03.02.2026 – Sevilla: Alcazar, geschlossene Parks & versteckte Kathedralen

09:30 Uhr: Los geht’s zu meiner heutigen Tour. Meine erste Aufgabe für heute ist es, die Transportkarte für den Nahverkehr irgendwoher zu bekommen. Ich werde deswegen zum Busbahnhof laufen, der nur rund 15 Minuten von meinem Hotel entfernt ist.

Das nenne ich doch mal ein clever umgesetztes Verkehrskonzept. Dies ist mir bereits bei meiner letzten Reise nach Mallorca und davor in Barcelona aufgefallen, dass die Spanier solche Konzepte schlau umsetzen. Eine Spur für Fußgänger, eine Spur für Fahrradfahrer und Roller, eine Spur für Busse und eine Spur für Autos.

Ich bin am Busbahnhof angekommen. Aber wo bekomme ich jetzt die Karte her? Okay, hier scheint ein Infobüro zu sein. Mal fragen, ob man hier die Karte kaufen kann.

War ja klar, geht natürlich nicht. Man hat mich in die Haupthalle geschickt. Da soll es zwei Schalter und einen Kiosk geben, an denen man die Karten kaufen kann. Dann mal los.

An dem Kiosk gab es natürlich keine Karte. Obwohl draußen ein Schild darauf hinwies. Deswegen bin ich doch noch zum Schalter gegangen. Die Karte habe ich jetzt und aufgeladen ist sie auch schon. Ich musste diese aber in bar bezahlen.

Jetzt checke ich noch, wie das hier mit den Bussen funktioniert, da ich in ein paar Tagen mit einem dieser fahren müsste. Ich sehe schon: In Kombination mit Google Maps werde ich den richtigen Bus finden. Damit bin ich für diesen Ausflug auch gedanklich vorbereitet.

Jetzt geht es weiter zu meinem Hauptziel für heute, dem Alcázar in Sevilla. Ich habe mir für die nächsten Tage immer einen Hauptspot herausgesucht, den ich mir ansehen möchte. Alle anderen nehme ich auf dem Weg einfach mit.

Ich habe mir gegenüber des Busbahnhofs mal das Shoppingcenter „Centro Comercial Plaza de Armas“ angesehen. Ich bin wirklich erschrocken darüber gewesen, wie viele Geschäfte hier geschlossen sind. Das Gebäude war früher einmal ein Bahnhof, welcher 1990 zu einem Shoppingcenter umfunktioniert wurde. Leider wirkt es wirklich wie ausgestorben.

Oh man, ich finde diese verzweigten Gassen hier wirklich sehr schick. Aber da kann es mal schnell passieren, dass man falsch abzweigt. Ist mir gerade so gegangen.

Die Navigation von Google Maps hat es sicherlich gerade nicht leicht mit mir. Egal, ich bin im Explorer-Modus. 😂

Ich bin jetzt auch schon am Puerta del León angekommen. Ich habe jetzt noch rund 30 Minuten Zeit, bevor ich hineinkomme. Das Ganze funktioniert hier nämlich nur über Zeittickets.

Das ist im Übrigen die erste Empfehlung, die ich jedem mitgeben würde, wenn er nach Sevilla will. Hole dir die Tickets vorab online. Wir haben gerade Nebensaison und trotzdem ist hier viel los.

12:15 Uhr: Ich bin durch mit dem Alcázar. Was etwas schade war, ist, dass die Gärten geschlossen waren. Grund dafür ist die aktuelle Wettersituation mit starken Winden und Regen, die immer sporadisch auftreten können. Das sollte man somit beachten.

Ansonsten ist der Alcazar wirklich sehr beeindruckend. Und ich war dieses Mal richtig gut vorbereitet. Ich hatte mein Headset aufgeladen und konnte deswegen den Audioguide auf dem Smartphone gleich nutzen. Damit habe ich mich dann durch den Palast navigieren lassen.

