- 02.02.2026 – Sevilla: Ankunft
- 03.02.2026 – Sevilla: Alcazar, geschlossene Parks & versteckte Kathedralen
- 04.02.2026 – Sevilla: Tour gecancelt – Plan B gescheitert
- 05.02.2026 – Sevilla: Kathedrale, Sonne, Aussichtsplattform
- 06.02.2026 – Sevilla: Markthallen, Stadtpalast und römische Überreste
- 07.02.2026 – Sevilla: Aquarium, Dauerregen, letzte Tour
02.02.2026 – Sevilla: Ankunft
15:00 Uhr: Nicht ganz pünktlich, aber trotzdem gut gelandet. Das Wetter scheint auch besser als angekündigt zu sein. Ich hatte vor zwei Tagen noch gelesen, dass sich der Jetstream von Norden in den Süden verlagert hat und es deswegen die nächsten Tage etwas regnerischer werden könnte.
Ich habe daraufhin gleich noch einmal meine Sachen angepasst. Also statt einer dicken Winterjacke dann doch noch eine bessere Regenjacke herausgesucht. Den Kältetest hat diese Kombination heute früh ausgezeichnet überstanden.

Oh, der Flughafen sieht überschaubar aus. Aber das Beste ist: Da ich mit Handgepäck reise, kann ich sofort zum Ausgang gehen. Was mich aber gerade nervt, ist, dass meine Internetverbindung nicht so funktioniert wie gedacht.
Da werde ich mich gleich darum kümmern. Aber erst einmal will ich ins Hotel. Ich muss meinen Rucksack ausladen. Das sind immerhin knapp 7 kg, die ich hier mit mir herumschleppe. Okay, mal schauen, wo hier der Bus fährt. Scheint alles gut ausgeschildert zu sein.

Was ist das? Ist das, das Tickethäuschen für den Airport-Bus? Ja, definitiv. Hier kann man die Tickets für den Flughafenbus kaufen. Verdammt, irgendwie scheint mein Google Pay gerade nicht zu funktionieren. Ich vermute mal, das liegt an dem nicht funktionierenden Internet. Das Thema muss ich so schnell wie möglich lösen.
Ich muss gerade schmunzeln. Auch die Spanier scheinen das übliche Selbstorga-Problem zu haben wie die meisten Europäer. Hier bildet sich gerade eine übelste Traube, weil keiner so richtig weiß, wo er sich anstellen soll. Alle folgen einer anderen Person wie bei den Lemmingen. 😂

Ich sitze im Bus und jetzt kümmere ich mich erst einmal um das Problem mit dem Internet. Zum Glück sind wir ja in der EU und ich kann auf meinen Home-Provider wechseln. Der macht zwar nach ein, zwei Tagen Ärger, weswegen ich mir eine eigene Datenkarte organisiert habe. Aber so kann ich wenigstens aktuell Perplexity nutzen, um das Problem zu lösen.
Ich bin schon wieder begeistert. Ich habe der KI einfach mein aktuelles Problem geschildert und zwei Screenshots geschickt. Und jetzt funktioniert es. Ich habe jetzt einen vollen Datentarif, der auch die nächsten Tage funktionieren wird. Toi, toi, toi.

16:15 Uhr: Bin gerade an der Zielstation angekommen. Jetzt sind es noch 15 Minuten zu Fuß. Aber kein Problem, ich benötige eh Schritte.
Ich bin schon wieder begeistert von den Ampeln hier. So toll, wenn man sieht, wie viel Zeit man noch hat, um die Straße zu queren. Als ich das erste Mal hier war, das war glaube ich vor 12 Jahren, hatte mich dies schon begeistert. Ich verstehe es nicht, wieso wir so etwas Sinnvolles in Deutschland nicht einfach mal auf die Reihe bekommen.

Ich bin jetzt im Hotel. Sieht wirklich schick aus, das Teil. Scheint aber von der Lage her etwas abseits zu liegen. Das werde ich aber die nächsten Tage herausbekommen, wie gut die Lage wirklich ist. Jetzt erst mal auspacken und dann auf zur ersten kleinen Erkundungstour für heute. Ich muss das schöne Wetter nutzen.
Auf dem Weg hierher habe ich übrigens einen kleinen Platz gesehen. Aufgefallen ist der mir, weil hier überall Orangen herumlagen. Die kamen natürlich von den Bäumen. Da muss ich mich erst einmal dran gewöhnen, dass das hier scheinbar üblich ist.

17:00 Uhr: Auf geht’s. Mein erstes Ziel ist ein kleiner Foodmarkt, der Mercado del Barranco, den ich mir genauer ansehen möchte. Ich habe in der Zwischenzeit auch etwas Hunger bekommen. Und mal schauen, was mir auf dem Weg so alles auffällt.
Ich bin schon angekommen. Bin doch etwas schneller als gedacht. Aber die Gassen haben mich hier schon wieder voll in den Bann gezogen.

Jetzt aber erst einmal schauen, was es hier zu essen gibt. Okay, sieht sehr schick von innen aus. Wirkt aber eher wie eine offene Foodgastronomie. Ich dachte zuerst, das wäre so etwas wie der Foodmarkt in Madrid. Das Teil hatte aber einen ganz anderen Flair.
Die Auswahl ist auch nicht so üppig. Aber gemütlich ist es hier auf jeden Fall. Ich gönne mir zunächst was Kleines, und dann schaue ich mal, wo ich heute noch entlanglaufe.

Ich habe mich entschieden. Ich werde das gute Wetter heute nutzen und mir die weltweit größte Holzkonstruktion, die „Setas de Sevilla“ anschauen. Da gibt es oben eine Aussichtsplattform, auf der ich vor 12 Jahren schon war.
Wow, aber erst einmal bin ich von den Gassen hier richtig begeistert. Das macht echt Spaß, hier entlangzulaufen. Hier gibt es überall etwas Kleines zu entdecken. Und aktuell scheint es sich auch mit den Touristen in Grenzen zu halten.

18:00 Uhr: Bin schon angekommen. Die Stadt scheint wirklich gut fußläufig zu erkunden zu sein. Da muss ich wirklich noch mal darüber nachdenken, ob ich hier überhaupt eine Karte für den Nahverkehr benötige. Na, vielleicht nur, um es auszuprobieren.
Jetzt hole ich mir aber erst einmal das Ticket für die Plattform. Ups, 16 € sind ganz schön gepfeffert. Aber was soll’s. Wer weiß, ob ich noch einmal hierherkomme. Dann mal hinauf.

