05.02.2026 – Sevilla: Kathedrale, Sonne, Aussichtsplattform

10:00 Uhr: Ich starte zu meiner heutigen Tour. Aktuell scheint es nur leicht zu regnen. Tagsüber soll es dann auch wirklich sonnig werden.

Ich habe wirklich gerade den Eindruck, dass ich mir hier die schlechteste Woche herausgesucht habe. Vergangene Woche gab es einen heftigen Sturm, weswegen scheinbar auch die Parkanlagen geschlossen sind. Und diese Woche regnet es jeden Tag. Eigentlich untypisch für Sevilla.

Ich habe im Übrigen heute früh mal das Frühstücksbuffet im Hotel ausgetestet. Und was soll ich sagen, es war wirklich schlecht. Die Auswahl für ein Buffet war in Ordnung, aber für ein 4-Sterne-Hotel nicht ausreichend. Zum Glück hatte ich das nicht mitgebucht.

Jetzt fängt es auch gerade an, heftiger zu regnen. Oh man, meine Hosen sind unten schon komplett durchnässt. Hoffentlich geht‘s gleich in die Kathedrale von Sevilla. Sie soll eigentlich in 15 Minuten öffnen.

Super, sie scheinen gnädig mit uns zu sein. Die Türen werden gerade geöffnet. Aber jetzt bricht erst einmal das Chaos hier los. Ordner dirigieren die Ankommenden nach links oder rechts, je nachdem, ob sie schon ein Ticket haben oder noch eins benötigen. Mit einem Leitsystem hätte man das wahrscheinlich besser hinbekommen.

Über eine Sache bin ich wirklich gerade happy. Die Temperaturen sind angenehm und fast 20 Grad. Dadurch fühlt sich die nasse Hose nicht ganz so schlimm an. Und da ich auch gerade in der Kathedrale angekommen bin, werde ich das Zeitfenster jetzt nutzen und die Regenfront hier drin aussitzen. In knapp zwei Stunden soll es besser werden.

11:00 Uhr: Ich war gerade etwas konfus. Ich wollte mir, wie gedacht, den digitalen Audioguide organisieren, sodass ich mir alles über meine Kopfhörer anhören könnte. Das war der Plan. Nur gibt es keinen digitalen Audioguide, sondern nur ein Smartphone, das man bekommt.

Ich habe zudem erst später gecheckt, dass ich das Teil bereits mit meinem Ticket eingekauft hatte. Ich dachte, ich könnte es mir dann irgendwo herunterladen. Nun ja, jetzt laufe ich halt mit zwei Smartphones hier herum und darf alles lesen. Das Teil die ganze Zeit ans Ohr zu halten, dazu habe ich keine Lust.

Ich bin im Übrigen nicht der einzige, der hier gerade mit dem Wetter zu kämpfen hat. Ich sehe immer mal wieder auf den Bänken ein paar Asiaten sitzen, die sich versuchen zu trocknen. Da bin ich offen gesagt ziemlich happy darüber, dass ich eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch mal einfach hierherfliegen kann.

Im Übrigen finden hier gerade sehr viele Bauarbeiten statt. Dadurch sind einige Teile der Kathedrale gesperrt und man kann sich diese Abschnitte nicht ansehen. Zudem befindet sich direkt am Haupteingang ein größeres Gerüst, was den Blick in das Innere verunstaltet.

Allgemein habe ich aber gerade den Eindruck, dass weniger los ist. Die Kathedrale fühlt sich eher leer an. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es wirklich die größte ihrer Art ist. Als im Jahr 1401 die Planung damit begann, sollen die damaligen Domherren gesagt haben: „Lasst uns eine Kirche so schön und so groß bauen, dass man uns für verrückt hält.“

Was mir zudem auffällt, ist, dass viele Asiaten unterwegs sind. Ich höre vorrangig Koreanisch, was auch daran liegen kann, dass Korea eine große christliche Gemeinschaft hat, wenn auch zersplittert in viele kleine Untergruppen. Eines dieser modernen Versammlungsgebäude hatten wir im letzten Jahr bei unserer Südkorea-Reise gegenüber von unserem Hotel gesehen.

12:30 Uhr: Ich bin durch mit der Kathedrale und mache jetzt doch noch mal kurz zurück ins Hotel. Ich will zumindest den Regenschirm trocken bekommen.

Stimmt ja, da war noch was. Ich wollte mir noch ein paar der Innenhöfe ansehen, sofern man in diese hineinblicken kann. Die sind teilweise wirklich sehr schick. Aber man muss Glück haben, dass die Tür offensteht.

14:00 Uhr: Die kleine Pause hat gutgetan. Ich konnte noch ein wenig die Gedanken sortieren und die letzte Regenfront abwarten. Jetzt werde ich noch eine Runde laufen. Das Wetter soll heute schön bleiben. Das möchte ich nutzen.

Ich laufe gerade am Busbahnhof vorbei und habe mich jetzt spontan dazu entschieden, doch zu der Ausgrabungsstätte in Italica zu fahren. Ich weiß zwar, dass diese zum größten Teil aufgrund des Sturms vor zwei Wochen geschlossen ist. Aber was soll’s, sie ist kostenfrei und etwas gibt es bestimmt zu sehen.

15:00 Uhr: Super, ich bin schon angekommen. Das ging doch alles schneller als gedacht. Und es scheint mehrere Linien zu geben, mit denen man nach Italica kommt. Also für einen spontanen Ausflug ist das wirklich geeignet.

