29.04.2026 – Tokio: Ankunft und erste Highlights

08:45 Uhr: Erneut glücklich gelandet. Diese Reise ist die 11. nach Japan. Hmm, Schnapszahl, oder sagt man hier Sakezahl? Jetzt aber erst einmal raus aus dem Flieger und dann zum Check-in. Das Wetter ist aktuell bewölkt, aber angenehme 17 Grad.

Das ist doch schon wieder geil. Hier wird man gleich vom netten Personal darauf hingewiesen, wo man hin muss. In der Zwischenzeit scheint man hier auch Terminals zu installieren, auf denen die Wartezeit bei der Einreise angezeigt werden soll.

Hmm, scheinbar sind die Displays bislang nicht im Betrieb. Ich muss nämlich jetzt ganz schön warten. Hier stehen viel mehr an als beim letzten Mal. Und Italienisch höre ich auch. Die sind hier scheinbar gleich mit der Großfamilie angerückt. 🤣

Ging doch alles schneller als gedacht. Ich bin schon durch. Na dann „Willkommen in Japan“. Jetzt erst einmal die nächste Aufgabe erledigen: Tickets kaufen für den Shinkansen. Super, hier steht niemand an, dann mal rein.

Eigentlich wollte ich ja heute mit dem Bus zum Hotel fahren. Aber ich erfahre gerade, dass dieser erst um 13 Uhr fährt. Ich hätte jetzt umsteigen müssen, und darauf habe ich nun gar keine Lust.

Zum Glück gibt es hier aber eine direkte Verbindung vom Flughafen zu meinem Zielbahnhof Shinagawa. Und ich sehe gerade, mit dem Narita Express bin ich bisher auch noch nie gefahren. Jetzt noch Tickets am Automaten holen. Fertig.

09:45 Uhr: Ich bin wirklich erstaunt. Vom Aussteigen aus dem Flieger bis jetzt ist gerade mal eine Stunde vergangen. Ich bin durch die Kontrolle durch, habe meine Shinkansen-Tickets gekauft, ein Getränk vom Automaten gezogen und bin auf dem Weg zu meinem Hotel. Echt verrückt, wie schnell das alles ging.

Jetzt werde ich erst einmal die Fahrt genießen und dann mal schauen, wie ich vom Bahnhof zum Hotel komme. Meine Pasmo-Karte muss ich auch noch aufladen, da ich mit dieser gerade die Tickets für den Narita Express in Höhe von 3.300 Yen bezahlt habe.

11:30 Uhr: Endlich in Shinagawa angekommen. Jetzt muss ich noch zum Hotel. Hier ist schon wieder viel los. Aber das ist ja normal.

Wow, die Hotelanlage ist wirklich riesig. Das scheinen hier gleich mehrere Hotels von derselben Hotelgruppe zu sein. Alleine hier befinden sich drei Towers mit drei verschiedenen Rezeptionen.

Mein Koffer habe ich jetzt abgegeben. Einchecken kann ich erst in 3 Stunden. Dann werde ich in der Zwischenzeit schon mal die Gegend etwas erkunden. Hier bei dem Hotel soll nämlich noch ein kleiner japanischer Garten sein.

Schon gefunden. Aber was mich wirklich überrascht: Hier stehen weitere drei bis vier Gebäude von diesem Hotelkomplex. Das ist alles so ineinander verschachtelt, da muss man sich erst einmal zurechtfinden.

Da ich wirklich noch Zeit habe, mache ich mich jetzt mal auf zu dem ersten Tempel, dem Koyasan Tokyo Betsuin. Dieser Tempel ist die offizielle Zweigstelle (Betsuin) des Kongobuji-Tempels in Wakayama, des Haupttempels des Shingon-Buddhismus. Aber das nur mal am Rand.

Interessant finde ich dagegen, dass der Tempel die erste Station der „88 Tempel von Gofunai“ist, der Tokyoter Version der berühmten Shikoku-Pilgerroute. Ich wusste gar nicht, dass es davon auch eine Tokio-Variante gibt.

Weiter geht es zum nächsten Tempel, dem Sengaku-ji. Bei diesem bin ich schon einmal 2015 gewesen. Was mich damals bereits sehr beeindruckt hatte, war die Geschichte der 47 Ronin, die ich hier erstmalig hörte.

Interessant bei dem Tempel ist, dass das Haupttor und der Friedhof mit den Gräbern der 47 Ronins noch original sind. Sie sind somit über 300 Jahre alt. Und diesmal bekomme ich sogar Räucherstäbchen für 300 Yen am Eingang, die ich auf die Gräber als Ehrbezeugung verteilen darf.

Hier aber mal die Geschichte der 47 Ronins: Im März 1701 verletzte Fürst Asano Naganori den Zeremonienmeister Kira Yoshinaka im Shōgun-Palast, nachdem dieser ihn provoziert hatte. Da Waffengebrauch im Palast strengstens verboten war, wurde Asano zum Seppuku (ritueller Selbstmord) verurteilt. Seine Samurai wurden dadurch herrenlos und zu Rōnin.