Ich bin mir gar nicht mehr wirklich bewusst gewesen, wie weitläufig das hier oben alles ist. Man hat wirklich einen schönen Ausblick über die gesamte Stadt. Das könnte schon einer der besten Aussichtspunkte für Sevilla sein. Obwohl ich weiter hinten noch einen Wolkenkratzer sehe. Ob man da auch hinaufkommt?
Da Sevilla dieselbe Zeitzone hat wie Deutschland, geht hier die Sonne auch rund eine Stunde später erst unter. Das bedeutet, ich werde wahrscheinlich hier oben bleiben, solange bis die Sonne untergegangen ist. Ich muss auch gerade schmunzeln, wie viele hier versuchen, vom Sonnenuntergang ein Foto zu schießen.

Wow, ist ganz schön windig hier. Ich bin echt froh, dass ich meine Mütze und eine weitere Jacke mitgenommen habe. Na dann erst einmal warm einpacken und abwarten, bis es dunkel geworden ist.
Okay, so langsam wird es hier ungemütlich. Sobald die Sonne verschwunden ist, wird es wirklich frisch. Aber die erste Beleuchtung ist schon eingeschaltet. Sehr schick. Hat sich gelohnt. Jetzt mache ich mich zurück ins Hotel. Muss noch etwas arbeiten 😂.

03.02.2026 – Sevilla: Alcazar, geschlossene Parks & versteckte Kathedralen
09:30 Uhr: Los geht’s zu meiner heutigen Tour. Meine erste Aufgabe für heute ist es, die Transportkarte für den Nahverkehr irgendwoher zu bekommen. Ich werde deswegen zum Busbahnhof laufen, der nur rund 15 Minuten von meinem Hotel entfernt ist.
Das nenne ich doch mal ein clever umgesetztes Verkehrskonzept. Dies ist mir bereits bei meiner letzten Reise nach Mallorca und davor in Barcelona aufgefallen, dass die Spanier solche Konzepte schlau umsetzen. Eine Spur für Fußgänger, eine Spur für Fahrradfahrer und Roller, eine Spur für Busse und eine Spur für Autos.

Ich bin am Busbahnhof angekommen. Aber wo bekomme ich jetzt die Karte her? Okay, hier scheint ein Infobüro zu sein. Mal fragen, ob man hier die Karte kaufen kann.
War ja klar, geht natürlich nicht. Man hat mich in die Haupthalle geschickt. Da soll es zwei Schalter und einen Kiosk geben, an denen man die Karten kaufen kann. Dann mal los.

An dem Kiosk gab es natürlich keine Karte. Obwohl draußen ein Schild darauf hinwies. Deswegen bin ich doch noch zum Schalter gegangen. Die Karte habe ich jetzt und aufgeladen ist sie auch schon. Ich musste diese aber in bar bezahlen.
Jetzt checke ich noch, wie das hier mit den Bussen funktioniert, da ich in ein paar Tagen mit einem dieser fahren müsste. Ich sehe schon: In Kombination mit Google Maps werde ich den richtigen Bus finden. Damit bin ich für diesen Ausflug auch gedanklich vorbereitet.

Jetzt geht es weiter zu meinem Hauptziel für heute, dem Alcázar in Sevilla. Ich habe mir für die nächsten Tage immer einen Hauptspot herausgesucht, den ich mir ansehen möchte. Alle anderen nehme ich auf dem Weg einfach mit.
Ich habe mir gegenüber des Busbahnhofs mal das Shoppingcenter „Centro Comercial Plaza de Armas“ angesehen. Ich bin wirklich erschrocken darüber gewesen, wie viele Geschäfte hier geschlossen sind. Das Gebäude war früher einmal ein Bahnhof, welcher 1990 zu einem Shoppingcenter umfunktioniert wurde. Leider wirkt es wirklich wie ausgestorben.

Oh man, ich finde diese verzweigten Gassen hier wirklich sehr schick. Aber da kann es mal schnell passieren, dass man falsch abzweigt. Ist mir gerade so gegangen.
Die Navigation von Google Maps hat es sicherlich gerade nicht leicht mit mir. Egal, ich bin im Explorer-Modus. 😂

Ich bin jetzt auch schon am Puerta del León angekommen. Ich habe jetzt noch rund 30 Minuten Zeit, bevor ich hineinkomme. Das Ganze funktioniert hier nämlich nur über Zeittickets.
Das ist im Übrigen die erste Empfehlung, die ich jedem mitgeben würde, wenn er nach Sevilla will. Hole dir die Tickets vorab online. Wir haben gerade Nebensaison und trotzdem ist hier viel los.

12:15 Uhr: Ich bin durch mit dem Alcázar. Was etwas schade war, ist, dass die Gärten geschlossen waren. Grund dafür ist die aktuelle Wettersituation mit starken Winden und Regen, die immer sporadisch auftreten können. Das sollte man somit beachten.
Ansonsten ist der Alcazar wirklich sehr beeindruckend. Und ich war dieses Mal richtig gut vorbereitet. Ich hatte mein Headset aufgeladen und konnte deswegen den Audioguide auf dem Smartphone gleich nutzen. Damit habe ich mich dann durch den Palast navigieren lassen.

Der Audioguide war auch sehr gut gemacht. Man konnte sich die Informationen anhören oder durchlesen. Dabei war jeder Abschnitt nicht länger als 3 Minuten. Das Ganze war eingesprochen, außer bei der Instruktion. Da hatte ich das Gefühl, man hat auf einen KI-Avatar zurückgegriffen.
Und ich überlege, wie sich die Tour wahrscheinlich verändern wird, wenn in wenigen Jahren das Ganze um AR erweitert wird. Dann wird sich das noch mal auf einem ganz anderen Level bewegen. Auch eine historische Persönlichkeit als KI-Guide wäre dann vorstellbar. Einige Museen testen dies bereits aus. Was diese Entwicklung betrifft, sind wir wirklich erst am Anfang.

Da das Wetter aktuell wirklich gerade schön ist, werde ich mir gleich das alte historische jüdische Viertel neben dem Alcázar, das „Barrio de Santa Cruz“ ansehen.
Ich habe mir gerade mal ein paar Infos von Perplexity geben lassen. Und was soll ich sagen: Ja, es stimmt, man kann sich in diesem Viertel wirklich gut verlaufen. Die engen Gassen und die kleinen Plätze, die dazwischen immer mal wieder auftauchen, sehen wirklich schick aus.

