeckt. Da war ich allerdings zu spät und die einzelnen Tempelgebäude waren bereits geschlossen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal hierherkomme.

Wir gehen jetzt in eines der Nebengebäude. In diesen soll es ein Deckengemälde von einem Drachen geben. Auch das wäre etwas gewesen, was ich in der Form wahrscheinlich überhaupt nicht wahrgenommen hätte. Guter Tipp.

Einfach nur wow. Die Anlage begeistert mich schon wieder. Und am Eingang habe ich seit Langem auch mal wieder ein Souvenir gekauft. Da gab es Buddha-Figuren, welche die drei Gesten der drei Affen abbildeten. Nicht hören, nicht sehen, nicht reden. Die kommen bei mir auf das Sideboard.

Das Deckengemälde sieht wirklich sehr schick aus. Aber dieser kleine Tempel hat auch mehrere schöne Gärten. Hier kann man wirklich wunderbar entspannen und relaxen. Und ich höre sogar jemanden schnarchend auf den Tatamis liegen. Sei ihm gegönnt, der Tempel lädt einfach dazu ein.

17:00 Uhr: Wir hatten uns gerade noch einen Kaffee gegönnt. Jetzt heißt es Abschied nehmen. Ich werde jetzt wie bereits vor ein paar Tagen geplant an der Uferpromenade zurück ins Hotel laufen. Laufzeit: rund eine Stunde.

Ich habe dann später am Abend noch ein Event gebucht, welches bei mir beim Hotel um die Ecke stattfindet. Davor möchte ich mich aber noch etwas frischmachen und ausruhen. Das war doch bisher schon wieder ein ordentliches Programm. Dann mal los.

Hat wirklich Spaß gemacht, an der Uferpromenade einfach entlangzulaufen. Und ich habe gesehen, diese zieht sich nach Norden ein ganz schönes Stück. Wenn man Lust hat, kann man hier bestimmt ordentlich Kilometer schrubben.

Ich bin jetzt bereit an der Kyoto Station. Laufe aber gerade über eine Brücke über die Gleisanlagen. Von hier hat man auch einen schönen Blick auf die Station. Fix noch ein Foto schießen und dann ab ins Hotel. Füße qualmen.

22:00 Uhr: Ich bin gerade auf dem Rückweg von der Taiko-Performance der „DRUM TAO“ Gruppe. Diese haben hier seit rund einem Monat eine neue feste Location, direkt an der Kyoto-Station. Ich wollte schon seit Langem mal eine Taiko-Gruppe sehen. Und wenn ich schon mal in Japan bin, dachte ich mir „Why Not“. Das Ticket habe ich über GetYourGuide geholt. Und mit diesem gab es Probleme. Es war nicht wirklich im System registriert. Aber die japanische Freundlichkeit und Servicebereitschaft konnten das Problem lösen.

Jetzt zu meinem Fazit: Die Künstler haben eine gute Performance hingelegt. Man spürt, dass sie intensiv dafür trainieren und Spaß an dem haben, was sie machen. Die Show war aber als Lightshow angekündigt. Leider hätte man daraus mehr machen können. Oder mein Anspruch ist bereits zu hoch. Zudem hatte ich den Eindruck, dass die Akustik nicht wirklich gepasst hat. Bereue ich es, die Show besucht zu haben? Nein, definitiv nicht. Würde ich diese Show noch einmal hier in Kyoto besuchen? Nein, leider auch nicht, außer man legt bei der Lightshow noch einmal nach. Was aber richtig gut war, war das abschließende Marketing nach der Show. Umfrage + Geschenk + Feedback durch die Künstler bei den Gästen eingeholt. Echt TOP.

15.05.2026 – Kyoto: Rakan’s, Filmstars, Tempel

08:30 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen letzten Tour durch Kyoto für dieses Jahr. Heute geht’s für mich in den Westen von Kyoto. Dort gibt es ein paar Tempel, die ich mir noch ansehen möchte.

2023 war ich bereits einmal in der Gegend. Und gerade der nördliche Teil von hier hat mir sehr gut gefallen. Die anderen Bereiche sind auch sehr schön, aber leider von Touristen komplett überlaufen. Los geht’s.

Ich bin am Zielbahnhof bereits angekommen. Jetzt könnte ich mit dem Bus fahren. Aber der fährt hier nur sporadisch. Und die Fahrzeit inklusive der Wartezeit würde genauso lange dauern, wie wenn ich hinlaufen würde. Dann lieber laufen.

Oh, ich sehe gerade, hier auf dem Weg liegt noch ein weiterer Tempel. Ich bilde mir ein, an dem sind wir 2023 vorbeigekommen. Damals war er schon geschlossen. Dann nehme ich den doch gleich mal mit.

Ich schaue gleich mal fix nach, was das für ein Tempel ist. Alles klar, ich bin im Seiryōji (Saga Shakadō) Tempel. Das Gelände war früher die Villa von Minamoto no Tōru, einem Heian‑Hofadeligen und Dichter. Diese Anlage „Saga no Mido“ gilt zudem als Vorbild für Teile der Genji‑Welt, v.a. für Hikaru Genjis Villa in Saga.

Oh, das ist wirklich interessant. Vor zwei Jahren war ich in Nagoya im Tokugawa-Kunstmuseum. Da gab es eine Sonderausstellung zu den Genji‑Rollen („Scenes From The Tale of Genji“). Dieser Tempel ist also einer der Orte, die mit dieser Saga in Verbindung gebracht werden. Spannend.

Weiter geht’s zum nächsten Tempel, dem Otagi Nenbutsuji-Tempel. Wie bereits erwähnt, macht es richtig Spaß, hier durch die Gegend zu laufen. Es führt eine gut ausgebaute Straße an den verschiedenen Tempelanlagen vorbei.

Und mein nächster Tempel ist jetzt der äußerste, den ich mir heute ansehen möchte. Anschließend werde ich die Straße wieder zurücklaufen und mir noch weitere Tempel auf der Strecke ansehen.

Ich bin bereits am Otagi Nenbutsuji-Tempel angekommen. Und irgendwie ist hier gerade sehr viel los. Dann mal die 1.000 Yen Eintritt bezahlt. Was, das geht hier auch mit Karte? Das sieht man selten. Ich bezahle bar und dann rein.

Ah, jetzt weiß ich auch wieder, warum ich den auf meine Liste gepackt habe. Hier gibt es über 1.200 Rakan‑Figuren. Diese stellen die Jünger Buddhas dar (Rakan). Jede Figur wurde in den 1980ern unter Anleitung des Mönchs und Bildhauers Nishimura Kōchō von Laien, Pilgern und Gläubigen gehauen. Also ist das alles noch ziemlich neu hier.

Im Übrigen ist jede Figur komplett einzigartig: Einige lachen, andere halten Bierkrüge, Kameras, oder Musikinstrumente, manche sitzen zu zweit, manche sehen aus, als würden sie Selfies machen. Ich schaue jetzt mal, was mein persönlicher Favorit ist. Ganz klar der hier mit der Katze. Oder doch lieber der mit der Denkerpose?

Zudem noch etwas Interessantes: 766 wurde der Tempel bereits gegründet. Danach durch mehrere Naturereignisse zu stören. 1950 gab es einen schweren Taifun. Danach war der Tempel fast eine Ruine. Nishimura Kōchō begann ab 1955, diesen systematisch wieder aufzubauen. Und ich erinnere mich gerade daran, dass es in Kawagoe bei Tokio einen Tempel mit 500 Rakan gibt. Da war ich 2022.

Weiter geht es zum nächsten Tempel. Der liegt da nur 15 Minuten von hier entfernt. Ich habe gerade das Gefühl, egal wie häufig man hier diese Straße hoch und runterläuft, man entdeckt immer etwas Neues.

Aber ich bin bereits an meinem nächsten Tempel angekommen, dem Giōji-Tempel. Das scheint wirklich ein versteckter Spot zu sein. Der liegt hier komplett im Grünen. Dann mal die 500 Yen Eintritt bezahlt. Und rein.

Der Tempel ist komplett mit Moos überzogen und besitzt gar keine größeren Gebäude. Das Ganze wirkt hier wie ein Moosgarten. Also sehr schön, aber vor allem ruhig und idyllisch. Die Geschichte zu dem Namen des Tempels ist auch interessant.

Giō war eine Shirabyōshi‑Tänzerin am Hof, Geliebte des mächtigen Taira no Kiyomori. Als er sich einer jüngeren Tänzerin, Hotoke Gozen, zuwandte, wurde Giō fallen gelassen. Aus Liebeskummer zog sie sich mit Mutter und Schwester hierher zurück und wurde Nonne; später kam sogar Hotoke Gozen selbst dazu, reuevoll, und lebte mit ihnen als Nonne. Diese Geschichte ist in der „Heike Monogatari“ verewigt.

11:30 Uhr: Ich glaube, ich benötige jetzt erst einmal eine kleine Pause. Die Temperaturen sind doch ziemlich warm und ich muss mal in Ruhe den Akku von meinem Handy und natürlich auch meinen Akku aufladen. Auf dem Hinweg habe ich einen kleinen Onigiri-Laden entdeckt. Den werde ich austesten.

Wow, die Onigiris sind wirklich lecker. Die haben eine sehr gute Qualität und sind nicht mit denen aus den Convenience-Stores zu vergleichen. Alleine der Reis schmeckt schon um ein Vielfaches besser. Also definitiv ein ganz klarer Tipp, wenn man sich an den Convenience-Store-Angeboten sattgefuttert hat.

12:30 Uhr: Die Pause tat richtig gut. Jetzt bin ich aber bereits bei meinem nächsten Tempel angekommen, dem Jōjakkōji-Tempel. Das ist ein Bergtempel, der also hier komplett im Hang liegt. Dann mal die 600 Yen Eintritt bezahlt und rein.

Ich spiele ja im Übrigen nebenbei ein Handyspiel, „Pikmin Bloom“, bei dem man Schritte machen muss. Das Ganze ist natürlich sehr stark mit Japan gekoppelt und es gibt einige lokale Events. So findet gerade auch eins hier in Kyoto statt, über welches versucht wird, Touristen auch zu anderen Spots umzuleiten außer den Hauptspots.