Die Karte für den Nahverkehr hat im Übrigen auch sehr gut funktioniert. Das war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, zumal ich ein junges Pärchen gesehen habe, welches der Busfahrer weggeschickt hatte, damit sie sich ein Ticket am Automaten organisieren. Die haben es aber auch noch in den Bus geschafft.

Es ist, wie ich es bereits zuvor gelesen habe. Die Anlage ist dicht. Ich sehe auch, dass der Sturm hier wirklich einige Bäume umgenietet hat. Aber das Museum ist geöffnet. Dann mal rein.

Okay, das ist überschaubar. Nur zwei kleine Räume. Aber was ich sehe, sagt mir: Die Ausgrabungsstätte ist beeindruckend. Ich schaue mal fix, was das hier war. Sehr interessant, das war die erste größere italienische Stadt außerhalb von Italien. Und das Teil hatte das zweitgrößte Kolosseum in der römischen Epoche.

Ich laufe jetzt noch mal rüber zu dem römischen Theater. Das ist ja wirklich nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt. Aber auch hier scheint der Sturm gewütet zu haben. Ich komme zwar rein, aber ein paar Bereiche sind geflutet und deswegen abgesperrt. Ich bin trotzdem zufrieden mit diesem kleinen Ausflug.

Man, das war gerade wirklich nett. Ich wollte zurück nach Sevilla fahren und stand dafür auf der Straßenseite, wo mein Bus ankommen sollte. Auf der anderen Straßenseite kam aber ein anderer Bus an, der ebenfalls nach Sevilla fuhr. Der Busfahrer hat kurz mit Handzeichen gefragt, ob ich dorthin will, und mich dann zu ihm herübergewinkt. Sehr aufmerksam.

16:00 Uhr: Auf der Fahrt nach Italica ist mir erneut der große Turm aufgefallen. Da wir hinzu an dem vorbeigefahren sind, habe ich auch einige Menschen dort gesehen. Deswegen habe ich mal schnell gecheckt, was das für ein Teil ist. Und siehe da, auf dem Torre Sevilla gibt es eine Aussichtsplattform. Ich habe gerade mein nächstes Ziel für heute gefunden.

Von dem Busbahnhof sind es wirklich nur 10 Minuten bis dorthin. Jetzt noch schnell nachfragen, wo sich hier der Eingang befindet. Perplexity hat mir bereits verraten, dass man dort hinauf kann. Alles klar, ich muss in den unteren Bereich. Und hier geht’s rein. Noch fix das Ticket für 8 € gelöst und dann hinauf.

Da hatte ich doch wieder mal den richtigen Riecher. Also die Aussicht ist wirklich spektakulär. Aber auch hier ist ein Teil wegen des aktuellen Wetters gesperrt. Es ist ganz schön windig draußen und ein Teil der Aussichtsplattform ist offen und der andere Teil überdacht.

Im überdachten Teil gibt es im Übrigen ein paar wirklich schöne Sitzmöglichkeiten. Und man kann hier gemütlich was trinken und sogar etwas zu essen bestellen. Die Aussichtsplattform scheint übrigens zu dem Hotel zu gehören, welches sich hier in dem Tower befindet.

17:00 Uhr: Das tat gut. Ich werde mir jetzt noch mal das Shoppingcenter genauer ansehen. Interessante Konstruktion und scheinbar gut für warme Sommertage geeignet. Die haben hier auch eine eigene Food-Etage mit mehreren Restaurants. Da sind ein paar Bekannte, aber auch ein paar Unbekannte dabei. Die Kette „Popeyes“ kannte ich vorher noch gar nicht.

Oh, ich habe gerade ein Restaurant mit asiatischer Küche entdeckt. Hier gibt es Yakisoba. Und das scheint auch eine Kette zu sein. Sie heißt „Udon“ und kommt ursprünglich aus Barcelona. Na dann, werde ich das mal probieren. Aber aktuell ist hier auch nicht sehr viel los. Entweder ist es noch zu zeitig oder dies ist typisch für einen Wochentag.

18:00 Uhr: Ich werde jetzt noch eine kleine Runde durch die Altstadt laufen. Das Wetter spielt gerade wirklich gut mit. Es ist zwar ordentlich windig, aber die Sonne scheint, zumindest noch. Sie wird in rund 30 Minuten untergehen.

Ich sehe im Übrigen gerade, wie die Feuerwehr hier einen Baum stutzt. Mir wird die Tage immer bewusster, wie heftig der Sturm gewesen sein muss. Die starken Regenfälle und kräftigen Winde, die es aktuell immer noch gibt, sollen noch Nachwehen des Sturms sein. Ich habe somit die „perfekte Woche“ erwischt. Ich werde noch zum Schlechtwetter-Profi-Tourguide. 😂

Gefühlt kenne ich in der Zwischenzeit auch jede Straße und Gasse hier in der Altstadt von Sevilla. Ich komme immer wieder an Ecken an, bei denen ich feststelle: Hier war ich schon einmal. Das ist eben alles überschaubar, wenn es sicherlich auch genügend Ecken noch gibt, die ich bisher noch nicht entdeckt habe.

Okay, für heute reicht es. Ich mache jetzt zurück ins Hotel. Ordentlich Schritte habe ich auf dem Zähler. Und im Nachhinein betrachtet habe ich den Tag wirklich optimal genutzt. Musste zwar viel umdisponieren und neu planen. Aber Spontanität muss auch geübt sein.


Hinterlasse einen Kommentar