Ich sehe zudem immer mal wieder eine offene Tür, die einen Blick in einen der Innenhöfe gewährt. Auch das scheint eine eigene Tour wert zu sein. Hier bräuchte man aber wahrscheinlich einen wirklich guten Guide, der einen durch das Viertel navigiert und einem etwas über die Innenhöfe erzählt.
Ich habe zudem den Eindruck, wenn man etwas mehr Zeit mit sich bringt, lohnt es sich auch, die Geschäfte zu besuchen. Nicht wegen dem, was dort verkauft wird, sondern wegen der Art, wie diese aufgebaut sind. Auch hier scheinen viele verwinkelt in die Gebäude integriert worden zu sein. Mein Fazit: Macht Spaß, hier durchzulaufen.

13:00 Uhr: Zeit für eine kleine Pause. Ich gönne mir jetzt erst einmal einen frisch gepressten Orangensaft und einen Cappuccino. Und ich bin richtig froh darüber, meine kleine Sitzmatte mitgenommen zu haben. Draußen auf den Plastikstühlen der Bars ist es doch etwas frisch am Popo.
Die Matte habe ich mir im Übrigen im letzten Jahr in Fukuoka in Japan gekauft, nachdem ich meine alte irgendwo vergessen hatte. Das aktuelle Teil ist bestimmt zwei Drittel kleiner als die Ursprüngliche. Sehr kompakt.

Da das Wetter wirklich gerade gut mitspielt, gehe ich jetzt zu meinem nächsten Ziel, dem „Plaza de Espanya“. Das sind nur knapp 20 Minuten zu Fuß bis dorthin. Oh, ich laufe gerade an einer Parkanlage vorbei, die sich vor dem Plaza de Espanya befindet. Und dieser Park ist aufgrund der aktuellen Wettersituation abgeschlossen. Ich ahne Schlimmes.
Super, der Park beim „Plaza de Espanya“ ist wirklich dicht. Damit sind gerade zwei Spots weggefallen. Das ist wirklich eine wichtige Info, dass die Parks abgeriegelt werden können. Ich muss später mal prüfen, ob man irgendwo sehen kann, ob dies gerade der Fall ist.

13:30 Uhr: Ich habe jetzt entschieden, zum Bahnhof zu laufen. Von dort geht es morgen zu meinem nächsten Ziel. Ich möchte mir das Ganze vorab aber noch mal ansehen, damit ich weiß, wohin ich morgen muss.
Außerdem kann ich auf dem Weg gleich mal schauen, ob ich noch etwas Interessantes entdecke. Wenn das Wetter mitspielt, macht es mir Spaß, durch Städte zu laufen.

14:00 Uhr: Bin schon angekommen. Aber das Teil sieht wirklich nicht einladend aus. Das wirkt irgendwie wie ein Fremdkörper hier in der Stadt. Auch rings um den Bahnhof habe ich das Gefühl, dass hier noch einige Gebäude fehlen.
Aber ich sehe schon, auch hier gibt es eine Sicherheitskontrolle. Durch solch eine mussten wir auch in Madrid. Ich bin ja ein großer Freund von Kontrollen, wenn man in den inneren Bereich eines Bahnhofes will. In vielen Ländern ist dies bereits Standard.

Als Nächstes werde ich mal ausprobieren, wie das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hier funktioniert. Karte habe ich ja jetzt. Jetzt muss sich diese noch bewähren. Mal überlegen, wohin ich fahren werde.
Super, hat doch einfach funktioniert. Karte einfach ans Lesegerät gehalten und der Betrag wurde abgebucht. Und das Schöne: Man bekommt sogar einen Rabatt auf die Fahrt, wenn man mit dieser Karte bezahlt. Bei den aktuell steigenden Kosten für den Nahverkehr in Deutschland, wäre das … ich glaube, ich wiederhole mich hier immer wieder auf jeder Reise.

14:30 Uhr: Irgendwie habe ich heute kein Glück. Ich wollte gerade die Basílica de la Macarena beim Arco de la Macarena besuchen, aber sie war geschlossen. Dann werde ich jetzt noch etwas durch die Gassen von Sevilla laufen.
Na super, jetzt fängt es doch noch an zu regnen. Ich werde mir jetzt erst einmal was Kleines zu essen organisieren und dann ins Hotel zurückgeben. Füße hochlegen. Wenn das Wetter besser wird, mache ich abends noch eine kleine Runde.

17:30 Uhr: Ich bin noch mal gestartet für eine kleine Runde. Und ich bin gerade darüber überrascht, dass ich schon wieder an der Basílica de la Macarena gelandet bin. Und dieses Mal ist sie sogar geöffnet.
Ich habe mir das Teil gleich mal von innen angesehen. Aber da gerade eine Messe war, habe ich keine Fotos gemacht. Aber ich glaube, ich weiß jetzt auch, warum sie vorhin geschlossen war. Ich muss einfach berücksichtigen, dass die Spanier so etwas wie eine Siesta haben. Zwischen 14 Uhr und 17 Uhr scheint hier vieles geschlossen zu sein. In den Sommermonaten ist das mit Sicherheit extrem sinnvoll.

Hmm, ich überlege gerade: Wenn diese Kirche jetzt geöffnet hat, vielleicht hat dann auch die andere geöffnet, die vorhin ebenfalls geschlossen war. Diese war hier gleich um die Ecke. Ich checke das mal schnell.
Super, da hatte ich doch den richtigen Riecher. Die Iglesia de San Luis de los Franceses ist offen. Schnell ein Ticket für 4 Euro gekauft. Und dann ab hinein. Wow, hier ist ja gar nichts los.

Ich bin gerade wirklich überrascht. Die Kirche und die Gebäude sind wirklich schick. Ich verstehe überhaupt nicht, warum hier nur so wenig Besucher sind. Ich muss das mal schnell prüfen.
Alles klar, die Kirche befindet sich abseits der üblichen Touristenroute. Dadurch, dass die meisten Touristen meistens nur kurz in Sevilla sind, ist dieses Highlight nicht im Fokus. Es wird aktuell sogar noch als Geheimtipp geführt. Kann ich gut verstehen und es lohnt sich auf jeden Fall.

18:30 Uhr: Ich mache jetzt zurück ins Hotel. So langsam bekomme ich es in den Füßen mit. Mal ein kurzer Blick auf den Zähler: Okay, knapp 25.000 Schritte. Für den ersten Tag ganz okay 😂.
Auf jeden Fall heute jede Menge Neues gelernt. Ich weiß jetzt, wie man die Karte für den Nahverkehr bekommt, wie diese funktioniert, dass Parkanlagen bei Schlechtwetterlage auch mal geschlossen sind und dass man die Siesta der Spanier mit einplanen sollte.