Dieser Tempel sollte eigentlich zu dieser Auswahl dazugehören, aber es kann auch sein, dass ich mich irre und es einen anderen Tempel gibt, der ähnlich heißt. Das ist leider nicht sehr gut dokumentiert. Aber egal, macht trotzdem Spaß, hier durch die Gegend zu laufen. Und ich finde die Idee natürlich super, das Problem von Übertourismus über Gamification zu lösen.

Der Tempel ist im Übrigen wirklich sehr schön, aber vor allem touristisch kaum genutzt. Hier gibt es zwar ein paar Touristen, aber es herrscht trotzdem eine sehr schöne Ruhe hier im Berg. Kann aber vielleicht auch daran liegen, dass man hier einen Berg hinauf muss, um die Aussicht über Kyoto zu genießen.

Weiter geht es zu meinem nächsten Ziel für heute, dem Okochi Sanso Garden. Der liegt hier direkt neben dem Bamboo Forest, also der bekanntesten Bambuswaldallee von Japan. Aber nur die wenigsten gehen auch in diese Anlage hinein. Dann mal fix die 1.000 Yen Eintritt bezahlt und rein geht’s.

Ich muss erst einmal schauen, was das hier genau ist, und bin gerade sehr überrascht darüber. Das hier ist die ehemalige Bergvilla des Samurai‑Filmstars Ōkōchi Denjirō, der ein berühmter Jidaigeki‑Schauspieler (Historienfilme aus der Edo Zeit oder davor) der Shōwa‑Zeit (Anfang 20. Jahrhundert) war.

Und ich bin wirklich beeindruckt, was er hier für eine Anlage über 30 Jahre geschaffen hat. Das Ganze fühlt sich an, als ob es schon ewig hier existieren würde und früher einmal eine Tempelanlage gewesen wäre.

Ich lese gerade, dass er bewusst ältere Gebäude für sein Privatwesen in Japan abbauen und hier wieder aufbauen ließ. Diese Gebäude müssen so bedeutend gewesen sein, dass sie sogar 2003 zum nationalen Kulturerbe erklärt wurden. Wirklich sehr schön hier.

14:00 Uhr: Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel für heute. Dazu muss ich aber erst einmal hier durch den Bamboo Forest. Hier ist wieder richtig viel los. Aber das war auch 2023 schon so. Ich komme jetzt in die überfüllte Touristengegend.

Weiter geht’s hier auf der Hauptstraße entlang Richtung Bahnstation. Das ist eine kleine Bummelbahn, die hier eine kurze Strecke fährt. Oh, ich sehe, hier checkt man gar nicht ein, sondern bezahlt, wenn man die Bahn verlässt.

14:45 Uhr: Ich bin bei meinem nächsten Ziel für heute angekommen, dem Uzumasa Kyoto Village. Das ist ein Filmstudio, welches in diesem Jahr sein 100. Jubiläum feiert und gleichzeitig als Entertainment-Park für die Öffentlichkeit geöffnet ist.

Mir war nicht bewusst, dass Kyoto Anfang des 20. Jahrhunderts so viele Filmstudios hier hatte. Das, in dem ich mich aktuell befinde, ist nur eins von einigen, die es hier gibt. Das Set ist aufgebaut, um Jidaigeki (Historienfilme) zu drehen. Über 2.000 Filme dieser Art sollen hier produziert worden sein.

Ich laufe jetzt einfach mal ein bisschen hier herum und schaue mir an, was es so zu sehen gibt. Ich versuche dabei, die Entertainment-Elemente auszublenden und mir vorzustellen, wie man hier die Historienfilme dreht. Denn auch heute noch wird der Park für Dreharbeiten genutzt. Wer also Samuraifilme mag, ist hier genau richtig.

Oh, ich sehe gerade, dass der Schauspieler Ōkōchi Denjirō, in dessen Villa ich gerade war, ebenfalls hier sehr viele Filme gedreht hat und einer der Top-7-Darsteller des Filmstudios ist. Na, das ist doch mal ein schöner Bezug.

Im Übrigen wurde dieses Gebiet hier mal als das Hollywood von Japan bezeichnet. Die besten Zeiten des japanischen Films und der Filmstudios waren in den 1960ern. Danach passierte das, was auch weltweit geschah, nämlich dass durch das Fernsehen die Ticketverkaufszahlen in den Kinos zurückgingen.

Jetzt werde ich mir noch eine Ninja-Show ansehen, die im Ticket inkludiert ist. Für den Rest hätte ich bezahlen müssen und da hatte ich keine Lust darauf…. Na, das war doch mal eine lustige Show. Sehr witzig gemacht. Und einiges habe ich auch verstanden. Das sollte man auf jeden Fall mitnehmen, wenn man schon mal hier ist.

Ich bin durch mit dem Park und begebe mich jetzt zu meinem nächsten Ziel. Vorher will ich hier noch eine Straße mitnehmen, die Daiei-dori Shopping Street. Die soll wie eine Filmrolle gestaltet sein.

Okay, die hat auch schon mal bessere Zeiten mitgemacht. Die Geschäfte sehen schon ziemlich alt aus, aber überall sieht man alte Filmplakate. Die Straße scheint immer noch in der alten, glorreichen Zeit leben zu wollen.

17:15 Uhr: Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten und letzten Ziel für heute. Ich will mir noch eine Illumination in einem Tempel ansehen. Mal schauen, wie die wird. Aber bevor es dunkel wird, habe ich noch etwas Zeit. Vielleicht finde ich auf dem Weg noch was Leckeres zu essen.

Whoa, jetzt war ich gerade richtig verwirrt. Ich muss hier noch mal in die kleine Bummelbahn einsteigen, mit der ich auch hierhergekommen bin. Aber dies ist hier ein Umstiegsbahnhof. Um auf die andere Seite zu kommen, muss ich hier über die Gleisanlage drüber. Ich habe zuerst den Untergrundweg gesucht, um dorthin zu gelangen. Habe es aber geschafft. 😁

Jetzt habe ich es verstanden. Ich bin jetzt mit der kleinen Bahn gefahren, die ich vor drei Tagen bei meiner Tour gesehen habe. Ich habe mich nämlich gerade gewundert, dass mir die Umgebung so bekannt vorkam. Jetzt laufe ich gemütlich weiter zu meinem nächsten Ziel.

Ich muss jetzt erst einmal was Kleines einwerfen. Das war heute doch etwas wenig, was ich bisher gegessen habe. Aber jetzt bin ich zunächst ein wenig gestärkt. Die Lampen sind bei dem Tempel im Übrigen auch schon an. Jetzt werde ich mal gemütlich hineingehen und mir ein Ticket organisieren.

19:30 Uhr: Ich war gerade noch mal im Kitano Tenman-gū-Tempel. Hier habe ich mir den illuminierten Bereich angesehen. Da die Sonne aktuell erst um 19 Uhr untergeht und um 19:30 Uhr komplett verschwunden ist, habe ich zuvor die Zeit noch genutzt, um mir die Kunstinstallation anzuschauen.

Was mich aber wirklich begeistert hat, war, im Park gab es ein kleines Podest, von dem aus man über die Pflaumenbäume schauen konnte. Da hier alles so dicht bewachsen ist, habe ich mich fast wie im Urwald in Singapur gefühlt. Das sah wirklich sehr schön aus.

Die Illumination hatte ebenfalls etwas. Man hat hier vor allem die Gehwege beleuchtet und so den Flair der Bäume genutzt, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Auch die Kunstinstallation wurde angeleuchtet. Und im hinteren Teil des Parks gab es eine weitere Installation.

Allerdings hätte ich fast den hinteren Teil verpasst. Dies ist mir erst später aufgefallen, dass dieser noch dazu gehört. Ich dachte ursprünglich, es wäre nur der Bereich mit den Pflaumenbäumen. Neben dem bezahlten Bereich ist im Übrigen auch der Tempelbereich schön ausgeleuchtet. Also, wenn man den Eintritt nicht bezahlen möchte, lohnt sich auch nur der Besuch der Anlage am Abend.

20:15 Uhr: Ich bin für heute durch. Das war wirklich wieder ein langer Tag. Morgen geht es nach Yokohama. Abschließend noch ein Fazit zu dem Test, dass ich hier in Kyoto über eine Woche geblieben bin. Dies hat sich vollkommen gelohnt.

Ich ging ursprünglich immer davon aus, dass Tagestrips von Osaka vollkommen ausreichen würden. Aber wenn man Kyoto wirklich erkunden möchte, dann lohnt es sich hier auch, für eine Woche zu bleiben. Wobei ich jetzt schon sagen kann: Wenn man in die Tiefe gehen möchte, wird eine Woche nicht reichen.

16.05.2026 – Auf nach Yokohama

10:00 Uhr: Heute fahre ich nach Yokohama. Mein Zug startet in rund zwei Stunden. Ich habe somit noch etwas Zeit. Aktuell spielt mein Magen aber etwas verrückt. Liegt vielleicht gerade am Stress. Alles alleine zu organisieren, ist schon herausfordernd. Aber ich bekomme es gemeistert.

Ich mache jetzt schon mal gemütlich los, um noch etwas dem Treiben auf dem Bahnhof zuzuschauen. Checkout ging schnell. Gleich noch mal den Koffer wiegen. Whoa, 16 Kilo. Wo kommen die 4 Kilo zusätzlich her? So viel habe ich noch gar nicht gekauft. Egal, los geht’s.

OMG, hier auf dem Bahnhof ist wirklich gerade sehr viel los. Keine Ahnung, was heute hier passiert ist. Aber ich habe den Eindruck, die haben hier gerade die Menschenmassen ausgeschüttet. Das fühlt sich aktuell sehr stressig an.

Ich hole mir jetzt fix noch eine kleine Bentobox und was zu trinken. Ich bin im Übrigen seit ein paar Tagen auf zuckerfreie Getränke umgestiegen. Das tut sehr gut und ich fühle mich seitdem auch nicht mehr so voll.

