Erfahrungsbericht: Bewährtes Taschengeldsystem für meine Tochter

Als Elternteil stand ich vor einiger Zeit vor der Herausforderung, das Thema Taschengeld für meine Tochter anzugehen. Es wurde mir schnell klar, dass eine strukturierte Herangehensweise erforderlich ist, um langfristig positive Ergebnisse zu erzielen. Hier möchte ich das System vorstellen, das ich, im Nachhinein betrachtet, erfolgreich verwendet habe und in vielen Gesprächen mit anderen Eltern zu Aha-Erlebnissen führte.

Etablierung von Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit im Taschengeldsystem

Die Auszahlung des Taschengeldes erfolgte stets am ersten Tag des Monats. Dies etablierte eine klare Struktur und Verlässlichkeit:

  • Barauszahlung in einem Briefumschlag: Zu Beginn jedes Jahres bereitete ich einen Briefumschlag vor, auf dem der jeweilige Monat notiert war. Diesen legte ich in das Zimmer meiner Tochter.
  • Rückgabe des Umschlags: Nach der Entnahme des Geldes gab meine Tochter mir den Umschlag zurück, den ich für das laufende Jahr wiederverwendete, indem ich den neuen Monat darauf notierte.

Diese Methode schuf nicht nur eine Vertrauensbasis, sondern verhinderte auch Diskussionen über unregelmäßige Zahlungen oder Sonderwünsche. Meine Tochter wusste genau, wann und wie das Geld zu erwarten war.

Koppelung des Taschengeldes an die schulische Entwicklung meiner Tochter

Die Höhe des Taschengeldes wurde an die schulische Klassenstufe meiner Tochter gekoppelt. Wir stellten folgende Regelungen auf:

  • Faktoren der Taschengeldhöhe: Bis zur siebten Klasse wurde das Taschengeld mit dem Faktor zwei multipliziert. Ab der achten Klasse verwendeten wir den Faktor drei.
  • Beispielrechnung: In der sechsten Klasse erhielt meine Tochter 12 €, in der siebten 14 € und in der achten Klasse 24 € pro Monat.
  • Bedingung für die Erhöhung: Das Taschengeld stieg nur, wenn meine Tochter in die nächste Klasse versetzt wurde.
  • Anpassung an die Inflation: Es war sinnvoll, das System regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls an die Inflationsrate anzupassen, dann aber auch nur, wenn ein neues Schuljahr begann.

Dies förderte die Motivation in der Schule und lehrte, dass persönliche Weiterentwicklung finanzielle Verbesserungen nach sich ziehen kann.

Bonuszahlungen als Leistungsanreiz

Zusätzlich zum festen monatlichen Taschengeld führte ich ein Bonussystem ein, das auf den schulischen Leistungen meiner Tochter basierte:

  • Belohnung für gute Noten: Eine 1 auf dem Zeugnis wurde mit einem einmaligen Bonus von 2 € belohnt, eine 2 mit 1 €, und eine 3 mit 50 Cent.
  • Keine Bestrafungen: Schlechtere Noten führten nicht zu Geldabzügen. Es gab lediglich keine zusätzliche Belohnung.
  • Eigenverantwortung: Meine Tochter war angehalten, den Bonus selbst auszurechnen und mir vorzulegen. Dies förderte ihre mathematischen Fähigkeiten und das Verständnis für den Wert von Leistung.

Rückblick und Fazit

Das Taschengeldsystem erwies sich als äußerst effektiv, da es Diskussionen um Geld nahezu eliminierte und eine klare Struktur und Routine bot. Dies bereitete meine Tochter auf finanzielle Verantwortlichkeiten im Erwachsenenalter vor und lehrte sie, Vertrauen und Verlässlichkeit in finanziellen Angelegenheiten zu schätzen.

Für Eltern, die ähnliche Herausforderungen erleben, könnte dieses System ebenfalls hilfreich sein. Wichtig ist, dass man als Elternteil diszipliniert bleibt und das System konsequent anwendet. Nur so kann man sicherstellen, dass das Kind nicht nur finanziell gebildet wird, sondern auch Vertrauen in die finanzielle Verlässlichkeit der Eltern entwickelt.

Deine Meinung?: Wenn du Kinder hast, wie löst du das Thema für dich oder hast dies früher gelöst? Ich bin auf deine Erfahrungen gespannt.


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