04.02.2026 – Sevilla: Tour gecancelt – Plan B gescheitert
08:45 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour nach Córdoba. Ich will mir die Moschee noch einmal ansehen, die ich vor 12 Jahren nicht wirklich genießen konnte.
Die Wetteraussichten sind aber nicht gerade rosig. Deswegen Regenjacke angezogen und los geht es. Ist schon lustig, wie hier die Apfelsinen einfach so in den Pfützen schwimmen.

09:15 Uhr: Ich bin schon angekommen. Heute ist hier wirklich etwas mehr los als gestern. Gestern wirkte der Bahnhof wie ausgestorben. Ich hole mir aber jetzt erst einmal einen Cappuccino und frisch gepressten Orangensaft. Mein Koffein- und Vitaminschub für den Morgen.
Hmm, ich sehe gerade auf einer Hinweistafel, dass der vorangegangene Zug nach Córdoba gecancelt wurde. Ich ahne Schlimmes. Ich muss jetzt erst einmal schauen, ob mein Zug davon auch betroffen ist.

Na klasse, jetzt ist es eingetreten. Die aktuelle Wetterlage hat die Reise wirklich absaufen lassen. Mein Zug nach Cordoba wurde ebenfalls gecancelt.
Und ich habe gerade auch noch mal in meinem Postfach nachgesehen, da ist eine Mail vom Zugbetreiber eingegangen. Auch hier wird als Grund die aktuelle Wettersituation genannt, wodurch der gesamte Zugverkehr auf der Strecke nach Cordoba eingestellt wurde.

Mein Ticket für die Moschee, welches ich bereits gekauft habe, kann ich damit abschreiben. Aber ich versuche gleich mal, mein Ticket für den Zug, welches ich über die App Trainline gebucht hatte, zu stornieren.
Hmm, so richtig einfach und intuitiv geht das aber nicht. Ich musste jetzt mehrmals zurückspringen und die richtigen Unterpunkte suchen. Zudem bekam ich eine Fehlermeldung, dass meine Buchungsnummer nicht vorhanden wäre.

Als ich dann aber den Prozess erneut starten wollte, wurde mir bereits angezeigt, dass eine Rückerstattung in Bearbeitung ist. Sehr verwirrend.
Aber jetzt wurde ich wirklich gerade überrascht, denn als ich noch einmal einen Blick in die App warf, war die Bestätigung der Stornierung bereits erfolgt. Top, und damit spare ich mir auch das Anstehen in der Schlange vor dem Servicebüro des Zugbetreibers „renfe“.

10:30 Uhr: Zum Glück habe ich mir gestern noch einen schlechten Wetterplan in Google Maps erstellt. Die Recherche hatte ich zuvor schon mit Perplexity durchgeführt. Alle Punkte sind markiert und los geht’s zu meinem ersten Ziel für heute, dem Seville Museum of Fine Arts.
Ich sehe gerade, die Busse sehen aus wie bei uns daheim. Und das funktioniert hier auch, dass man vorn einsteigt, der Fahrer das Ticket gleich kontrolliert oder man mit der Chipkarte dieses beim Fahrer kauft, und wenn man den Bus verlässt, steigt man hinten aus. Geht doch und würde bei uns die Qualität der Fahrgäste steigern und wahrscheinlich auch gleich dazu führen, dass wirklich alle im Bus bezahlt haben.

Das ging wirklich fix und ich bin froh darüber, dass ich mir gestern doch die Karte gekauft habe. Das macht es angenehmer, gerade bei dem aktuellen Wetter. Jetzt noch fix zum Museum laufen. Das ist nur ein paar Minuten entfernt.
Echt jetzt? Ich glaube, die verarschen mich. Das Museum hat geschlossen, aufgrund der aktuellen Wettersituation? Aber ich bin nicht der einzige, der scheinbar auf diese Idee gekommen ist, das Museum zu besuchen. Jetzt bin ich gefrustet. Das muss ich erst einmal verarbeiten.

12:30 Uhr: Ich war noch einmal kurz im Hotel. Aber jetzt habe ich scheinbar ein regenfreies Fenster. Deswegen werde ich jetzt noch mal eine Runde durch die Stadt laufen. In zwei Stunden ist schon wieder Regen angesagt, obwohl sich das hier minütlich ändern kann.
Im Übrigen findet man immer mal wieder in der Stadt Statuen von Toreros. Neben Flamenco ist Sevilla auch für den Stierkampf bekannt.

Was macht man, wenn man einfach mal so durch die Stadt läuft? Nun, man könnte mal an der nördlichen ehemaligen Stadtmauer entlanglaufen. So eine ähnliche habe ich ja letztes Jahr auf Mallorca schon gesehen. Scheint hier ebenfalls maurischen Ursprungs zu sein.
Ich bin gerade unter einer der Orangenbaum-Alleen hindurchgelaufen. Wahrscheinlich durch den Regen hat das ganz schön nach frischer Orange geduftet. War sehr angenehm.

Ich habe mich jetzt entschieden, einen weiteren Schlechtwetterspot anzusteuern. Ich hoffe mal, dass dieser geöffnet ist und ich nicht erneut vor geschlossenen Türen stehe. Aber erst einmal muss ich mich hier durch Baustellen kämpfen.
Okay, bin angekommen. Und sieht gut aus. Der Palacio de las Dueñas ist geöffnet. Dann noch schnell das Ticket für 14 € lösen. Und ab hinein. Das Teil ist im Übrigen ein Privatanwesen, welches immer noch bewohnt ist.

Ich habe jetzt auch einen Audioguide und der hat mir verraten, dass der Palacio de las Dueñas ein Stadtpalast aus dem 15.–16. Jahrhundert ist. Er wird bis heute als einer der Wohnsitze der Herzogsfamilie Casa de Alba genutzt.
Die unterste Ebene kann man besichtigen. Dieser Bereich ist auch ordentlich dekoriert und mit Museumsstücken ausgestattet. Aber bei dem Audioguide sollte man kritisch bleiben. Der hat einfach viel zu viele Superlative. Immer ein Indikator dafür, dass jemand etwas besser darstellen möchte, als es eigentlich ist 😉.

15:30 Uhr: Nach einer weiteren kurzen Pause im Hotel habe ich mich jetzt doch noch mal entschieden, eine kleine Runde zu gehen. Das Wetter soll für die nächsten zwei Stunden stabil bleiben. Mal schauen, ob das stimmt.
Okay, unter stabil versteht man also ganz leichten Regen. Aber da die Temperaturen wirklich warm sind, stört der gar nicht so sehr. Jetzt fahre ich erst einmal zu meinem ersten Ziel, dem „Torre del Oro“.