Ich bin ja immer wieder beeindruckt davon, in welchen kurzen Taktzeiten die Züge hier auf der Strecke zwischen Tokio und Osaka fahren. Gefühlt kommt hier alle 5 Minuten ein Zug an. Dabei werden natürlich auch die anderen drei Millionenstädte, also Kyoto, Nagoya und Yokohama, mitgenommen.

Für Deutschland müsste man sich das so vorstellen, als ob es eine Kreisverbindung zwischen Berlin, München, Köln und Hamburg geben würde. Und diese Verbindung wird im 5-Minuten-Takt bedient. Das Thema Inlandsflüge wäre dann damit komplett obsolet, wenn die Züge die Geschwindigkeiten und Pünktlichkeit wie hier in Japan gewährleisten könnten.

12:15 Uhr: Bin im Zug und habe jetzt gleich noch mal den Bestelldienst ausprobiert. Dieses Mal habe ich es sogar geschafft. Im letzten Jahr bin ich damit gescheitert. Ich weiß jetzt aber auch, warum.

Dieser funktioniert nämlich nur, wenn man mit dem WLAN von JR verbunden ist. Anschließend muss man den Zug, seinen Sitzplatz und das Ziel auswählen. Danach kann man bestellen, aber erst, wenn die Seite mit allen Bildern komplett geladen ist. Bezahlung erfolgt anschließend bei Lieferung. Und was noch wichtig ist: Den Service gibt es nur in der Greencar.

14:00 Uhr: Ich bin in Yokohama angekommen. Ursprünglich hatte ich geplant, hier von der Station Shin-Yokohama, also dort, wo der Shinkansen hält, mit einem Taxi zum Hotel zu fahren. Aber ich sehe gerade, dass die Verbindung mit der JR Line sehr gut ist.

Jetzt heißt es nur noch, die passenden Rolltreppen zu finden, sodass ich meinen Koffer nicht die Treppen hoch oder runter schleppen muss. Dafür muss man sich etwas Zeit nehmen, aber bei den größeren Bahnhöfen gibt es immer eine Rolltreppe, die nach oben, und eine Rolltreppe, die nach unten führt. Habe sie gefunden.

Ich sehe gerade auf Google Maps, dass ich vom Ausstiegsbahnhof über Hochwege scheinbar direkt bis zum Hotel laufen kann. Google Maps will mich anschließend zwar außenherum führen, aber ich weiß, dass ich auch durch die Shoppingpassagen zum Hotel kommen müsste. Das teste ich jetzt mal aus.

Na, das klappt doch wie am Schnürchen. Überall sind Rolltreppen oder Rampen, sodass ich meinen Koffer nicht tragen muss. Wenn das mal nicht eine perfekte Navigation war. Es ist schon hilfreich, wenn man bereits einmal in der Gegend war.

15:00 Uhr: Bin eingecheckt, aber ich habe gerade ein kleines Problem. Meine Badetür ist verschlossen. Irgendjemand hat die von ihnen verriegelt. Weiß nicht, wie man so etwas schaffen kann. Ich frage mal nach. Alles klar, die haben das gegengecheckt und schicken mir jemanden, der die Badezimmertür aufschließt. Hoffentlich liegt keine Leiche drin. 😂

Während ich hier auf den Hausservice warte, habe ich mich gerade mal im Zimmer umgesehen. Und was ich richtig gut finde, ist, dass sie anstatt Plastikwasserflaschen einen Wasserspender auf dem Gang zur Verfügung stellen. Ich habe im Zimmer dafür eine Karaffe und kann mit dieser jederzeit Wasser holen. Tolle Idee.

Meine Badezimmertür ist endlich offen und es ist alles in Ordnung. Das Bad sieht wirklich sehr schick aus. Ich werde jetzt mal schauen, ob es eventuell von dem Hotel einen Airportbus gibt, mit dem ich direkt zum Flughafen an meinem Abreisetag komme.

Na, das hatte ich doch richtig im Gefühl. An diesem Hotel hält auch der Flughafenbus. Jetzt noch das Ticket kaufen. OMG, ich muss mich registrieren. Das stresst mich gerade richtig. Die richtige Linie herauszufinden, ist gar nicht so einfach. Oh man, das dauert. Aber jetzt habe ich es endlich geschafft. Ticket ist gebucht. Mein Aufenthalt in Yokohama kann starten.

16:30 Uhr: Ich laufe jetzt noch mal los, um die Gegend zu erkunden. Mich interessiert vor allem, wie ich morgen früh am schnellsten zur Yokohama Station kommen würde. Ich weiß, dass es hier mehrere Hochwege gibt, über welche man abkürzen könnte. Dann mal los.

Whoa, ich bin gerade wirklich überrascht. Das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Aber das Gebäude, in dem ich mich befinde, geht einfach mal vier bis fünf Stockwerke in die Tiefe. Hier unten befindet sich eine U-Bahn-Station, die man von den oberen Etagen aus einsehen kann. Sieht sehr futuristisch aus.

Ich laufe jetzt hier einfach mal die unterirdische Passage weiter. Das zieht sich schön in die Länge. Echt beeindruckend, was man hier unten hingezimmert hat. Ich sehe, da vorn geht es raus. Das scheint auch das Ende dieser unterirdischen Passage zu sein.

Jetzt mal schnell schauen. Hier oben auf der Nullebene müsste irgendwo der Hochweg beginnen. Ah, ich sehe schon, da vorn geht das Teil los. Dann mal hinauf. Wow, auch das ist wirklich interessant. Man kommt hier direkt durch das Hauptquartier von Nissan und hat immer einen Blick in deren Showroom. Toller Reklamebereich, den sie sich hier hingebaut haben.

Ich versuche mich mal an den Schildern zu orientieren. Die Yokohama Station ist bereits ausgeschildert. Manchmal weisen sie nach unten, aber andere Schilder bleiben auf der Hochebene, auf der ich mich gerade befinde. Ich folge einfach mal diesen.

Okay, das ist wirklich etwas ganz anderes hier. Ich staune nur noch und schaue mir links und rechts die Wolkenkratzer an. Hier schießt ein Gebäude nach dem anderen in die Höhe. Alles wirkt sehr futuristisch. Ich habe Yokohama bisher immer nur zur kälteren Jahreszeit erlebt. Aber heute bei den angenehmen Temperaturen macht das Erkunden ihr richtig Spaß.

So, die Yokohama Station habe ich erreicht. Von meinem Hotel bis hierher werde ich ungefähr 25 bis 30 Minuten benötigen. Jetzt versuche ich mich in dieser noch etwas zu orientieren. Hier herrscht nämlich immer Chaos. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich mal Yokohama besuche. Erst im vergangenen Jahr war ich hier komplett verloren.

Ich sehe gerade, auf der anderen Seite der Yokohama Station scheint es eine weitere unterirdische Passage zu geben. Da ich gerade Zeit habe, will ich jetzt herausfinden, wie weit diese noch unterirdisch weitergeht.

Wow, auch das zieht sich ganz schön in die Länge. Hier zweigen zudem auf der einen Seite weitere Gänge ab. Das Ganze ist ein riesiger Shoppingkomplex. Und ich sehe, auch hier gibt es noch zusätzliche Etagen unter und überhalb.

Oh, da hinten geht es raus. Ich scheine das Ende erreicht zu haben. Dann mal hoch und grob orientieren, wo ich hier gelandet bin. Aha, das ist komplett auf der anderen Seite der Yokohama Station. Hier war ich bisher noch nicht. Mal gegenchecken bei Google Maps, wie lange der Fußweg jetzt gewesen ist. 40 Minuten, durch unterirdische Passagen und Hochwege. Ich glaube, das ist ein neuer Rekord.

Ich werde die Strecke jetzt gemütlich zurücklaufen und mir unterwegs noch was zu essen organisieren. Auf dem Weg habe ich schließlich genügend coole Restaurants gesehen. Oha, da vorn ist ein Curry-Restaurant. Und dieses Mal keine bekannte Kette. Das werde ich austesten.

Ich muss hier Automatentickets ziehen. Wie ging das gleich noch mal? Wenn ich die Tasten hier drücke, passiert nichts. Alles klar, ich werde gerade darauf hingewiesen, dass ich erst einmal das Geld hineinschieben muss. Ist auch logisch. Das erleichtert die Auswahl, wenn der Automat weiß, was man bereit ist zu bezahlen.

Ich habe alles ausgewählt und mir wirklich eine schöne Kombination zusammengestellt. War, nachdem ich das Geld hereingeschoben hatte, wirklich alles selbsterklärend. Jetzt heißt es, auf das Curry warten. Wunderbar, wie gewohnt ging das sehr schnell. Und es sieht verdammt lecker aus. Yummy, yummy.

Ich muss gerade etwas schmunzeln und stelle dabei fest, dass hier in Yokohama die Erfahrung im Umgang mit Ausländern wahrscheinlich noch nicht üblich ist. Hier versucht gerade ein Ausländer, eine Bestellung per Karte mit einer Bediensteten abzuklären. Er versteht nicht, wie man den Automaten bedient. Ich sage dazu nur: „Lost in Translation“. Und wenn ich sehe, wie lange die Bedienstete versucht, alles abzuklären … in der Zeit hätten 20 Leute ihr Essen am Automaten bestellen können.

18:00 Uhr: Ich mache jetzt wieder zurück ins Hotel. Ich stelle nämlich heute schon den ganzen Tag fest, dass ich ziemlich fertig bin. Die letzten Tage oder in der Zwischenzeit zwei Wochen haben ganz schön geschlaucht.

Morgen möchte ich zudem zeitiger raus. Ich plane eine längere Tour mit einer längeren Anfahrt. Ich freue mich schon darauf, aber auch diese wird wieder meine höchste Aufmerksamkeit erfordern. Und dafür möchte ich natürlich fit sein.

19:00 Uhr: Bin wieder im Hotel angekommen. Ich wäre wahrscheinlich auch schon eher da gewesen, wenn da nicht der Snoopy Store bei mir im Tower noch gewesen wäre. Da musste ich mal rein und mal schauen, was davon noch in den Koffer muss.