Am 14. Dezember 1702, nach anderthalb Jahren sorgfältiger Planung, überfiel die Gruppe von 47 Rōnin unter Führung von Ōishi Kuranosuke Kiras Residenz, töteten ihn und brachten seinen Kopf zum Grab ihres Herrn hier im Sengaku-ji. Der Shōgun erkannte ihre Loyalität an und gewährte ihnen einen ehrenvollen Tod durch Seppuku statt einer Hinrichtung als Kriminelle.

Heute ist im Übrigen ein Feiertag in Japan, der Geburtstag des Kaisers Hirohito. Ich habe natürlich gleich mal nachgefragt, warum gerade dieser Kaiser einen Feiertag erhalten hat, und dabei das erfahren.

Kaiser Hirohito, posthum als Shōwa-tennō bezeichnet, regierte Japan von 1926 bis 1989 und war damit der am längsten regierende Monarch in der japanischen Geschichte mit einer Amtszeit von 62 Jahren. Er war der berühmte Kaiser, der die erste Ansprache bei der Kapitulation von Japan im Zweiten Weltkrieg an sein Volk hielt, wodurch diese erstmalig die Stimme eines Kaisers überhaupt zu hören bekamen.

13:30 Uhr: Auf geht es zum nächsten Spot für heute, dem MoN-Komplex, einem Gebäude beim Takanawa Gateway City mit einem großen Dachgarten. Das Teil wurde erst vor rund einem Monat eröffnet. Dann mal rein und hinauf. 

Wow, das Teil sieht schon wirklich sehr beeindruckend aus. Und von hier oben hat man einen schönen Blick auf die vorbeirauschenden Züge, inklusive des Shinkansen. Zudem gibt es hier ein Fußbad. Das probiere ich vielleicht die Tage noch mal aus. 

14:15 Uhr: Ich bekomme gerade mit, wie die Müdigkeit durchkommt. Auch das ist ein Punkt, der immer am Tag der Anreise auftritt. Die Zeitverschiebung ist doch schon heftig und der Körper muss erst einmal in der neuen Zeitzone ankommen.

Trotzdem kann ich nur sagen, dass dieser Gebäudekomplex des Takanawa Gateway City wirklich beeindruckend ist. Jetzt, da alle vier Gebäudeteile geöffnet haben, wirkt das Ganze noch mal auf einem ganz anderen Level. Aber zu 100% ist man immer noch nicht fertig, denn es wird an den Rändern noch gebaut.

16:00 Uhr: Endlich eingecheckt. Geduscht und ausgepackt habe ich auch schon. Wurde auch Zeit. Denn bei solchen Reisen habe ich schnell mal die Klamotten 24 Stunden an. Und da ich am Anfang immer etwas mehr im Rucksack mitnehme, ist der entsprechend schwerer, als wenn ich meine Tagestouren mache.

Die erste kleine Herausforderung hatte ich auch schon. Ich habe bei meiner Toilette die Spülung gesucht. Normalerweise befindet diese sich irgendwo an der Toilette, in Form eines Knopfes oder eines Hebels. KI hat mir weitergeholfen und gemeint, ich solle mal diesen metallenen Verschluss drücken. Ging zwar etwas schwer, aber es ist tatsächlich die Spülung gewesen. 😂

Ich mache jetzt auch los zur letzten kleinen Tour für heute. Ich will noch etwas laufen, die Gegend erkunden und bei meinem Lieblings-Curry-Restaurant „Coco Ichibanya“ etwas essen. Die nächst gut bewertete Filiale ist nur 25 Minuten zu Fuß entfernt.

In Japan ist es im Übrigen überhaupt nicht gerne gesehen, wenn man im Gehen ist. Man setzt sich dazu irgendwo hin. In Deutschland hätte man damit erst einmal ein Problem, da man eine Sitzmöglichkeit suchen müsste. Hier in Japan gibt es diese gefühlt an jeder Ecke, wie diese hier, die ich einfach mal vor einem Hochhaus entdeckt habe.

Ich bin bei meiner Lieblings-Curry-Ladenkette angekommen. Normalerweise hätte ich erwartet, dass dieser komplett überfüllt ist. Warum? Es ist goldene Woche (Golden Week) in Japan, und da in dieser Woche sehr viele Japaner frei haben sollten die Geschäfte auch überlaufen sein. Davon bekomme ich bisher aber nichts mit.

Jetzt aber erst einmal ein leckeres Curry bestellen. Alles klar, Bestellung läuft hier über QR-Code. Läuft doch alles wie geschmiert. Curry ist auch schon angekommen. Sehr lecker. Und was? Nur 7 Euro? Der aktuelle Wechselkurs spielt mir eindeutig in die Karten. Den Preis hatte ich gerade auf dem Kartenterminal gesehen. Auf diesem kann man nämlich auswählen, ob man in Yen oder Euro bezahlen möchte.

Jetzt geht’s zurück ins Hotel. Mein Körper spielt gerade wirklich verrückt. Einmal ist der Putz munter und in der nächsten Minute könnte er sofort schlafen. Ganz klar ein Zeichen von totaler Übermüdung. Kennt man ja von kleinen Kindern. 😂

Aber zuvor habe ich noch diese kleine Ecke hier entdeckt. Zahlreiche Stufen, also das perfekte Waden-Training. In meinem aktuellen Zustand muss ich das wirklich langsam angehen. Oha, super, hier gibt es eine Querverbindung zu meinem Hotel. Wow, schon da. Das ging schneller als hinzu.


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