Sehr spannend, der Turm ist schon über 800 Jahre alt. Aber aufgrund der Wetterlage war die Plattform oben geschlossen. Zumindest das Museum konnte man sich ansehen. Und dabei habe ich gleich erfahren, dass Sevilla den größten Hafen für Produkte aus der Neuen Welt hatte. Sehr interessant.
Ich switche jetzt mal rüber auf die andere Seite des Flusses. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass hier mal ein größerer Hafen gewesen sein soll. Schließlich liegt Sevilla gefühlt auch mitten auf dem Festland. Wirklich interessant.

Ich laufe jetzt entlang des Ufers auf der Calle Betis. Hier gibt es viele Restaurants, die sich am Flussufer befinden. Ich habe das Gefühl, im Sommer ist das richtig schön hier und es dürfte jede Menge los sein.
Oh, das ging schnell. Ich bin bereit an der Brücke „Puente de Isabel II“ angekommen. Und hier ist auch eine weitere bekannte Markthalle. Schaue ich mir morgen vielleicht mal an. Aber was sehe ich hier? Ein weiteres Denkmal von einem Torero. Die gibt’s hier wirklich überall.

Ich werde jetzt zu einem weiteren Schlechtwetterspot laufen, dem archäologischen Museum von Sevilla. Dies befindet sich direkt unter der Setas de Sevilla, dieser großen Holzkonstruktion, auf der ich vor zwei Tagen war.
Ich glaube es echt nicht. Geschlossen wegen aktueller Wetterlage. So langsam habe ich den Eindruck, die öffentlichen Museen nutzen diese Meldung, um einen freien Tag herauszuschlagen. Spielt auch keine Rolle, ich mache auf jeden Fall Schluss für heute. Dann werde ich die Zeit nutzen und noch ein Buch lesen 😂.

05.02.2026 – Sevilla: Kathedrale, Sonne, Aussichtsplattform
10:00 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour. Aktuell scheint es nur leicht zu regnen. Tagsüber soll es dann auch wirklich sonnig werden.
Ich habe wirklich gerade den Eindruck, dass ich mir hier die schlechteste Woche herausgesucht habe. Vergangene Woche gab es einen heftigen Sturm, weswegen scheinbar auch die Parkanlagen geschlossen sind. Und diese Woche regnet es jeden Tag. Eigentlich untypisch für Sevilla.

Ich habe im Übrigen heute früh mal das Frühstücksbuffet im Hotel ausgetestet. Und was soll ich sagen, es war wirklich schlecht. Die Auswahl für ein Buffet war in Ordnung, aber für ein 4-Sterne-Hotel nicht ausreichend. Zum Glück hatte ich das nicht mitgebucht.
Jetzt fängt es auch gerade an, heftiger zu regnen. Oh man, meine Hosen sind unten schon komplett durchnässt. Hoffentlich geht‘s gleich in die Kathedrale von Sevilla. Sie soll eigentlich in 15 Minuten öffnen.

Super, sie scheinen gnädig mit uns zu sein. Die Türen werden gerade geöffnet. Aber jetzt bricht erst einmal das Chaos hier los. Ordner dirigieren die Ankommenden nach links oder rechts, je nachdem, ob sie schon ein Ticket haben oder noch eins benötigen. Mit einem Leitsystem hätte man das wahrscheinlich besser hinbekommen.
Über eine Sache bin ich wirklich gerade happy. Die Temperaturen sind angenehm und fast 20 Grad. Dadurch fühlt sich die nasse Hose nicht ganz so schlimm an. Und da ich auch gerade in der Kathedrale angekommen bin, werde ich das Zeitfenster jetzt nutzen und die Regenfront hier drin aussitzen. In knapp zwei Stunden soll es besser werden.

11:00 Uhr: Ich war gerade etwas konfus. Ich wollte mir, wie gedacht, den digitalen Audioguide organisieren, sodass ich mir alles über meine Kopfhörer anhören könnte. Das war der Plan. Nur gibt es keinen digitalen Audioguide, sondern nur ein Smartphone, das man bekommt.
Ich habe zudem erst später gecheckt, dass ich das Teil bereits mit meinem Ticket eingekauft hatte. Ich dachte, ich könnte es mir dann irgendwo herunterladen. Nun ja, jetzt laufe ich halt mit zwei Smartphones hier herum und darf alles lesen. Das Teil die ganze Zeit ans Ohr zu halten, dazu habe ich keine Lust.

Ich bin im Übrigen nicht der einzige, der hier gerade mit dem Wetter zu kämpfen hat. Ich sehe immer mal wieder auf den Bänken ein paar Asiaten sitzen, die sich versuchen zu trocknen. Da bin ich offen gesagt ziemlich happy darüber, dass ich eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch mal einfach hierherfliegen kann.
Im Übrigen finden hier gerade sehr viele Bauarbeiten statt. Dadurch sind einige Teile der Kathedrale gesperrt und man kann sich diese Abschnitte nicht ansehen. Zudem befindet sich direkt am Haupteingang ein größeres Gerüst, was den Blick in das Innere verunstaltet.

Allgemein habe ich aber gerade den Eindruck, dass weniger los ist. Die Kathedrale fühlt sich eher leer an. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es wirklich die größte ihrer Art ist. Als im Jahr 1401 die Planung damit begann, sollen die damaligen Domherren gesagt haben: „Lasst uns eine Kirche so schön und so groß bauen, dass man uns für verrückt hält.“
Was mir zudem auffällt, ist, dass viele Asiaten unterwegs sind. Ich höre vorrangig Koreanisch, was auch daran liegen kann, dass Korea eine große christliche Gemeinschaft hat, wenn auch zersplittert in viele kleine Untergruppen. Eines dieser modernen Versammlungsgebäude hatten wir im letzten Jahr bei unserer Südkorea-Reise gegenüber von unserem Hotel gesehen.

12:30 Uhr: Ich bin durch mit der Kathedrale und mache jetzt doch noch mal kurz zurück ins Hotel. Ich will zumindest den Regenschirm trocken bekommen.
Stimmt ja, da war noch was. Ich wollte mir noch ein paar der Innenhöfe ansehen, sofern man in diese hineinblicken kann. Die sind teilweise wirklich sehr schick. Aber man muss Glück haben, dass die Tür offensteht.

14:00 Uhr: Die kleine Pause hat gutgetan. Ich konnte noch ein wenig die Gedanken sortieren und die letzte Regenfront abwarten. Jetzt werde ich noch eine Runde laufen. Das Wetter soll heute schön bleiben. Das möchte ich nutzen.
Ich laufe gerade am Busbahnhof vorbei und habe mich jetzt spontan dazu entschieden, doch zu der Ausgrabungsstätte in Italica zu fahren. Ich weiß zwar, dass diese zum größten Teil aufgrund des Sturms vor zwei Wochen geschlossen ist. Aber was soll’s, sie ist kostenfrei und etwas gibt es bestimmt zu sehen.