Ich habe mich aber heute erst einmal bewusst inspirieren lassen, ohne gleich sinnlos was zu kaufen. Erst einmal überlegen, was ich wirklich benötige, ansonsten werden das wieder Ad-hoc-Käufe, die man später bereut. Jetzt werde ich noch die Aussicht von meinem Hotelzimmer genießen.

17.05.2026 – Hakone: Schwefel, Fuji und das Triforce

06:15 Uhr: Ich mache mich jetzt auf zu meiner heutigen Tour nach Hakone. Da ich eine längere Strecke mit Bummelzügen durch die Berge fahre, dauert die Anreise auch etwas länger. Aber erst einmal muss ich zur Yokohama Station.

Whoa, was ist hier los? Alles ist noch geschlossen. Ich komme gar nicht zu meiner U-Bahn-Station. Dann laufe ich eben zur Yokohama Station. Ich habe ohnehin noch Zeit, bevor mein Zug losfährt. Das schaffe ich auf jeden Fall. Und ich kann gleich die Stille der Stadt noch genießen.

07:00 Uhr: Ich bin jetzt an der Yokohama Station angekommen. Auch hier ist bisher nicht viel los. Es war vielleicht doch eine sehr gute Idee, so zeitig zu starten.

Jetzt noch schnell das Ticket für die Greencar geholt. Verdammt, der Automat ist außer Betrieb. Ah, da vorn gibt es noch einen. Puh, der funktioniert. Pasmokarte mit Ticket aufgeladen. Weiter geht es jetzt nach Odawara, dem nächsten Umstiegsbahnhof.

08:00 Uhr: Angekommen und sitze bereits im nächsten Zug. Ich musste mich ganz schön beeilen, den zu bekommen. Zumal ich hier auch zwischen den Betreibern umsteigen musste. Aber aufgrund meiner Skills, mich schnell zu orientieren, habe ich es geschafft.

Im Übrigen habe ich auf dem Weg nach Odawara auch noch mehrere Blicke auf den Mount Fuji gehabt. Der Ausblick war sogar besser als vom Shinkansen. Alles ganz klare Empfehlung, wenn man entspannt aus dem Zug Fotos vom Fuji schießen möchte. Jetzt bin ich auf dem Weg zur nächsten Umsteigestation, Hakone-Yumoto.

Angekommen, und jetzt geht es weiter zum Zielbahnhof Gora. So langsam verstehe ich auch das Prinzip dieser Strecke hier. Die gesamte Strecke besteht aus vier Abschnitten. Eine davon ist einspurig. Der Zug fährt hier im Zickzack den Berg hinauf. Dafür stoppt er in einer Sackgasse, stellt die Weiche um, und fährt dann in entgegengesetzter Richtung weiter.

Mir wurde im Übrigen auch alternativ ein Bus von Odawara nach Gora angeboten. Aber dann hätte ich auf die tolle Fahrt mit dem Zug durch die Berge verzichten müssen. Das wollte ich natürlich nicht. Und ich bin jetzt auch wirklich happy darüber, mich so entschieden zu haben. Zumal die Fahrt kurzweilig ist, da der Zugführer hier ständig am Zug entlangrennt, um alles zu kontrollieren.

09:00 Uhr: Ich bin in Gora angekommen. Oh, ich werde hier gerade vom Bernina Express gegrüßt. Es scheint hier eine Kooperation mit den Schweizern zu geben und die Bergbahn wurde nach Schweizer Vorbild errichtet. Jetzt habe ich aber richtig Lust, mit den Bahnen auch mal in der Schweiz zu fahren.

Ich wollte gerade mit meiner Pasmokarte bei der Bergbahn einchecken. Aber das geht nicht. Ich benötige ein extra Ticket. Hmm, mal schauen, was ich hole. Ich glaube, ich entscheide mich für das 2-Tagesticket. Ein 1-Tagesticket gibt es leider nicht. Oh, das lassen sie sich gut bezahlen. 6.000 Yen wollen sie dafür haben. Und es geht nur Cash oder per IC-Card (also digitales Cash).

09:30 Uhr: Weiter ging es soeben mit der Bergbahn auf eine weitere Zwischenstation. Jetzt heißt es noch mal umsteigen zu einer Seilbahn. Oh, hier gibt es bereits Hinweisschilder auf die Schwefelfelder. Also, wenn man damit ein Problem hat, sollte man spätestens hier an dieser Stelle umkehren. Dann mal rein in die Seilbahn und hinauf zur nächsten Etappe.

Wow, das sieht hier aus wie Mordor. Tolkien hätte wahrscheinlich seine Freude gehabt, wenn er sich die gasigen Ebenen von Mordor hätte vorstellen müssen. Und da auf der anderen Seite ist er wieder, der Mount Fuji. Der Kontrast könnte nicht krasser sein. Ich bin am Ziel, Ōwakudani, angekommen. 😁

Ganz schön viel los hier oben. Im Übrigen habe ich gerade gelesen, dass dieses offene Schwefel-Areal erst vor 3.000 Jahren entstanden ist. Damals gab es einen Vulkanausbruch, der den Teil dieses Hanges weggerissen hat. Seitdem treten hier schwefelhaltige Dämpfe aus.

Das Tal wurde auch mal als  „Höllental“ (Jigokudani) bezeichnet. Wenn man sich dies so ansieht, eine wirklich gute Bezeichnung dafür. Den Geruch des Schwefels rieche ich im Übrigen nur an einigen Stellen. Aber wer viel pupsen muss, ist hier genau richtig. Das fällt niemandem mehr auf. 🤣

Im Übrigen versucht man hier, sehr viele Produkte, die etwas mit dem Schwefel zu tun haben, zu verkaufen. Das Populärste sind wahrscheinlich die schwarzen Eier. Große Statuen von diesen hat man hier auch. Vor denen kann man sich fotografieren lassen.

Ein Ei kostet im Übrigen 500 Yen. Ein ordentlicher Preis dafür, dass man ein Ei mit einer schwarzen Schale bekommt, welches durch die Reaktion mit dem Schwefel schwarz geworden ist. Der Inhalt ist und bleibt ein Ei. Ein stolzer Preis, auch für japanische Verhältnisse, für ein Ei.

Ich bin gerade mit der nächsten Seilbahn unterwegs und wirklich wieder mal erstaunt darüber, worauf Japaner alles hinweisen. Wenn ich das mit den Seilbahnen in Österreich vergleiche, ist das hier Safety first.

Zum einen halten die Seilbahnen wirklich an beim Ein- und Aussteigen, selbst auf den Zwischenstationen. Bei uns fahren Sie im langsamen Tempo weiter. Da wird nicht angehalten. Das erhöht natürlich den Durchsatz. Und zum anderen gibt es ein Notfallkit, falls jemandem mal schlecht werden sollte.

11:00 Uhr: Ich bin gerade am Ashi-See angekommen. Hier ist gerade richtig viel los. Unglaublich, wie die Leute hier anstehen, um mit der Seilbahn fahren zu können. Ich plane jetzt, mit dem Schiff über den See zu fahren. Ich glaube, dazu muss ich hier lang.

OMG, hier stehen sie auch an. Ich habe gerade das Gefühl, anstatt eines schönen Ausflugs in die Natur mache ich gerade eine volle Touristentour hier mit. Wie heißt es so schön: Das war so nicht geplant, es hat sich so ergeben. Auf jeden Fall ist mir das zu viel und ich fahre jetzt weiter mit dem Bus.

11:30 Uhr: Ich bin beim nächsten Ziel für heute angekommen, dem Hakone-Schrein. Hier gibt es ein bekanntes Torii, welches im Wasser steht. Da laufe ich jetzt hin. Der Pfad, der hier am Ufer entlangführt, ist sehr gemütlich. Er verläuft mitten im Grünen.

Oh nein, was ist hier los? Ich verstehe die Welt nicht mehr. Hier stehen Massen von Leuten an, um sich vor dem Torii fotografieren zu lassen. Gefühlte Wartezeit für ein Foto: 30 bis 60 Minuten. Echt crazy.

Ich laufe jetzt an der Uferpromenade weiter entlang. Ich versuche mal, das Torii von der anderen Seite zu fotografieren. Mit meinem Zoom sollte das auf jeden Fall machbar sein.

OMG, das ist schon Wahnsinn, was hier los ist. Die Parkplätze sind alle gut gefüllt. Der Großteil scheint auch wirklich mit dem Auto unterwegs zu sein. Ich denke, mit diesen wird das zeitlich auch alles besser machbar sein, zumal man dann auch von Fahrzeiten der Busse etwas unabhängig ist. Die fahren nämlich gefühlt nur alle 30 Minuten.

Whoa, ich verstehe jetzt langsam, was dieser Ort für eine Faszination auf Besucher ausübt. Ich bin gerade extrem fasziniert von diesem Anblick. Am Horizont erhebt sich der Mount Fuji. Daneben das Torii. Und wenn man Glück hat, fährt sogar ein Piratenschiff vorbei.

Man kann sich einfach nicht sattsehen an diesem Anblick. Aber auch eine ganz klare Empfehlung: Wenn das Wetter nicht passt, würde ich auch nicht hierherfahren. Das ist rausgeschmissenes Geld. Ohne den Blick auf den Mount Fuji kann man die Faszination dieses Ortes nicht verstehen.

Ich laufe jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel für heute, dem Hakone Sekisho. Das ist eine Kontrollstation aus der Edo-Zeit an der Tōkaidō-Straße. Diese wurde nahezu historisch korrekt wieder aufgebaut. Man hat dazu nur Handwerker beauftragt, die mit Originaltechniken diese Station wieder errichteten.

Das Ganze ist natürlich heute ein Museum und das einzige seiner Art in Japan. Also nur hier an dieser Stelle kann man sich ein Bild davon machen, wie eine der 53 Kontrollstationen, die das Tokugawa-Shogunat im Land verteilt hatte, aussah. Ich befinde mich somit direkt auf der ehemaligen Tōkaidō-Straße.