Der Audioguide war auch sehr gut gemacht. Man konnte sich die Informationen anhören oder durchlesen. Dabei war jeder Abschnitt nicht länger als 3 Minuten. Das Ganze war eingesprochen, außer bei der Instruktion. Da hatte ich das Gefühl, man hat auf einen KI-Avatar zurückgegriffen.

Und ich überlege, wie sich die Tour wahrscheinlich verändern wird, wenn in wenigen Jahren das Ganze um AR erweitert wird. Dann wird sich das noch mal auf einem ganz anderen Level bewegen. Auch eine historische Persönlichkeit als KI-Guide wäre dann vorstellbar. Einige Museen testen dies bereits aus. Was diese Entwicklung betrifft, sind wir wirklich erst am Anfang.

Da das Wetter aktuell wirklich gerade schön ist, werde ich mir gleich das alte historische jüdische Viertel neben dem Alcázar, das „Barrio de Santa Cruz“ ansehen.

Ich habe mir gerade mal ein paar Infos von Perplexity geben lassen. Und was soll ich sagen: Ja, es stimmt, man kann sich in diesem Viertel wirklich gut verlaufen. Die engen Gassen und die kleinen Plätze, die dazwischen immer mal wieder auftauchen, sehen wirklich schick aus.

Ich sehe zudem immer mal wieder eine offene Tür, die einen Blick in einen der Innenhöfe gewährt. Auch das scheint eine eigene Tour wert zu sein. Hier bräuchte man aber wahrscheinlich einen wirklich guten Guide, der einen durch das Viertel navigiert und einem etwas über die Innenhöfe erzählt.

Ich habe zudem den Eindruck, wenn man etwas mehr Zeit mit sich bringt, lohnt es sich auch, die Geschäfte zu besuchen. Nicht wegen dem, was dort verkauft wird, sondern wegen der Art, wie diese aufgebaut sind. Auch hier scheinen viele verwinkelt in die Gebäude integriert worden zu sein. Mein Fazit: Macht Spaß, hier durchzulaufen.

13:00 Uhr: Zeit für eine kleine Pause. Ich gönne mir jetzt erst einmal einen frisch gepressten Orangensaft und einen Cappuccino. Und ich bin richtig froh darüber, meine kleine Sitzmatte mitgenommen zu haben. Draußen auf den Plastikstühlen der Bars ist es doch etwas frisch am Popo.

Die Matte habe ich mir im Übrigen im letzten Jahr in Fukuoka in Japan gekauft, nachdem ich meine alte irgendwo vergessen hatte. Das aktuelle Teil ist bestimmt zwei Drittel kleiner als die Ursprüngliche. Sehr kompakt.

Da das Wetter wirklich gerade gut mitspielt, gehe ich jetzt zu meinem nächsten Ziel, dem „Plaza de Espanya“. Das sind nur knapp 20 Minuten zu Fuß bis dorthin. Oh, ich laufe gerade an einer Parkanlage vorbei, die sich vor dem Plaza de Espanya befindet. Und dieser Park ist aufgrund der aktuellen Wettersituation abgeschlossen. Ich ahne Schlimmes.

Super, der Park beim „Plaza de Espanya“ ist wirklich dicht. Damit sind gerade zwei Spots weggefallen. Das ist wirklich eine wichtige Info, dass die Parks abgeriegelt werden können. Ich muss später mal prüfen, ob man irgendwo sehen kann, ob dies gerade der Fall ist.

13:30 Uhr: Ich habe jetzt entschieden, zum Bahnhof zu laufen. Von dort geht es morgen zu meinem nächsten Ziel. Ich möchte mir das Ganze vorab aber noch mal ansehen, damit ich weiß, wohin ich morgen muss.

Außerdem kann ich auf dem Weg gleich mal schauen, ob ich noch etwas Interessantes entdecke. Wenn das Wetter mitspielt, macht es mir Spaß, durch Städte zu laufen.

14:00 Uhr: Bin schon angekommen. Aber das Teil sieht wirklich nicht einladend aus. Das wirkt irgendwie wie ein Fremdkörper hier in der Stadt. Auch rings um den Bahnhof habe ich das Gefühl, dass hier noch einige Gebäude fehlen.