15:00 Uhr: Super, ich bin schon angekommen. Das ging doch alles schneller als gedacht. Und es scheint mehrere Linien zu geben, mit denen man nach Italica kommt. Also für einen spontanen Ausflug ist das wirklich geeignet.
Die Karte für den Nahverkehr hat im Übrigen auch sehr gut funktioniert. Das war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, zumal ich ein junges Pärchen gesehen habe, welches der Busfahrer weggeschickt hatte, damit sie sich ein Ticket am Automaten organisieren. Die haben es aber auch noch in den Bus geschafft.

Es ist, wie ich es bereits zuvor gelesen habe. Die Anlage ist dicht. Ich sehe auch, dass der Sturm hier wirklich einige Bäume umgenietet hat. Aber das Museum ist geöffnet. Dann mal rein.
Okay, das ist überschaubar. Nur zwei kleine Räume. Aber was ich sehe, sagt mir: Die Ausgrabungsstätte ist beeindruckend. Ich schaue mal fix, was das hier war. Sehr interessant, das war die erste größere italienische Stadt außerhalb von Italien. Und das Teil hatte das zweitgrößte Kolosseum in der römischen Epoche.

Ich laufe jetzt noch mal rüber zu dem römischen Theater. Das ist ja wirklich nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt. Aber auch hier scheint der Sturm gewütet zu haben. Ich komme zwar rein, aber ein paar Bereiche sind geflutet und deswegen abgesperrt. Ich bin trotzdem zufrieden mit diesem kleinen Ausflug.
Man, das war gerade wirklich nett. Ich wollte zurück nach Sevilla fahren und stand dafür auf der Straßenseite, wo mein Bus ankommen sollte. Auf der anderen Straßenseite kam aber ein anderer Bus an, der ebenfalls nach Sevilla fuhr. Der Busfahrer hat kurz mit Handzeichen gefragt, ob ich dorthin will, und mich dann zu ihm herübergewinkt. Sehr aufmerksam.

16:00 Uhr: Auf der Fahrt nach Italica ist mir erneut der große Turm aufgefallen. Da wir hinzu an dem vorbeigefahren sind, habe ich auch einige Menschen dort gesehen. Deswegen habe ich mal schnell gecheckt, was das für ein Teil ist. Und siehe da, auf dem Torre Sevilla gibt es eine Aussichtsplattform. Ich habe gerade mein nächstes Ziel für heute gefunden.
Von dem Busbahnhof sind es wirklich nur 10 Minuten bis dorthin. Jetzt noch schnell nachfragen, wo sich hier der Eingang befindet. Perplexity hat mir bereits verraten, dass man dort hinauf kann. Alles klar, ich muss in den unteren Bereich. Und hier geht’s rein. Noch fix das Ticket für 8 € gelöst und dann hinauf.

Da hatte ich doch wieder mal den richtigen Riecher. Also die Aussicht ist wirklich spektakulär. Aber auch hier ist ein Teil wegen des aktuellen Wetters gesperrt. Es ist ganz schön windig draußen und ein Teil der Aussichtsplattform ist offen und der andere Teil überdacht.
Im überdachten Teil gibt es im Übrigen ein paar wirklich schöne Sitzmöglichkeiten. Und man kann hier gemütlich was trinken und sogar etwas zu essen bestellen. Die Aussichtsplattform scheint übrigens zu dem Hotel zu gehören, welches sich hier in dem Tower befindet.

17:00 Uhr: Das tat gut. Ich werde mir jetzt noch mal das Shoppingcenter genauer ansehen. Interessante Konstruktion und scheinbar gut für warme Sommertage geeignet. Die haben hier auch eine eigene Food-Etage mit mehreren Restaurants. Da sind ein paar Bekannte, aber auch ein paar Unbekannte dabei. Die Kette „Popeyes“ kannte ich vorher noch gar nicht.
Oh, ich habe gerade ein Restaurant mit asiatischer Küche entdeckt. Hier gibt es Yakisoba. Und das scheint auch eine Kette zu sein. Sie heißt „Udon“ und kommt ursprünglich aus Barcelona. Na dann, werde ich das mal probieren. Aber aktuell ist hier auch nicht sehr viel los. Entweder ist es noch zu zeitig oder dies ist typisch für einen Wochentag.

18:00 Uhr: Ich werde jetzt noch eine kleine Runde durch die Altstadt laufen. Das Wetter spielt gerade wirklich gut mit. Es ist zwar ordentlich windig, aber die Sonne scheint, zumindest noch. Sie wird in rund 30 Minuten untergehen.
Ich sehe im Übrigen gerade, wie die Feuerwehr hier einen Baum stutzt. Mir wird die Tage immer bewusster, wie heftig der Sturm gewesen sein muss. Die starken Regenfälle und kräftigen Winde, die es aktuell immer noch gibt, sollen noch Nachwehen des Sturms sein. Ich habe somit die „perfekte Woche“ erwischt. Ich werde noch zum Schlechtwetter-Profi-Tourguide. 😂

Gefühlt kenne ich in der Zwischenzeit auch jede Straße und Gasse hier in der Altstadt von Sevilla. Ich komme immer wieder an Ecken an, bei denen ich feststelle: Hier war ich schon einmal. Das ist eben alles überschaubar, wenn es sicherlich auch genügend Ecken noch gibt, die ich bisher noch nicht entdeckt habe.
Okay, für heute reicht es. Ich mache jetzt zurück ins Hotel. Ordentlich Schritte habe ich auf dem Zähler. Und im Nachhinein betrachtet habe ich den Tag wirklich optimal genutzt. Musste zwar viel umdisponieren und neu planen. Aber Spontanität muss auch geübt sein.

06.02.2026 – Sevilla: Markthallen, Stadtpalast und römische Überreste
09:30 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour durch Sevilla. Laut Wetterprognose soll auch das heutige Wetter wieder sehr wechselhaft werden. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich doch noch etwas Sonne bekommen werde.
Aktuell regnet es, entgegen der Vorhersage, nicht. Ich laufe deswegen jetzt erst einmal zu meinem ersten Ziel, einer Markthalle. Die hatte ich bereits bei meiner Ankunft kurz inspiziert. Zu dem Zeitpunkt war sie jedoch wie ausgestorben.