Sehr interessant, gerade wenn man weiß, dass dies wirklich mal so aussah. Hakone Sekisho war zudem dafür bekannt, besonders streng auf ausreisende Frauen zu achten, während die Waffenkontrolle hier etwas weniger im Fokus stand als an anderen Sekisho’s (Kontrollstationen).

Kurz zur Erklärung: Einer der Gründe, warum Edo so wuchs und das Tokugawa-Shogunat so lange für eine friedvolle Zeit in Japan sorgte, war das System der Sankin‑kōtai, bei dem die Fürsten gezwungen waren, einen Teil der Familie in Edo zu lassen. Sie waren de facto Geiseln, um deren Loyalität zu sichern, ähnlich wie dies auch in Europa zur römischen Zeit gehandhabt wurde.

13:00 Uhr: Ich wollte eigentlich noch mit dem Schiff über den See fahren. Aber da waren gerade so viele Inder, die lauthals miteinander und ohne Rücksicht auf Verluste interagiert haben. Die wollten auch auf das Schiff. Und da habe ich dies für mich abgeblasen. Darauf habe ich keine Lust.

Das ist im Übrigen aktuell wirklich ein Problem, was die Japaner auch schon mitbekommen. Die Inder haben eine ganz andere Kultur und bringen ein anderes Mindset in andere Länder mit, welches durch ihr Kastensystem geprägt ist. Da müssen sie noch viel lernen, um sich an internationale Standards anzupassen. Ich fahre deswegen jetzt mit dem Bus zurück nach Hakone Yumoto.

14:00 Uhr: Ich bin in Hakone Yumoto angekommen. Und auch hier platzt die kleine Gemeinde aus allen Nähten. Autos und Busse quälen sich in einem Koloss die Straße entlang. Ich sehe jede Menge Menschen mit großen Koffern, die hier zu Unterkünften wollen.

Am Bahnhof sieht es auch nicht besser aus. Ich habe den Eindruck, der kleine Ort ist für diese Massen nicht gemacht. Und hier kommt gerade der Romancier an. Das ist eine Direktverbindung von Shinjuku nach Hakone Yumoto, also für alle, die aus Tokio einen Tagesausflug hierher planen.

14:45 Uhr: Ich bin wieder zurück in Odawara. Da ich noch nicht nach Yokohama zurückfahren möchte, werde ich mir jetzt hier noch die Burg ansehen. Das Schöne: Sie liegt nur wenige Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt. Dann mal los.

Es scheint, ich muss einmal außenrum, um in die Burg zu gelangen. Das zieht sich doch ganz schön in die Länge. Aber dafür habe ich auch wieder einen Reiher erwischt. Und ich sehe gerade, hier oben in den Baumwipfeln haben die Reiher ihre Nester gebaut. Ganz schön weit oben.

Die Burg gehörte im Übrigen dem Hōjō-Clan. Und hier fand eine Entscheidungsschlacht statt, die aber mehr eine Belagerung als eine wirkliche Schlacht war. Der Clan war der letzte Gegner von Toyotomi Hideyoshi, dem Fürsten, der Japan einigte.

Nachdem Hōjō Ujimasa besiegt war, gingen seine Ländereien an Tokugawa Ieyasu über, der später der erste Shōgun des Tokugawa-Shogunats war. Was ebenfalls ein interessanter historischer Fakt der Schlacht ist: Hideyoshi ließ hier faktisch über Nacht eine komplette Burg auf einen Hügel errichten, um seine Macht zu demonstrieren.

Ich war gerade etwas verwundert, da auf einem Hügel auf der anderen Seite der Gleisanlagen ebenfalls ein Hinweis auf das Odowara Castle zeigt. Ich bin dann in den Austausch mit meinem KI-Reiseführer gegangen und der konnte Licht ins Dunkel bringen.

Der Grund ist, dass ich mich aktuell nur in einem kleinen Bereich der ehemaligen Burganlage befinde. Diese zog sich früher über mehrere Hügelketten. Alleine die Außenmauern hatten eine Gesamtlänge von 9 km. Ich sehe gerade hier in der zweiten Etage eine Karte, auf der das gezeigt wird. Jetzt verstehe ich auch dies besser.

Und noch etwas ist mir gerade klarer geworden. Ich habe nämlich gerade das Familienwappen des Hōjō-Clans gesehen. Das ist ein Triforce, also das bekannteste Symbol aus der Spieleserie Zelda. Mein KI-Reiseführer hat mir gerade verraten, dass dieses Wappen bewusst von Nintendo gewählt wurde.

Zudem verstehe ich jetzt auch, warum ich dieses in Kamakura bei den Tempeln gesehen habe. Der Hōjō-Clan war faktisch während des Kamakura-Shogunats die Schattenregierung, ohne jemals selbst einen Shōgun gestellt zu haben. Sehr spannend.

16:30 Uhr: Allmählich bekomme ich Hunger. Was war heute noch mal dran? Gestern gab es Curry, also gibt es heute Gyōdon. Und da vorn ist auch schon ein Laden, die Kette kenne ich bereits gut. Dann mal hinein und etwas bestellen. So langsam bekomme ich eine Routine rein. 😂

Ich habe im Übrigen gerade hier einen 7-Eleven gefunden, der anstatt des farbigen Logos ein braunes Logo verwendet. Das ist mir immer mal wieder aufgefallen. Und ich habe gleich mal meinen KI-Reiseführer gefragt, was der Grund dafür ist. Und dieser ist typisch japanisch: Filialen, die sich in historischen Vierteln befinden, erhalten diese Farben, damit sie das historische Viertel in seinem Flair nicht durch die üblichen Farben stören.

17:00 Uhr: Ich habe mich jetzt dazu entschieden, mit dem Shinkansen nach Yokohama zurückzufahren. Ich will einfach mal austesten, wie das ist, wenn man die Tickets am Automaten holt. Und heute habe ich dafür genügend Zeit.

Okay, umschalten auf Englisch. Ich will ein Ticket mit einem reservierten Platz haben. Startbahnhof ist bereits ausgewählt. Zielbahnhof ist gleich der nächste. Platz kann man auch einfach auswählen. Natürlich ein Fensterplatz. Und jetzt noch bezahlen. Das ging wirklich sehr einfach. Und die Fahrzeit sind nur 15 Minuten statt 45. Sehr beeindruckend.

Die Züge fahren hier im Übrigen nur alle 30 Minuten. Das ist nun mal ein kleiner Provinzbahnhof. Auf den mittleren Gleisen rauschen dagegen die Shinkansen durch, die nur an den größeren Bahnhöfen halten. Ich habe bewusst einen Zug später genommen, um einfach zu fühlen, wie das ist, wenn die Züge hier durchfahren. Bei dem schönen Wetter heute macht das nur Spaß.

Ich feiere das gerade, dass ich hier sitze. Es ist so amüsant zu beobachten, wie der Stationsvorsteher versucht, die Touristen von der Bahnsteigkante fernzuhalten. Einige versuchen, Fotos von den vorbeifahrenden Shinkansen zu machen, und ignorieren dabei rigoros die englischsprachigen Durchsagen, dass man hinter der gelben Linie bleiben soll: „Please stand behind the yellow line“.

18:30 Uhr: Ich bin in Shin-Yokohama angekommen. Jetzt werde ich mit der U-Bahn zurück zur Yokohama Station fahren und von dort aus ins Hotel laufen. Ich will noch ein paar Abendimpressionen aufnehmen, da es gerade dunkel geworden ist.

War ein langer Tag heute. Aber es hat sich gelohnt. Was ich aber beim nächsten Mal nicht mehr kaufen würde, wäre das 2-Tagesticket. Die Runde, so wie ich sie heute gemacht habe, reicht vollkommen aus. Und in den Bussen hätte ich auch mit meiner Pasmo bezahlen können.

18.05.2026 – Yokohama: Edo, Kolonialviertel & Chinatown

08:30 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour. Heute werde ich es etwas ruhiger angehen lassen. Die nächsten zwei Tage möchte ich Yokohama noch mal relaxed genießen. Deswegen mein erstes Ziel: Tullys für einen Kaffee.

Es gibt hier im Umkreis mehrere Filialen, aber diese haben noch nicht alle geöffnet. Deswegen muss ich erst einmal schauen, in welche Filiale ich bereits hineinkann. Ah, eine gefunden. Dann fix bestellt und einen Platz mit meinem Rucksack belegt.

09:15 Uhr: Auf zu meinem ersten Ziel, dem Sankei-en, einer Gartenanlage, die Anfang 1900 hier errichtet wurde. In dieser war ich im Dezember 2022 schon einmal, möchte mir diese aber heute noch mal anschauen, wenn alles blüht.

Erst einmal muss ich aber einen passenden Bus finden, der dorthin fährt. Es ist nicht so, als ob es keine Linien gäbe, es gibt einfach zu viele. Welchen nehme ich und von wo fährt der ab? Super, habe einen gefunden, der gleich kommt.

Ich bin aktuell noch im Kansai-Modus. Dort ist man bei den Bussen hinten eingestiegen und hat beim Aussteigen vorn beim Fahrer bezahlt. Hier im Raum Tokyo ist es umgekehrt: Da steigt man vorn ein, bezahlt gleich und steigt dann hinten aus.

Jetzt noch aussteigen und dann noch ein paar Minuten bis zu dem Garten laufen. Was ich immer wieder schön finde, hier in den Vierteln, sind die kleinen Mikrogärten, die bei den Häusern vorhanden sind. Viele Japaner gestalten diese Gärten bewusst ästhetisch, oder lassen sie pflegen.

10:00 Uhr: Ich bin angekommen. Fix noch die 900 Yen Eintritt bezahlt. Ich glaube, das war vor vier Jahren günstiger. Da hat es nur 500 Yen gekostet. Jetzt rein. Whoa, ich sehe, gerade werden hier mehrere Busladungen an Reisegruppen ausgeladen. Dann werde ich die Wege in umgekehrter Richtung ablaufen. Nur nicht den Massen hinterher. Wie ein Koi-Karpfen, einfach gegen den Strom. 🎏

Das macht schon wieder Spaß, hier durch den Garten zu laufen. Er ist wirklich sehr schön angelegt, aber vor allem befinden sich in diesem viele historische Gebäude. Der Garten wurde von Hara Tomitarō (Künstlername: Sankei), einem wohlhabenden Seidenhändler aus Yokohama, ab 1902 auf dem Familiengelände angelegt.