Aber ich sehe schon, auch hier gibt es eine Sicherheitskontrolle. Durch solch eine mussten wir auch in Madrid. Ich bin ja ein großer Freund von Kontrollen, wenn man in den inneren Bereich eines Bahnhofes will. In vielen Ländern ist dies bereits Standard.

Als Nächstes werde ich mal ausprobieren, wie das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hier funktioniert. Karte habe ich ja jetzt. Jetzt muss sich diese noch bewähren. Mal überlegen, wohin ich fahren werde.

Super, hat doch einfach funktioniert. Karte einfach ans Lesegerät gehalten und der Betrag wurde abgebucht. Und das Schöne: Man bekommt sogar einen Rabatt auf die Fahrt, wenn man mit dieser Karte bezahlt. Bei den aktuell steigenden Kosten für den Nahverkehr in Deutschland, wäre das … ich glaube, ich wiederhole mich hier immer wieder auf jeder Reise.

14:30 Uhr: Irgendwie habe ich heute kein Glück. Ich wollte gerade die Basílica de la Macarena beim Arco de la Macarena besuchen, aber sie war geschlossen. Dann werde ich jetzt noch etwas durch die Gassen von Sevilla laufen.

Na super, jetzt fängt es doch noch an zu regnen. Ich werde mir jetzt erst einmal was Kleines zu essen organisieren und dann ins Hotel zurückgeben. Füße hochlegen. Wenn das Wetter besser wird, mache ich abends noch eine kleine Runde.

17:30 Uhr: Ich bin noch mal gestartet für eine kleine Runde. Und ich bin gerade darüber überrascht, dass ich schon wieder an der Basílica de la Macarena gelandet bin. Und dieses Mal ist sie sogar geöffnet.

Ich habe mir das Teil gleich mal von innen angesehen. Aber da gerade eine Messe war, habe ich keine Fotos gemacht. Aber ich glaube, ich weiß jetzt auch, warum sie vorhin geschlossen war. Ich muss einfach berücksichtigen, dass die Spanier so etwas wie eine Siesta haben. Zwischen 14 Uhr und 17 Uhr scheint hier vieles geschlossen zu sein. In den Sommermonaten ist das mit Sicherheit extrem sinnvoll.

Hmm, ich überlege gerade: Wenn diese Kirche jetzt geöffnet hat, vielleicht hat dann auch die andere geöffnet, die vorhin ebenfalls geschlossen war. Diese war hier gleich um die Ecke. Ich checke das mal schnell.

Super, da hatte ich doch den richtigen Riecher. Die Iglesia de San Luis de los Franceses ist offen. Schnell ein Ticket für 4 Euro gekauft. Und dann ab hinein. Wow, hier ist ja gar nichts los.

Ich bin gerade wirklich überrascht. Die Kirche und die Gebäude sind wirklich schick. Ich verstehe überhaupt nicht, warum hier nur so wenig Besucher sind. Ich muss das mal schnell prüfen.

Alles klar, die Kirche befindet sich abseits der üblichen Touristenroute. Dadurch, dass die meisten Touristen meistens nur kurz in Sevilla sind, ist dieses Highlight nicht im Fokus. Es wird aktuell sogar noch als Geheimtipp geführt. Kann ich gut verstehen und es lohnt sich auf jeden Fall.

18:30 Uhr: Ich mache jetzt zurück ins Hotel. So langsam bekomme ich es in den Füßen mit. Mal ein kurzer Blick auf den Zähler: Okay, knapp 25.000 Schritte. Für den ersten Tag ganz okay 😂.

Auf jeden Fall heute jede Menge Neues gelernt. Ich weiß jetzt, wie man die Karte für den Nahverkehr bekommt, wie diese funktioniert, dass Parkanlagen bei Schlechtwetterlage auch mal geschlossen sind und dass man die Siesta der Spanier mit einplanen sollte.


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