10:00 Uhr: Ich bin im Mercado del Arenal angekommen. Aber was soll ich sagen, das Teil wirkt immer noch wie ausgestorben. Hier sind nur wenige Geschäfte wirklich geöffnet. Also, einen einladenden Flair verspüre ich hier gerade gar nicht.
Zum Glück gibt es nur wenige Minuten zu Fuß eine weitere Markthalle. Diese steuere ich jetzt an. Ich will in dieser sein, bevor der prognostizierte Regen einsetzt. Aktuell tröpfelt es nur ein wenig.

Ich verstehe es echt nicht. Auch diese Markthalle, der Mercado de Triana, wirkt trist. Hier gibt es zwar ein paar mehr Stände, die geöffnet haben, aber ansonsten ist hier tote Hose. Was ist hier los in Sevilla? Vom spanischen Temperament ist hier nichts zu spüren.
Ich kann es nicht glauben, aber der Himmel reißt auf. Die Sonne kommt durch. Und ich sehe keine Wolken. Dann werde ich mir das Viertel hier gleich mal genauer ansehen. Auch hier war ich schon einmal vor zwei Tagen. Damals hat der Regen aber verhindert, dass ich mich hier intensiver umsah.

Okay, das kleine Viertel hat wirklich noch mal einen eigenen Flair. Macht Spaß, hier gemütlich durchzulaufen. Es fühlt sich an wie eine Erweiterung der Altstadt von Sevilla, nur eben auf der anderen Flussseite.
Was ich hier im Süden von Spanien aber besonders schick finde, sind die Kachelbilder. Diese findet man primär an Bars, Restaurants und kleinen Geschäften. Aber dies ist keine Besonderheit von Sevilla. So etwas habe ich auch in Madrid bei meiner letzten Reise gesehen.

Ich kann es nicht glauben, dass das Wetter gerade so schön ist. Womit habe ich das jetzt verdient? Und laut meiner automatisierten Nachricht von Perplexity sollen auch die Parks wieder geöffnet sein. Zumindest gibt es keinen Hinweis mehr auf eine Schließung. Da das Wetter mitspielt, werde ich das gleich mal prüfen.
Okay, hier hat die KI-Recherche komplett versagt. Der Parque de María Luisa ist weiterhin noch geschlossen. Aber was macht man, wenn ein Park geschlossen und das Wetter schön ist? Richtig, man läuft einmal um den Park herum 😂.

Oh man, ich finde das gerade wirklich schön. Das Wetter ist super. Die Sonne scheint. Und ich überlege gerade, wie ich den heutigen und den morgigen Tag noch gestalten könnte. Mich reizt es irgendwie innerlich doch noch, nach Cordoba zu kommen.
Allerdings habe ich für morgen früh bereits ein Ticket für eine weitere Sehenswürdigkeit hier in Sevilla gekauft. Hmmm, vielleicht kann ich das Teil ja auf heute vorziehen und man tauscht es mir um? Wenn nicht, kaufe ich halt einfach noch mal ein neues Ticket.

11:45 Uhr: Super, ich bin am Casa de Pilatos angekommen. Hier scheint aktuell wirklich nicht viel los zu sein. Eine größere Reisegruppe hat das Gebäude auch gerade verlassen. Na dann versuche ich mal mein Glück.
Perfekt, hat geklappt. Man hat mir mein Ticket umgetauscht und ich komme in die Anlage. Whoa, das sieht wirklich schick aus. Und ich höre über den Audioguide, dass dies eines der größten Stadtpaläste von Sevilla war. Das Teil sieht aber auch beeindruckend aus.

Von seiner Bauweise erinnert es mich stark an den Alcazar. Nur eben in Miniaturausführung. Und da aktuell nicht viel los ist, macht es sogar Spaß, hier einfach durchzuwandeln. Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob dieses Gebäude hier auf der gängigen Liste der populären Touristenziele für Sevilla steht.
Ich habe gerade mal nachgesehen, was diesen Stadtpalast so einzigartig macht, und dabei Folgendes erfahren. Der Casa de Pilatos ist wie ein komprimierter Querschnitt durch Sevillas Kulturgeschichte: ein andalusischer Palast, der Mudéjar, Renaissance und klassische Antike sichtbar kombiniert. Interessant.

13:00 Uhr: Ich mache jetzt noch mal zurück ins Hotel, noch mal kurz die Füße hochlegen. Heute Nachmittag habe ich noch ein Treffen und davor möchte ich mich noch ein wenig ausruhen.
Außerdem macht es Spaß, durch die Stadt zu schlendern. Und da das Wetter heute wirklich richtig gut mitspielt, werde ich auch noch etwas Sonne tanken. Schritte habe ich schon genügend auf dem Zähler 😁.

14:30 Uhr: Ich mache jetzt noch mal los. Ich will noch mal schauen, ob das archäologische Museum unter den Setas de Sevilla geöffnet hat. Vor zwei Tagen war das ja aufgrund der Wetterlage geschlossen.
So langsam komme ich auch in der Stadt zurecht. Ganz grob weiß ich, wo ich lang muss. Nur wenn ich mal wieder in eine Sackgasse geraten bin, schaue ich auf Google Maps, wo es weitergeht. Man, das ist hier aber auch verwinkelt.

15:00 Uhr: Bin angekommen und das Teil hat geöffnet. Das ist cool, ich erfahre gerade, dass ich mit meinem Ticket vom Alcazar hier kostenfrei hineinkomme. Dabei spielt es keine Rolle, dass das Teil schon ein paar Tage alt ist. Ansonsten wäre es aber auch nur 2,10 € gewesen.
Oha, die Anlage ist wirklich groß. Aber das wirklich Eindrucksvollste dabei ist, dass sich diese komplett unter der großen Holzkonstruktion befindet. Schön gemacht ist es auch. Aber ein Guide auf Deutsch wäre noch super. Zumal ich weiß, dass besonders gerne Deutsche, inklusive meiner Person, sich alte Ausgrabungsstätten anschauen.

Da ich noch ein paar Minuten habe, schlendere ich jetzt noch etwas durch die Stadt. Alles klar, hier bin ich heute auch schon mal vorbeigekommen. Das ist aber wirklich eine schöne Ecke.
Und ich sehe gerade, hier gibt es sogar Trinkbrunnen, an denen man seine Trinkflaschen auffüllen kann. Das hatte ich schon in Mallorca gesehen und fand ich richtig gut. Dort war der Grund, dass man den Plastikmüll reduzieren wollte. Ich glaube, das hat sogar funktioniert.