Die Grundidee: Hara kaufte historische Gebäude in ganz Japan, u. a. aus Kyoto, Kamakura, Gifu und Wakayama, und ließ sie hier Stein für Stein wieder aufbauen. Dieses Prinzip kenne ich schon irgendwoher, nämlich von dem Samurai‑Filmstar Ōkōchi Denjirō aus Kyoto, in dessen Garten ich vor ein paar Tagen war.

Interessant, mein KI-Reiseführer hat mir gerade dazu noch Folgendes verraten. Um 1900–1930 gab es eine kleine, aber einflussreiche „Bewegung“ von Sammlern, Gelehrten und Unternehmern, die historische Gebäude kauften, versetzen ließen und in neuen Kontexten wieder aufbauten.

Interessant dabei ist, dass die Bauweise der japanischen Holzhäuser (Pfosten-Riegel, weitgehend „trocken“ gezapft, viel Holz statt massiver Mauern) das Zerlegen und Wiederaufbauen enorm erleichtert. Das Versetzen ganzer Gebäude oder Gebäudeteile war technisch gut machbar und hatte in Tempel- und Teekultur sogar Tradition.

Das ist mir auf dieser Tour wirklich öfter begegnet und ergibt jetzt auch vollkommen Sinn. Ich habe häufig gelesen, dass Gebäude woanders standen und dann zerlegt und an einem neuen Ort wieder aufgebaut wurden. Der Grund, dass diese Bauweise hier in Japan so entstand, sind unter anderem Naturkatastrophen wie Erdbeben. Durch die Bauweise ließen sich die Gebäude schneller reparieren.

11:30 Uhr: Ich mache jetzt weiter zu meinem nächsten Ziel für heute, dem Motomachi Park. Da ich es heute gemütlich angehen lassen möchte, werde ich dorthin laufen. Das ist rund eine Stunde bei den aktuellen Temperaturen. Dann mal los.

Ich beobachte gerade, wie ein kleiner Müllwagen hier in das Viertel hineinfährt und dabei eine Erkennungsmelodie spielt. Die Müllabfuhr nutzt die Melodie als akustische Warnung und als Signal an die Anwohner, dass der Wagen im engen Wohngebiet unterwegs ist und sie ggf. Müll nachreichen können. Das ist nun mal besser als Hupen, was als alles störend empfunden wird.

12:30 Uhr: Ich bin im Motomachi Park angekommen. Dieses Gebiet wurde im Übrigen für Ausländer angelegt nach der Eröffnung von Japan und nachdem Yokohama als Hafen bestimmt wurde. Es fungiert somit ähnlich wie das Gebiet in Kobe, das ich mir letztes Jahr angesehen habe.

Es ist ursprünglich ein reines Ausländerviertel gewesen, und auch hier gibt es noch ältere Gebäude, wenn auch nicht so zahlreich und museumsträchtig wie in Kobe. Diese hier in Yokohama kann man sich größtenteils kostenfrei ansehen.

Whoa, ich komme echt gut voran. Wenn das so weitergeht, muss ich mir für morgen noch etwas einfallen lassen. Aber zum Glück habe ich ja einen Plan B in der Tasche. 😂

Ich bin im Übrigen gerade im englischen Rosengarten angekommen. Hier findet auch aktuell die Rosenschau statt. Es blüht und duftet alles und die meisten Japaner machen fleißig Fotos. Im Übrigen wird das Anschauen von Blumen im Allgemeinen als „Hanami“ bezeichnet. Wir assoziieren es allerdings im Westen eher mit der Kirschblüte.

Hier in der Anlage gibt es im Übrigen auch eine Aussichtsplattform, das Harbor View Park Observatory. Das war mein eigentliches Ziel, und der englische Rosengarten hat sich faktisch nebenbei mit ergeben.

Die Aussichtsplattform ist ganz schick, auch wenn man natürlich nur einen Blick über die Hafenanlagen hat. Das ist natürlich nicht mit dem zu vergleichen, was ich von anderen Aussichtspunkten gewöhnt bin. Aber das ist nun mal Yokohama.

Ich war gerade im America Yama Park. Das ist eher ein kleiner Garten als ein Park. Sehr überschaubar, aber mit direkter Anbindung zu meinem jetzigen Ziel, der Yokohama Motomachi Shopping Street. Sie war die erste Shoppingstraße, in der westliche Waren angeboten wurden, nachdem die Japaner sich öffneten.

Whoa, das Ganze fühlt sich so gar nicht wie Japan an. Das entspricht eher unseren Shoppingstraßen, die wir auch aus Europa kennen. Okay, ich laufe die jetzt einmal ab und dann schwenke ich gleich weiter nach Chinatown, das hier zwei Querstraßen weiter liegt.

14:00 Uhr: Ich bin jetzt im Chinatown Yokohama angekommen und kann bereits sagen, dass das Feeling hier ein ganz anderes ist als zu den anderen Jahreszeiten, als ich hier war. Selbst heute am Tag ist viel los und es herrscht eine starke Dynamik.

Das Chinatown ist im Übrigen das größte in Japan. Und das kann ich nur bestätigen, wenn ich hier durch die Gassen laufe. Es ist nicht mit dem in Kobe oder Nagasaki zu vergleichen.

Es ist im Übrigen auch sehr interessant, wie dieses Chinatown hier entstanden ist. Denn was viele bei uns nicht wissen, ist, dass auch den Chinesen nach der Öffnung von den Japanern bestimmte Viertel zugewiesen wurden.

Dieses Viertel lag direkt neben dem Ausländerviertel, in dem ich gerade war. Und die Chinesen fungierten hier als Dolmetscher und Vermittler zwischen den Ausländern und den Japanern, da sie bereits Erfahrungen mit Westlern hatten.

Ich muss persönlich sagen, es macht gerade richtig Spaß, hier durchzulaufen. Es ist nicht zu leer und es ist nicht so voll. Überall gibt es leckere Dinge zu essen, wobei ich auch gerade das Gefühl habe, dass sich das Angebot hier gewandelt hat.

Als ich 2017 das erste Mal hier war, gab es noch viele kleine Dumplings zu kaufen. Diese sehe ich in der Zwischenzeit kaum noch, dafür eine Art größeres Schnitzel, was man auf die Hand bekommt. Ansonsten fällt mir aktuell auf, dass es hier sehr viel Mapo-Tofu gibt. Also, wer das mag, ist hier genau richtig.

Eigentlich wollte ich gerade auf den Marine Tower Yokohama gehen, aber die haben heute wegen irgendetwas geschlossen. Die öffnen erst morgen wieder. Dann eben weiter zum Yamashita Park. Whoa, hier gibt es auch einen Rosengarten. Und der sieht mindestens genauso schick aus wie der andere. Aber hier sind noch mehr Japaner, die fleißig fotografieren.

So langsam bekomme ich mit, dass die ganze Lauferei ordentlich geschlaucht hat. Ich werde jetzt erst einmal gemütlich zum Hotel zurückmachen, mich dort noch etwas ausruhen, und dann abends zu einer weiteren Tour starten. Ich will noch ein paar Abendaufnahmen machen. Das Viertel hier am Hafen und Chinatown reizt mich.

18:00 Uhr: Ich bin noch mal gestartet. Mal schauen, wo es mich hintreibt. Zuerst einmal schaue ich mir den Freizeitpark an, der genau vor meinem Hotel liegt. Das Markanteste an diesem ist natürlich das Riesenrad, das man von überall her sieht. Es ist im Übrigen nicht mehr das Größte in Japan. Das befindet sich in Osaka. Und damit sind wir 2023 schon gefahren.

Aber ich will mal schauen, was der Freizeitpark sonst noch zu bieten hat. Von meiner Unterkunft aus habe ich z. B. eine Achterbahn gesehen, die hier mitten in das Center hineinrauscht. Whoa, und ich sehe gerade, hier gibt es auch mehrere 3D-Entertainment-Fahrten. Eins davon ist ein Horrorhaus, bei dem man das Horrorniveau von 1 bis 3 einstellen kann. Die Fahrten finden in einem vergitterten Käfig statt. Gruselig. 😱

Weiter geht’s zum nächsten Punkt, den Yokohama Red Brick Warehouse. Das sind früher die ersten Warenhäuser gewesen, in denen man die ankommenden Waren aus den anderen Ländern umgeschlagen hat. Heute befinden sich in diesen beiden Gebäuden Shoppingpassagen und Gastronomie. Dann werfe ich mal einen kurzen Blick hinein.

Whoa, ich habe den Eindruck, hier hat sich auch einiges getan. 2017 sah das noch sporadischer aus. Vielleicht wurde dies damals aber erst eingerichtet. Gefällt mir sehr gut. Und ein ganz klarer Tipp, wenn man mal eine etwas andere Shoppingpassage sehen möchte.

18:45 Uhr: Allmählich verschwindet die Sonne auch hinter dem Horizont. Deswegen ist mein nächstes Ziel das Osanbashi Pier. Das ist der Einreiseterminal für ankommende Schiffe hier in Yokohama. Aber auf dem Dach gibt es einen Rooftop-Park.

Whoa, ich bin begeistert. Das sieht wirklich klasse aus. Ich würde sogar behaupten, von hier aus hat man den besten Blick auf die komplette Hafenskyline. Und scheinbar sehe ich das nicht als einziger so, denn hier stapeln sich gerade junge Brautpaare, um sich vor der Skyline von Yokohama fotografieren zu lassen.

Ich verstehe wirklich gerade gar nicht, warum ich bei meinen letzten Besuchen in Yokohama noch nie hier oben war. Das war echt ein großer Fehler. Ich bin jetzt schon seit 45 Minuten hier oben und habe mich immer noch nicht sattgesehen.

