5 Fehler beim Einsatz von KI in Unternehmen

Aktuell sehe ich immer wieder fünf Fehler bei Unternehmen, wenn diese KI im eigenen Unternehmen einsetzen möchten oder darüber nachdenken, diese einzusetzen. 

1. Keine KI – Policy

Es wird nicht klar definiert, welche KI im Unternehmen überhaupt verwendet werden darf.

Ansätze wie “Wir setzen gar keine der KI-Modelle ein“ sehe ich dabei als extrem kontraproduktiv an.

Warum?, weil Mitarbeiter diese ohnehin nutzen werden. Und wenn die Firma dies nicht klar definiert, passiert es eben mit einem privaten Account. 

Der Grund für das Verhalten ist einfach und nur menschlich. Wir als Menschen sind nun mal bequem und versuchen, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen.

Wer das als Unternehmen ignoriert, riskiert, dass seine internen Informationen in die KI-Modelle wandern werden. 

2. Kein Unternehmens-Account

Es wird kein Unternehmens-Account einer KI zur Verfügung gestellt, sondern stattdessen ein teamübergreifender Pro-Account.

Der Unterschied ist elementar: Bei einem teamübergreifenden Pro-Account kann man schlechter verwalten, welche Nutzer die KI überhaupt nutzen.

Zudem hat man einen Mehraufwand mit der Verwaltung der Passwörter. Denn wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, muss man auch immer die Passwörter ändern.

Es kommt noch ein zweites Problem hinzu. Bei einem Pro-Account muss man aktiv einstellen, dass die Daten nicht für das Training verwendet werden dürfen.

Die Unternehmens-Team-Accounts der großen KI-Unternehmen bringen diese grundlegende Einstellung von Beginn an mit und sie kann auch nicht deaktiviert werden

3. Account-Zwang für Alle

Wenn man den ersten und zweiten Punkt bereits im Unternehmen eingeführt hat, erlebe ich immer wieder, dass dann alle Mitarbeiter in die Accounts gezwungen werden.

Auch das würde ich heutzutage nicht mehr empfehlen.

Stattdessen würde ich kommunizieren, dass es diesen Unternehmens-Account gibt und jeder ein Profil erhält, der dies möchte.

Diese Vorgehensweise hat 2 Vorteile:

  1. Als Unternehmer und Unternehmerin sieht man sofort, welche der eigenen Mitarbeiter KI wirklich nutzen möchten.
  2. Man kann über diesen Weg auch verschiedene KI-Modelle anbieten, ohne dass gleich die Kosten exorbitant in die Höhe steigen.

Wenn man im Übrigen mehrere KI-Modelle im Angebot hat und Mitarbeiter mehrere davon auch verwenden, sieht man zusätzlich gleich, welche Mitarbeiter KI-First denken und wahrscheinlich auch danach handeln.

4. Keine Austauschrunden

Regelmäßige Austauschrunden zum Thema KI finden nicht statt. Oder es gibt Schulungen, welche für alle Mitarbeiter verpflichtend sind. Auch davon halte ich in der Zwischenzeit nichts mehr.

Warum? Mitarbeiter die sich für KI interessieren, lieben Inspiration und den Austausch mit Gleichgesinnten. Regelmäßige Austauschrunden sind für diese Mitarbeiter ein Boost.

Mitarbeiter, die kein Interesse für KI haben, werden sich auch in einer allgemeinen Schulung dafür nicht begeistern. Solche Schulungen kosten das Unternehmen Geld und Zeit, bringen aber nur in den wenigsten Fällen wirklich einen Mehrwert.

Ich empfehle deswegen, einen regelmäßigen Austausch einzuführen. Wir haben hierfür zum Beispiel jede Woche ein 15-Minuten-Meeting.

Jeder Mitarbeiter kann an diesen freiwillig teilnehmen, auch diejenigen, welche KI bisher nicht einsetzen.

Warum ich dies in dieser Form empfehle, ist: Das Thema KI ist nach meinen Erfahrungen immer ein intrinsisches Interesse, das der Mitarbeiter mitbringen muss.

Hat er dies, wird er sich für das Thema begeistern. Als Unternehmen muss man dann nur noch die Plattform zur Verfügung stellen.

5. Keine Wissensdatenbank

Es gibt keine zentrale Wissensdatenbank zum Thema KI. Das ist gerade in der heutigen Zeit ein echtes Problem, da hierdurch Wissen nicht skaliert wird. Warum?

  1. Prompts die sich bewährt haben, kommen nicht zum Einsatz. 
  2. Best Practice für den Einsatz von KI werden nicht geteilt.

Dadurch verliert man Geschwindigkeit und öffnet das Thema nicht für diejenigen, welche sich “noch” nicht dafür interessieren. 

Dabei ist heutzutage sehr einfach zu organisieren und kann sich de facto aus dem Punkt 4 automatisch mitentwickeln.

Hierzu müssen nur sämtliche Meetings online durchgeführt und das Gezeigte aufgezeichnet werden.

Mit KIs wie Gemini kann man anschließend die Videoaufzeichnungen analysieren und daraus, neben dem Videomaterial, eine Wissensdatenbank aufbauen.

Wo stehst du gerade? Oder welcher der Tipps hat dir am meisten geholfen? Schreib gerne dein Feedback in die Kommentare und lass uns in den Austausch gehen.


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