16:15 Uhr: Los geht’s zu meinem Treffen, ein kleines spontanes Familientreffen in kleiner Runde hier in Sevilla. Da das Wetter weiterhin aktuell etwas unbeständig ist, werden wir es uns wohl in einer Bar gemütlich machen.
Ich würde ja gerne mal Tapas essen. Dazu habe ich mich bisher noch nicht durchgerungen. Macht alleine auch nicht wirklich Spaß. Aber das Treffen werde ich gleich mal nutzen, um eine Tapas-Bar hier zu testen. Schließlich ist bei dem Treffen auch ein echter Sevillianer mit dabei.

20:00 Uhr: Das war doch wirklich mal ein gemütlicher Austausch. Wir haben aus Rücksicht auf den Spanier nahezu die ganze Zeit Englisch gesprochen. Nur bei Passagen, bei denen ich wirklich nicht wusste, was das bedeutet, sind wir auf Deutsch geswitcht.
Aktuell scheint es sich auch einzuregnen. Die große Regenfront soll aber erst morgen eintreffen. Ich bin dann schon mal gespannt, was ich machen werde und ob ich überhaupt das Hotel verlassen kann. Neben Starkregen ist nämlich auch Sturm angesagt. Jetzt aber erst einmal zurück ins Hotel und den Abend ausklingen lassen.

07.02.2026 – Sevilla: Aquarium, Dauerregen, letzte Tour
10:00 Uhr: So wie angekündigt wird es heute den ganzen Tag über regnen. Und das nicht nur leicht, sondern wirklich stärker und teilweise auch mit starken Winden.
Deswegen mache ich mich jetzt erst einmal auf zu einer Indoor-Attraktion, dem Aquarium hier in Sevilla. Dort plane ich heute den größten Teil meiner Zeit zu verbringen. Zudem scheinen die Busse, heute an einem Samstag, nicht so häufig zu fahren wie in der Woche.

10:45 Uhr: Bin angekommen, aber ganz ehrlich, von außen lädt das Teil überhaupt nicht ein. Es wirkt eher unscheinbar. Selbst der Eingang scheint gut versteckt zu sein. Dann lasse ich mich mal überraschen, was mich drinnen erwartet.
Oha, das scheint wirklich bloß der unschöne Überbau zu sein. Die Eingangshalle holt einen ab. Aber ich sehe auch, dass hier gerade sehr viele Kinder unterwegs sind. Nun ja, bei dem schlechten Wetter mit Sicherheit eine sehr gute Idee.

13:15 Uhr: Ich bin durch, obwohl ich eigentlich geplant hatte, noch etwas länger zu bleiben. Aber leider gibt es hier kein wirklich gutes Café, wo man mal eine längere Pause hätte einlegen können.
Das Aquarium ist dagegen richtig gut gemacht. Für Familien mit jungen Kindern ist das eine optimale Schlechtwetteroption. Die Areale sind thematisch schön gestaltet. Und kleine Kinder haben sogar die Möglichkeit, direkt auf einer separaten Trittfläche in die Bereiche hineinzusehen.

Jetzt mache ich erst einmal zurück ins Hotel. Ich will mir noch etwas Kleines zu essen organisieren und dann bis heute Abend die Zeit im Zimmer herumbringen.
Ab ca. 18 Uhr soll dann der Regen nachlassen und dann will ich noch mal eine Runde gehen. Bis dahin möchte ich alle anderen Dinge erledigt haben. Eingecheckt für meinen Flug bin ich für morgen schon.

16:30 Uhr: Ich sehe gerade auf der Wetterradar-App, dass es jetzt nicht mehr regnen soll, zumindest für die nächsten 90 Minuten. Aus meinem Hotelzimmer kann ich das leider nicht erkennen, da ich nur ein Fenster in Richtung Innenhof zum Frühstücksbuffet habe. 😂
Dann mal Schirm eingepackt, Regenjacke angezogen und los geht’s. Oh ja, das sieht gut aus. In den Pfützen sind keine Regentropfen zu sehen. Klasse.

Ich muss gerade erneut schmunzeln. Der Regen muss so heftig gewesen sein, und anscheinend gab es auch noch mal einen ordentlichen Sturm. Auf jeden Fall wurden die Orangenbäume ordentlich abgeerntet.
Egal, wo man aktuell hier langläuft, überall liegen Orangen auf dem Boden. Ich sehe auch einige Touristen, die eine Orange in der Hand halten. Nun, gegen kostenfreie Vitamine ist mit Sicherheit nichts einzuwenden. Zumal die Teile hier definitiv nicht gespritzt sind.

Also, es muss doch noch mal einen richtigen heftigen kurzen Sturm gegeben haben. Ich habe das in meinem Hotelzimmer gar nicht mitbekommen. Aber ich laufe hier gerade an den Gärten hinter dem Alcázar vorbei und ein umgestürzter Baum versperrt mir hier den Weg.
Das Teil lag definitiv vor drei Tagen noch nicht hier herum. Aber es sind auch bereits Arbeiter vor Ort, die den Baum anfangen zu zerlegen.

Aktuell laufe ich etwas ziellos hier durch die Altstadt von Sevilla. Es ist ja nicht so, dass es nichts zu sehen gäbe. Aber ich komme auch immer wieder an Ecken heraus, an denen ich bereits gewesen bin. Ich glaube, im Laufe gefühlt im Zickzack.
Was ich aber unterwegs entdeckt habe, waren diese drei Säulen. Die sind mir zuerst gar nicht aufgefallen, aber als ich ein Hinweisschild daneben gesehen habe, musste ich mal genauer nachsehen. Sie stammen aus der römischen Zeit und gehörten ursprünglich zu einem Tempel. Aber am interessantesten finde ich den Bodenunterschied von heute und aus der römischen Zeit.

Oh, da ist ja schon wieder, ein schicker Innenhof. Den muss ich auch gleich noch mal fotografieren. Wenn ich hier alle Innenhöfe fotografiert hätte, in die ich hineingekommen wäre, hätte ich bestimmt noch mal einen Tag benötigt.
Im Übrigen scheinen sie es hier mit dem Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Was mir in Spanien immer wieder auffällt, das erste Mal in Barcelona, ist, dass es keine Namensschilder, sondern nur Nummern an den Klingelfeldern gibt. Das zeigt wieder mal, dass die DSGVO von jedem EU-Land anders ausgelegt wird.

18:00 Uhr: Ich bin durch für heute. Es fängt auch schon wieder an, leicht zu nieseln. Mir reicht’s, ich mache jetzt zurück ins Hotel und Schluss für heute.
Ich beende hiermit auch diesen Reisebericht. Abschließend kann ich nur sagen: Ich habe mir wahrscheinlich die ungünstigste Woche in einem Februar herausgesucht. Wurde mir auch von einem Einheimischen bestätigt, dass dies eigentlich nicht typisch für den Februar ist.