Im Übrigen wird der Park hier auch von einigen als Joggingstrecke genutzt. Und das, obwohl immer wieder Durchsagen kommen, dass man hier nicht rennen sollte. Ich werde den Abend jetzt hier ausklingen lassen und anschließend gemütlich zurück ins Hotel gehen. Einfach nur schön hier. Aber das Wetter ist auch geil.

19.05.2026 – Yokohama: Aussichten, Sightseeing, Erkenntnisse

09:00 Uhr: Ich mache jetzt los zu meiner heutigen und letzten Tour in Japan auf dieser Reise. Ich werde es noch einmal entspannter angehen lassen und mich heute mal mit meinem KI-Reisebegleiter auf die kleinen und feinen Unterschiede konzentrieren und mir diese genauer erklären lassen.

Mein erstes Ziel ist ein 7-Eleven im gegenüberliegenden Gebäude, da ich gerade festgestellt habe, dass ich über 1800 Yen in Kleingeld mit mir herumschleppe. Das möchte ich dort loswerden. Und vielleicht bekomme ich sogar noch mein Nähset für zukünftige Reisen. Dann mal los.

Da kann ich gleich auf eine Besonderheit hinweisen, die mir gestern aufgefallen ist, als ich im Snoopy-Store war. Ich habe mir in diesem einen kleinen Handventilator geholt, der akkubetrieben ist und über USB aufgeladen wird.

Als ich diesen bezahlte, nahm die Verkäuferin die Bedienungsanleitung aus der Verpackung und trug in diese das Kaufdatum ein, signiert mit ihrem Stempel und ihrer Unterschrift. Ich habe erst überlegt, warum das gemacht wird, aber unter Berücksichtigung, dass es den Kunden einfach gemacht wird, ist das logisch. So braucht man den Kaufbeleg nicht zusätzlich aufzubewahren, sondern es reicht aus, wenn man im Reparaturfall mit der Bedienungsanleitung den Laden aufsucht. Sehr clever.

Meinen ersten Teil des Kleingelds bin ich losgeworden. Und ich habe sogar ein Nähset erhalten. Jetzt mache ich weiter zu einer Aussichtsplattform, die rund 30 Minuten von hier entfernt liegt. Also zu Fuß natürlich.

Worüber ich immer wieder hier in Yokohama erstaunt bin, ist, wie viele Hochwege man in der Zwischenzeit im Hafenbereich gebaut hat. Man kommt über diese in nahezu alle größeren Gebäudekomplexe. Alles sehr praktisch.

Wenn man mal eine breitere Straße hat, über die keine Brücke oder ein Fußgängerüberweg führt, halte ich im Übrigen immer Ausschau nach U‑Bahn‑Stationen. Die sind die perfekte unterirdische Abkürzung, um auf die andere Straßenseite zu gelangen.

Ich bin auf dem Weg zu meinem Aussichtspunkt und stelle gerade fest: Heute ist es wirklich heiß hier. So langsam rückt auch hier der Sommer im Japanstil an. Das bedeutet Hitze, hohe Luftfeuchte und eine Sonne, die brutal niederprasselt. Wer sich da zu schnell bewegt, hat verloren. Das durfte ich 2018 lernen. 😂

10:00 Uhr: Ich bin angekommen. Mit den kleinen Abstechern liege ich wirklich sehr gut in der Zeit. Und das, obwohl ich gerade überhaupt nicht hetze und mir Zeit lasse. Die Aussicht vom Nogeyama Park Observation Deck, ist im Übrigen kostenfrei.

Whoa. Was für ein toller Blick über Yokohama. Aber was mich schon wieder viel mehr begeistert, ist: Es gibt hier kostenfreie Toiletten, und natürlich mit Sitzvorrichtung für kleine Kinder auch im Männerklo. Zudem hat man hier einen Aufzug auf die Plattform. Also auch gleich noch an Barrierefreiheit mitgedacht.

Mir fällt seit Covid übrigens auf, dass die Anzahl der Hunde, die ich hier sehe, stark angestiegen ist. Ich habe gleich mal nachgefragt und es ist tatsächlich so. Es gab vor Covid bereits einen Trend, aber durch Covid wurde dieser noch mal verstärkt.

Es gibt aber kleine und feine Unterschiede. So besteht nahezu überall Leinenpflicht. Und ich habe gerade gesehen, dass, wenn der Hund irgendwohin pinkelt, die Besitzer anschließend Wasser über diese Stelle kippen. Dazu haben sie immer eine kleine Wasserflasche bei sich. Gelegentlich sieht man aber auch an manchen Stellen mehrere Wasserflaschen herumstehen. 

Ich laufe gerade Richtung Chinatown und bin in einem Viertel gelandet, welches wirklich etwas älter aussieht. Gleich mal schauen, wie das heißt. Alles klar, das ist Noge‑chō. Das Viertel entstand während der Restauration, also der Meiji-Zeit.

Sein heutiges Flair hat es aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten. Aus dieser Zeit stammen immer noch die meisten Fassaden. Es war damals bekannt für den Schwarzmarkt und später als Vergnügungsviertel. Und ich sehe gerade, auch heute noch gibt es hier die eine oder andere Girlsbar.

Ich bin gerade an der Homebase des Baseball‑Teams Yokohama DeNA BayStars. Die haben hier einen ordentlichen Tower hingebaut. Und es scheint hier eine Sky-Plattform zu geben. Mal schauen, wie ich da hinaufkomme.

Okay, ich war wahrscheinlich nicht der Erste, der das versucht hat. Hier am Eingang ist ein Schild, dass dies keine öffentliche Plattform ist und nur Mitarbeiter des Bürogebäudes auf diese kommen. Dann gönne ich mir jetzt erst einmal ein „Egg Drop Sandwich“. Den Trend muss ich schließlich auch mal mitmachen. 😂

Ich bin gerade sehr überrascht darüber, wie alt das Stadion wirkt. Das ist untypisch, wenn es ein neueres Datum wäre. Gleich mal nachfragen, was es damit auf sich hat. Interessant, das Stadion wurde in dieser Form 1978 als „erstes kreisförmiges Mehrzweckstadion Japans“ neu gebaut.

2018 hat man, statt es abzureißen, umfangreich renoviert und erweitert (u. a. neue Tribünen, mehr Kapazität, neues Soundsystem), damit es als Baseball‑Venue für die Olympischen Spiele 2020 genutzt werden konnte. Es ist somit von außen ein „Showa‑Retro“‑Stadion, und von innen Hightech auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts.

Jetzt mache ich noch mal durch Chinatown zu meinem nächsten Ziel, dem Marine Tower Yokohama. Der war ja gestern geschlossen und hat heute hoffentlich auf. Aber mir fällt gerade auf, dass die Tore von Chinatown nicht direkt an dem zentralen Bereich von Chinatown stehen. War das früher vielleicht mal größer?

Interessant, die Tore sind gar nicht so alt, sondern wurden erst in den vergangenen 50 Jahren errichtet. Das Viertel wurde damit touristisch aufgewertet, um es als Eventviertel weiter zu etablieren. Seitdem unternimmt man sehr viel, um den Ruf des Viertels als Touristenattraktion zu steigern. Mit dem ursprünglichen Viertel hat das hier somit nichts mehr zu tun.

Ich bin jetzt beim Marine Tower Yokohama. Er hat geöffnet. Dann noch schnell die 1.000 Yen Eintritt am Ticketautomaten bezahlt. Am Wochenende und an Feiertagen kostet es im Übrigen 200 Yen mehr, sehe ich gerade. Und dann hinauf.

Hier oben findet gerade eine Inszenierung mit Detektiv Conan statt. Ich muss jetzt wirklich mal schauen, warum dieser Charakter so populär ist. Interessant, den gibt es seit über 30 Jahren. Besonders beliebt sind die Rätsel, die er löst. Und in jeder Folge gibt es einen kleinen kulturellen Hintergrund. Muss ich mir wirklich mal anschauen.

Ich habe mal wieder das perfekte Wetter abgepasst. Auf der einen Seite sehe ich den Mount Fuji. Und auf der anderen Seite den Skytree. Beide sind jetzt nicht hundertprozentig klar zu sehen, aber trotzdem gut zu erkennen, wenn man weiß, wohin man schauen muss.

Ich habe gerade das Gefühl, es wackelt hier oben etwas. Ist das ein Erdbeben? Mal checken. Nein, es gibt keine Warnung. Dann wird es wahrscheinlich einfach nur der Wind sein, der die Konstruktion leicht schwanken lässt. Das ist schon super, dass man das alles so schnell in der Zwischenzeit einordnen kann.

Im Übrigen sieht man solche Stahltürme immer wieder in Japan. Der bekannteste ist wahrscheinlich der Tokyo Tower und der Tower in Osaka, Tsūtenkaku. Diese Gebäude stammen alle aus den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie sind vom Aufbau sehr ähnlich.

Der Yokohama Marine Tower wurde am 15. Januar 1961 eingeweiht, anlässlich des 100. Jahrestags der Öffnung des Hafens von Yokohama (1859). Er diente gleichzeitig als Leuchtturm für die Bucht von Yokohama und wurde oft als „höchster Leuchtturm der Welt“ oder zumindest als höchster Leuchtturm Japans / höchster Stahl‑Fachwerk‑Leuchtturm bezeichnet. Das Leuchtfeuer war im Übrigen bis zum 25. Dezember 2006 in Betrieb.

13:15 Uhr: Ich werde jetzt zurück zum Hotel laufen. Unterwegs nehme ich noch die Yokohama World Porters mit. Da habe ich gestern gesehen, dass es da oben einen Rooftop-Garden geben soll. Den will ich mir auf jeden Fall ansehen. Aber erst einmal wieder durch die Rosenschau, die es hier gibt. Ich habe das Gefühl, heute sind sogar noch mehr Japaner hier unterwegs als gestern.

Ich habe mir im Übrigen gerade die Frage gestellt, ob hier in Yokohama nicht mal ein Kreuzfahrtschiff beim Beginn der Covid-Pandemie festgesetzt wurde. Und ja, das war tatsächlich so. Die „Diamond Princess“ lag hier fest und hatte in der Spitze 700 infizierte Passagiere. Das war kurzfristig der größte Covid-Hotspot außerhalb von China.

Ich bin beim Yokohama World Porters angekommen. Jetzt muss ich den Weg noch hinauf finden. Alles klar, ist gut ausgeschildert. Es gibt bestimmte Fahrstühle, mit denen man nach oben kommt. Okay, das sieht hier oben ganz nett aus, aber eben nur „nett“. So richtig haut mich das jetzt nicht von den Socken. Dafür ist wenig los. Also, wenn man mal einen schicken Ausblick auf die Red Brick Warehouse sucht, dann ist der Spot hier genau richtig.

Auf der anderen Seite sehe ich im Übrigen gerade eine Grillstation. Das ist etwas, was ich in der Form auch nur in Japan bisher gesehen habe. Hier gibt es größere Gebiete, an denen man grillen kann. Hier kann man sich sogar den Grill samt Sitzplätzen gleich mieten. Also perfekt für diejenigen, die keine eigenen Möglichkeiten dafür haben. Hmmm, würde so etwas auch in Deutschland funktionieren? Jetzt aber zurück zum Hotel. Später mache ich noch einmal los.

16:00 Uhr: Ich starte noch mal zu einer kleinen Runde. Mal schauen, ob ich den Ghibli-Store im anderen Gebäude finde. Hmmm, irgendwie scheint der hier nicht mehr zu sein. Dafür habe ich einen Harry-Potter-Shop hier entdeckt. Für Harry-Potter-Fans bestimmt ein idealer Ort, um sein Equipment aufzurüsten. Oder gibt es so etwas auch in London?

Weiter geht’s. Mein nächstes Ziel ist, etwas zu essen, und da heute der letzte Tag ist, natürlich bei Coco Ichibanya. Einmal leckeres japanisches Curry muss auf dieser Reise noch sein. Auf der anderen Seite des Bahnhofs soll es einen geben. Oh, ich sehe gerade, hier gibt es einen Fanstore für den Pinguin von JR. Ist mir jetzt auch nicht bewusst, dass ich so etwas schon mal irgendwo anders gesehen habe.

Ich bin bei Coco Ichibanya angekommen. Jetzt noch etwas bestellen. Ich bin ja in der Zwischenzeit sehr geübt. Und außerdem weiß ich heute schon sehr genau, was ich nehme. Ups, so viel habe ich bisher noch nie für eine Mahlzeit ausgegeben. Über 2.600 Yen. Aber es sieht lecker aus.

Oh man, das war nicht nur lecker, das war eindeutig zu viel. Ich kann mich kaum bewegen. Dann fällt der kleine abendliche Snack heute eben aus. Ich werde es verkraften. Und da ich ohnehin jetzt noch ein paar Schritte laufen möchte, hoffe ich, dass sich dieses Völlegefühl noch legen wird.

Ich laufe jetzt noch einmal nach Chinatown. Man, hier hinten gibt es weitere Hochwege, über denen man die Straßen und Flüsse queren kann. Mein Navi spielt gerade wieder einmal verrückt, da es nicht weiß, auf welcher Ebene ich mich aktuell befinde.

Jetzt hat es sich wieder kalibriert. Und so wie es aussieht, geht es ab jetzt einfach nur geradeaus. Oh, da ist das Stadion. Hier war ich heute schon einmal. So einfach kommt man hierher? Ich glaube, da bin ich heute tagsüber einen großen Bogen gelaufen.

Willkommen in Chinatown, die Dritte. Dieses Mal sind die Leuchtreklamen aber schon an. Mich wundert nur gerade, dass hier nicht wirklich mehr los ist als tagsüber. Ich habe zwar gerade gesehen, dass ein Reisebus eine Gruppe Touristen ausgeladen hat, aber die verlaufen sich hier sehr schnell.

Ich laufe jetzt kreuz und quer durch das Viertel, um zu schauen, ob ich noch ein paar schöne Fotos machen kann. Die Stimmung ist jetzt nicht wirklich anders als tagsüber, aber natürlich sind durch die beleuchteten Schilder andere Aufnahmen möglich.

18:15 Uhr: Ich bin durch für heute. So langsam bekomme ich auch die Schwere in den Beinen mit. Schon wieder über 25.000 Schritte. Und das Völlegefühl hat auch nicht wirklich nachgelassen. Ich mache zurück ins Hotel.

Eins muss ich aber wirklich sagen: Mit dem Wetter habe ich richtig Glück gehabt. Bis auf einen halben Tag in Tokio und einen kurzen Schauer in Kyoto war das Wetter immer sehr gut. Es war zudem nicht zu heiß, sodass ich viel draußen machen konnte. Also Mai ist eine ganz klare Reisezeit-Empfehlung für Japan.

20.05.2026 – Bye Bye Japan

06:00 Uhr: Ohaijo. Die letzte Nacht habe ich richtig schlecht geschlafen. Keine Ahnung warum, aber vielleicht drückt die Abreise bereits auf die Nerven. Aber jetzt heißt es aufstehen und die letzten Sachen noch vorbereiten.

Ich habe gestern Abend bereits alles Wichtige eingepackt und den Rest so zusammengelegt, dass ich heute nichts vergesse. Mit dem System vergisst man selten mal was im Zimmer. Und gerade bei Japan wäre das ein Problem, da es dir niemand einfach mal hinterherschicken kann. Deswegen lieber ein paar Minuten mehr Zeit einplanen.

7:45 Uhr: Ich habe bereits ausgecheckt und warte jetzt auf den Airport-Bus. Wie bereits erwähnt, muss man das Ticket vorab reservieren. Und da die Seite nicht wirklich ausländerfreundlich ist, benötigt man dafür Zeit. Aber das habe ich bereits vor 3 Tagen erledigt 😄.

Bus kommt. Und dieses Mal fällt mir sogar auf, dass sie für das Gepäck einzelne Bereiche haben. Deswegen funktioniert das auch beim Ausladen so schnell. Das ist wirklich ein gut durchdachtes System.

Im Übrigen gab es bei meinen ersten Reisen immer noch einen Zettel, mit dem man seinen Koffer wieder in Empfang nehmen konnte. Das hat man nach Covid aber abgeschafft. Das aktuelle System sollte auch schneller funktionieren.

An meinem Abreisetag versuche ich immer, mit dem Airport-Bus vom Hotel zum Flughafen zu kommen. Das ist wirklich entspannter, als wenn man mit seinem Gepäck in die Öffentlichen muss. Gerade um die Zeit, in der die Rushhour losgeht. Das macht keinen Spaß. Habe ich alles schon durch. 😂

Wir sind auf dem Weg zum Flughafen Haneda. Wir haben gerade den letzten Haltepunkt hinter uns gelassen. Und ich sehe, es geht über die Yokohama Bridge. Das ist die große, bogenförmige Brücke, die man von überall in Yokohama sieht.

Whoa, was für tolle Ausblicke. Wir fahren auch gerade an einem Stahlwerk vorbei. Das erinnert mich an das J-Drama „Karei naru Ichizoku – The Family“ welches ich vor einer Weile sah. Da ging es um eine Unternehmerfamilie, bei der der Sohn ein neues Verfahren zur Stahlproduktion etablieren wollte, um Japan auf dem Weltmarkt mitspielen zu lassen. Die Story spielte Ende der 50er in Japan.

09:00 Uhr: Wir sind fast pünktlich angekommen. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie gut das funktioniert. Wenn man etwas über professionelle Abläufe lernen möchte, dann ist man hier in Japan genau richtig.

Jetzt noch einchecken. Oh, ich sehe gerade, Godzilla begrüßt mich bereits. Er wacht seit Neuestem hier im Terminal 3. Bei meiner letzten Reise im Dezember 2025 war er im Übrigen noch nicht da.

Ich erfahre gerade, mein Flug hat 10 Minuten Verspätung. Bei der Strecke holt man das meistens wieder raus. Ich bin aber heute bewusst etwas eher am Flughafen. Ich will mir nämlich noch die Mall „Haneda Airport Garden“ ansehen. Diese existiert hier erst seit Anfang 2023 und ist bei vielen bisher nicht auf dem Radar. Dann mal los.

Wow, das ist schon wirklich ein großer Anbau, den man hierher gesetzt hat. Aktuell sind aber noch die meisten Geschäfte geschlossen. Geht wahrscheinlich erst in ein bis zwei Stunden los. Ich sehe hier viel Gastronomie. Und wenn ich mir die Preise ansehe: Viel teurer als draußen ist das nicht.

Jetzt aber zurück zum Abflugbereich. Hier will ich noch einmal auf die obere Ebene. Ich mag diese, da sie einen vor dem Abflug noch einmal in das alte Edo zurückversetzt. Besonders toll finde ich dabei den Blick von der „Nihombashi Brücke“ auf die Abfertigungshalle. Tolle Aussicht.

Weiter geht’s zur Aussichtsplattform. Oha, hier sind aber viele Planespotter. Ich muss aber auch sagen, die Plattform ist wirklich schick. Man sieht hier sehr gut die ankommenden und abfliegenden Maschinen. Da kann man mit Sicherheit tolle Fotos schießen.

10:00 Uhr: Für mich heißt es jetzt mal wieder „Bye, bye Japan“. Ich mache jetzt durch die Sicherheitskontrolle. Zuerst Ticket scannen. Alles i. O. Weiter geht’s zum Handgepäck-Check. Oha, ich muss mein Notebook nicht mehr auspacken. Ich liebe die neuen Scanner. Das spart Zeit.

Auch mit meinem Handgepäck war alles i. O., aber der Personenscanner hat ausgelöst. Ich vermute liegt an meinen Socken. Da scheint ein Metalfaden eingewoben zu sein. Jetzt noch Pass-Check. Geht in der Zwischenzeit auch komplett elektronisch. So bin durch und ausgereist. Dann bis zum nächsten Mal.


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